Ein besonders schöner Ausflug führt uns auf den 330 m Berg Nokogiri 鋸山, der sich als idealer Tagesausflug von Tokio anbietet. Während wir den Berg erkunden, stoßen wir auf riesige Buddha Statuen, geheimnisvolle Höllen und Steinformationen. Den Berg erklimmen wir mit der Seilbahn und gehen von der Spitze bergab zu den Sehenswürdigkeiten. An einigen Stellen erhalten wir schöne Ausblicke auf die Bucht von Tokio. Die Tour runden wir mit einem Bad in der heißen Quelle Kinsenkan ab.

Update: Artikel aktualisiert! (25.10.2017)

Schauen wir uns den Ausflug zum Berg Nokogiri genauer an:


Der Ausflug zum Berg Nokogiri

Gegen 9 Uhr erreichen wir den Bahnhof Hamakanaya 浜金谷駅 und gehen 7 Minuten zur Seilbahn “Nokogiri Ropeway 鋸口ープウェー”. Die Sielbahn bringt uns auf den Berg Nokogiri, so dass wir nicht mehr ganz so viele Treppen steigen müssen.

Von der kleinen Seilbahn erhalten wir einen tollen Blick auf die Bucht von Tokio. Auf dem Berg angekommen, finden wir ein japanisches Restaurant und eine atemraubende 360° Panorama-Aussicht vor.

In der Ferne können wir den berühmten Berg Tomisan  und an klaren Tagen sogar den Fuji sehen. Von der Aussichtsplattform folgen wir den Schildern zum Tempel Nihon 日本寺 über eine sehr unebenen Weg, bis wir ein kleines Häuschen erreichen.

Hier bezahlen wir 600 Yen Eintritt, um das Tempel-Gelände betreten zu dürfen. Neben der Eintrittskarte erhalten wir auch eine praktische Übersichtskarte, so dass wir uns ganz sicher nicht verlaufen.

Wir lesen auf der Karte:

Der Tempel Nihon 日本寺 wurde 725 gegründet und ist einer der ältesten buddhistische Tempel im Kanto Gebiet. Über die letzten Tausend Jahre wurden viele berühmte Mönche im Tempel unterrichtet.

Hinter dem Häuschen gehen wir zuerst geradeaus und biegen an der nächsten Abzweigung nach links zum Hyakushaku 百尺観音 ab. Nach einigen Treppenstufen stehen wir zwischen zwei beeindruckenden Felsspalten, die uns an Indiana Jones Filme erinnern.

In jeder Ecke finden wir interessante Steine und alte Treppen.

In einer Höhle entdecken wir plötzliche den 30,5 m Buddha Statue Hyakushaku 百尺観音.

Der Buddha wurde ursprünglich zum Gedenken der Opfer des zweiten Weltkrieges gebaut. Heute jedoch ist er der Luftfahrt, der Marine und der Verkehrssicherheit gewidmet.

Wir lesen auf einer Tafel, dass die Fertigstellung dieser Stein-Statue insgesamt 6 Jahre (1960 bis 1965) gedauert hat. Schließlich gehen wir Richtung Jigokunozogi 地獄のぞぎ und bleiben staunend vor dem Vorsprung Jigokunozogi 地獄のぞぎ (oder auch Hölle Nozogi) stehen.

Jetzt möchten wir auch unseren Mut beweisen und gehen um die Schlucht herum. Mit klopfendem Herzen müssen wir eine steile Wand erklimmen.

Der Wind versetzt den Felsen in Schwingungen, so dass wir nur 3 Sekunden aushalten. So vergessen wir ganz, ein Foto zu schießen…  Ab hier steigen wir nur noch bergab und passieren viele Statuen, die, laut unserer Karte, das “1500-Arhat” Gebet darstellen.

1779 baute der Handwerker Kangoro Ono und seine Studenten insgesamt 1500 Rakan-Buddha-Statuen aus Tuffstein-Kliffen in einem Zeitraum von 21 Jahren und formte damit die heutige Erscheinungsbild des Berges.

