Du möchtest wissen, wie du dich in einem Onsen verhalten sollst? Oder welche Regeln es in einem Onsen gibt? Dann suche nicht weiter, sondern informiere dich in diesem Artikel über die strengen Regeln in einem Onsen / heißen Quelle. Um dich nicht zu blamieren, habe ich dir die 10 wichtigsten Verhaltensregeln in dieser kurzen Anleitung aufgeschrieben.

Update: Artikel aktualisiert! (28.11.2018)

Schauen wir uns die Etikette im Onsen genauer an:


  • #1. Schuhe müssen draußen bleiben

Du betrittst unsicher ein Onsen, das du dir ausgesucht hast. Bevor du die Stufe hinaufsteigst, siehst du gerade noch rechtzeitig das Schild, dass du deine Schuhe ausziehen sollst. Schnell entledigst du dich deiner Schuhe, ziehst die bereitgelegten Schlappen an und stellst deine Schuhe in ein Schließfach. Du wirfst eine 100 Yen Münze in den Schlitz des Faches und ziehst den Schlüssel ab.

  • #2. Keine Tattoos erlaubt!

Am Eingang siehst du ein Tattoo-Verboten-Schild. Zum Glück hast du keine Tattoos, gehst du zum Automaten und kaufst eine Eintrittskarte für ~800 Yen (ca. 6 Euro). An der Rezeption gibst du deinen Schuh-Schlüssel ab und kannst gegen Endgeld ein kleines und/oder großes Handtuch ausleihen. Manchmal erhälst du einen nummerierten Schlüssel, den du als Armband tragen kannst.

  • #3. Geschlechter getrennt!

In Japan sind heiße Quellen (Onsen) nach Geschlechter getrennt. Als Frau musst du hinter den roten Vorhang mit dem Schriftzeichen 女 verschwinden und als Mann hinter einem blauen mit dem Schriftzeichen 男. Hinter dem Vorhang lässt du deine Schlappen zurück und betrittst Barfuß oder auf Socken den Raum.

  • #4. Umkleideraum – Alles ausziehen!

Im Raum siehst du auf der einen Seite Schließfächer und auf der anderen mehrere Waschbecken. Dazwischen befindet sich eine beschlagene Tür. Du wählst ein Fach aus, entkleidest dich ganz und steckst deine Haare hoch. Nun schließt du deine Sachen und das große Handtuch ein und bindest dir ggf. den Schlüssel um das Handgelenk. Nur mit dem kleinen Handtuch deine Scharm verdeckt, begibst du dich Richtung beschlagener Tür.

  • #5. Waschen, aber gründlich!

Du öffnest die beschlagene Tür und betrittst das Bad. Im Raum siehst du durch eine Dunstwolke das Becken, eine weitere Tür und einige kleine Duschen, davor stehen kleine Hocker. Auf diese Hocker setzt du dich, legst das Handtuch auf die Ablage und schaust dir die Pflegeprodukte vor dir an. Zum Glück sind sie mit englischer Übersetzung versehen:

  • Shampoo シャンプー
  • Spülung – Conditioner コンディショナー
  • Körperseife – Bodysoap ボディーソープ

Mit der Seife und dem kleinen Handtuch wäscht du dich gründlich und spülst dich danach gut ab. Aber deine Haare wäscht du erst später. Bevor du aufstehst, versicherst du dich, dass deine Waschstelle frei von Seifen-Rückständen ist.

  • #6. Kein Spaßbad!

Du gehst zum Becken und legst dein kleines Handtuch auf den Kopf, bevor du in die heiße Quelle steigst. Ist das heiß!! Mutig tauchst du bis zu den Schultern ein und setzt dich auf den Beckenboden. Wow, tut das gut! Plötzlich planscht ein Kind vor dir herum. Wenige Sekunden später wird der Kleine von dem Personal zurecht gewiesen: „Das ist hier kein Spaßbad, kein Rennen, kein Schwimmen und sei leise!“

  • #7. Handtücher gehören nicht ins Wasser!

