Vermutlich hast du schon von dem Flughafen Narita gehört, der neben dem Haneda Flughafen einer der Hauptanflugspunkte für Flüge aus Deutschland nach Tokio ist. Der Flughafen liegt in der gleichnamigen Stadt Narita, die aber deutlich mehr als nur den Flughafen zu bieten hat. Neben einer Einkaufsstraße, alten Kaufhäusern und Geschäften erkunden wir auch den riesigen Tempel in Narita.

Update: Artikel aktualisiert (25.07.2018)! 

Schauen wir uns als die Stadt Narita genauer an:


Die Einkaufsstraße

Gegen Nachtmittag treffen Claudia (8900 km Blog) und ich am Bahnhof Narita ein, nachdem wir uns die Stadt Chiba anschaut haben. Hinter den Schranken holen wir uns an der Touristeninformation eine Karte, damit wir uns besser orientieren können. An der Hauptstraße abbiegen wir nach links ab und entdecken in dem Laden (YUMEBOKUJI) Fotos von Softeis und heißer Milch.

Unglücklicherweise hatte wir vorher im Freilichtmuseum schon ein Eis gegessen, so dass wir traurig weiterziehen… Der gut gefüllte Laden zeigt uns, dass es recht gut schmecken muss. Im nächsten Laden an der Hauptstraße fallen uns die berühmten Daruma Glücksbringer auf, die ursprünglich aus Takasaki stammen.

Wenn man sich etwas wünschen möchte, malt man ein Auge aus und geht der Wunsch in Erfüllung, dann das zweite Auge. Darumas sind übrigens auch ein beliebtes Mitbringsel aus Japan. ;-) In den zahlreichen Souvenirläden stoßen wir immer wieder auf Erdnüsse, die anscheinend direkt in Chiba angebaut werden. Auch an der Hauptstraße finden wir einen Reiskäcker-Geschäft, die sich unter japanischen Touristen großer Beliebtheit erfreut.

Diese Cracker gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Garnele, Curry, und vieles mehr. In fast jeder Region kann man diese Cracker finden, die häufig mit dem Logo oder Wappen der Stadt verziert werden. An der nächsten Abzweigung biegen wir nach rechts ab.

Dort betreten wir die Einkaufsstraße Omotesando, die mit zahlreichen Geschäften und Restaurants gesäumt ist.

Besonders gefallen uns die alten Häuser aus der Edo-Zeit (1603-1868).

Diese Häuser gehörten wohlhabenden Kaufmännern, die oben hinter den dicken Fenstern ihre Waren lagerten und unten Waren in ihrem Laden verkauften. Diesen Stil der Gebäude kennen wir bereits aus Kawagoe. Eine Spezialität Naritas ist übrigens gebratener Aal (Unagi / 鰻 ) auf Reis.

Leider ist Aal sehr teuer und recht fettig. Ein gutes Aal-Gericht fängt nämlich ab 2700 Yen (25 Euro) an. Keine 10 Minuten später stehen wir vor dem ersten Tor, das zu dem Tempel Narita-san gehört.

Der riesige Tempel in Narita

Das ist das Somon Tor und bildet damit auch den Eingang vom Tempel. Dahinter spazieren wir durch eine Allee an Laternen, die lokale Firmen/Personen gespendet hatten.

Über eine steile Treppe steigen wir zum nächsten Tor Niomon auf, in dem eine große Laterne hängt.

Im Torbogen finden wir auch viele Sandalen aus Stroh, die den Pilger-Mönch Kobo Daishi ehren. Er ist der Gründer des Tempels Koyasan und machte Pilgerreise auf Shikoku bekannt. Über eine weitere Treppe erreichen wir den Hauptplatz und das Hauptgebäude vom Tempel Narita-san Shinshô-ji 成田山 新勝寺.

Dies ist mittlerweile das dritte Hauptgebäude, das gebaut wurde. Der Tempel wurde im Jahre 940 von dem Mönch Kancho gegründet, der den Gott Fudomyo in Form einer Holzfigur verehrte. Die Figur wurde vom berühmten Mönch Kobo Daishi geschnitzt und ist das Heiligtum des Tempels.

