Wenn du länger in Japan unterwegs bist, stehst du irgendwann bestimmt vor einem Schrein, doch wie solltest du dich korrekt verhalten? In diesem Artikel erkläre ich dir, wie du dich richtig an einem Schrein in Japan verhalten solltest, welche Verhaltensregeln es gibt und was du alles ausprobieren kannst. Aber auch für alte Hasen gibt es sicher, etwas Neues zu entdecken!

Update: Artikel überarbeitet und Schreine hinzugefügt. 

Schauen wir uns an, wie du einen Schrein in Japan richtig besuchst:


Was ist ein Shinto-Schrein?

In Japan glaubt man neben dem Buddhismus auch an Shintoistischen Götter, die auf Japanisch Kami heißen. Diese beeinflussen das Leben der Japaner (zum Beispiel: Sonne, Wind, Regen, Berge, Bäume, Flüsse und Reis). Solche mächtige Götter brauchen natürlich auch einen Ort, an dem die Gläubigen ihn verehren und anbeten können. Zu dem Zweck errichteten die Anhänger Schreine, um ihre (Natur-)Gottheiten zu ehren.

Welchen Schrein solltest du besuchen?

Als nächstes musst du dir überlegen, welchen Schrein du besuchen möchtest. Über ganz Japan gibt es nämlich mehr als 10.000 verschiedene Schreine, die man grob in diese Gruppen einteilen kann:

#1. Imperial Schreine 
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Die Imperial Schreine wurden früher von der amtierenden Regierung gegründet und verwaltetet. Meist kannst du sie ganz leicht an den goldenen Chrysanthemen (Blumen) erkennen, die an den Türen oder am Schrein prangern. Außerdem tragen sie häufig den Namen „jingu“ statt die Bezeichnung „jinja“ für Schrein.

Berühmte Imperial Schreine sind:

#2. Inari Schreine
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Diese Schreine sind dem Reis-Gott Inari gewidmet. Du kannst sie ganz einfach anhand der roten Tore und den Fuchs-Statuen vor den Gebäuden erkennen. In Japan gibt es viele tausende Inari-Schreine, da Reis ein wichtiger Stellenwert in der japanischen Kultur einnimmt.

Berühmte Inari Schreine sind:

#3. Hachiman Schreine

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Die Hachiman Schreine sind dem Gott Hachiman gewidmet, die sich besonders zu den Kriegszeiten im 11. Jahrhundert über ganz Japan verbreiteten.  Hachiman gilt auch als Padron-Gott der ersten Shogun-Familie Minamoto und aller Samurai-Krieger und wird als Kriegsgott verehrt.

Berühmte Hachiman Schreine sind:

#4. Sengen Schreine
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Die Sengen Schreine sind der Prinzessin Konohanaskuya, der Shinto-Göttin vom Mount Fuji, gewidmet. Auch diesen Schrein wirst du oft in Japan begegnen, da er häufig auf Bergen zu finden ist. Besonders häufig wirst du den Schrein in der Nähe vom Mount Fuji finden.

Berühmte Sengen Schreine:

#5. Schreine für einen mächtigen Klan-Boss (Update!)
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Einige mächtige Klane aus der japanischen Geschichte gründeten und widmeten Schreine ihren Klan-Gründern. Die Schreine sind recht stark verziert und häufig bunt angemalt.

Berühmte Schreine sind:

#6. Lokale Schreine
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Viele kleine Schreine, die du in Dörfern oder am Wegrand siehst, sind lokalen Dörfern oder Städten gewidmet. Zum Beispiel sollen sie eine gute Ernte versprechen oder das Dorf beschützen.

Fazit: Egal für welchen Schrein du dich entscheidest, ich empfehle dir, mehrere zu besuchen, um die feinen Unterscheide der Gottheiten kennen zu lernen.

Wie besuchst du einen Schrein?

Nachdem du dich für einen Schrein entscheiden hast, schauen wir uns den Besuch im Schrein genauer an. Direkt davor wirst du wahrscheinlich auf zwei Hunde treffen, die links und rechts vor dem Schrein stehen.

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Das sind sogenannte Komainu, die böse Geister abhalten sollen. Manche Schreine besitzen sogar Füchse oder Krieger als Wächter. Eine Statue besitzt einen geöffneten Mund, das soll der Anfang sein, und die andere einen geschlossenen, das soll das Ende darstellen. Interessanterweise stammt diese Symbolik aus dem Buddhismus und gehört eigentlich nicht zum Shintoismus.