Nach wenigen Minuten merkst du, wie das kleine Handtuch von deinem Kopf herunter rutscht und ins Wasser gleitet. Jetzt erntest DU einen bösen Blick vom Personal. Schnell legst du es wieder auf den Kopf… Nach zehn Minuten kannst du es nicht mehr aushalten und gehst, nur mit dem Handtuch deine Scham bedeckt, durch eine weitere Tür nach Draußen.

  • #8. Der Wind tut gut!

Vor dir siehst du das Außenbad 露天風呂.  Du setzt dich ins Bad und genießt den kühlen Wind auf deinem Gesicht, während du vom Wasser gewärmt wirst. Kurze Zeit später merkst du, wie es dir zu heiß wird und du setzt dich auf den Beckenrand. Angenehm weht der Wind über deinen Körper. In dem Moment, wo du frierst, setzt du dich wieder ins warme Nass.

Jetzt weißt du auch, warum du deine Haare noch nicht gewaschen hast, das wäre ganz schön kalt gewesen! Schließlich begibst dich zu den Duschen, spülst dich ab und wäscht deine Haare. Dann stehst du auf und wringst dein Handtuch aus. Du trocknest dich gründlich mit dem kleinen Handtuch vor der Tür ab, damit der Umkleideraum nicht nass wird.

  • #9. Ausruhen!

An deinem Schließfach trocknest du dich mit dem großen Handtuch weiter ab, ziehst dich an und benutzt den Föhn. Außerdem findest du am Waschbecken kostenlose Gesichtscreme, Gesichtstücher, Kämme und Wattestäbchen. Schließlich verlässt du den Badebereich, ziehst deine Schlappen wieder an und legst dich auf einen Massage-Stuhl im Ruheraum 休憩室 schlafen.

  • #10. Nach dem Baden lecker essen!

Du begibst dich in den Gastronomiebereich, dort bestellst du die Empfehlung des Hauses: Gemischte japanische Spezialtäten. Während der Bestellung bemerkst du, wie die Bedienung sich deine Schlüsselnummer aufschreibt. Sie erklärt dir, dass du später an der Rezeption zahlst.

Wenige Minuten später kommt dein Essen. Zum Glück hast du dich vorher über die Tischmanieren in Japan informiert und du verspeist hungrig dein Essen ohne in ein Fettnäpfchen zu treten. Nach der Mahlzeit kugelst du dich zur Rezeption, gibst deinen Schlüssel ab und bezahlst. Du erhältst deinen Schuh-Schlüssel zurück und verlässt entspannt das Onsen!

  • #Extra: Körper-Behaarung (Update:11.01.2017) 

Generell musst du wissen, dass Japaner weniger Körper-Behaarung besitzen als wir Europäer. Frauen zum Beispiel brauchen sich nicht die Beine rasieren, weil sie dort keine Haare haben. Für einen Onsenbesuch wird der Intim-Bereich in Japan sowohl von den Frauen als auch von den Männern nicht rasiert.

Allerdings kümmern sich Japanerinnen um ihre Achselhaare im Sommer, wenn sie kurze Hemden anziehen. Kurz gefasst: Vor einem Onsenbesuch brauchst du dich nicht, um Körper-Behaarung zu kümmern. ;-)


Insidertipps

  • Gehe werktags ins Onsen, dann sind sie günstiger!
  • Bringe immer ein Handtuch mit, dann brauchst du keins ausleihen!

Und jetzt alles klar?

Hast du jetzt eine Vorstellung davon, wie du ein Onsen in Japan besuchst? Falls du dich fragst, wie das mit dem Baden in privat Wohnungen oder in einer Airbnb-Wohnung funktioniert.

Wenn du in Tokio landest, empfehle ich dir das Onsen am Takao! Falls du ein Tattoo besitzt: Eine komplette Liste der Tattoo-freundlichen Onsens gibt es hier oder besuche ein Ryokan mit Onsen im Zimmer. Übrigens gibt es in Deutschland auch ein Onsen im Neptun Bad in Köln.

