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[Tipp] Normaler Tee langweilt dich? – Nimm an einer traditionalen Tee-Zeremonie in Japan teil!

*** In Zusammenarbeit mit Matcha-Life ***

Wolltest du schon immer mal die japanische Kultur hautnah erleben? Dann gibt es nichts authentischeres als eine japanische Tee-Zeremonie (Sado)! Die Bewegungen und Abläufe werden dich sicher beeindrucken. Wenn es das erste Mal ist, dass du an einer Teezeremonie teilnimmst, wirst du dich sicher etwas überfordert fühlen. Da während einer Tee-Zeremonie strenge Regeln herrschen, die seit vielen Generationen überliefert werden. Besucher, die diese festen Verhaltensregeln nicht kennen, fallen auf oder blamieren sich. Wenn du diese Anleitung liest und dich mit den Grundzügen der Teezeremonie vertraut machst, wirst du souverän eine Tee-Zeremonie meistern können! Am Ende stelle ich dir noch einige Tee-Häuser in Japan und Deutschland vor, so dass du sofort deine neuen Kenntnisse anwenden kannst!

Schauen wir uns den Ablauf einer Tee-Zeremonie an:


Treffpunkt

Alle Gäste, die zu der Teezeremonie eingeladen wurden, treffen sich im Garten, in dem das Teehaus steht. Dort müsste ein Warteraum (Machiai) sein. Oft ist dies ein offener Pavillon oder eine Bank.

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Schau am besten, wo sich die anderen Gäste aufhalten und gesell dich zu ihnen. Der Gastgeber wird dich hier mit einem leichten Tee begrüßen. Trink ihn ganz normal. Hier gibt es nicht viel zu beachten!

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Dann wirst du bemerken, dass die anderen Gäste plötzlich beginnen, ihre Teeschalen zu betrachten. Folge ihrem Beispiel. Zeige, dass auch du die Gegenstände schätzt. Der Gastgeber hat diese sorgfältig ausgewählt, dass sie euch gefallen.

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Jetzt beginnt der Gastgeber plötzlich sich die Hände und seinen Mund zu waschen. Das ist die rituelle Reinigung. Auch du folgst seinem Beispiel und nimmst das feuchte Handtuch, das vor dir liegt, um dich zu waschen.

Ihr betretet das Teehaus

Dann betrittst du zusammen mit den anderen Gästen den Gartenpfad (Roji), der mit zahlreichen Steinen markiert ist.

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Beim Durchschreiten des Gartens, sollst du deinen Alltagsstress vergessen! Dann stehst du vor dem Teehaus.

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Der Eingang (Nijiriguchi) ist nur einen Meter hoch. Das Bücken beim Durchqueren soll dir Demut lehren. Setz dich nun ruhig zu den anderen Gästen auf den Boden. Am besten kniest du dich hin und setzt du dich auf deine Fersen. Dann schiebst du deine Fußsohlen nach hinten, diese Position heißt im Japanischen Seiza.

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Vermutlich ist die Sitzhaltung sehr unbequem für dich. Probiere es am besten jetzt gleich aus, damit du etwas Übung bekommst. Wenn dir der Seiza wirklich zu unbequem ist, versuch die Zehenspitzen aufzustellen. Wenn das auch nicht besser ist, setz dich in den Schneidersitz. Aber achte darauf, dass deine Füße nicht nach vorne zeigen! Es gilt als unhöflich, Gästen (oder dem Gastgeber) seine Fußunterseite zu zuwenden.

In mehreren Gängen wird dir nun kleine Speisen, Suppen und etwas Sake gereicht. Verneige dich jedes mal, wenn dir etwas gereicht wird.

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Nach dem Essen und Trinken gehst du zurück zur roten Bank und wartest dort mit den anderen Gästen.

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Die Teezeremonie beginnt

Nachdem der Gong fünf Mal geschlagen wurde, trittst du wieder in den Teeraum ein. Wenn du der letzte Gast sein solltest, der den Raum betritt, schließe die Tür hinter dir so, dass es leicht hörbar ist. Das ist das Zeichen für den Gastgeber, dass er beginnen kann.

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Der Gastgeber beginnt nun mit der Zeremonie. Jede Bewegung ist festgelegt. Sie sollen sowohl pragmatisch, als auch harmonisch sein. Betrachte einfach nur, wie er die Zeremonie vorbereitet. Die Perfektion, die die meisten Gastgeber an den Tag legen, ist einfach eindrucksvoll. Er wird Tücher falten und die wertvollen Utensilien (Matcha Dose, Teeschale, Bambuslöffel,…) mit einem Seidentuch symbolisch säubern.