Aktuell gibt es nur noch 538 dieser Statuen, da eine Anti-Buddha-Bewegung im Jahre 1868 viele zerstört hatte. Die Mitglieder vom Tempel versuchen nach und nach Statuen zu restaurieren, um deren Anzahl wieder zu erhöhen. Je tiefer wir steigen, desto mehr dieser Höhlen passieren wir. Selbst kleine Tunnel wurden hier in den Felsen geschlagen.

Nach einigen Minuten treten wir auf eine Lichtung heraus und erblicken die größte Stein-Buddha Statue Japans den 31 m hohen Nihonjidaibutsu 日本寺大仏.

Der Buddha ist doppelt so groß ist wie der deutlich bekannterer Buddha in Nara (16 Meter) oder der viel kleinere in Kamakura (13,35 Meter).  27 Gläubige bauten den Buddha 1783 innerhalb von drei Jahren.

Die Steinstatue ist dem Weltfrieden gewidmet und wurde 1966 restauriert. Auf dem Platz vor der Statue finden wir zahlreiche Rastplätze, Toiletten und einen Verkaufsstand. Staunend setzen wir uns und legen eine kurze Rast ein. Schweren Herzens folgen wir nach einer halben Stunde der Straße Daibutsumaesando 大仏前参道 an weiteren Tempel-Gebäuden vorbei.

Einige sind neu gebaut und andere dagegen sehen viel älter aus.

Da alle Schilder auf Japanisch sind, können wir deren Altern nicht bestimmen. Durch einen kleinen Garten gelangen wir zum roten Tor Nioumon 仁王門.

Über das Tor verlassen wir das Tempel-Gelände und steigen über viele Treppen in das Dorf hinab. Irgendwann erreichen wir eine kleine Straße, biegen nach rechts ab, vor den Schienen nach links und folgen den Gleisen bis zum Bahnhof Hota 保田駅.

Zum Glück fährt in dem Moment ein Zug Richtung Chiba 千葉 ein und wir fahren eine Station zurück zum Ausgangsbahnhof Hamakanaya 浜金谷駅. Nur 5 Minuten entfernt liegt die heiße Quelle Kinsenkan 金泉館.

Zum Glück haben wir uns vorher über die Verhaltenregeln im Onsen informiert, da das Personal nur Japanisch kann. Unsere Schuhe lassen wir im Eingangsbereich stehen, bezahlen 500 Yen Eintritt und betreten einen kleinen Umkleideraum. Nachdem wir uns ausgezogen haben, tauchen wir in die heiße Quelle ab…

Fazit: Dieser Ausflug zählt zu meinen absoluten Favoriten und bietet sich gut als Ausflug ab Tokio an! Falls du mit Auto anreist, empfehle ich, um Punkt 9 Uhr an der Seilbahn anzukommen, um noch einen Parkplatz zu ergattern.


Im Detail:

  • Dauer: Tagesausflug ab Tokio
  • Anfahrtsroute ab Tokio:
    • Bahnhof Tokio 東京駅 -> JR Sobu Linie 総武線  -> Bahnhof Chiba 千葉駅 -> Uchibou Linie 内房線 -> Bahnhof Hamakanaya 浜金谷駅 (2 Std, 54 Min, 1.940 Yen)
    • Die Zugkosten werden komplett vom  Japan-Rail-Pass abgedeckt!
  • Alternative Route mit Fähre:
    • Bahnhof (Keikyu-)Kurihama/Kurihama 久里浜駅->10 Minuten Fußweg -> Tokyo-Wan Ferry (720 Yen, 40 Min) -> Kanaya 金谷 -> 7 Minuten Fußweg -> Seilbahn

