Möchtest du wissen, wie du in einem Supermarkt in Japan einkaufen kannst? Oder welche Öffnungszeiten Supermärkte in Tokio/Osaka/Kyoto haben? Oder welche Supermarktketten es in Japan gibt? Dann suche nicht weiter, sondern informiere dich in diesem Artikel über das Einkaufen in Tokio, was du beachten musst und wo du einkaufen kannst.

Schauen wir uns also die Tokio Einkaufen Tipps genauer an:


Wie findest du Supermärkte in Japan?  

Die nächsten Supermärkte in deiner Umgebung kannst du ganz einfach mit GoogleMaps finden, indem du nach dem japanischen Wort Supermarkt “スーパーマーケット” suchst. Wenn du deinen Standort auswählst, zeigt Google dir die nächsten Supermärkte an.

Beispielsweise gute Supermärkte sind:

Wie lange haben japanische Supermärkte geöffnet?

In den Großstädten (Tokio oder Osaka) besitzen Supermärkte meist lange Öffnungszeiten ( 8.30-21.30 Uhr) und sind von montags bis sonntags geöffnet. Ab und zu haben größere Supermärkte auch geschlossene Tage, die aber lange vorher auf Postern bekannt gegeben werden. Auf dem Land können Supermärkte etwas kürzer, dennoch sind die Läden auch sonntags geöffnet, Zeiten besitzen. Die Ladenöffnungszeiten 営業時間 stehen immer direkt an der Tür oder du kannst diese auf GoogleMaps  sehen.

Wie kaufst du nun ein?

Nachdem du durch die Tür getreten bist, nimmst du einen Korb. Wenn du etwas mehr einkaufen möchtest, stellst du deinen Korb oder gleich mehrere auf deinen Wagen, aber es gibt auch den klassischen Einkaufswagen wie bei uns. Beachte: Die Wagen sind auf japanische Omis ausgelegt und oft sehr niedrig!

In manchen Supermärkten musst du eine 100 Yen Münze als Pfand in den Wagen stecken:

Praktisch: Falls du keine 100 Yen Münze parat hast, kannst du auch eine 500 Yen Münze oder einen 1000 Yen Schein an diesem Automaten kostenlos wechseln lassen:

Übrigens gibt es für Kleinkinder einen extra Kinderwagen, wo du den Korb darunter schieben kannst:

Wie liest du die Schilder?

Nachdem du dich mit einem Einkaufswagen oder einem Korb ausgestattet hast, kann der Einkauf beginnen! Doch dann fallen dir die zwei Preise auf den Schildern auf. Seit die Mehrwertsteuer im  Jahre 2014 von 5 auf 8 % stieg, schreiben die meisten Supermärkte zwei Preise auf die Schilder. Der größer dargestellte Preis ist immer ohne Mehrwertsteuer (本体 oder 税抜) und der kleinere mit Mehrwertsteuer (税込).

Damit wollen die Märkte den Kunden “zeigen”, dass nur die Mehrwertsteuer erhöht wurde und nicht das Produkt. Deswegen solltest du also auf das Kleingedruckte achten, um den “echten” Preis herauszubekommen. Lebensmittel in Japan sind in der Regel wesentlich teuer als in Deutschland. Eine gute Übersicht der Preise findest du hier.

Wenn du übrigens abends kurz vor Ladenschluss einen Supermarkt besuchst, wirst du diese roten Aufkleber auf vielen Produkten finden:

3割引き bedeutet, dass du an der Kasse 30 % Rabatt erhältst. Oder 5割引き verspricht dir einen 50 % Rabatt. So kannst du günstig dein Abendessen oder für den nächsten Tag dein Frühstück einkaufen.

Wie zahlst du?

