Vermutlich hast du schon von dem Flughafen Narita gehört, der neben dem Flughafen Haneda einer der Hauptanflugspunkte für Flüge von Deutschland nach Tokio ist. Der Flughafen liegt in der gleichnamigen Stadt Narita, die aber deutlich mehr als nur den Flughafen zu bieten hat. Neben einer Einkaufsstraße, alten Kaufhäusern und Geschäften, zeige ich dir auch den Tempel Narita san und stelle dir die Spezialität Naritas vor: gebratener Aal (Unagi) auf Reis.

Schauen wir uns mal die Stadt Narita genauer an:


Die Einkaufsstraße

Gegen Nachmittag treffen Claudia (8900 km Blog) und ich am Bahnhof Narita ein, nachdem wir uns die Stadt Chiba anschaut haben. Hinter den Schranken holen wir uns an der Touristeninformation eine Karte, damit wir uns besser orientieren können. An der Hauptstraße biegen wir nach links ab und entdecken vor dem Laden (Yumebokujo) Fotos von Softeis und heißer Milch.

Unglücklicherweise hatte wir vorher im Freilichtmuseum schon ein Eis gegessen, so dass wir traurig weiterziehen… Der gut besuchte Laden zeigt uns aber, dass es hier gut schmecken muss. Außerdem wartet die Spezialität Naritas auf uns.

Im nächsten Geschäft an der Hauptstraße fallen uns die berühmten Daruma-Glücksbringer auf, die ursprünglich aus Takasaki stammen.

Wenn man sich etwas wünschen möchte, malt man ein Auge aus und geht der Wunsch in Erfüllung, dann das zweite Auge. Darumas sind übrigens auch ein beliebtes Mitbringsel aus Japan. ;-) In einigen der Geschäfte und Souvenirläden stoßen wir immer wieder auf Erdnüsse. Auf Nachfrage sagt man uns, dass sie hier direkt in Chiba angebaut werden. Außerdem sind hier Reiscracker sehr beliebt. Passende Verkaufsstände, die auch bei japanischen Touristen sehr beliebt sind, finden wir ebenfalls an der Hauptstraße.

Die Cracker gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Garnele, Curry, und vieles mehr. In fast jeder Region Japans werden solche Cracker verkauft. Häufig sind sie mit dem Logo oder Wappen der jeweiligen Stadt verziert. An der nächsten Abzweigung biegen wir rechts ab.

Hier fängt die Einkaufsstraße ‘Omotesando’ an, die ebenfalls ganz viele Geschäfte und Restaurants zu bieten hat.

Besonders gefallen uns die alten Häuser aus der Edo-Zeit (1603-1868).

Diese Häuser gehörten früher wohlhabenden Kaufmännern, die oben im Haus ihre Waren lagerten und unten verkauften. Der Stil dieser Gebäude kennen wir bereits aus Kawagoe. Keine 10 Minuten später stehen wir vor einem Tor, das zum Tempel Narita-san gehört.

Tempel Narita san

Das Tor heißt Somon-Tor und ist der Eingang zum Tempelgelände. Dahinter spazieren wir durch eine Allee von Laternen, die lokale Firmen/Personen gespendet haben.

Über eine steile Treppe steigen wir zum nächsten Tor, dem Niomon, in dem eine große Laterne hängt.

Im Torbogen finden wir auch viele Sandalen aus Stroh, die den Pilger-Mönch Kobo Daishi ehren. Er ist der Gründer des Tempels Koya-san und machte die Pilgerreise auf Shikoku bekannt. Über eine weitere Treppe erreichen wir den Hauptplatz und das Hauptgebäude des Tempels Narita-san Shinshô-ji (成田山 新勝寺).

Der Tempel wurde im Jahre 940 vom Mönch Kancho gegründet, der den Gott Fudomyo in Form einer Holzfigur verehrte. Diese Figur wurde vom damals sehr bekannten Mönch Kobo Daishi geschnitzt und ist das Heiligtum des Tempels. Narita san war lange Zeit ein eher unbekannter Tempel.

Das änderte sich im Jahr 1703: Ein Schauspieler spielte in einem Kabuki-Theaterstück die Gottheit Fudomyo und zog damit große Aufmerksamkeit auf sich. Der Tempel erlangte durch die beliebten Aufführungen an Bekanntheit. Und auch heute noch besuchen ganz viele Kabuki-Darsteller den Tempel.

Das Fotografieren in die Hauptgebäude ist normalerweise immer verboten. So dürfen wir nur dieses Foto mit den großen Toren rechts zeigen. Im Hintergrund wartet schon die dreistufige Pagode auf uns.

