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[Tipps] Japanischer Garten: So ist er aufgebaut!

Japanische Gärten… Sie sind so ganz anders als die Gärten, die wir kennen! Sie strahlen Ruhe aus, laden zum Meditieren ein. Keine Symmetrie, keine üppige Blumenfülle. Nur Steine, Moos und Kies. Falsch! In diesem Gastartikel von Anika wirst du in nur 5 Minuten erfahren, dass „Zen-Gärten“ eine westliche Erfindung sind, es sehr wohl Pflanzen in japanischen Gärten gibt und DER japanische Garten erst noch erfunden werden muss.

Schauen wir uns mal das Thema “Japanische Gärten“ genauer an:


# Was sind die typischen Elemente eines japanischen Gartens?

Fangen wir also mit den wichtigen Elementen eines japanischen Garten an: Er besteht aus Steinen, Wasser und Pflanzen. Als Schmuck gelten hierbei Brücken und Laternen. Jetzt werde ich dir die einzelnen Elemente im Detail erklären:

    • Steinsetzungen 石組み – In der Heian-Zeit wurde der Gartenbau mit der Kunst der Steine zu setzen gleichgesetzt. Wichtig bei der Steinsetzung ist die Gruppierung in ungerader Anzahl und die Berücksichtigung der Steinformationen.

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    • Teiche 池 – Wasser ist ein sehr wichtiges Element. Zum einen kannst du es wohl damit erklären, dass Japan ein Inselstaat ist und zum anderen dass der Teichgarten die Basisform späterer Gartenformen war.

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    • Pflanzen 植物 – Pflanzen werden oft in japanischen Garten übersehen. Dabei gibt es nur ganz wenige Gärten, die komplett auf Pflanzen verzichten. In vielen Gärten übernehmen sie sogar wichtige Funktionen. Zum Beispiel können sie die Funktion von großen Steinen ersetzen.

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    • Brücken 橋 – Hübsch anzusehen, aber trotzdem funktionell, sind Brücken. Stark geschwungene Brücken findest du heutzutage eher selten.. Sie sind weniger für das Besteigen gedacht gewesen, sondern dienen eher als Dekoration.

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    • Laternen 灯籠 – Laternen besaßen über die Zeit verschiedene Funktionen: In der Heian-Zeit standen Lichtquellen nah den Quartieren der Frauen, um Liebhaber schneller zu sehen. Danach sollten Laternen den Weg zur Teelaube erhellen und in der Edo-Zeit zeugten sie vom Reichtum und Kunstgeschmack des Eigentümers.

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# Wann beginnt die Geschichte der japanischen Garten in Japan?

Jetzt wo du die einzeln Elemente kennst, werde ich dir der Geschichte nach die einzelnen Garten-Arten vorstellen. Genauere Aufzeichnungen zum Garten-Bau gibt es erst seit der Heian-Zeit (794 – 1192). Die Gärten dieser Zeit besitzen keinen einheitlichen Namen und reflektieren das Leben der Noblen. Sie sind riesig und prunkvoll.

Es wurden Wasserläufe angelegt, die zu einem Teich gestaut wurden. In diesem Teich befanden sich oft Inseln. Es wurden künstliche Berge aufgeschüttet, Pflanzen und Steine von weit her herbei geschafft und sogar Wasserfälle angelegt.

Leider kannst du solche Gärten nicht mehr in Japan finden… Aber eine leicht veränderte Form ist der Byodo-in in Kyoto:

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Byōdō-in 平等院  http://www.byodoin.or.jp
Adresse: 116 Uji Renge, Uji-shi, Kyoto 611-0021 (Google Maps)
Öffnungszeiten:  8.30 – 17.30 Uhr
Eintritt:  600 Yen

# Hofgärten (Tsuboniwa) 坪庭

Ebenfalls in dieser Zeit (794 – 1192) entwickelten sich Hofgärten, besser bekannt unter dem japanischen Begriff Tsuboniwa. Das sind kleine Gärten, die oftmals von allen oder von drei Seiten von Gebäuden eingeschlossen sind. In ihnen findest du oft nur eine oder ganz wenige verschiedene Pflanzenarten.

In den sogenannten Machiya, den Stadthäusern in Kyoto, erfüllten die Tsuboniwa außerdem den Zweck der Klimaregulierung im heißen Sommer. Ein sehr gutes Beispiel ist das Stadthaus Nagae-ke in Kyoto:

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Nagae-ke 長江気 袋屋 http://www.nagaeke.jp/
Adresse: 600-8443 Kyōto-fu, Kyōto-shi, Shimogyō-ku, Funebokochō, 394 (Google Maps)
Öffnungszeiten: 10:00 – 16:00 Uhr
Eintritt:  —

 

# Trockenlandschaftsgarten 枯山水

In der Kamakura Zeit (1192-1333) entwickelten sich die berühmt berüchtigten „Zen-Gärten“! Der Name ist eine westliche Erfindung und ist wohl, auf ihre Anwesenheit in vielen Zen-Tempeln zurückzuführen. Die Gärten dienen in den Tempel allerdings nicht zur Mediation, sondern sind einfache Gärten, angegliedert an das Quartier des Hauptpriesters.

