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[JP] Riesige Buddha-Statuen am Berg Nokogiri 鋸山

Ein besonders schöner Wanderweg führt auf den 330 m Berg Nokogiri 鋸山, der sich als idealer Tagesausflug von Tokio anbietet. Während wir den Berg erkunden, lernen wir riesige Buddha Statuen, geheimnisvolle Höllen und Steinformationen kennen. Der Ausflug startet am Bahnhof Hamakanaya. Von dort geht es zunächst ein Stück mit der Seilbahn bergauf. Danach wandern wir auf zahlreichen Stufen zu den Sehenswürdigkeiten. An einigen Stellen erhalten wir schöne Ausblicke auf die Bucht von Tokio. Die Tour runden wir mit einem Bad in der heißen Quelle Kinsenkan ab.


Details
Distanz: 6,8 km
Dauer: 3:35 Stunden (ohne Pausen)
Höhenmeter: 330 m
Anstieg:  325 m
Abstieg: 322 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✩ ✩ ✩ ✩
Jahrszeit: Geeignet für Frühling, Sommer (außer August zu heiß) und Herbst. Im Winter Dezember-Januar geschlossen!!
Startpunkt: Bahnhof Hamakanaya 浜金谷駅 Uchibou Linie 内房線
Endpunkt: Bahnhof Hamakanaya 浜金谷駅 Uchibou Linie 内房線
Fotos: 10.05.2014


Der Spaziergang

Mein Begleiter und ich brauchen vom Bahnhof Tokio ca. 2 Stunden, bis wir am Bahnhof Hamakanaya 浜金谷駅 ankommen. An der Hauptstraße halten wir uns links und biegen in die fünfte Straße von links Richtung Nokogiri Ropeway 鋸口ープウェーab. Nach 5 Minuten treffen wir auf die Seilbahnstation, die uns auf die Hälfte der Berghöhe transportiert.  Eine einfache Fahrt mit der Seilbahn kostet für Erwachsene 500 Yen. Alle 5 Minuten ist Abfahrt.

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Während der Seilbahn-Fahrt können wir die Bucht von Tokio überblicken. Auf dem Berg erwartet uns ein Restaurant und eine atemraubende 360° Panorama-Aussicht.

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An klaren Tagen kann man sogar den Fuji sehen. Im Anschluss folgen wir den Schildern Richtung Tempel Nihon 日本寺 und erreichen ein kleines Häuschen.

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Dort bezahlen wir 600 Yen Eintritt, um das Tempel-Gelände betreten zu dürfen. Neben der Eintrittskarte erhalten wir eine praktische Übersichtskarte. Hinter dem Häuschen gehen wir geradeaus und biegen an der nächsten Abzweigung nach links Richtung Hyakushaku 百尺観音 ab. Plötzlich stehen wir zwischen beeindruckenden Felsspalten, die uns an Indiana Jones Filme erinnern.

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In jeder Ecke finden wir Reste alter Bauten. Der Tempel Nihon 日本寺 wurde übrigens 725 gegründet und ist der älteste buddhistische Tempel im Kanto Gebiet. Viele berühmte Mönche wurden hier über die letzten tausend Jahre in den Lehren Buddhas unterrichtet.

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Wir fragen uns, wo die eine oder andere Treppe wohl mal hingeführt hat. In einer Höhle entdecken wir plötzliche den 30,5 m Buddha Hyakushaku 百尺観音.

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Der Buddha wurde ursprünglich zum Gedenken der Opfer des zweiten Weltkrieges gebaut. Heute ist er der Luftfahrt, der Marine und der Sicherheit der Straßen gewidmet.

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Die Fertigstellung dieser Stein-Statue hat insgesamt 6 Jahre (1960 bis 1965) gedauert. Wir gehen den Weg zurück zur Kreuzung, und biegen nach  links Richtung Jigokunozogi 地獄のぞぎ ab. Nach ca. 10 Minuten stoßen wir auf den aus Stein gehauenen Vorsprung Jigokunozogi 地獄のぞぎ (oder auch Hölle Nozogi).

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Gespannt folgen wir dem Weg, bis wir vor dieser Wand stehen. Mutig klettern wir hinauf und stehen am Abgrund.