Gleich hinter den Figuren wirst du auf ein Tor treffen, das entweder als Holz oder Stein gefertigt ist:

Das große Tor – Torii

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Vor dem großen Tor ziehst du deine Mütze vom Kopf und verbeugst dich. Wichtig ist hierbei, dass du nicht durch die Mitte gehst, da diese für die Götter reserviert ist. Wenn du durch das Tor schreitest, verlässt du das Reich der Menschen und betrittst das Reich der Götter. Hinweis: Bei kleinen Toren kannst du natürlich nur durch die Mitte gehen. 😉

Kurz vor dem Schrein findest du eine Waschstelle.

Die Reinigung

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Vor dem Gebet solltest du dich symbolisch reinigen, um den Götter sauber dein Gebet vorzutragen.  Dazu gibt es am Meiji-Jingu Schrein eine schöne Anleitung (Von rechts nach links):

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#1. Wasche deine linke Hand.
#2. Wasche deine rechte Hand.

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#3. Fülle Wasser in deine linke Hand und wasche dein Mund.
#4. Wasche deine linke Hand erneut.
#5. Wasche die Kelle.

Beachte: Bei der Reinigung solltest du mit deinen Lippen nicht die Kelle berühren oder Münzen in den Brunnen werfen!

Danach gehst du weiter zum Hauptschrein, um deinen Wunsch den Göttern vorzutragen.

Das Gebet

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Auch das Beten folgt einem bestimmten Ritual. Falls nicht anders angegeben, halte dich an diesen Ablauf:

#1. Werfe ggf. eine 5 Yen Stück in die Kiste.
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#2. Falls vorhanden, läute die Glocke zwei oder drei mal (Damit erregst du die Aufmerksamkeit der Gottheit.).
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#3. Verbeuge dich zwei mal.
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#4. Klatsche zwei mal in die Hände.
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#5. Trage still deinen Wunsch den Göttern vor.
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#6. Verbeuge dich noch einmal.
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Herzlichen Glückwunsch, du hast der Gottheit deinen Wunsch erfolgreich mitgeteilt! Falls du allerdings deinen Wunsch lieber aufschreiben möchtest, kannst du dieses auf Holzbrettern erledigen, die auf japanisch Ema heißen.

Die Wunsch-Holzbretter Ema えま

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An einem der Verkaufsstände kannst du so eine Holztafel für 500 Yen kaufen, die meist mit dem Logo des Schreines (Kigan-Ema) oder dem aktuellen Tierkreiszeichen (Eto-Ema) verziert sind. Auf die Tafel schreibst du deinen Wunsch oder deine Danksagung. Die Holztafel nimmst du entweder mit nach Hause oder bringst es an den Wänden des Schreins an:

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Wenn die Wände voll sind, werden diese abgeschnitten und verbrannt, so dass die Wünsche in den Himmel aufsteigen können. Hierbei ist auch die Sprache egal, da die Götter alle Sprachen verstehen können. 😉

Eine weitere Möglichkeit, den Götter deinen Wunsch darzubringen, ist ein Brief zu schreiben.

Der Wunsch-Brief Kiganbun 祈願分

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In solch einen Brief kannst du deine Wünsche und Träume schreiben oder einfach für etwas bedanken. Die Sprache ist ebenfalls egal. Den Briefbogen und einen Umschlag findest du vor dem Schrein. Wenn du den Brief verfasst hast, steckst du ihn mit einigen Münzen in einen Umschlag und wirfst ihn in diese Kiste 祈願文納箱:

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Nach dem Einwerfen, verbeugst du dich kurz. Wenn du dich etwas umschaust, wirst du einige Verkaufstände erblicken. Dort findest kleine Beutelchen:

Die Talismane Omamori お守り

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Diese kleinen Beutelchen sind Talismane und sollen den Träger vor allerlei Unheil beschützen. Im Innern des Beutels befinden sich Zettel, die mit heiligen Sprüchen versehen sind. Du solltest allerdings den Beutel nicht öffnen, da sonst die Wirkung verfliegt.

Wenn du nach oben schaust, siehst du eine Liste mit der große Auswahl an Glücksbringern.