Nachdem du deinen Einkauf erledigt hast, gehst du zur Kasse. Dort stellst deinen Korb auf den Tresen der Kasse (es gibt in Japan keine Laufbänder). Das Personal scant die Ware ein und legt diese von einem roten Korb in einen grünen. Damit ist die Ware als bezahlt klar erkennbar (In kleineren Supermärkten wird allerdings die gleiche Farbe verwendet). An der Scansäule findest du häufig diese Karten:

 

Die “ご不要”-Karte kannst du in deinen Korb legen und so dem Verkäufer indirekt sagen, dass du keine Plastiktüte haben möchtest. Oder du sagst folgenden Satz:

そのまま。 Sono mama – Ohne Plastiktüte – Einfach so!

Ansonsten kosten Plastiktüten je nach Geschäft 2-6 Yen. Falls du Alkohol oder Zigaretten kaufen möchtest, kannst du diese beiden Schilder verwenden:

Die grüne Karte gibt an, dass du über 30 Jahre bist und die rote, dass du über 20 bist. In Japan darf man nämlich erst ab 20 Jahren Zigaretten oder Alkohol konsumieren. Der Unterschied ist, dass du bei der roten deinen Ausweis vorzeigen musst. Falls du übrigens mit dem Auto anreist, solltest du jetzt dein Parkticket übergeben.

Ab einem bestimmten Einkaufswert, (meist 2000 Yen) kannst du häufig kostenlos in der Nähe parken. Wenn du länger in Japan bleiben solltest, lohnen es sich, eine Punktekarte zu beantragen.

Ab einer bestimmten Anzahl von Punkten kannst du diese in Gutscheine einlösen oder sogar mit diesen bezahlen. Die Punktekarte und das Bargeld legst du beide in die Schale an der Kasse. Zuerst die Geldscheine und dann die Münzen darauf legen und nicht auf den Tresen werfen!

Übrigens in fast allen Supermärkten darfst du kein Geld wechseln, dazu verwendest du entweder die Wechselmaschine oder du holst dir eine Erfrischung an den Getränkeautomaten.

Wie packst du deine Waren ein?

Um Kosten zu sparen, solltest du eine Stofftasche aus Europa dabei haben, da Stofftaschen in Japan sehr teuer sind. Falls du kleinere Tüten zum Verpacken brauchst: An den Einpack-Tischen findest du oft dünne Tütchen.

Wenn dein Einkauf etwas größer war, findest du in einer Ecke größere Kartons, die kostenlos sind.

Solltest du frische Produkte wie Milch oder Eis gekauft haben, gibt es neben den Einpack-Tischen auch einen Schrank mit kostenlosen Eiswürfeln (保冷用氷), mit diesen kannst du deine Waren kühl halten.

Das Eis schüttest du mit dem bereitgelegten Schaufel in eine der kleinen Tüten und packst diesen zu deinen Einkäufen.

Beachte: Die Eiswürfel sind nicht zum Verzehr geeignet!

Welchen Service bieten die Supermärkte sonst noch an?

Außerdem findest du hinter der Kasse eine Mikrowelle und Wasserkocher, um dein gekauftes Mittagessen (Lunchbox) oder Reisball (Onigiri) gleich aufzuwärmen. Des Weiteren gibt es einige Mülleimer, da unter anderem Mülleimer in Japan recht rar sind. Welcher Müll in welchen Behälter gehört, findest du hier gut erklärt.

In großeren Supermärkten gibt es auch Sitzgelegenheiten, wo du dein Essen verspeisen darfst.

Passenderweise bieten diese Supermärkte kostenlosen Tee oder Wasser und eine Waschgelegenheit an.

In wenigen Supermärkten gibt es extra Raucherkabinen oder Raucherräume, die mit den Schriftzeichen  喫煙室 gekennzeichnet sind.

In japanischen Supermärkten herrscht ansonsten ein stricktes Rauchverbot. Hinter der Kasse findest du ferner Sammelboxen für Batterien 電池 oder Druckerpatronen インク.

Außerdem stehen hinter den Kassen Drucker-, Fax- oder Trockeneis-Geräte.