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Auf Grund meiner Höhenangst, vergesse ich ganz ein Foto zu schießen. Nach nur 3 Sekunden verlasse ich erleichtert den Felsen wieder. Danach setzen wir unseren Weg über eine kleine Treppe fort. Ab hier steigen wir nur noch bergab. Wir passieren viele Statuen, die, laut unserer Karte, das „1500-Arhat“ Gebet darstellen.

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1779 baute der Handwerker Kangoro Ono und seine Studenten insgesamt 1500 Rakan-Buddha-Statuen aus Tuffstein-Kliffen in einem Zeitraum von 21 Jahren und formte damit die heutige Erscheinungsbild des Berges.

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Aktuell gibt es nur noch 538 dieser Statuen, da eine Anti-Buddha-Bewegung im Jahre 1868 viele zerstört hatten. Man versucht nach und nach Statuen zu restaurieren, um deren Anzahl wieder zu erhöhen.

Je tiefer wir steigen, desto mehr dieser Höhlen passieren wir. Selbst kleine Tunnel wurden hier in den Felsen geschlagen.

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Dann treten wir auf eine Lichtung heraus und erspähen die größte Stein-Buddha Statue Japans den 31 m hohen Nihonjidaibutsu 日本寺大仏.

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Der Buddha ist doppelt so groß ist wie der deutlich bekannterer Buddha in Nara.  27 Gläubige bauten den Buddha 1783 innerhalb von drei Jahren. Er ist dem Weltfrieden gewidmet.

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1966 wurde der Buddha übrigens restauriert. Daneben finden wir zahlreiche Rastplätze, Toiletten und einen Verkaufsstand. Staunend setzen wir uns und legen eine kurze Rast ein.

Schon wenige Minuten später folgen wir der Straße Daibutsumaesando 大仏前参道 an weiteren Tempel-Gebäuden vorbei. Einige sind neu gebaut…

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.. und andere dagegen sind viel älter. Das Alter können wir allerdings nur schätzen.

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Durch einen kleinen Garten gelangen wir zum roten Tor Nioumon 仁王門. Dort verlassen wir das Tempel-Gelände.

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Über weitere Treppenstufen steigen wir in ein Dorf hinab. Irgendwann erreichen wir eine kleine Straße. Hier halten wir uns rechts. Vor den Schienen biegen wir nach links ab und folgen den Gleisen bis zum Bahnhof Hota 保田駅.

Zum Glück fährt in dem Moment ein Zug Richtung Chiba 千葉 ein und wir fahren eine Station zurück zum Ausgangsbahnhof Hamakanaya 浜金谷駅. Dort besuchen wir die heiße Quelle Kinsenkan 金泉館.

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Unsere Schuhe lassen wir im Eingang stehen, bezahlen 500 Yen Eintritt und werden in einen kleinen Umkleideraum geführt. Nachdem wir uns ausgezogen haben, tauchen wir in dem kleinen Bad ab. Hier lassen wir den Abend ausklingen.

Fazit: Insgesamt ist dieser Spaziergang mein absoluter Favorit und Geheimtipp für einen Ausflug ab Tokio! Falls man mit dem Auto anreist, empfehle ich, um Punkt 9 Uhr an der Seilbahn anzukommen, um noch einen Parkplatz zu bekommen.

Wegweiser:
Berg Nokogiri 鋸山 -> Nokogiri Ropeway 鋸口ープウェー -> Tempel Nihon 日本寺 -> Buddha Hyakushaku 百尺観音 -> Klippe Jigokunozogi 地獄のぞぎ -> Buddha Nihonjidaibutsu 日本寺大仏 -> Straße Daibutsumaesando 大仏前参道 -> Tor Nioumon 仁王門 -> Bahnhof Hota 保田駅

Nützliche Schriftzeichen:
Präfektur Chiba 千葉県
Berg Nokogiri 鋸山
Bahnhof Hamakanaya 浜金谷駅
Uchibou Linie 内房線
Nokogiri Ropeway 鋸口ープウェー
Tempel Nihon 日本寺
Buddha Hyakushaku 百尺観音
Klippe Jigokunozogi 地獄のぞぎ
Großer Buddha Nihonjidaibutsu 日本寺大仏
Straße Daibutsumaesando 大仏前参道
Tor Nioumon 仁王門
Bahnhof Hota 保田駅
Kinsenkan Onsen 金泉館