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Die Glücksbringer kosten um die 500 Yen (五〇〇円) bis 800 Yen (ハ〇〇円).  Schauen wir uns an, wofür die Glücksbringer 守り stehen:

  • 安産 Anzan – Sichere Geburt
  • 病気平癒 Byokheiyu – Gute Besserung
  • 旅行安全 Ryokou-Anzen – Gute & sichere Reise
  • 開運 Kaiun – Mehr Glück
  • 必勝 Hissho- Sicherer Sieg
  • 交通安全 Koutsuu-Anzen – Sicherer (Auto-)Verkehr
  • 厄除 Yakujo – Übel abwenden
  • 相和 Souwa – Liebe (Gut mit einander auskommen)
  •  福 Fuku – Glück
  • 縁結 Enmusubi – Hochzeit
  • 就職成就 Shuushoku-Jouju – Arbeit-finden
  • 合格成就 Goukaku-Jouju – Test-bestehen
  • 学業神殿 Gagyou-Shinden – Für die Schule lernen-Tempel
  • 学業錦 Gagyou-Kin – Die Schule bestehen
  • 児童健全 Jidou-Kenzen – Gesundheit vom Kleinkind
  • 心身健全 Shinshin-Kenzen – Gesundheit vom Körper und Geist

Nachdem du dich für einen Glücksbringer entschieden hast, kannst du an der Kasse den Namen auf Japanisch sagen und O-Mamori 御守 zu dem Wort hinzufügen. Nach der Bezahlung kannst du deinen Glücksbringer in Empfang nehmen. Außerdem eignen sich diese Beutelchen als nettes Mitbringsel für die Familie daheim.

Allerdings haben diese O-Mamori ein „Verfalldatum“, da sie meistens nur bis Ende des aktuellen Jahres „wirken“. Danach solltest du sie wieder beim Schrein abgeben und diese werden rituell verbrannt. Allerdings macht das so gut wie niemand. 😉

Für ganze Firmen oder Geschäfte gibt es übrigens auch einen Art Wächter, der Ofuda auf Japanisch heißt:

Der Wächter – Ofuda 神符

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Der Wächter ist mit dem Logo vom Schrein und deren Götter gekennzeichnet. Sie sind häufig aus Holz oder Papier und werden in Läden, Häuser oder Firmen aufgestellt. Die günstigsten gibt es ab 500 Yen, die für Firmen können auch mal locker 50.000 Yen (490 Euro) kosten….

Eine Übersicht der verfügbaren Wächter:

  • 家内安全 Kanai-Anzen – Sicherheit der Familie
  • 商売繁昌 Shoubai-Hanjou – Gute Geschäfte (Laden)
  • 初宮 Hatsumiya – Geburt eines Kindes
  • 社運隆昌 Shaun-Ryushou – Gute Geschäfte (Firma)

Die oben genannten Wächter kannst du natürlich auch in verschiedenen Größen kaufen:

  • 車用 Kuruma-You – Für’s Auto – ab 3000 Yen
  • 神府 Ofuda – Wächter – ab 5000 Yen
  • 中神府 Naka-Ofuda – Mittlerer Wächter – ab 10.000 Yen
  • 大神府 Dai-Ofuda – Großer Wächter – ab 30.000 Yen
  •  特別神府 Tokubetsu-Ofuda – Spezieller Wächter – ab 50.000 Yen…

Beliebt sind die Wächter für das Auto, da diese „erfolgreich“ vor Autounfällen schützen sollen. 😉

Neben dem Verkaufsstand fällt dir plötzlich ein großes Banner auf:

Die Wahrsagerei – Omikuji おみくじ

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Darunter findest du einen Tisch und diese Boxen. Hier kannst du dein Glück in der Wahrsagerei suchen. Die englischen Vorhersagen sind extra farbig gekennzeichnet.

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Die Wahrsagerei ist ganz einfach:

#1. Du schüttelst die Box und ziehst einen Stift mit einer Nummer heraus.
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#2. Du merkst dir die Nummer und gehst zu dem Verkaufsstand.
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#3. Dort übergibst du dem Personal eine 100 Yen Münze und sagst auf Englisch die Nummer.
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#4. Schließlich erhältst du einen Zettel aus edlem Papier.
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#5. Öffne den Zettel und lies deinen Spruch.
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Diese Sprüche sollen deine Zukunft voraussagen bzw. beeinflussen. Beachte: In kleineren Schreinen sind diese Omikuji-Sprüche leider nur auf Japanisch. In manchen Schreinen, gerade übers Neue-Jahr, werden auch schlechte Wahrsagen verteilt. Diese sind in sieben Kategorien eingeteilt:

  • dai-kichi (大吉) – Große Segnung
  • chuu-kichi (中吉) – Mittlere Segnung
  • sho-kichi (小吉) – Kleine Segnung
  • kichi (吉) – Segnung
  • sue-kichi (末吉) – Ende der Segnung
  • kyo (凶) – Fluch
  • dai-kyo (大凶) – Großer Fluch

Alles unter Segnung solltest du sofort an eine Wand bzw. Baum binden, um das Übel abzuwenden:

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Wenn die ganze Wand voll ist, werden die Zettel verbrannt und somit wird auch alles Übel vernichtet. Gerade an Neujahr gibt es gleich mehrere Zettel-Wände, die jeden Tag verbrannt werden.

Hinter dir bemerkst du auf einmal dieses Schild:

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Das Siegel-Buch Goshuin 御朱印

Dort kannst du dir ein leeres Buch kaufen, in dem du das Siegel vom Schrein eintragen lässt.

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Das Buch kostet zusammen mit dem Siegel 1000 Yen. Wenn du es aufklappst, siehst du das Siegel vom Schrein und das Datum.

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An jedem größeren Schrein und Tempel kannst du so ein Siegel für dein Buch bekommen, das extra für dich per Hand(!) eingetragen wird und kostet meist zwischen 300~350 Yen. Der begehrteste Siegel ist übrigens auf dem Berg Fuji. Mit dem Buch kannst du so auf Stempel-Jagd gehen und alle deine Besuche eintragen lassen.

Tipp: Wenn du keine Schriftzeichen lesen kannst, schreibe dir daneben, wie der Schrein/Tempel hieß und an welchem Datum du dort warst. Außerdem kann eine wasserabweisende Hülle oder ein Gefrierbeutel für das Buch nützlich sein, wenn man Wasser im selben Rucksack transportiert. 😉

Nachdem du das Buch gekauft hast, kannst du auch den kostenlosen Stempel vom Schrein ausprobieren. Den findest du neben den Verkaufsständen.

Der kostenlose Tempel-Stempel

Häufig ist dieser angekettet, da er ein beliebtes Diebesgut ist.

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Daneben findest du ein Stempelkissen und probierst ihn gleich aus.

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Jeder Schrein hat seinen eigenen kostenlosen Stempel, die recht hübsch verziert sind. Außerdem wird bei dem Stempel immer das aktuelle Datum eingestellt.

In Japan wirst du oft an Bahnhöfen oder Sehenswürdigkeiten auf diese Stempel stoßen. Mit dem Buch kannst du jetzt deine komplette Reise dokumentieren!

Heilige Gegenstände – Shimenawa

Wenn du dich etwas umschaust, wirst du wahrscheinlich Bäume oder Steine mit Stroh-Kordeln entdecken.
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An der Kordel hängen weiße Zick-Zack-Papierstreifen, die geben an, dass in den Objekten Götter wohnen und sie heilig sind. Eine ähnliche Kordel mit Zick-Zack-Papier tragen übrigens auch die höchsten Ringer – die Yokozuna bei ihren Sumo-Vorführungen.

Mit etwas Glück…

Und wenn du am Wochenende den Schrein besucht, kannst du mit viel Glück eine der vielen Hochzeit-Gesellschaft fotografieren, die sich vor dem Schrein aufstellen.

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Ein letzter Gruß…

Wenn du zum Abschluss erneut durch das große Tor gehst, drehst du dich noch einmal um und verbeugst dich in Richtung des Schreines.

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Damit bedankst du dich bei deinen Göttern für deinen Besuch und gehst deines Weges…

Und jetzt alles klar?

Weißt du nun, wie du dich am Schrein verhalten solltest? Wenn du nach diesem Artikel nicht gut informiert bist, dann kann ich dir auch nicht helfen!

Erkunde Schreine in Japan jetzt! 


Was hältst du von Schreinen? Lass mir doch einen Kommentar da!

