Möchtest du wissen, was dich erwartet, wenn du schwanger in Tokio/Japan bist? Oder wie du einen Schwangerschaftstest in Japan findest? Oder wie du eine Frauenklinik in Tokio/Japan findest? Dann suche nicht weiter, sondern informiere dich in diesem Artikel über Schwangerschaft in Tokyo/Osaka/Kyoto/Japan, was du wirklich für dein Baby in Japan brauchst und welche Untersuchungen dich erwarten.

Schauen wir uns Schwanger in Japan genauer an:


Bist du wirklich schwanger in Japan?

Schwangerschaftstests für zu Hause

Schwangerschaftstests (妊娠検査薬 Ninshinkensa Yaku) für zu Hause bekommst du für ca. 1000 Yen / 9 Euro in großen, mehrstöckigen Drogerien (薬局 Yakkyoku), die du oft neben größeren Bahnhöfen findest. Halte einfach nach dem Schriftzeichen 薬 (kusuri, Medizin) Ausschau. Am berühmtesten sind die Drogerie-Ketten Matsumoto Kiyoshi und günstiger Papasu ぱぱす(GoogleMaps). Die Tests kannst du ca. 7 Tage nach dem Ausbleiben der Regel machen.

Schwangerschaftstests in Kliniken oder Krankenhäusern

In Frauenkliniken (産婦人科 Sanfujinka oder auch レディースクリニック Rediisu Kurinikku), aber auch in Krankenhäusern (病院 Byouin) kannst du einen Schwangerschaftstest machen lassen. In der Regel musst du ein Anmeldeformular ausfüllen, dann wird dir unten ein Ultraschall-Stock hinein geschoben und nachgeschaut, ob sich eine Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat. Der Arztbesuch kostet dich ca. 2000 Yen / 18 Euro mit japanischer Krankenversicherung.

Wo findest du passende Frauenkliniken oder Krankenhäuser in Japan?

Sobald deine Schwangerschaft bestätigt wurde, solltest du dich SCHNELL um eine Frauenklinik oder Krankenhaus bemühen. In Japan musst du nämlich deine Geburt anmelden und einen Geburtsplatz reservieren. Da du nach der Geburt einige Tage in der Klinik verbringen wirst. Am besten machst du das schon ab der 5-6 Schwangerschaftswoche(!)! Ansonsten kann deine Wunsch-Klinik ausgebucht sein… Kein Scherz!

Am schnellsten findest du eine Klinik oder Krankenhaus, die auch Englisch sprechen können, indem du auf folgende Webseite gehst:

Dort wählst du  die Region aus (Area z. B. Tokyo), die Sprache (z.B. Englisch) und den Frauenarzt:

  • Gynecology – Frauenarzt 婦人科 Fujinka

Falls du etwas Japanisch kannst, google einfach nach der nächsten Frauenklinik “婦人科” in deiner Nähe.

Beachte aber auch:

Öffentliche Krankenhäuser

  • Lange Wartezeiten bei Untersuchungen
  • PDA meist möglich
  • Mehrbettzimmer (bis zu 6 Personen!)
  • Teuer
  • Im Notfall für alles ausgestattet

Privat-Frauenkliniken

  • Kurze Wartezeiten
  • PDA nur mit Reservierung
  • Einzelzimmer
  • Leckeres Essen
  • Mehr Service (Massage, Haarschnitt, Abendessen…)
  • Günstiger
  • Im Notfall ins Krankenhaus überwiesen

Außerdem solltest du folgende Fragen vorher klären:

  • Wie weit ist die Klinik von zu Hause entfernt?
  • Wie kommst du im Notfall zur Klinik?
  • Während der Geburt darf der Vater im Raum sein?
  • Darf das Baby im gleichen Zimmer schlafen?
  • Wie viele Patienten sind in einem Zimmer?
  • Gibt es Privatzimmer?
  • Kann Essen von Außerhalb mitgebracht werden?
  • Gibt es eine PDA?
  • Wird der Damm immer geschnitten?
  • Was passiert im Notfall (Privatkliniken)?
  • Gibt es Wifi?

Wie viel kostet eine Schwangerschaft in Japan?

Kosten der Voruntersuchungen

Die Kosten der Voruntersuchungen werden teilweise von der Stadt getragen. Dazu erhältst du einige Coupons, die wie Postkarten aussehen und die du zusammen mit dem Mutterpass bekommst. In der Regel bleiben so ca. ~40.000-70.000 Yen an Kosten übrig.