Seilbahn Nokogiri

  • Adresse: 4052-1, Kanaya Futtsu-Shi, Chiba-Ken, 299-1861 (Google Maps)
  • Öffnungszeiten:
    • 16. Nov. – 15 Feb. 9.00 – 16.00 Uhr
    • 16. Feb.-15. Nov. 9.00 – 17.00 Uhr
    • Sommer: 9.00 – 18.00 Uhr
  • Alle 5 Minuten Abfahrt!
  • Fahrpreis:
    • 12 und älter: 500 Yen (Einfach) und 930 Yen (Hin + Zurück)
    • Kinder (6-11 J.): 250 Yen (Einfach) und 450 Yen ( Hin + Zurück)
  • Gruppenpreis (ab 25 Personen):
    • 12 und älter:
      • Einfach: 450 Yen (General) und 400 Yen (Schüler/Studenten)
      • Hin + Zurück: 830 Yen (General) und 740 Yen (Schüler/Studenten)
    • Kinder (6-11 J.):
      • Einfach: 230 Yen (Einfach) und 230 Yen (Schüler)
      • Hin + Zurück: 410 Yen (General) und 410 Yen (Schüler)

Tempel Nihon 日本寺

  • Adresse: 299-1901 Präfektur ChibaAwa District, Kyonan (GoogleMaps)
  • Öffnungszeiten: 8.00 – 17.00 Uhr (Im Winter bis 16.30 Uhr)
  • Eintritt:
    • General: 600 Yen (Erwachsene) und 400 Yen (Kinder 4. -12 J.)
    • Gruppenpreise:
      • Ab 30 Personen: 540 Yen (Erwachsene) und 360 Yen (Kinder 4.-12. J.)
      • Ab 100 Personen: 480 Yen (Erwachsene) und 320 Yen (Kinder 4.-12. J.)
    • Kindergarten/Schüler/Studentenpreise:
      • Ab 30 Personen: 540 Yen (Erwachsene) und 360 Yen (Kinder 3.-12. J.)
      • Ab 50 Personen: 480 Yen  (Erwachsene) und 320 Yen (Kinder 3.-12. J.)
      • Ab 100 Personen: 420 Yen  (Erwachsene) und 280 Yen (Kinder 3.-12. J.)
      • Ab 300 Personen:  360 Yen  (Erwachsene) und 240 Yen (Kinder 3.-12. J.)

Onsen Kinsenkan 金泉館 

  • Adresse:  2175 Kanaya Futtsu-shi, Chiba-ken 299-1861 (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 10 bis 16 Uhr
  • Eintritt: 500 Yen

Die Route:
Berg Nokogiri 鋸山 -> Nokogiri Ropeway 鋸口ープウェー -> Tempel Nihon 日本寺 -> Buddha Hyakushaku 百尺観音 -> Klippe Jigokunozogi 地獄のぞぎ -> Buddha Nihonjidaibutsu 日本寺大仏 -> Straße Daibutsumaesando 大仏前参道 -> Tor Nioumon 仁王門 -> Bahnhof Hota 保田駅


  • Fotos: 10.05.2014

Nützliche Schriftzeichen:
Präfektur Chiba 千葉県
Berg Nokogiri 鋸山
Bahnhof Hamakanaya 浜金谷駅
Uchibou Linie 内房線
Nokogiri Ropeway 鋸口ープウェー
Tempel Nihon 日本寺
Buddha Hyakushaku 百尺観音
Klippe Jigokunozogi 地獄のぞぎ
Großer Buddha Nihonjidaibutsu 日本寺大仏
Straße Daibutsumaesando 大仏前参道
Tor Nioumon 仁王門
Bahnhof Hota 保田駅
Kinsenkan Onsen 金泉館


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10 Thoughts on “[Ausflug] Berg Nokogiri: Riesige Buddha-Statuen und Felsen!

  1. Crazydeath on 28. Dezember 2015 at 14:38 said:

    Toller Beitrag! Ich bereise gerne diese Region von Chiba und bin schon so einige Strecken dort abgewandert. Der Berg Nokogiri steht auch noch auf meinen Plan umso mehr freue ich mich schonmal einen ausführlichen Einblick durch deinen Beitrag zu bekommen (die japanischen Seiten verraten ja nie wirklich viel). Ich werde den Berg dann sicher im Frühling in Angriff nehmen, sobald ich wieder gesundheitlich fit zum wandern bin 🙂
    Ich hoffe ich werde noch mehr von dir über Chiba lesen, die Region wird absolut unterschätzt!