Das Trockeneis-Gerät (ドライアイス) kannst du kostenlos benutzen, um Tiefkühlprodukte wie Eis oder Pizza zu kühlen.

Falls du das japanische Leitungswasser nicht trinken magst, kannst du dir eine 2 oder 5 Liter Supermarkt-Flaschen 水自動販売機専用ボトル kaufen.

Diese kannst du kostenlos mit Wasser an den Wasserautomaten (水自動販売機) befüllen.

Dazu stellst du die gekaufte Flasche in den Automaten und drückst den 2 oder 5 Liter Knopf.

Der Nachteil ist, dass du die schwere Flasche noch zum Hotel oder zur Wohnung schleppen musst.

Am Eingang gibt es außerdem Recycle-Service-Mülleimer:

In manchen Gegenden darfst du keine Milch-Packungen, Plastikflaschen oder Plastik-Schalen in den normalen Hausmüll werfen.

Wenn du zu viel Geld hast, gibt es in einigen wenigen Supermärkten kostenlose Telefonleitungen, die mit der nächsten Taxi-Stelle verbunden sind.

Taxis sind in Japan leider sehr teuer, so dass ich dazu nur bei richtig schweren Einkäufen raten kann. In größeren Supermärkten gibt es wie bei uns auch kostenlose Toiletten.

In Japan gibt es die Toiletten natürlich ohne die “netten” Toilettenfrauen. 😉

In manchen Supermärkten findest du an Regentagen kostenlose Regenschirme am Eingang, so dass du den Parkplatz trocken erreichst.

Am Parkplatz findest du einen weiteren Stellplatz für die Regenschirm, dort gibst du diese wieder ab.

Insidertipps

  • Vergleiche Preise in verschiedenen Supermärkten, da es eine große Preisdifferenz unter den Geschäften gibt.
  • Einen Yen-Euro-Währungsumrechner findest du hier.
  • Hol dir ein günstiges oder kostenloses Fahrrad über die Webseite JMTY (Japanisch), dann fällt dir das Einkaufen leichter.
  • Versuche online die Werbe-Anzeigen der Supermärkte abzuklappern, dann siehst du sofort, was gerade im Angebot ist.

Und jetzt alles klar?

Weißt du jetzt, wie du in einem japanischen Supermarkt einkaufen kannst? Wenn du nun nicht gut informiert bist, dann kann ich dir auch nicht helfen!

Falls du dich fragst, was Lebensmittel in Japan kosten oder für welche japanischen Gerichte du einkaufen solltest. Falls du länger in Japan wohnst, lese dich am besten in die Mülltrennung ein.  Neben den Supermärkten solltest du dir auch den Artikel über die 24-Stundenläden aka Konbini oder 100-Yen Shops durchlesen, in denen du sicher auch einkaufen wirst.

Speichere diesen Artikel ab und besuchen den nächsten japanischen Supermarkt!

Entdecke die japanischen Supermärkte JETZT!


Nützliche Schriftzeichen:

  • スーパー・マーケット Suupaa Maaketto – Supermarkt
  • 営業時間 – Eigyou Jikan – Öffnungszeiten
  • 本体 Hontai – Ohne Mehrwertsteuer
  • 税抜 – Zeinuki – Ohne Mehrwertsteuer
  • 税込 – Zeikomi – Mit Mehrwertsteuer
  • 3割引き – San Waribiki – 30 % Rabatt
  • そのまま。Sono mama – Ohne Plastiktüte – Einfach so!
  • 保冷用氷 Horei you koori – Eiswürfel zum Kühl halten
  • インク Inku – Druckerpatronen
  • 電池 Denchi – Batterien
  • 水自動販売機専用ボトル Mizu-Jidouhanbaiki Senyou Botoru – Supermarkt-Flaschen
  •  喫煙室 Kitsuenshitsu – Raucherräume

 


Hast du schon einmal in einem japanischen Supermarkt eingekauft? Lass mir doch einen Kommentar da!