Angebote für die Geburt

Wenn du dich auf den Webseiten der Kliniken oder Krankenhäusern etwas umgeschaut hast, wirst du dort den Preis einer natürlichen Geburt finden. In der Regel musst du in den Großstädten wie Tokio oder Osaka mit mehr Kosten rechnen, sobald du aber etwas außerhalb wohnst, wird es günstiger.

Mögliche Kosten im Überblick:

  • Natürliche Geburt / 4 Tage-Übernachtung: 650.000 – 800.000 Yen (6000 ~ 7800 Euro)
  • Kaiserschnitt: 15.000 Yen + 6 Übernachtung: 800.000 – 1000.000 Yen (7800 ~ 10.000 Euro)
  • PDA: +70.000 Yen
  • Weheneinleitungsmittel: 10.000 Yen / Tag
  • Feiertags- und Sonntags-Zuschlag: 40.000 Yen
  • Abends-Zuschlag (17.00-9.00 Uhr): 30.000 Yen

Kostenrückerstattung

Die gute Nachricht: Von den Geburtskosten übernimmt der Staat einen Teil. Insgesamt werden ca. 420.000 Yen nach der Geburt erstattet. Bleiben meistens noch 250.000-350.000 Yen an Kosten übrig.

Bezahlen der Rechnungen

In manchen Krankenhäusern musst du eine 20.000 Yen  Reservierungsgebühr und ab der 33 Woche die Hälfte der Geburtskosten bezahlen. Akzeptiert werden entweder Kreditkarte oder Bargeld.

Was für Schwangerschaft-Untersuchungen erwarten dich in Japan?

Generell gilt: Sowohl in Deutschland als auch in Japan zählen die Ärzte nicht mit 9 Monaten, sondern mit 10 Monaten, dabei ist die erste Woche die letzte Regelwoche. Das bedeutet, dass eine Schwangerschaft ~40 Wochen aufweist. Die Schwangerschaftsuntersuchungen unterscheiden sich nicht wesentlich von den Untersuchungen, die du auch in Deutschland erhalten wirst. Allerdings bekommst du bei jeder Untersuchung bis zur 36 Woche mehrere Ultraschallbilder, so dass du am Ende ein richtiges Fotobuch hast.

# 1. Urin-Check

Direkt nach der Anmeldung erhältst du jedes mal einen Becher, den du auf der Toilette befüllen sollst. Im Toilettenraum befindet sich eine kleine Klappe, in der du den Pappbecher stellen sollst.

#2. Gewicht-Check

Auch dein Gewicht wird jedes mal überprüft. Manche Kliniken sind sehr streng mit der Gewichtszunahme. Die Norm richtet sich nach dem BMI (Gewicht und Körpergröße). Beispielsweise: Gewicht 62 kg -> Gewichtszunahme 9-14 kg

#3. Bluthochdruck-Check

Ebenfalls wird dein Bluthochdruck vor jeder Untersuchung überprüft. Damit soll ausgeschlossen werden, dass du ein HELLP-Syndrom oder Präeklampsie entwickelst.

#4. Ultraschall-Check

Bis zur 36 Woche erhältst du jedes mal eine Menge Ultraschall-Fotos. In den späteren Wochen werden auch 3 D Fotos von dem Gesicht deines Babys dabei sein. Manche Kliniken bieten einen USB-Service an, darauf befindet sich ein Video mit der ganzen Ultraschall-Untersuchung. Beachte: Die hohe Anzahl von Ultraschalluntersuchungen ist aber auch eher kritisch zu sehen, da Ultraschall durchaus Stress für das Kind bedeutet, da es sehr laut ist.