Im Jahre 1703 verknüpfte sich übrigens das Schicksal vom Tempel und der Theaterkunst Kabuki. Ein Kabuki-Schauspieler spielte die Gottheit Fudomyo, so erlangte der Tempel durch die beliebten Aufführungen an Berühmtheit. Auch noch heute besuchen viele Kabuki-Schauspieler den Tempel.

Leider ist das Fotografieren im Hauptgebäude verboten, so können wir nur ein Foto von den großen Toren schießen.

Auf der rechten Seite erblicken wir eine drei-stufige Pagode.

Deren schöne Schnitzereien und Verzierungen beeindrucken uns. Eine Pagode stellt symbolisch das Grab Buddhas dar. Daneben finden wir die große Glocke, die übrigens im Neujahr 108 mal geschlagen wird, um es zu begrüßen.

An Silvester versammeln sich ganze Scharen an Menschen, um den Ton der Glocke zu lauschen, die du Kilometer-weit hören kannst. Außerdem entdecken wir noch ein hübsches rundes Gebäude, das uns ein bisschen an den Fushimi Inari Schrein in Kyoto erinnert.

An den Wänden können wir viele kleine Laternen bestaunen.

Auf der linken Seite finden wir ein weiteres nettes Gebäude, das Shakoda.

Das war das zweite Hauptgebäude, welches abgebaut wurde und an dieser Stelle wieder aufgebaut. Am Ende einer lange Treppe finden wir einen Fuchs-Schrein 稲荷神社.

Der auch mit den typischen roten Toren ausgestattet ist, leider befindet sich über dem Schrein ein weniger hübsches Wellbrettdach… An diesem Schrein lassen viele Firmen ihre Visitenkarten auf Holzbretter kleben, um für das Glück des Geschäfts zu beten. Schließlich steigen wir die lange Treppe wieder herunter und erreichen über eine weitere Treppe das älteste Gebäude vom Tempel, die Komyodo Halle.

Das war die erste Haupthalle, die an diese Stelle verlegt wurde. Diese wurde im Jahre 1701 errichtet und ist ein schönes Beispiel der Edo-Baukunst (Edo-Zeit: 1603 – 1868). Daneben finden wir den Schrein der Wächter der ehemaligen Halle.

Diese standen früher im Tor und sollten Böses und Unheil abhalten. Wenige Schritte weiter entdecken wir ein Abbild von Mönch Kobo Daishi.

Häufig wird er mit einem Stock, einem großen Hut, einer Gebetskette und Strohsandalen dargestellt. Noch heute kannst du viele Pilger in dieser Tracht auf Shikoku umherwandern sehen. Dann stehen wir vor dem letzten Gebäude der großen Friedens-Pagoda, die leider nur bis 16. Uhr offen hat.

Vom Dach bekommst du einen schönen Ausblick über Narita. Zuletzt werfen wir einen Blick in den Naritasan Park.

Der weitläufige Park lädt zu langen Spaziergängen und Entdeckungstouren ein. Da wir beide sind etwas müde sind, gehen wir lieber zurück zum Bahnhof.

Fazit: Wenn du vor deinem Abflug von Narita Flughafen noch etwas Zeit hast, solltest du dir diesen Tempel nicht entgehen lassen. Das Gelände ist sehr weitläufig, so dass du viel entdecken kannst.

=>Im Anschluss lohnt sich ein Ausflug zur Chiba Burg und zum Freilichtmuseum Boso-no-Mura:


Insidertipps

  • Das Gelände ist sehr weitläufig, bequeme Schuhe anziehen.
  • Am besten am Bahnhof vorher essen und danach den Tempel ansehen.
  • Gegen 17 Uhr schließen alle Souvenirläden und Restaurants.

Anfahrt

  • Adresse: Narita-san Shinshô-ji, 1 Narita, Chiba Prefecture 286-0023, Japan (Google Maps)

Am einfachsten kommst du mit der Sobu Linie zum Narita Bahnhof.