Deren schöne Schnitzereien und Verzierungen beeindrucken uns. Symbolisch stellt sie das Grab Buddhas dar. Daneben finden wir die große Glocke, die im Neujahr 108 Mal geschlagen wird, um es zu begrüßen.

An Silvester versammeln sich ganze Scharen an Menschen, um den Ton der Glocke zu lauschen. Er ist kilometerweit zu hören. Außerdem entdecken wir noch ein hübsches, rundes Gebäude. Es erinnert uns ein wenig an denn Fushimi Inari Schrein in Kyoto.

An den Wänden hängen viele kleine Laternen.

Ganz unauffällig entdecken wir auf der linken Seite ein weiteres Gebäude, das Shakoda.

Es war einmal das Hauptgebäude, das aber abgebaut und an dieser Stelle wieder aufgebaut wurde. Am Ende einer lange Treppe finden wir einen Fuchs-Schrein (稲荷神社).

Auch er ist mit den typisch roten Toren ausgestattet. Hier lassen viele Firmen ihre Visitenkarten auf Holzbretter kleben. Das soll den Inhabern viel Glück bescheren. Schließlich steigen wir die lange Treppe wieder herunter und erreichen über eine weitere Treppe das älteste Gebäude des Tempels, die Komyodo Halle.

Ebenfalls eine Haupthalle, die an diese Stelle verlegt wurde. Sie wurde im Jahre 1701 errichtet und ist ein schönes Beispiel der Edo-Baukunst (Edo-Zeit: 1603 – 1868). Daneben finden wir den Schrein der Wächter.

Der Wächterschrein hält Böses und Unheil ab. Wenige Schritte weiter, entdecken wir ein Abbild von Mönch Kobo Daishi.

Häufig wird er mit einem Stock, einem großen Hut, einer Gebetskette und Strohsandalen dargestellt. Noch heute kannst du viele Pilger in dieser Tracht auf Shikoku umherwandern sehen. Dann stehen wir vor dem letzten Gebäude der großen Friedens-Pagode, die leider nur bis 16.00 Uhr geöffnet hat.

Vom Dach bekommst du einen schönen Ausblick über Narita. Zuletzt werfen wir noch einen Blick in den Narita san-Park.

Der weitläufige Park lädt zu langen Spaziergängen und Entdeckungstouren ein.

Essen & Trinken

Keine 5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt, liegt das beliebte Restaurant Hikataya. Hier wird der berühmte Aal serviert.

  • Adresse: Japan, 〒286-0033 Chiba, Narita, Hanazakicho, 538 (GoogleMaps)
  • Öffnungszeiten:
    • 11.00-14.00 Uhr
    • 17.00-19.00 Uhr
  • Menü: Japanisch/Englisch
  • Empfehlung: Set Meal Kabayaki and Rice – 3.800 Yen (~31 Euro)
    • Gebratener Aal (Teriyaki Art) auf Reis mit Suppe und Gemüse.

Fazit: Wenn du vor deinem Abflug am Narita-Flughafen noch etwas Zeit hast, solltest du dir diesen Tempel nicht entgehen lassen. Das Gelände ist sehr weitläufig, so dass du viel entdecken kannst.

=>Falls du noch länger hier bist, lohnt sich ein Ausflug zur Chiba Burg und zum Freilichtmuseum Boso-no-Mura:


Insidertipps

  • Das Gelände ist sehr weitläufig, bequeme Schuhe anziehen.
  • Am besten am Bahnhof vorher essen und danach den Tempel ansehen.
  • Gegen 17 Uhr schließen die meisten Geschäfte und Restaurants.

Anfahrt

  • Adresse: Narita-san Shinshô-ji, 1 Narita, Chiba Prefecture 286-0023, Japan (Google Maps)

Am einfachsten kommst du mit der Sobu Linie zum Narita Bahnhof.

Per Zug:

    • ab Narita Flughafen:
      • Bahnhof Narita-Kuko Flughafen 成田空港駅 → JR Linie Sobu 総武線 (11 Min., 240 Yen) → Bahnhof Narita 成田駅 → 10 Minuten Fußweg
    • ab Tokio:
      • Bahnhof Tokio 東京駅 → JR Linie Sobu 総武線 (1.140 Yen, 1 Std. 15Min.) → Bahnhof Narita 成田駅 → 10 Minuten Fußweg
    • ab Kyoto:
      • Bahnhof Kyoto 京都駅-> JR Shinkansen (2 Std. 18 Min, 13.910 Yen) -> Bahnhof Tokio 東京駅 → JR Linie Sobu 総武線 (1.140 Yen, 1 Std. 15Min.) → Bahnhof Narita 成田駅 → 10 Minuten Fußweg
    • ab Osaka:
      • Bahnhof Osaka 大阪駅 -> JR Shinkansen (2 Std. 48 Min, 14.450 Yen) -> Bahnhof Tokio 東京駅 → JR Linie Sobu 総武線 (1.140 Yen, 1 Std. 15Min.) → Bahnhof Narita 成田駅 → 10 Minuten Fußweg
    • Alle JR Züge werden vom JR Pass abgedeckt.