#5. Weitere Untersuchungen: 

Erste Trimester (1-12 Woche):

  • 4 Termine (5, 7, 9 und 11 Woche)
  • Geburtstermin (5-6 Woche)
  • Herzschlag
  • Fetale Länge
  • Bluttest (5-6 Woche)
    • Blutgruppe 血液型 Ketsuekigata
    • HIV
    • Blutwerte-Check
  • Muttermund-Krebs (9 Woche)
  • Herz-Defekte
  • Trisomy 18 (Optional – 18トリソミー  15 Woche)
  • Down Syndrome (Optional – Rapid FISH – 17 Woche)

Zweites Trimester (13-24 Woche):

  • 3 Termine (13, 17 und 21 Woche)
  • Körper-Check
  • Organ-Check
  • Geschlecht des Babys (性別 Seibetsu – ab der 20sten Woche)
  • Chlamydien (クラミジア Kuramijia – 21 Woche)
  • Muttermund-Check (頸管 Keikan – 21 Woche)

Drittes Trimester (25-40 Woche):

  • 11 Termine (25, 29, 31, 33, 35, 36, 37, 38, 39, 40 und ggf. 41 Woche)
  • Körper-Check
  • Organ-Check
  • Baby Positions-Check (後期検査 Koukikensa)
  • Muttermund-Check (頸管 Keikan  – 29 + 31 Woche)
  • Blut-Check (29 + 33 Woche)
    • Blutwerte
    • Streptokokken (GBS – 33 Woche)
  • Herz-Check (Non-Stress-Test – NST)  (ab 36 Woche)
  • Becken-Check (内診 Naishin ab 37 Woche)

Wo erhältst du den Mutterpass in Japan?

Deinen Mutterpass (母子健康手帳 Boshikenkoutechou) erhältst du kostenlos ab der 8. Woche von deinem zuständigen Rathaus. Das Design der Mutterpässe variiert je nach Stadt. Wahlweise gibt es diese auf Englisch oder auf Japanisch. Bei der Abholung vom Mutterpass bekommst du in manchen Städten Bücher, Kleidung, Handtücher oder andere Babysachen geschenkt.

Wo findest du Geburtsvorbereitungskurse?

Wenn du dich auf die Geburt vorbereiten möchtest, dann solltest du zu den kostenlosen (!) Geburtvorbereitungskursen (ママパパ学級 MamaPapa Gakkyu) deiner Stadt gehen. Die Termine erfährst du in deinem Rathaus, wenn du z. B. den Mutterpass abholst. Auch die Frauenkliniken oder die Krankenhäuser bieten kostenlose Kurse an, die über mehrere Tage sich erstrecken. Auch wenn du kein wirkliches Interesse an den Kursen hast, solltest du diese besuchen, um andere Schwangere kennen zu lernen.

In den Kursen lernst du beispielsweise:

  • Vorbereitungen vor der Geburt
  • Zahnpflege
  • Ernährung
  • Baby baden
  • Beckenbodenübungen
  • Brustmassage
  • Dammmassage
  • Geburtsablauf
  • Atemübungen
  • Papa darf einen 10 kg Schwangerschaftskittel anziehen. 😉

Wie “planst” du die Geburt in Japan?

Zwar ist jede Geburt anders, aber in Japan reichst du ab der 34 Woche einen Geburtsplan (バースプラン Baasupuran) ein. Dort gibst du beispielsweise an, ob du eine Natürliche Geburt (自然分娩 Shizenbunben), einen Kaiserschnitt (帝王切開 Teiousekkai) oder eine PDA (無痛分娩 Mutsubunben) (Schmerzmittel-Spritze) haben möchtest.

Typischer Geburtsplan:

  • Berechneter Geburtstermin
  • Allergien (アレルギー Arerugii)
  • Aktuelle Medikamente (薬 Kusuri)
  • Asthma (喘息 Zensoku)
  • Krankenhaus-Aufenhalte (ご入院 Gonyuuin)
  • Notfallnummern
  • Wünsche betreffend der Geburt:
    • Natürliche Geburt (自然分娩 Shizenbunben)
    • Kaiserschnitt (帝王切開 Teiousekkai)
    • PDA (無痛分娩 Mutsubunben) (Schmerzmittel-Spritze)
    • Dammschnitt (会陰切開 Einsekkai)
  • Kreissaal-Entspannung:
    • Musik (BGM)
    • DVD
    • Lichtlevel (照明 Shoumei)
  • Familie bei der Geburt anwesend  (立ち合い Tachiai)
  • Nach der Geburt, ob dein Baby nur Brustmilch oder auch Milchpulver erhalten soll.
  • Wo du nach der Geburt hingehst.
  • Wer dir nach der Geburt hilft.

Was solltest du für die Geburt einpacken?

Obwohl du in einigen Kliniken und Krankenhäusern Zahnbürsten und Nachthemden gestellt bekommst, solltest du auf jeden Fall eine kleine Tasche bereitstellen.

