Kamakura, Wandern

[Wandern] Kamakura: Wandern am Berg Rokkokukensan

Diese Wandertour in Kamakura führt vorbei an alten Tempeln, Schreinen und wunderschönen Gärten. Wir starten am Bahnhof Kita-Kamakura und besteigen den Berg Rokkokukensan (六国見山), bevor wir uns Kamakuras alte Tempelbauten ansehen und etwas über die japanische Kultur lernen.


Die Wanderung

Gegen 10 Uhr treffen mein Begleiter und ich am Bahnhof Kita-Kamakura ein und nehmen den Süd-Ausgang auf der rechten Seite. An der Hauptstraße biegen wir nach rechts ab und folgen der Straße für einige Meter.

Hier gibt es japanisches Porzellan, Souvenirs und vieles mehr zu entdecken. An der nächsten Kreuzung biegen wir nach rechts ab und überqueren die Gleise. Dann folgen wir der ansteigenden Straße geradeaus, mitten durch ein Wohnviertel, bis wir an einer schmalen Treppe ankommen.

An deren Ende finden wir auch das erste Hinweisschild Richtung Berg Rokkokukensan.

“An der nächsten T-Kreuzung rechts abbiegen“, steht dort geschrieben. Wir folgen der Anweisung und stiefeln durch ein weiteres Wohngebiet.

Berg Rokkokukensan

An einem Zaun entdecken wir das nächste Hinweisschild. Hier biegen wir wieder nach rechts ab und folgen der Hauptstraße. Hinter einer Kurve stoßen wir auf den Park Rokkokukensan-Shinrinkoen.

Direkt hinter dem Schild führt uns eine schmale Treppe zum nächsten Schild Hiking Course No. 35. Ab dieser Stelle geht es über viele Stufen nur noch bergauf bis wir auf dem Gipfel vom Berg Rokkokukensan stehen.

In der Ferne können wir die Megastadt Tokio, die Halbinsel Enoshima und die Berge Takatori und die Kamakura-Alpen entdecken. Den berühmten Buddha von Kamakura können wir leider nicht entdecken. Über unseren Köpfen kreisen Greifvögel, die gerade nach Nahrung Ausschau halten. Begeistert genießen wir die Aussicht, dann ziehen wir schon weiter Richtung Tempel Meigetsuin.

Tempel Meigetsuin

Hinter einem Baum stolpern wir über das Grab Chigo-no-Haka, das zu Ehren der Tochter des Befehlshabers Kitada Someyato (~768 n. Chr.) errichtet wurde. Heute legen viele Eltern, die ebenfalls ihre Kinder verloren haben, Blumen an das Grab.

Wir wandern auf sanften Pfaden stets bergab bis wir ein Häuschen mit einer großen Mauer erblicken. Hier biegen wir nach links ab und an der nächsten Kreuzung wieder rechts. Über einen schmalen Pfad geht es langsam durch ein Dorf bergab.

Nach 5 Minuten erreichen wir eine Kreuzung, biegen hier nach rechts ab und folgen der Straße bis wir auf der linken Seite den Tempel Meigetsuin sehen. An der Kasse bezahlen wir ~500 Yen Eintritt und steigen eine Treppe hinauf, die mit den wunderschönen Blüten der japanischen Ajisai (dt. Hortensien) gesäumt ist.

Gerade im Juni ist dieser Tempel ein beliebtes Ausflugsziel, um die tolle Blütenpracht zu bewundern. Oben angekommen stehen wir vor dem Hauptgebäude. Der Tempel wurde 1160 von Yamanouchi Tsunetoshi gegründet, um die Seele seines Vaters Toshimichi zu ehren, der im Jahr davor in einer Schlacht gefallen war. Bekannt ist dieser Tempel nicht nur durch die Treppe sondern auch wegen des runden Fensters in der Haupthalle.

Gerade im Herbst mit der roten Laubfärbung ist dieses Fenster ein beliebtes Foto-Motiv. Gegenüber entdecken wir einen schönen Steingarten.

Der Steingarten erinnert uns sehr an die Kare-san-sui-Gärten in Kyoto. Diese Gärten werden übrigens Trockenlandschaftsgarten (Kare-san-sui) genannt, da du hier kein Wasser finden wirst. Entwickelt wurden sie in der Kamakura-Zeit (1192-1333) und werden meist von Mönchen gepflegt. Sie harken jeden Morgen den Sand, um schöne Muster hineinzuzaubern.

Wir folgen dem Pfad und finden in der linken Ecke die Gründerhalle Soyu-do, die im Jahre 1380 errichtet wurde.

Uns beeindruckt das schöne Strohdach. Im Inneren befinden sich Holzfiguren und andere Reliquien. Neben dem Gebäude weisen uns mehrere Schilder auf alte Höhlengräber (Yagura) hin. Die Höhlen sind teilweise zugewachsen, aber eine sticht besonders hervor.