    • Danke! Wenn Chiba von mir nicht so weit weg läge, würde ich dort öfters hin reisen! Aber es gibt tatsächlich noch einiges, was ich dort erkunden möchte. 😀

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  2. Leonhard on 16. Oktober 2016 at 14:57 said:

    Hallo Tessa,

    ich bin in gut zwei Wochen mit einem Freund für eine Woche in Tokio. Da wir auch gerne einmal einen Abstecher in die Natur machen möchten, ist mir dieser Tagesausflug ins Auge gesprungen.

    Da wir aber kein Japanisch sprechen, haben wir noch ein leichtes “Bauchgrummeln”, ob wir uns da zurechtfinden werden. Gibt es da mehrere Wege zu gehen, oder ist der von dir beschriebene Spaziergang ein beschildeter “Hauptweg”? Deine Beschreibung würde ich natürlich auf jeden Fall ausdrucken und zur Navigation mitnehmen.

    Die zweite Frage stellt sich mir zur Anreise. Wir haben bereits eine Suica-Karte. Können wir mit dieser Karte einfach am Ausgangsbahnhof einsteigen und am Zielbahnhof wird uns dann der Fahrpreis berechnet? Oder müssen wir uns da um Tickets kümmern?

    schöne Grüße aus Bayern nach Tokio

    • Hallo Leonhard,

      bei dieser Tour brauchst du dir keine Sorgen machen. Der Weg bis zur Seilbahn ist sehr einfach. Mit der fährst du hinauf. Wenn du am Tempel Eintritt bezahlst, bekommst du eine nette Karte an der du dich orientieren kannst. Nach dem Tempel geht es nur noch bergab. Wenn du auf die Gleise triffst, folgst du diesen nach links, bist du am Bahnhof ankommst. Alles ganz einfach. 😉

      Genau, einfach einsteigen und die Suica benutzen. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

      • Leonhard on 17. Oktober 2016 at 23:40 said:

        Besten Dank!
        Damit hat sich das “Bauchgrummeln” eingestellt und die Vorfreude steigt 🙂

        • Hallo Leonhard.

          Macht euch wirklich keine Sorgen. Was steht denn noch auf eurem Plan? 😉

          viele Grüße aus Tokio
          Tessa

          • Leonhard on 18. Oktober 2016 at 0:37 said:

            Der Plan ist gerade noch in Arbeit. Ich habe mir mal aus einem Reiseführer verschiedene Dinge herausgeschrieben, die mich potentiell ineressieren würden (und davon gibt’s leider reichlich). Jetzt gilt es auszusortieren, was in einer Woche alles Platz hat. Deine 101 Dinge schaffen wir wohl nicht 😉

            Ganz oben auf der Liste stehen – neben dem Ausflug in die Natur – die üblichen Verdächtigen:
            – Kaiserpalast
            – Asakusa-Kannon-Tempel
            – eine traditionelle Teezeremonie
            – Fischmarkt (soll ja nicht mehr lange an bisheriger Stelle sein)
            – Akihabara
            – Shibuya Crossing
            – Tokyo Skytree
            – ein Ort, wo man noch das frühere Edo noch etwas erahnen/sehen kann (Häuser, Gassen)

            Vielleicht ergibt sich auch noch die Möglichkeit der ein oder anderen Führung (evtl. sogar auf Deutsch, damit mehr hängen bleibt). Aber schau ‘ma mal…

          • Hallo Leonhard,

            das hört sich nach einem guten groben Plan an. 🙂

            Viele Grüße aus Tokio
            Tessa

  3. Hans Meier on 25. Oktober 2017 at 20:31 said:

    Hallo Tessa,

    dein oben beschriebener Ausflug gefällt mir gut.

    “Im Detail” schreibst du, dass im Dezember und Januar geschlossen ist. Die Seilbahn läuft aber ganzjährig und der Tempel scheint auch ganzjährig geöffnet zu sein. Ist das Richtig? Wir sind Ende November und Anfang Dezember in Tokio

    PS: Deine Webseite ist echt super – danke für die vielen Infos und deine Arbeit.

    LG

    Hans

    • Hallo Hans,

      die scheinen das im letzten Jahr geändert zu haben. Jetzt ist der Berg die ganze Zeit offen. Danke!!

      Viele Grüße aus Tokio
      TEssa

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