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Mit den Worten „Dōzō okashi o“ wird der Gastgeber euch dazu auffordern, Süßigkeiten von einem speziellen Teller zu nehmen, der euch gereicht wird.

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Es sind traditionelle Süßigkeiten, aber du kannst dich freuen, ein paar davon gehören noch heute zu den Top 10 Süßigkeiten aus Japan.

Der Tee wird serviert

Nun bereitet der Gastgeber den Tee zu. Zähl leise mit, wie viel Teepulver der Gastgeber verwendet. Wenn es nur 1-2 Bambuslöffel sind, handelt es sich um einen leichten Tee (Usucha), verwendet er hingegen deutlich mehr, ist es ein dicker Tee (Koicha). Das wird später noch einmal wichtig für dich. Ab diesem Zeitpunkt wird nicht mehr gesprochen. Der Gastgeber wird seinem Hauptgast den Tee zuerst reichen. Wenn du das bist, deute eine leichte Verbeugung an.


Handelt es sich um einen Usucha:

#1. Die Teeschale legst du auf die linke Handfläche und die rechte Hand ruht an der Seite der Schale.

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#2. Nun biete deinem Sitznachbarn den Tee an. Er wird höflich ablehnen, das gehört sich so. Auch du wirst höflich ablehnen, wenn der Hauptgast dein Sitznachbar ist.

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#3. Du drehst die Schale vorsichtig zwei mal im Uhrzeigersinn in deiner Hand, so dass du die Schale um 180 Grad gedreht hast.

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#4. Handelt es sich um einen Usucha, trinkst du die ganze Schale in etwa drei Schlücken aus.

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#5. Jetzt drehst du die Schale langsam zwei mal gegen den Uhrzeigersinn zurück.

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#6. Dann gibst du die Schale anschließend deinem Gastgeber zurück. Der Gastgeber wird die Schale reinigen und den nächsten Tee für deinen Nachbar zu bereiten.

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Handelt es sich um einen Koicha:

#1. Die Teeschale legst du auf die linke Handfläche und die rechte Hand ruht an der Seite der Schale.

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#2. Nun biete deinem Sitznachbarn den Tee an. Er wird höflich ablehnen. Und auch du wirst höflich verneinen, wenn der Hauptgast dein Sitznachbar ist.

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#3. Du drehst die Schale vorsichtig zwei mal im Uhrzeigersinn in deiner Hand.

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#4 Handelt es sich um einen Koicha, trinkst du drei winzige Schlücke.

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#5 Die Stelle am Rand, der mit den deine Lippen in Kontakt war, reinigst du mit einem feuchten Tuch, das du vom Gastgeber erhältst. Jetzt drehst die Schale langsam zwei mal gegen den Uhrzeigersinn zurück.

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#6 Und gibst sie deinem Nachbarn mit einer leichten Verbeugung. Hier muss eine Schale für alle Gäste reichen!

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Wenn du nicht zählen konntest, wie viele Löffel Matcha für den Tee verwendet wurden, wirst du sie aber am Geschmack unterscheiden können. Nimm also als erstes einen recht kleinen Schluck! Ein Usucha schmeckt wie ein wirklich edler, etwas süßlicher, starker grüner Tee. Der Geschmack eines Koicha dagegen ist wesentlich intensiver und wird dich im ersten Moment überfordern. Er ist so dickflüssig, dass man in Japan von „Koicha essen“ statt „trinken“ spricht. Entfernt wird dich der Geschmack an leicht süßliche Zartbitterschokolade erinnern.

Das Ende der Teezeremonie

Erst nachdem alle Gäste getrunken haben, wird das Schweigen gebrochen. Nun wird sich über die spezielle Teesorte unterhalten, die der Gastgeber verwendet hat.

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Bring einfach zum Ausdruck, dass dir der Tee gut geschmeckt hat. Langsam neigt sich die Teezeremonie dem Ende zu. Schließlich verlasst du mit den anderen Gästen das Teehaus.

Fazit: Obwohl du nur Tee getrunken hast, bin ich sicher, dass du diese Zeremonie nie wieder vergessen wirst!

 


Und jetzt richtig Lust auf Tee-Zeremonie bekommen?