Yugara-Höhlen

Sie ist nämlich die größte in ganz Kamakura (3 x 6 m). Besonders fallen uns die Schatten von sitzenden Menschen an den Wänden auf. Die Gräber stammen aus der Kamakura-Zeit (1185-1333). Hauptsächlich fanden hier Menschen aus der Samurai-Klasse ihre letzte Ruhe. Insgesamt gibt es ca. 1500 bis 5000 Gräber in den Bergen von Kamakura.

Der genaue Grund für die Gräber ist nicht bekannt, aber vermutlich wurden sie aus Platzmangel in die Berge verlegt.

Wir verlassen den Tempel und folgen der Straße für einige Minuten bis wir an Schienen ankommen. Hier richten wir uns nach links Richtung Tempel Kenchoji.

Tsurugaoka-Hachimangu Schrein

An einer stark befahrenen Straße passieren wir den Tempel Kenchoji, den wir schon aus unserer Ten-en-Wanderung kennen.

Nach 20 Minuten erreichen wir das rote Tor zum Tsurugaoka-Hachimangu Schrein. Wir steigen die Treppe hinauf und stehen vor dem beeindruckenden Gebäude.

Der Tsurugaoka Hachiman-gū ist der wichtigste Shinto-Schrein der Stadt Kamakura. Der erste Shogun Minamoto no Yoritomo errichtete ihn 1191 und widmete ihm dem 15. Kaiser Ōjin (Gottheit Hachiman), Ōjin’s Mutter Jingū-kōgō und Ōjin’s Frau Himegami, die seine Regierung schützen sollten.

Wir steigen die große Haupttreppe hinab und biegen an der nächsten Kreuzung Richtung Kamakura Kokuhoukan Museum ab.

Tempel Sugimotodera

Durch ein weiteres rotes Tor verlassen wir das Schreingelände und stoßen auf eine T-Kreuzung mit ganz vielen Wegweisern.

Hier richten wir uns nach den Schildern Richtung Tempel Sugimotodera. Wir folgen der Hauptstraße für 820 m bis wir auf der linken Seite den Tempel entdecken. Am Eingang zahlen wir ~300 Yen Eintritt und betreten den ältesten Tempel Kamakuras.

Der Legende nach wurde der Tempel von Priester Gyoki in der Nara-Zeit (8. Jahrhundert) gegründet. Er veranlasste auch den Bau der großen Buddha in Nara und setzte sich für die Armen ein. Am Ende der Treppe erwarten uns zwei grimmig dreinblickende Samurai-Statuen. Sie sind die Wächter des Schreins und sollen Übel abhalten.

Die Augen der Statue bestehen aus Glas und wirken ziemlich realistisch. Hinter dem Tor treffen wir auf das Hauptgebäude.

Besonders gefallen uns die Steine, die um das Gebäude stehen. Der Tempel stellt übrigens die erste Station des Pilgerweges von Kannon dar. Wir können sogar den ein oder anderen Pilger entdecken. Der Tempel ist berühmt für das Pilgerfest am 10. August.

Wir verlassen den Tempel, kreuzen die Straße an der Ampel und überqueren die gegenüberliegende Brücke Inukakebashi.

Berg Kinubariyama

Ab hier wandern wir wieder durch ein kleine Siedlung bis wir an diese Kreuzung kommen.

Dort folgen wir geradeaus dem kleinen Schild Heisei-Shunrei-michi Kinubariyama. Nach einigen Metern stehen wir am Eingang des Wanderwegs, der mit Hiking Course No. 2 gekennzeichnet ist. Über viele Steinstufen steigen wir bergauf bis wir an einem großen Felsen kommen. Unterhalb vom Brocken fallen uns diese zwei kuschelnden Figuren auf.

Welche Bedeutung die wohl haben? Noch während wir die Stufen weiter hinaufsteigen, beschäftigt uns diese Frage. Schon wenige Minuten später stehen wir auf der Lichtung des Bergs Kinubariyama.

Diesmal überblicken wir die ganze Bucht. Neben ein paar Figuren, befinden sich hier auch Bänke. Ein Gipfelschild suchen wir vergebens. Auf der linken Seite folgen wir dem abfallenden Pfad für ein paar Minuten, bevor wir auf dem nächsten Berg Asama-yama stehen.

Auch hier gibt es kein Gipfelschild, dafür eine schöne Aussicht mit einem weißem Turm. Wir ziehen weiter auf dem linken Weg und steigen langsam den Berg hinab.

Pass Nagoekiritooshi

Ab dieser Stelle folgen wir den Schildern Richtung Pass Nagoekiritooshi. Neben einer kleine Straße streifen wir auf einem gut ausgebauten Pfad ein weiteres Wohngebiet. Wir folgen dem Weg bis wir an eine Kreuzung kommen. Hier halten wir uns rechts und entdecken im Gras ein paar Fuchsstatuen, die zum berühmten Fushimi Inari Schrein in Kyoto gehören.

Ein Fuchs hat sogar einen Ball unter seiner Pfote. Etwas weiter unten erreichen wir den Pass Nagoekiritooshi.