Links:
Karte: http://www.nihonji.jp/
Seilbahn: http://www.mt-nokogiri.co.jp/pc/
Onsen: http://kinsenkan.web.fc2.com/
Karte zum Onsen: http://kinsenkan.web.fc2.com/ (Eintritt: 500 Yen; Öffnungszeiten: 10 bis 19 Uhr).
Onsen-Verhaltens-Regeln: http://wanderweib.de/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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8 Gedanken zu „[JP] Riesige Buddha-Statuen am Berg Nokogiri 鋸山“

  1. Toller Beitrag! Ich bereise gerne diese Region von Chiba und bin schon so einige Strecken dort abgewandert. Der Berg Nokogiri steht auch noch auf meinen Plan umso mehr freue ich mich schonmal einen ausführlichen Einblick durch deinen Beitrag zu bekommen (die japanischen Seiten verraten ja nie wirklich viel). Ich werde den Berg dann sicher im Frühling in Angriff nehmen, sobald ich wieder gesundheitlich fit zum wandern bin 🙂
    Ich hoffe ich werde noch mehr von dir über Chiba lesen, die Region wird absolut unterschätzt!

    1. Danke! Wenn Chiba von mir nicht so weit weg läge, würde ich dort öfters hin reisen! Aber es gibt tatsächlich noch einiges, was ich dort erkunden möchte. 😀

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  2. Hallo Tessa,

    ich bin in gut zwei Wochen mit einem Freund für eine Woche in Tokio. Da wir auch gerne einmal einen Abstecher in die Natur machen möchten, ist mir dieser Tagesausflug ins Auge gesprungen.

    Da wir aber kein Japanisch sprechen, haben wir noch ein leichtes „Bauchgrummeln“, ob wir uns da zurechtfinden werden. Gibt es da mehrere Wege zu gehen, oder ist der von dir beschriebene Spaziergang ein beschildeter „Hauptweg“? Deine Beschreibung würde ich natürlich auf jeden Fall ausdrucken und zur Navigation mitnehmen.

    Die zweite Frage stellt sich mir zur Anreise. Wir haben bereits eine Suica-Karte. Können wir mit dieser Karte einfach am Ausgangsbahnhof einsteigen und am Zielbahnhof wird uns dann der Fahrpreis berechnet? Oder müssen wir uns da um Tickets kümmern?

    schöne Grüße aus Bayern nach Tokio

    1. Hallo Leonhard,

      bei dieser Tour brauchst du dir keine Sorgen machen. Der Weg bis zur Seilbahn ist sehr einfach. Mit der fährst du hinauf. Wenn du am Tempel Eintritt bezahlst, bekommst du eine nette Karte an der du dich orientieren kannst. Nach dem Tempel geht es nur noch bergab. Wenn du auf die Gleise triffst, folgst du diesen nach links, bist du am Bahnhof ankommst. Alles ganz einfach. 😉

      Genau, einfach einsteigen und die Suica benutzen. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

          1. Der Plan ist gerade noch in Arbeit. Ich habe mir mal aus einem Reiseführer verschiedene Dinge herausgeschrieben, die mich potentiell ineressieren würden (und davon gibt’s leider reichlich). Jetzt gilt es auszusortieren, was in einer Woche alles Platz hat. Deine 101 Dinge schaffen wir wohl nicht 😉

            Ganz oben auf der Liste stehen – neben dem Ausflug in die Natur – die üblichen Verdächtigen:
            – Kaiserpalast
            – Asakusa-Kannon-Tempel
            – eine traditionelle Teezeremonie
            – Fischmarkt (soll ja nicht mehr lange an bisheriger Stelle sein)
            – Akihabara
            – Shibuya Crossing
            – Tokyo Skytree
            – ein Ort, wo man noch das frühere Edo noch etwas erahnen/sehen kann (Häuser, Gassen)

            Vielleicht ergibt sich auch noch die Möglichkeit der ein oder anderen Führung (evtl. sogar auf Deutsch, damit mehr hängen bleibt). Aber schau ‚ma mal…

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