Wenn du jetzt nicht gut informiert bist, dann kann ich dir auch nicht helfen. Drucke diesen Artikel aus und lese ihn auf deinem langen Flug nach Japan, dann bist du auf der sicheren Seite.

Erkunde und entdecke Japans Onsens JETZT!


Nützliche Schriftzeichen
Heiße Quelle Onsen 温泉
Bad Ofuro お風呂
Bad Nyūyoku 入浴
Eintrittskarte Nyūjōken 入場券
Erwachsene Otona 大人
Grundschüler Shōgakusei 小学生
Frau Onna 女
Frauenbad Onnayu 女湯
Frauenbad Himeyu 姫湯
Mann Otoko 男
Männerbad Otokoyu 男湯
Männerbad Tonoyu 殿湯
Außenbad Rotenburo 露天風呂
Shampoo Shampu シャンプー
Spülung Conditiona コンディショナー
Spülung Rinsu リンス
Seife Body soap ボディーソープ
Gesichtscreme Keshōkurimu 化粧クリーム
Ruheraum Kyūkeishitsu 休憩室
Empfehlung Osusume おすすめ


Onsen-Empfehlungen:

94 Thoughts on “[Tipps] Wie du ein Onsen in Japan besuchst, ohne dich zu blamieren!

  1. Dagmar Goch on 10. April 2019 at 3:23 said:

    Hallo Tessa,
    Wir sind für einen Monat in Tokio und dein Blog war uns schon sehr oft behilflich. Eine Frage haben wir aber doch noch: Wir würden gerne auch hier einSchwimmbad in der Nähe finden (Higashinippori), in dem wir unsere 1000m schwimmen könnten. Ein Schwimmbad in der Nähe eine Yamanote-Station würde es auch tun. Wir wollen nur nicht Zuviel Zeit mit der An- und Abreise verbringen. Vielleicht fällt dir ja etwas dazu ein.
    Vielen Dank
    Dagmar

  2. Benjamin on 14. April 2019 at 17:26 said:

    Sind Tattoos grundsätzlich nicht erlaubt oder gibt es auch Onsen die eine Ausnahme machen?

    Anbei noch vielen Dank für deinen wunderbaren Blog. Bisher hat er mir unglaublich viele Informationen geliefert.

    • Hallo Benjamin,

      schau mal ganz unten im Artikel. Da gibt es eine Webseite mit Tattoofreundlichen Onsens. Sonst sind die generell nicht erlaubt.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  3. Marie on 6. Mai 2019 at 19:16 said:

    Hallo,

    Gibt es auch Onsen oder andere Quellen/ Bäder bei denen man nicht komplett entblößt rein geht? (Zum Beispiel im Bikini oder mit Handtuch)

    Grüße Marie

    • Hallo Marie,

      in ländlichen Regionen und in den Bergen, doch da kommt man als Tourist schlecht hin.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  4. helma on 9. Mai 2019 at 8:21 said:

    In unserer Ferienhausanlage in Kawaguchiko sind wir nach dem Abendessen in den Onsen gegangen.
    -Es gab Einmalzahnbuerstensets, die auch fleissig genutzt wurden.
    -Viele Familien da waren, kamen die Maenner auch mit ihren Kindern in den Onsen
    -Ein paar Jugendliche brachten ihre Bierbuechsen mit und haben diese im Onsen getrunken.

    Auf dem Land und ohne Personal laufen die Dinge auch in Japan ein bischen anders :-)

  5. Sven Schmidt on 3. August 2019 at 2:47 said:

    Hi,
    Wir haben vor kurzen ein Onsen in Osaka besucht. (Tennen onsen)
    Leider konnte man nur das kleine erwerben, ein großes gab es nicht.
    Naja und habe mich drauf verlassen und unsere großen haben wir im Hotel gelassen.
    Habe mich dan den rest durch Föhnen getrocknet.
    Grüße aus Japan( bin noch im Urlaub)

    • Hallo Sven,

      generell waschen und trocknen sich Japaner mit dem kleinen Handtuch ab. Der Föhn ist dann für die Haare. ;-)
      Große Handtücher werden meist nicht ausgegeben…

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

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