Beispielsweise solltest du folgendes einpacken:

  • Krankenkasse-Versicherungskarte
  • Krankenkarte v. Krankenhaus/ Klinik
  • Mutterpass
  • Schlafanzug (Wenn du größer als L hast)
  • Unterhosen
  • BHs
  • Elektrische Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Bürste
  • Zahnseide
  • Handy + Ladegerät + Kabel
  • Akku für’s Handy
  • Wechselkleidung für den Heimweg
  • 1 x Baby-Kleidung für den Heimweg
  • Binden für den Heimweg

Optional:

  • Lippenbalsam (trockene Lippen)
  • Haargummis
  • Haarklammer (Zum Duschen)
  • Ohrstöpsel (Mehrbettzimmer oder Schreiende Babys im Nachbarzimmer)
  • Steckdosenleiste
  • 500 ml Wasserflasche
  • Wifi Router (falls es nur LAN-Anschlüsse gibt).

Wie ist ein Schrein-Besuch für die sichere Geburt?

In Japan ist es üblich für eine sichere Geburt (安産 Anzan) im Schrein zu beten. Dazu suchst du ohne Termin einen größeren Schrein in deiner Nähe auf und begibst dich zur Anmeldung. Dort zahlst du ca. 5000-10.000 Yen für die Zeremonie und füllst ein Formular aus, auf dem du deinen Namen einträgst. Danach wirst du in den Schrein gerufen und der Priester betet für dich zu den Göttern für eine sichere Geburt.

Leider darfst du während der Zeremonie keine Fotos machen…. Nach ca. 20 Minuten ist der Priester fertig und überreicht dir ein paar Geschenke (Reis, Sake und eine Schutzgott-Tafel (im Bild oben zweite von links) , die du in deinem Zimmer hinstellen solltest). Außerdem einen Gürtel für eine sichere Geburt, den du um deinen Bauch wickeln sollst.

Was passiert am Tag der Geburt?

Falls du eine natürliche Geburt wünscht, musst du bei den ersten Wehen zunächst zur Klinik kommen. Manche Krankenhäuser, aber auch Kliniken bieten einen kostenlosen Taxi-Service an. Dazu lassen sie deine Festnetztelefonnummer beim lokalen Taxi-Service registrieren. Solltest du also beim lokalen Taxi-Service anrufen, wissen sie genau, wo du wohnst. Danach rufst du deine Klinik an und gibst folgendes an:

  • Namen
  • Patientennummer
  • Geburtstermin
  • Wehen
  • Entfernung zur Klinik

Danach setzt du dich in das Taxi und fährst zur Klinik.

Natürliche Geburt (自然分娩 Shizenbunben)

Bei einer natürlichen Geburt werden die Wehen und Herztöne deines Babys mit Monitoren überwacht. Außerdem die Öffnung deines Muttermundes regelmäßig abgetastet.

Kaiserschnitt (帝王切開 Teiousekkai)

Wenn das Kind falsch herumliegt oder Gefahr für beide besteht, wird ein Kaiserschnitt durchgeführt. Entweder erhälst du eine Vollnarkose oder eine Spinalanästhesie (Schmerzmittel-Spritze), das hängt von der Klinik bzw. Krankenhaus ab.

Geplante Geburt (計画分娩) oder eingeleitete Geburt (分娩誘発 Bunbenyuuhatsu) 

Mittlerweile gibt es viele Frauenkliniken, die eine geplante (eingeleitete) Geburt anbieten. Bei dieser wählst du zusammen mit deinem Arzt einen Termin und wirst an einen Tropfen angeschlossen, um die Wehen einzuleiten. Falls die Wehen nicht stark genug sind, gibt es ebenfalls ein Mittel, um die Geburt zu beschleunigen (分娩促進 Bunbensokushin).

PDA (無痛分娩 Mutsubunben) (Schmerzmittel-Spritze)

Kannst du in vielen Kliniken & Krankenhäusern auf Wunsch erhalten, kosten aber extra (~70.000 Yen).

Dammschnitt (会陰切開 Einsekkai)

Meist wird das Gewebe (der Damm) zwischen dem After und der Vagina ein kleines Stück eingeschnitten. Der Schnitt kann eine Geburt beschleunigen, wird aber nur überwiegend nur dann angewendet, wenn es dem Kind unter der Geburt sehr schlecht geht und es wirklich um Sekunden geht – so sollte es zumindest sein. In der Realität passiert das aber oft aus Ungeübtheit der Geburtshelfer. Der Schnitt wird meist während einer Wehe gemacht, um die Schmerzen geringer zu halten.