Dort halten wir uns rechts Richtung Omachi, Kamakura-City-Ankokuron-ji. Schon wenige Schritte weiter stehen wir in einem weiterem Dorf. Wir folgen den Schienen und überqueren diese an der nächsten Schranke.

Direkt dahinter halten wir uns rechts und gehen an den Schienen für einige Meter entlang bis wir die Schienen erneut überqueren können. Wir biegen in die zweite Straße von rechts. Hinter der nächsten Kurve stoßen wir auch schon auf dem Tempel Ankokuron-ji.

Der Tempel wurde im 13. Jahrhundert vom Priester Nichiren gegründet und wird heute von der Nichiren-Sekte verwaltet. Am Eingang spenden wir 100 Yen und treten an die Waschstelle.

Dort waschen wir uns die Hände und gehen zum Hauptgebäude, um dort kurz zu beten.

Nach dem Gebet fallen uns die blühenden Büsche, Kirschbäume und ganz besonders eine Statue auf, die im Lotus-Sitz meditiert.

Der Tempel ist berühmt für seinen blühenden Garten und seine Holzbauten.

Nachdem wir uns sattgesehen haben, verlassen wir das Gelände und folgen der Straße geradeaus, bis wir an eine Kreuzung kommen. Diese überqueren wir an der Ampel, biegen nach rechts ab und in die nächste Straße nach links ein. Wenige Schritte später stehen wir am Bahnhof Kamakura.

Fazit: Diese Wanderung führt dich an zahlreichen Kulturbauten und Sehenswürdigkeiten vorbei, wie du sie selten erlebst. Nimm unbedingt dein Handy mit Internetverbindung zur Orientierung mit.


Details
Distanz: 13,8 km
Dauer: 4,5/5,5 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 145 m
Ansteigend: 462 m
Absteigend: 485 m
Schwierigkeitsgrad: ✭✩ ✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig
Startpunkt: Bahnhof Kita-Kamakura 北鎌倉駅 Linie Yokosuka 横須賀線
Endpunkt: Bahnhof Kamakura 鎌倉駅 Linie Yokosuka 横須賀線
Fotos: Mai 2016


Wegweiser:
Bahnhof Kita-Kamakura 北鎌倉駅 → Süd-Ausgang Minami-guchi 南口 (rechter Ausgang) → Rokkokukensan 六国見山 → Park Rokkokukensan-Shinrinkouen 六国見山森林公園 → Hiking course No.35 ハイキングコースNo.35 → Berg Rokkokukensan 六国見山 → Tempel Meigetsuin 明月院 → Tempel Kenchoji 建長寺 → Schrein Tsurugaoka-Hachimangu 鶴岡八幡宮 → Kamakura Kokuhoukan Museum 鎌倉国宝館 → Tempel Sugimotodera 杉本寺 → Brücke Inukakebashi 犬懸橋 → Heisei-Shunrei-michi Kinubariyama平成巡礼道 衣張山 → Hiking course No.2 ハイキングコースNo.2 → Heisei-Shunrei-michi 平成巡礼道 → Berg Kinubariyama 衣張山 → (Berg Asama-yama 浅間山) → Pass Nagoekiritooshi 名越切通し → Omachi, Kamakura-City – Ankokuron-ji 鎌倉市大町・安国論寺 → Richtung Bahnhof Kamakura Sta. 鎌倉駅 → Tempel Ankokuron-ji 安国論寺 → Bahnhof Kamakura Sta. 鎌倉駅

Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Kita-Kamakura 北鎌倉駅
Süd-Ausgang Minami-guchi 南口 (rechter Ausgang)
Berg Rokkokukensan 六国見山
Park Rokkokukensan-Shinrinkouen 六国見山森林公園
Wanderweg Hiking course No.35 ハイキングコースNo.35
Tempel Meigetsuin 明月院
Tempel Kenchoji 建長寺
Schrein Tsurugaoka-Hachimangu 鶴岡八幡宮
Kamakura Kokuhoukan Museum 鎌倉国宝館
Tempel Sugimotodera 杉本寺
Brücke Inukakebashi 犬懸橋
Pilderweg Heisei-Shunrei-michi Kinubariyama平成巡礼道 衣張山
Wanderweg Hiking course No.2 ハイキングコースNo.2
Berg Kinubariyama 衣張山 →
Berg Asama-yama 浅間山
Pass Nagoekiritooshi 名越切通し
Aussichtsplattform Panorama-Dai パノラマ台
Richtung Omachi, Kamakura-City – Ankokuron-ji 鎌倉市大町・安国論寺
Richtung Bahnhof Kamakura Sta. 鎌倉駅
Tempel Ankokuron-ji 安国論寺
Bahnhof Kamakura-eki 鎌倉駅
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左


Nützliche Links:
Bus fahren in Japan: Die Anleitung
Tempel Meigetsuin (Google Maps)
Tempel Kenchoji
Kamakura Ten-en-Wanderung
Tempel Sugimoto (Google Maps)
Tempel Ankokuron-ji (Google Maps)


Übersicht:



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