12 Thoughts on “[Tipps] So kaufst du im Supermarkt in Japan ein!

  1. Paul on 30. Oktober 2017 at 1:51 said:

    Wozu ist denn die grüne Karte mit der 30?

    Vielleicht bist du Japaner und kennst dich nicht so gut aus:
    “Das Personal einscannt die Ware ein und legt diese von einem roten Korb in einen grünen.”
    Einmal “ein” reicht. Einscannt -> scannt.

    Ich halte das Utensil zum einfüllen von Eis für eine Schippe oder ein Schäufelchen und nicht für einen Spatel.

    • Hallo Paul,

      danke für die Hinweise. Bei der roten musst du deinen Ausweis vorzeigen und bei der grünen nicht.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  2. Mike on 30. Oktober 2017 at 7:18 said:

    Hallo,
    wie immer sehr informativ, das mit den zwei Preisen wusste ich nicht, erklärt aber einiges :-). Was für ein Wasser kommt denn aus den Wasserautomaten, ist doch wahrscheinlich nur Leitungswasser, vielleicht nochmal gefiltert oder?
    Gruß
    Michael

  3. Ein cooler Überblick. Und das mit dem kostenfreien Eis und dem Wasser wusste ich noch gar nicht. Klasse und danke dir dafür 🙂

  4. Ich finde japanische Supermärkte einfach großartig. Habe die so richtig zu schätzen gelernt, seit ich wieder in Deutschland lebe. Ich frag mich immer, warum Hier alles so schrecklich kompliziert und ineffizient sein muss, wenn es auch einfacher ging.

    Den Wasserautomat hatte ich schon ganz vergessen, vor allem die ganze Technik rund ums Desinfizieren fand ich super.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Daniela

  5. Mario W. on 30. Oktober 2017 at 10:42 said:

    Hallo liebes Wanderweib,

    nun muss ich doch mal schreiben. Dein Blog ist sehr erfrischend und enthält eigentlich alles, was man/frau als Ausländer für die Japanreise wissen will und sollte. En detail bis in die kleinste Ecke zu gehen: Hut ab. Auch wenn meine nächste Reise mich wahrscheinlich erst 2019 nach Japan führen wird, “sauge” ich schon jetzt Deine wichtigen und “unwichtigen” Informationen auf. Vielleicht kommt noch ein Newsletter mit genau “meinem” Thema. Bis 2019 ist ja noch viel Zeit.
    Danke noch einmal und beste Grüße aus dem Odenwald
    Mario

  6. Valentina K. on 2. November 2017 at 19:18 said:

    Hallo Tessa
    Danke für die ausführliche Beschreibung.
    Jetzt weiß ich auch was mit den Wasserautomaten bedacht worden ist.
    Noch eine Anmerkung von mir: in Kyoto habe ich ein Supermarkt entdeckt wo sogar Unterhaltung angeboten worden ist. Jedes mal wenn ich einkaufen war gab es was neues: mal Tänze, mal Musik. Sehr interessant. Habe Fotos gemacht, kann ich dir zukommen lassen.
    In Tokyo ( Osaki New Center) habe ich mich zum ersten mal blamiert: auf der Suche nach einer Kasse mit einer kleinen Schlange dachte ich: jep, ich habe Glück. Dabei habe ich später gemerkt, dass ich mich nur vorgedrungen habe: zwischen 2 Kassen gibt es auf dem Boden eine Linie, dick und eigentlich sichtbar markiert. Dort soll man sich postieren und von dort aus die linke oder rechte Kasse benutzen. Schwierig zu erklären 😉. Besser vor der Kasse auf dem Boden schauen. Fast so wir auf dem Bahnsteig 😊.

    Viele Grüße und danke Valentina

    • Hallo Valentina,

      vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Das stimmt. Auch in den Konbinis gibt es diese Linien. 🙂

      Fotos kannst du an meine Email Adresse schicken. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

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