Per Auto:

    • Narita shi dai ni Parking (成田市第二駐車場):  
      • Adresse: 561 Kamichō, Narita-shi, Chiba-ken 286-0032
      • Plätze: 23
      • Öffnungszeiten: 24 Stunden
      • Kosten:
        • Maximal 3 Stunden parken.
        • 60 Minuten ~ 100Yen und danach 30 Min / 100 Yen
    • Parken am Flughafen Narita und weiter mit Zug (siehe oben).

Öffnungszeiten & Preise

  • Tempel Narita-san Shinshô-ji
  • Öffnungszeiten: —
  • Geschlossen: —
  • Eintritt: Kostenlos
  • Verweildauer: 2-3 Stunden

Barrierefreiheit

  • Narita Bahnhof: Fahrstühle, Wickelflächen und Rollstuhltoiletten.
  • Narita Tempel: Fahrstühle, Wickelflächen und Rollstuhltoiletten.

  • Fotos: 16. August 2016

Nützliche Schriftzeichen:

  • Bahnhof Tokio 東京駅
  • Linie Sobu 総武線
  • Bahnhof Narita 成田駅
  • Bahnhof Narita-Kuko Flughafen 成田空港駅
  • Bahnhof Eki 駅
  • Rechts Migi 右
  • Links Hidari 左

Nützliche Links:


Übersicht:


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10 Thoughts on “[Ausflug] Narita: Mehr als nur der Narita Flughafen!

  1. Britta on 1. Juni 2017 at 3:02 said:

    Du hast vollkommen Recht was Narita angeht. Ich bin regelrecht verliebt in diese kleine Stadt vor den Toren des Flughafens. So süße kleine Geschäfte. Ideal um sein restliches Geld anzulegen. Und die Tempelanlage…. Ein wunderschöner Abschluss einer Japanreise. Auch wenn man viele Tempel bereits gesehen hat, diesen sollte man unbedingt noch mit ins Gepäck nehmen. Auch der Park ist ein wahrer Traum. Vielen Dank für diesen Tipp….

    • Hallo Britta,

      vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich finde Narita auch eine sehr schöne kleine Stadt, die mich sogar sehr überrascht hat. :)

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  2. Marion on 21. Februar 2018 at 19:47 said:

    Hallo Tessa,

    die Bilder sehen ja schon mal toll aus! Ich plane gerade eine 16-Tage-Japanreise (ähnlich Deinem Vorschlag für 2 Wochen) und hab mich gefragt, ob irgendwas dagegen spricht, auf der Rückreise von Kyoto nicht nach Tokio, sondern direkt nach Narita zu fahren und dort zu übernachten – und am nächsten Tag von dort aus zum Flughafen?

  3. Huong Giang on 23. Juli 2019 at 21:37 said:

    Hallo Tessa,

    ich lese deinen Blog seit Anfang diesen Jahres und er gefällt mir sehr. Vielen, vielen Dank für alle deine tollen Blogeinträge. Er hilft mir sehr viel bei meiner Planung für meine erste Japanreise.
    Eine Frage möchte ich dir dennoch stellen. Ich werde am Morgen am Narita Flughafen landen und würde danach den Ausflug nach Narita unternehmen und danach nach Tokio fahren. Ich würde gern wissen, wie das mit den Tickets funktioniert. Kauft man sich erst ein Ticket zum Bahnhof Narita und danach ein Ticket zum Bahnhof Tokio ? Oder gibt es eine Art Ticket mit der Zwischenstopps eingelegt werden können?
    Ich hoffe du kannst mir helfen.

    Viele Grüße

    • Corinna on 26. Juli 2019 at 7:38 said:

      Hallo Huong Giang,

      wenn du zeitlich unabhängig sein möchtest, kaufe die Tickets besser einzeln.

      Viele Grüße aus der WanderWeib-Redaktion
      Corinna

      • Huong Giang on 28. Juli 2019 at 20:44 said:

        Hallo Corinna,

        vielen Dank für deine Hilfe. Den Ratschlag werde ich dann berücksichtigen.

        Viele Grüße

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