38 Thoughts on “[Tipps] Schrein-Besuch in Japan: So machst du alles richtig!

  1. Viola Busse on 24. Oktober 2016 at 11:01 said:

    Vielen lieben Dank!
    Das ist eine sehr informative Zusammenfassung, die mir auf meiner nächsten Reise bestimmt nützlich sein kann! 🙂

    LG,
    Viola

    • Hallo Viola,
      vielen Dank für das Lob. Da freue ich mich sehr darüber. Hast du schon einen nächsten Termin für deine Reise? 😉
      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

      • Viola Busse on 24. Oktober 2016 at 14:20 said:

        Hallo Tessa!
        Ja, nächstes Jahr Ende Oktober/ Anfang November.
        Ist zwar noch ein gutes Jahr hin, aber Vorbereitung ist ja alles! 😉
        LG,
        Viola

  2. Vielen, vielen Dank für den tollen Bericht! Als ich in Japan war, hatte ich gar keinen Sinn für Schreine, außer dass ich von einem oberflächlichen Exotismus geleitet war. Ich würde auch heute als Europäerin nicht die Rituale mitmachen, aber ich freue mich sehr, das alles endlich zu verstehen. Ich werde in meinem Uni-Seminar ganz kurz nämlich auf Schreine eingehen, und dank Deines Berichts ist mir einiges klarer geworden! Liebe Grüße, Ulrike

    • Hallo Ulrike,
      vielen Dank für das dicke Lob. Auch ich konnte am Anfang nicht wirklich etwas mit Schreinen anfangen und war am Ende sogar überrascht, was man alles ausprobieren konnte. Irgendwie geht man an den wichtigen Dingen einfach vorbei, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Einer der Gründe, warum ich diesen Artikel geschrieben habe.
      Was ist dir denn besonders aufgefallen?
      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

      • Hallo Tessa,
        ich hatte zum Beispiel nicht wirklich verstanden, wie das mit den 絵馬 funktioniert, und welche Bedeutung alle Stationen haben. Oder wie genau das mit diesen Segnungen funktioniert, die man an diese Wände hängt. Ich fand diese Orte spannend und als Fotothema äußerst faszinierend, aber der Sinn ist nicht zu mir durchgedrungen. Aber als ich nach Japan fuhr, fehlte mir noch der Sinn für vieles. Ich will eines Tages wieder nach Japan und da möchte ich bewusster Shintô-Schreine besichtigen und fotografieren.
        Liebe Grüße aus Erfurt nach Tokio ,
        Ulrike

        • Hallo Ulrike,

          stimmt, das kann am Anfang etwas verwundern. Ich stand auch immer davor und fragte mich, wie das Ganze funktioniert. Dann lud mich eine Japanerin ein, mit ihr einen Schrein zu erkunden. 😉

          Viele Grüße aus Tokio
          Tessa

          • Hallo Tessa,
            ich möchte in zwei Wochen in meinem Seminar über Japonismus in der Architektur sprechen und als zwei typische Phänomene einen Schrein und japanische Wohnhäuser besprechen. Darf ich – unter Quellenangabe selbstverständlich – ein paar von Deinen Bildern verwenden?
            Liebe Grüße aus Erfurt,
            Ulrike

          • Hallo Ulrike,

            das kannst du gerne tun. Könntest du mir die Präsentation als pdf via Email (findest du im Impressum) zu kommen lassen? Das Thema hört sich spannend an. 😉

            Viele Grüße aus Tokio
            Tessa

  3. Hola Tessa

    Ich habe heute den ersten Update erhalten. Sehr interessant und lehrreich. So viele kleine Details. Super
    Herzlichen Dank fuer deine Infos.
    Silvio und Beatriz, Capurgana , Kolumbien

  4. martin on 24. Oktober 2016 at 19:51 said:

    Wir beuchten Japan auch und haben uns auch viele Schreine in Tokio Kyoto und anderen Orten angesehen. Da unser sohn in Japan wohnt und er immer dabei war haben wir auch vieles darüber erfahren. Deinen Bericht mit den Fotos dabei finde ich aber echt sehr toll.
    Lebe Grüße

  5. Wow, was für ein toller Beitrag. Jetzt wird mir auch einiges klarer. Gerade die Figuren vor dem Tempel haben bei mir jede Menge Fragezeichen hinterlassen.

    Kannst du auch noch erklären wozu die Tiere auf Brunnen in diversen Tempelanlagen sind? Ich hatte da einen Drachen im Myojin Schrein in Akihabara gesehen.