Im Prinzip trifft der Begriff „Trockenlandschaftsgarten“ wohl eher zu, weil du in ihnen kein Wasser findest. Sie bestehen nicht nur aus Steinen, Kies oder Moos, sondern auch der Hintergrund, also die Pflanzen, sind sehr wichtig. Hinter einem Kies- oder Steinfläche finden sich oft fein getrimmte Azaleen, die den Garten wunderschön einrahmen.

Berühmte Trockenlandschaftsgärten findest du zum Beispiel in Kyoto:

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Ryoanji 龍安寺 http://www.ryoanji.jp/
Adresse: 616-8001 Kyoto Prefecture, Kyoto, Ukyo Ward, Ryoanji Goryonoshitacho, 13 (Google Maps)
Öffnungszeiten: Mä.-Nov. 8:00 – 17:00 Uhr, sonst 8.30-16.30 Uhr
Eintritt:  500 Yen

Oder auch dieser:

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Funda-in 芬陀院 https://kanko.city.kyoto.lg.jp/
Adresse: 605-0981 Kyoto-fu, Kyoto-shi, Higashiyama-ku, Honmachi 15-803  (Google Maps)
Öffnungszeiten: 9:00 – 17:00 Uhr
Eintritt:  300 Yen

 

# Teegärten oder Roji 茶庭 露地

Als nächstes entwickelte der Urvater des Tees, Sen no Rikyu (1522 – 1591), die berühmten Teegärten. Sein Stil war maßgebend für die Entwicklung der Teelaube und der dazugehörigen Gärten. Sie sind eng mit der Teezeremonie verknüpft und dienen den Gästen als innere Reinigung, so dass sie sich besser auf den Tee vorbereiten können.

In einem Teegarten findest du traditionell nichts Ablenkendes. Weder knallige Farben von Blüten (eine Ausnahme sind Kamelien), noch glitzernde Schmuckgegenstände. Einige schöne Teegärten findest du beispielsweise im Nezu Museum in Tokio:

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Nezu Museum 根津美術館 http://www.nezu-muse.or.jp
Adresse: Tokyo-to, Minato-ku, Minami-Aoyama 6-chome 5-1 (Google Maps)
Öffnungszeiten: 10:00 – 17:00 Uhr
Eintritt:  1000 Yen

# Wandelgärten 回遊式庭園

Zuletzt entwickelten sich die Wandelgärten in der Edo-Zeit (1603 – 1868). Das war in der Zeit, als Japan sich für die Außenwelt abgeschottet hatte. Auf Druck der Regierung mussten Reiche ihr Geld ausgeben, um den Frieden sicherzustellen. Das Vermögen steckten sie dann in grosse und teurere Gärten.

Diese Gärten nannten man Wandelgärten, da du in ihnen wandeln kannst. Oft besaßen sie einen oder mehrere Teiche, Brücken und Laternen. Die Anlage musste nicht nur hübsch aussehen, sondern sollte auch an den Wegen immer etwas Interessantes bieten.

Ein schönes Beispiel für diese Art von Garten ist der Koishikawa Kōrakuen in Tokyo:

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Koishikawa Kōrakuen 小石川後楽園 http://teien.tokyo-park.or.jp/
Adresse: 1-6-6 Koraku, Bunkyo-ku, Tokyo (Google Maps)
Öffnungszeiten: 9:00 – 17:00 Uhr
Eintritt:  300 Yen

# Kannst du dir auch so einen japanischen Garten anlegen?

Sicher kannst du das! Mit dem Basiswissen von oben lässt sich auch schon viel anfangen. Wichtig ist, sich vorher viele Bilder von Gärten aus Japan anzusehen, um ein Gespür für sie zu bekommen. Möchtest du einen Trockenlandschaftsgarten anlegen, solltest du beachten, das er in sich geschlossen ist und Steine, symbolisches Wasser und Pflanzen die wichtigsten Elemente sind. Was du allerdings nicht in einem echten Trockenlandschaftsgärten stellen solltest, sind Pagoden oder Buddhas! 😉

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Wenn dir noch Elemente wie Steine, Laternen oder Brücke für deinen Garten fehlen, bekommst du sie in folgenden Firmen:

# Wo bekommst du noch mehr Informationen her?

Natürlich gibt es noch viel mehr, über japanische Gärten zu erzählen. Wenn dein Interesse geweckt wurde, schau doch mal auf folgenden Webseiten vorbei:


Und was meinst du zu den japanischen Gärten?

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