Möchtest du wissen, was Ikebana ist? Oder wo du in Deutschland/Japan/Tokio Ikebana praktizieren kannst? Oder wie viel eine Ikebana-Stunde kostet? Dann suche nicht weiter, sondern informiere dich in diesem Artikel über Ikebana, die Schulen und wo du Ikebana praktizieren kannst. Neben den deutschen Schulen stelle ich dir auch Links zu japanischen Schulen vor.

Schauen wir uns Ikebana genauer an:


***In Zusammenarbeit mit Renate, Dirk und Antje (Ikebana-Lehrer/innen) ***

Was ist Ikebana?

Renate: Wenn du das erstmal in eine Ikebana Schule kommst, lernst du als erstes das Wort Ikebana auf Deutsch zu übersetzen. Hierbei bedeutet Hana die Blume, Pflanze oder Zweig. Ikeru heißt das Arrangieren, mit der der abgeschnittenen Pflanze neues Leben geschenkt wird. Ikebana ist also die japanische Kunst, Blumen zu arrangieren. Seit dem 6. Jahrhundert gibt es Ikebana in Japan, die sich im Laufe der Zeit in verschiedenen Ikebana Schulen weiter entwickeln.

Zunächst musst dich also für eine Schule entscheiden:

Welche Ikebana-Schulen gibt es?

Die drei berühmtesten sind vermutlich Ikenobo, Sogetsu und Ohara:

  • Ikenobo ist die älteste Ikebana-Schule seit mehr als 550 Jahren. Ikenbono ist zwar recht klassisch, dennoch hat sich die Schule ständig weiterentwickelt, behielt aber immer die Schönheit der Blumen und Pflanzen im Blick. Dies macht die Vielfalt dieser Ikebana-Schule aus, die sowohl Rikka als auch Shoka und viele weitere Stile praktiziert.
  • Sogetsu ist die größte Ikebana-Schule, die das Gesteck aus der Ehrennische holte und machte es öffentlich für Museen, Hotels und Warenhäusern. Dieser Stil vertrat nämlich den Grundsatz, das Ikebana zu jeder Zeit, an jedem Ort und mit jedem Material möglich sei.
  • Ohara ist eine Schule, die kurz geschnittene Blumen in flachen Schalen arrangierte und auch Moribana – angehäufte Blumen – genannt wird. Sie spezialisiert sich auf Landschaft und Farbenschemen.

Wie es verschiedene Schulen gibt, existieren auch viele Stile, die in diesen praktiziert werden.

Wo platzierst du ein Ikebana?

Ikebana kannst du eigentlich überall in deiner Wohnung hinstellen, wo du möchtest. In Japan findest du Ikebana häufig in traditionellen Häusern (z. B. Ryokans oder Restaurants), die die Blumengestecke in kleinen Nischen (auf Japanisch Tokonoma) oder im Eingangsbereich ausstellen.

Was kostet Ikebana?

Die Kosten für eine Unterrichtseinheit liegen meist zwischen 15 und 30 €, dabei besteht eine Einheit oft aus 90 Minuten. Der Preis hängt auch davon ab, ob du Einzel- oder Gruppenunterricht bevorzugst. Auf Nachfrage gibt es auch Kurse an Wochenenden. So kannst du dich ganz entspannt an einer Unterrichtseinheit anmelden und schauen, ob Ikebana dir wirklich zusagst.

Wie meldest du dich an einer Ikebana Schule an?

Sobald du dich für eine Schule entschieden hast, meldest du dich am besten in Deutschland oder Japan über das Internet oder Telefon an. Es gibt diverse Ikebana Schulen in Deutschland, die auf der Seite vom Deutschen Ikebana Bundesverband nach Postleitzahlen und Adressen sortiert sind. In Berlin gibt es beispielsweise ca. 13 Ikebana Lehrer, die zu der Sogetsu Schule oder Ikenobo Schule angehören. Du kannst auch gerne spontan bei den Lehrern bzw. Schulen anfragen.

Doch was erwartet dich in einer Ikebana Schule?

Deine erste Ikebana Stunde (Sogetsu)

In deiner ersten Stunde beginnst du mit dem Studieren der Grundstilen und deinem ersten Gesteck. Dabei ist das wichtigste Merkmal das Hervorheben der Linien. Insgesamt gibt es drei Hauptlinien: SHIN, SOE und HIKAE.

Schauen wir uns an, was damit gemeint ist:

  • Schritt 1: Der erste Zweig, den du steckst, heißt Shin. Hier von der Seite gezeigt.
  • Schritt 2: Der zweite Zweig ist der Soe, ebenfalls von der Seite.
  • Schritt 3:  Rechts fügst du das dritte Element Hikae hinzu.
  • Schritt 3 (Seitenansicht deines Gestecks)
  • Gut zu wissen: Oft ist das Hikae allerdings eine Blumengruppe.

Bei den Hauptlinien gibt diverse Variationen und jedes Gesteck ist sicher anders schön. Diese Übung dienen dir zunächst als Einführung, damit du danach ein freies Ikebana erstellen kannst.

Ein freies Ikebana Beispiele

Nachdem du einige Stile geübt hast, darfst du auch freie Ikebana-Gestecke entwickeln, dessen Thema grob durch die Materialen vorgegeben wird.

Ein paar Beispiel für freie Ikebana-Arbeiten:

  • Thema: Schwer – Die Schwere von dem Holzblock wird durch die Blüten aufgelockert.
  • Thema: Reduziert – Einfaches Wasserglas mit einer Tulpe
  • Thema: Abstrakt – Drei Gefäße mit Gräsern und einer geschnittenen Gerbera.
  • Thema: Wasserfall – Durch die Hortensienblüte entstehe ein imaginärer, schäumender Wasserfall. Das Wasser wird noch betont durch ein extra Glasgefäß.

Der Abschluss

Zum Abschluss besprechen wir zusammen jedes Ikebana-Gesteck und beurteile es nach der vorgegebenen Aufgabe, Größenverhältnisse, Kombination von Gefäß und Gesteck, und natürlich auch nach dem persönlichen Gefühl.

Schließlich wird am Ende noch  etwas nachgebessert:

  • Vorher:
  • Nachher:

Allerdings sind beide schön und entsprechen der Sogetsu Aufgabe “Narzissen”. Bei Ikebana ist auch nicht das Ziel wichtig, sondern der Weg dorthin, deswegen wird Ikebana auch gerne als Blumenweg bezeichnet!


Fazit: Ikebana wird meistens nicht als spiritueller Weg vorgegeben, aber es wird vielleicht für dich zu einem, weil die Konzentration und die Vertiefung in ein Ikebana stark im “Hier und Jetzt” stattfindet.  Da Ikebana hauptsächlich mit pflanzlichem natürlichen Materialen arbeitet, wirst du die Natur und deine Umgebung genauer betrachten, um ein gelungenes Werk zu gestalten.


Nützliche Links:

Ikebana in Deutschland:

Ikebana in Japan/Weltweit:

Sonstiges:

 


Hast du schon einmal Ikebana praktiziert? Lass mir doch einen Kommentar da! 

2 Thoughts on “[Tipps] Ikebana: Entdecke das Blumenstecken für dich!

  1. TheWashingtonP on 28. Mai 2017 at 13:23 said:

    Hallo Tessa,
    wieder ein sehr schoener Artikel. Wieder zu wenig Feedback fuer so einen tollen Artikel!
    Herzliche Gruesse
    WanderOnkel heute aus Kleinwalsertal

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