Was passiert nach der Geburt?

In Japan bleibst du ( auch bei einer natürlichen Geburt ) erst einmal drei bis sieben Tage in der Klinik oder Krankenhaus und hütest das Wochenbett. In der Zeit zeigen dir die Krankenschwester, wie du am besten stillst, wie du dein Baby badest und wickelst. Die Schwestern überprüfen auch eure Werte, tasten dein Bauch ab, nehmen Blut ab, testen Urin + Bluthochdruck und messen Fieber.

Geburtsregister

Innerhalb von zwei Wochen musst du die Geburt beim lokalen japanischen Rathaus anmelden. Beachte, dass auch zwei ausländische Eltern die Geburt registrieren müssen. Und du legst den Namen deines Babys fest.

Innerhalb eines Jahres solltest du die Geburt in Deutschland registrieren lassen. Das ist aber nicht Pflicht, wenn du in Deutschland geboren wurdest.

Dazu reichst du im Standesamt deines letzten Wohnsitzes in Deutschland folgende Unterlagen ein:

  • Antragsformular (Unterschrift von der Botschaft beglaubigen lassen)
  • Deine Geburtsurkunde aus Deutschland (Abschrift aus dem Geburtenregister)
  • Koseki Tohon + Apostille + Übersetzung
  • Beglaubigte Kopien der Reisepässe (Deutsche Botschaft)

Deutscher Pass

Ist die Geburt eingetragen, kannst du auch einen deutschen Pass beantragen. Mehr dazu siehe hier.

Wie bezahlst du für die Geburt?

Vor dem Verlassen der Klinik bezahlst du den Rest der Geburtskosten. Bezahlen kannst du entweder mit Bargeld oder Kreditkarte. Erkunde dich vorher, welches Bezahlungsmittel deine Klinik akzeptiert.

Was brauchst du wirklich für dein Baby in Japan?

Spätestens bis zur 30 Schwangerschaftswoche solltest du folgende Besorgungen erledigt haben:

  • Feuchte Tücher (ふき fuki)
  • Mulltücher  (ガーゼ  Gaaze)
  • Windeln für Neugeborene (オムツ 新生児 Omutsu – Shinseiji)
  • Mülleimer für Windeln (おむつ処理ポット Omutsu Shori Potto)
  • Kleidung (洋服 Youfuku – Sommer? / Winter?)
  • Bett (ベット Betto) oder Futon (布団)
  • Spannlaken (Wasserfest シーツ Shiitsu)
  • Kissen (枕 Makura)
  • Handtücher (タオル Taoru)
  • Babywanne/Eimer (ベビーバス Bebiibasu)
  • Babyseife (ベビーソープ Bebiisoopu)
  • Babylotion oder Babyöl (ベビーミルクローション Bebiimiruku rooshon oder ベビーオイル Bebii oiru)
  • Donutskissen (ドーナツ枕 Doonatsu Makura)
  • Stillkissen (授乳クッション Junyuu Kusshon)
  • Babyschere (新生児つめきりハサミ Shinseiji Tsumekiri Hasami)
  • 70 Grad Wasserkocher (電気 ポット Denki Potto)
  • Milchpulver (粉ミルク Konamiruku)
  • Fläschchen (哺乳びん Honyuubin)
  • Babycarrier (ベビーキャリアー Bebiikyriaa)
  • Kinderwagen (ベビーカー Bebiikaa)
  • ggf. Kindersitz für das Auto (ベビーシート Bebii shiito)
  • Nippel-Aufsatz (コンタクトニップルシールド Kontakuto Nippuru Shiirudo)

Baby-Produkte findest du beispielsweise in folgenden Geschäften:

Wie findest du einen Kinderarzt in Japan?

Am schnellsten findest du einen Kinderarzt, der auch Englisch spricht, indem du auf folgende Webseite gehst:

Dort wählst du  die Region aus (Area z. B. Tokyo), die Sprache (z.B. Englisch) und den Kinderarzt:

  • Pediatrics – Kinderarzt – 小児科医 Shounikai

Falls du etwas Japanisch kannst, google einfach nach den nächsten Kinderarzt ” 小児科” in deiner Nähe.