    • Hallo Ronny,

      vielen Dank. Die Figuren auf den Waschstellen sind meist Drachen, die im japanischen Glauben ein Wassergott sind. Ganz im Gegensatz zu unserem, wo Drachen Feuer spücken.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  6. Katja on 25. Oktober 2016 at 8:50 said:

    Super, vielen herzlichen Dank für diesen informativen Artikel. Seitdem ich meinen Flug gebucht habe, verschlinge ich deinen Blog. Mach weiter so!!!
    Ganz lieben Gruß

  7. naochan on 25. Oktober 2016 at 12:54 said:

    Danke für den Beitrag! Fast alles hatte ich Japan-Nerd schon irgendwann mal irgendwo gehört, aber an Stempel bei Schreinen kann ich mit nicht erinner! Ich glaube aber dass ich bei meinem 2. Urlaub dort gar keine Tempel und Schreine besichtigt habe… (Komme grad zurück ;)) Letztes Jahr hab ich das natürlich gemacht und bin ganz Touri-mäßig einfach so reingelatscht und habe rumfotografiert, da waren dann 2 Schulmädchen hinter mir und haben alles gemacht was man machen sollte und gekichert 😉

    • Hallo Naochan,

      vielen Dank. 😀 Das mit dem Stempeln ist ziemlich unbekannt, finde ich aber eine gute Idee. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  8. Hallo,
    ich bin zwar weit davon entfernt, mich hier als Besserwisser aufführen zu wollen, aber z.B. die Finanzierung der obersten Hierarchieebene der shintoistischen Schreine solltest Du vielleicht noch mal recherchieren (die japanische Verfassung wird kaum noch eine Beteiligung der „Regierung“ gestatten; auch wenn das ein paar Leute vielleicht gern anders sehen würden – und wenn es während der Meiji-Verfassung einmal anders war). Und die Götter müssen bei den Gebeten auch nicht „herbeigebimmelt“ werden.
    Ansonsten aber: Es ist gut, wenn das „richtige“ Verhalten an Schreinen bewusst gemacht wird (zumindest für diejenigen, die glauben, dort rituelle Handlungen vollziehen zu müssen). Einen Überblick gibt es auch mal hier:
    https://thomasgittel.wordpress.com/2012/12/18/allgemeine-hinweise-zum-aufenthalt-in-japan-6/
    Wer hat eigentlich die „Weisheit“ aufgebracht, dass man 5-Yen-Münzen in den Opferstock zu werfen hat (wahrscheinlich, weil das früher mal „Münzen mit einem Loch“ waren – die hatten aber einen wesentlich höheren Gegenwert als eine heutige 5-Yen-Münze? Auf einer 5-Yen-Basis würden heutzutage nicht nur die kleinen Lokal-Schreine darben…

    • Hallo Thomas,

      danke! Das habe ich im Text angepasst. 😉

      Das mit der 5 Yen Münze scheint, ziemlich verbreitet zu sein. Woher das kommt weiß ich leider nicht. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  9. Hallo,
    apropos Schreinbesuch, ich war heute in einem Tempel und in einem Schrein, in beiden waren jeweils seltsame Sandkegel aufgehäuft, habe ich heute zum ersten mal gesehen, ist heute ein spezieller Tag oder hab ich nur zufällig die beiden rausgepickt die das machen?

    • Hallo Mike,

      ich frage mal eine Gärtnerin. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

      • Catherine on 28. Oktober 2016 at 23:03 said:

        Die Kieskegel stellen shintoistische Salzkegel dar, welche vor einem Haus oder Schrein zu dessen Reinigung aufgeschüttet werden. So findet man sie zum Beispiel im Shimogamo Schrein in Kyoto aber auch im Daisen-In ( im Daitokuji, Kyoto), der wiederum ein Buddhistischer Tempel ist. Erst zu Beginn der Meiji-Zeit wurde die Shinto-Religion zur alleinigen Staatsreligion ernannt. Als der Buddhismus nach Japan kam im 7.Jahrhundert hat man oft die Tempel auf dem Gelände von Shinto-Schreinen gebaut und beide „Religionen“ waren im Einklang miteinander, Vielleicht erklärt es, warum man sowohl in Schreinen wie in Tempeln diese Kieskegel wiederfindet. Eine zweite Meinung von Japanologen, Religonswissenschaftlern oder versierten Fachleuten der Japanischen Gartenkunst wäre sicher interessant.