Per Zug:

    • ab Narita Flughafen:
      • Bahnhof Narita-Kuko Flughafen 成田空港駅 → JR Linie Sobu 総武線 (11 Min., 240 Yen) → Bahnhof Narita 成田駅 → 10 Minuten Fußweg
    • ab Tokio:
      • Bahnhof Tokio 東京駅 → JR Linie Sobu 総武線 (1.140 Yen, 1 Std. 15Min.) → Bahnhof Narita 成田駅 → 10 Minuten Fußweg
    • ab Kyoto:
      • Bahnhof Kyoto 京都駅-> JR Shinkansen (2 Std. 18 Min, 13.910 Yen) -> Bahnhof Tokio 東京駅 → JR Linie Sobu 総武線 (1.140 Yen, 1 Std. 15Min.) → Bahnhof Narita 成田駅 → 10 Minuten Fußweg
    • ab Osaka:
      • Bahnhof Osaka 大阪駅 -> JR Shinkansen (2 Std. 48 Min, 14.450 Yen) -> Bahnhof Tokio 東京駅 → JR Linie Sobu 総武線 (1.140 Yen, 1 Std. 15Min.) → Bahnhof Narita 成田駅 → 10 Minuten Fußweg
    • Alle JR Züge werden vom JR Pass abgedeckt.

Per Auto:

    • Narita shi dai ni Parking (成田市第二駐車場):  
      • Adresse: 561 Kamichō, Narita-shi, Chiba-ken 286-0032
      • Plätze: 23
      • Öffnungszeiten: 24 Stunden
      • Kosten:
        • Maximal 3 Stunden parken.
        • 60 Minuten ~ 100Yen und danach 30 Min / 100 Yen
    • Parken am Flughafen Narita und weiter mit Zug (siehe oben).

Öffnungszeiten & Preise

  • Tempel Narita-san Shinshô-ji
  • Öffnungszeiten: —
  • Geschlossen: —
  • Eintritt: Kostenlos
  • Verweildauer: 2-3 Stunden

Barrierefreiheit

  • Narita Bahnhof: Fahrstühle, Wickelflächen und Rollstuhltoiletten.
  • Narita Tempel: Fahrstühle, Wickelflächen und Rollstuhltoiletten.

  • Fotos: 16. August 2016

Nützliche Schriftzeichen:

  • Bahnhof Tokio 東京駅
  • Linie Sobu 総武線
  • Bahnhof Narita 成田駅
  • Bahnhof Narita-Kuko Flughafen 成田空港駅
  • Bahnhof Eki 駅
  • Rechts Migi 右
  • Links Hidari 左

Nützliche Links:


Übersicht:


6 Thoughts on “[Ausflug] Narita: Mehr als nur der Narita Flughafen!

  1. Britta on 1. Juni 2017 at 3:02 said:

    Du hast vollkommen Recht was Narita angeht. Ich bin regelrecht verliebt in diese kleine Stadt vor den Toren des Flughafens. So süße kleine Geschäfte. Ideal um sein restliches Geld anzulegen. Und die Tempelanlage…. Ein wunderschöner Abschluss einer Japanreise. Auch wenn man viele Tempel bereits gesehen hat, diesen sollte man unbedingt noch mit ins Gepäck nehmen. Auch der Park ist ein wahrer Traum. Vielen Dank für diesen Tipp….

    • Hallo Britta,

      vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich finde Narita auch eine sehr schöne kleine Stadt, die mich sogar sehr überrascht hat. :)

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  2. Marion on 21. Februar 2018 at 19:47 said:

    Hallo Tessa,

    die Bilder sehen ja schon mal toll aus! Ich plane gerade eine 16-Tage-Japanreise (ähnlich Deinem Vorschlag für 2 Wochen) und hab mich gefragt, ob irgendwas dagegen spricht, auf der Rückreise von Kyoto nicht nach Tokio, sondern direkt nach Narita zu fahren und dort zu übernachten – und am nächsten Tag von dort aus zum Flughafen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Post Navigation