Berühmte Tee-Häuser-Adressen in Japan sind:

Tee-Haus Ort Preis Notiz
Hanayashiki Tokio ab 2700 Yen~(22 Euro) Im schicken Kimono an einer Tee-Zeremonie teilnehmen!
Kyoto-Kan Tokio 500 Yen (4 Euro) Dieser kleiner Laden liegt direkt im Bahnhof Tokio.
Yu-an Kyoto ab 2000 Yen (17 Euro) In DER Stadt der Tee-Zeremonie!
En-Tee-Ceremony Kyoto ab 2000 Yen (17 Euro) Auf Tatami-Matten im echten Tee-Haus!

 

Und falls du es nicht nach Japan schaffst, kannst du auch in Deutschland/Österreich an einer Tee-Zeremonie teilnehmen:

Tee-Haus Ort Preis Notiz
Ueda Souko Berlin ab 20 Euro Richtiges Garten-Tee-Häuschen
Eko-Haus Düsseldorf ab 10 Euro In einem schönen Teehaus
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg ab 3 Euro + Museumseintritt Günstiger geht es nicht!
Urasenke Teehaus München ab 8 Euro Schale & Süßigkeiten sind enthalten
Urasenke Austria Wien/Österreich Auf Anfrage! Regelmäßige Teezeremonien

 

Und falls du eine Tee-Zeremonie bei dir zu Hause machen möchtest, kannst du Matcha in dem Online-Shop von Matcha-Life kaufen:

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Und welches ist eure Lieblings-Matcha-Teesorte? Lasst es mich doch in einem Kommentar wissen! 

7 Gedanken zu „[Tipp] Normaler Tee langweilt dich? – Nimm an einer traditionalen Tee-Zeremonie in Japan teil!“

  1. Ich trinke schon seit vielen Jahren Tee, also Schwarztee und bin erst vor gar nicht langer Zeit auf Matcha gekommen. Er schmeckt, wie ich finde gewöhnungsbedürftig, im Vergleich zu meinem gewohnten Darjeeling, aber ich würde geren mal eine echte japanische Teezermonie mitmachen. Wahrscheinlich werde ich wohl erst dazu kommen, wenn ich es dann mal geschafft habe, einen Urlaub in Japan zu verbringen. Auf alle Fälle, steht eine traditionelle Teezeremonie auf meiner Liste, der Dinge, die ich in Japan erleben möchte.
    Danke für deinen tollen Bericht. Ich habe schon einiges über Tee gelesen, aber so einen ausführlichen Bericht über die japanische Teezeremonie habe ich bis jetzt noch nicht gelesen.
    Liebe Grüsse vom Bodensee,
    Michaela

    1. Liebe Michaela,
      am Bodensee werden nächste Woche gleich zwei japanische Teezeremonien von japanischen Teemeistern der Tangetsu Schule veranstaltet. Am 9.5. im Zen Teehaus auf der Insel Reichenau (s. Homepage) und am 10.5. im Gästehaus St.Theresia in Eriskirch (s. Homepage). Auf der jeweilige Homepage sind die Details zu erfahren. Die Teemeister kommen jedes Jahr zu einer Tournee nach Deutschland.
      Viele Grüße aus Oberschwaben
      Isolde

  2. hallo Tessa- vor Jahren gab es in Bremen im Überseemuseum in einem echten japanischen Teehaus mit entsprechender Gartenanlage mal einen Kurs- wie man sich bei einer Einladung „anständig“ als Gast verhalten sollte. Das Ganze zog sich über 4 Termine, die wir tatsächlich brauchten. Was ich als „unruhiger Europäer“ nie für möglich gehalten hätte.. nach kurzer Zeit kamen wir in einen angenehmen Zustand der Entspannung und alles Drumherum war ausgeblendet. Und Du hast recht- das vergisst man tatsächlich nie wieder! 😉 Hier kann man an einer Teezeremonie leider nicht mehr teilnehmen- aber nun habe ich dank Deines Artikels ja eine Ausweichmöglichkeit in Hamburg- Herzlichen Dank dafür und auch für den informativen Artikel!
    liebe Grüße, Inga

    1. Hallo Inga,

      das ist echt schade mit Bremen. Dort war ich auch oft unterwegs. Es freut mich sehr, dass ich dir etwas helfen konnte. Danke!

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  3. Ein schöner Artikel 🙂 Jetzt habe ich einen Grund mehr, mich auf den Japantag in Düsseldorf zu freuen. Ich bin sicher, die Gastgeber werden auch eine Teezeremonie zeigen und ich werde sie mir bestimmt auch anschauen.

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