        • Hallo Catherine,

          vielen Dank für die Erklärung! 🙂 Ich hatte bei einer Gärtnerin nachgefragt und sie meinte, dass das ein Gestalt-Element sei, aber die Bedeutung nicht kennt. Aber jetzt wird mir das klarer! Danke!

          Viele Grüße aus Tokio
          Tessa

  10. Hallo,
    5 Yen Münzen sind Glücksbringer, weil sich 5 Yen auf japanisch „go en“ so klingt wie Zauber oder Segen, mit der vorsibe go eben, deswegen werden die eben gerne in den Opferstock geworfen, wobei natürlich auch grössere Münzen oder Scheine benutzt werden, nach dem Motto viel hilft viel :-). Mit der Glocke will man tatsächlich die Aufmerksamkeit des Kami erregen, also ihn quasi dazu bringen sich auf eben dieses Gebet zu Konzentrieren.
    Was die Finanzierung angeht, denke ich das die vor allem über den verkauf von Glücksbringen und ähnlichem, religöse Dienstleistungen und Schreinfeste läuft, die ganzen Stände werden sicher auch Standgebühr zahlen, ausserdem wird warscheinlich zu Neujahr der halbe Jahresetat erbracht.

  11. MARLIES UND REINER ACKERMANN on 27. Oktober 2016 at 17:51 said:

    Hi Tessa,super Information.
    Mein Mann und ich waren im März bei unseren japanischen Freunden und sind mit ihnen an unserer Seite durch dieses schöne Land gereist.
    Dabei haben wir viele Schreine besucht und auch viele Rituale mitgemacht,aber nicht alles richtig verstanden. aber nun wissen wir besser Bescheid…. Dankeschön!!! Liebe Grüsse nach Japan!

    • Hallo ihr zwei,

      vielen Dank! Mir war das am Anfang auch nie klar und habe deswegen diesen Artikel geschrieben. 🙂

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  12. Michel on 27. Dezember 2016 at 11:29 said:

    Hallo,

    super tolle Beschreibung der Schreine. Zu dem Omamori muss man noch sagen das die mit Verfallsdatum kommen. Gegen Ende des Jahres gibt es an den Schreinen Sammelkisten für die Glücksbringer des vergehenden Jahres. Der Inhalt wird dann zeremoniell verbrannt. (Ich halt mich da auch nicht dran 😉). Man muss nämlich wissen das die kleineren Schreine vom Verkauf und den Opfergaben an die Götter leben, deshalb sind viele nur Priester im Nebenerwerb.

    Ach ja, wer die Chance hat Neujahr in Japan zu erleben und sich in der Nähe eines der kleineren Schreine auf Land befindet wird hier tolle Erfahrungen sammel können. Die Dorfmädchen machen hier アルバイト und es gibt warmen vergorenen Reiswein gratis nebst Lagerfeuer und Dorfleben.

    Gruss

    Michel

    • Hallo Michel,

      danke für die Hinweise. Das mit dem „Verfallsdatum“ stimmt natürlich. Danke! Ist jetzt im Text angepasst!

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  13. Stefan on 8. Mai 2017 at 4:43 said:

    Hallo Tessa,

    vielen Dank für den informativen Artikel über Schreinbesuche. Vorgestern hat uns eine alte japanische Dame in Beppu zuerst gezeigt, wie das mit dem Glocke läuten, Verbeugen und Klatschen richtig geht – und uns danach durch den ganzen Schrein geführt. Es war eine spannende, schöne Erfahrung, insbesondere weil die Kommunikation so gut geklappt hat, obwohl sie kein Englisch konnte und wir kein Japanisch 😃 …
    Dein toller Blog hat uns auf unserer Japanreise schon in vielen Belangen gut weitergeholfen … Mitbringsel, Waschmaschinenbenutzung, Getränkeautomaten, Reisen mit der Bahn. Vielen Dank für die großartige Arbeit!

    Wir sitzen gerade im Shinkansen nach Osaka, dann umsteigen und weiter nach Tokyo. Da haben wir dann noch eine ganze Woche Urlaub vor uns. Gibt es irgendetwas, was wir in dieser Woche in Tokyo auf keinen Fall versäumen sollten?

    Vielen Dank nochmals – liebe Grüße von Stefan und Mirjam.

    • Hallo Stefan & Miriam,

      vielen Dank für eure lieben Worte! Von Tokio solltet ihr unbedingt auch mal nach Kamakura reisen. 😀

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

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