Welche Untersuchungen und Impfungen folgen nach der Geburt in Japan?

Direkt einen Monat nach der Geburt besuchst du mit deinem Baby erneut die Klink und werdet noch vom Arzt kontrolliert (一ヶ月検診 Ikkagetsu Kenshin).

Außerdem besuchen dich Mitarbeiter der Stadt zu Hause, um zu schauen, dass es euch gut geht. Dies soll Kindesmisshandlungen vorbeugen.

Ab dem zweiten Monat stehen die ersten Impfungen an. Es gibt zwei Arten von Impfungen: Routine Impfungen (定期予防接種 Teiki-Yobou-Sesshu) und Optionale Impfungen (任意予防接種, Nin-i-Yobou-Sesshu).

Zweiter Monat:

  • HIB-Impfung (ヒブ, Hibu)
  • Pneumokokken (小児用肺炎球菌, Shouniyouhaienkyuukin)
  • Hepatitis-B (B型肝炎, B Gatakanen)
  • Rotavirus (ロタウイルス, Rotauirusu (Optional)) – ca. 14.500 Yen

Dritter Monat:

  • HIB-Impfung (ヒブ, Hibu)
  • Pneumokokken (小児用肺炎球菌, Shouniyouhaienkyuukin)
  • Hepatitis-B (B型肝炎, B Gatakanen)
  • DPT-IPV (Diphtheria, Pertussis, Tetanus, Polio) (四種混合, Yonshukongou)
  • Rotavirus (ロタウイルス, Rotauirusu (Optional)) – ca. 14.500 Yen

Weitere Impfungen und Möglichkeiten findest du in diesem pdf oder auf dieser Webseite erklärt.

Erfahrungsberichte von Schwangeren in Japan

Mittlerweile gibt es einige Mütter, die ihre Erfahrungen auch online gepostet haben:

Insidertipps

Und zu guter letzte ein paar Tipps:

  • Überlege gut, ob du nicht in Deutschland dein Kind zur Welt bringst, um Kosten zu sparen.
  • Hol dir das Schwangerschaftszeichen, dann kannst du auch die speziellen Sitze im Zug nutzen.
  • Pampas stellt westliche Windeln her, die bei dünnen Beinen weniger auslaufen.
  • Melde dich bei der Gruppe Tokyomothersgroup an, die größte Ausländer-Gruppe für werdende Mütter und Familien

 


Hast du in Japan ein Kind zur Welt bekommen? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Lass mir doch einen Kommentar da!

8 Thoughts on “[Tipps] Schwanger in Japan: Von der ersten Untersuchung bis nach der Geburt!

  1. Sicher hilfreich für einige Leute. Darf man gratulieren? 😀

  2. Hallo Tessa,

    ohne hier groß Werbung machen zu wollen: unsere Tochter wurde 2013 im öffentlichen Sanraku-Krankenhaus in Ochanomizu geboren und wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Ja, es sind 6-Bett-Zimmer in der Mütterstation, aber jedes Bett ist mit einem blickdichten und schallschluckenden Vorhang abgetrennt, und außerdem stehen zwischen den Betten Schränke, sodass man schon sehr viel Privatsphäre hat. Also 6-Bett-Zimmer in dt. und jp. Krankenhäusern sind denke ich mal nicht direkt miteinander vergleichbar.
    Nachts konnte man das Kind auch auf die Schwesternstation bringen, falls es sich garnicht beruhigen liess.
    Auch das Essen war super (u.a. Sashimi!), und ein Geschenk für Neugeborene gab es vom Krankenhaus-Personal oben drauf…

    Im Endeffekt kommt es wohl bei der Krankenhaus-Auswahl auf das eigene Bauchgefühl und das Vertrauensverhältnis zu den Hebammen etc. an.

    Kann man Dir denn zu (baldigem) Nachwuchs gratulieren? 🙂
    Deine Fotos sehen ja so aus, als ob Dich das Thema persönlich “betrifft” 🙂

    Viele Grüße,
    Kay

    • Hallo Kay,

      vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. 🙂 Das mit dem blickdichten und schallschluckenden Vorhang hat man unter anderem auch, wenn man zum Arzt geht. Ist etwas gewöhnungsbedürftig… Ich habe einen sehr leichten Schlaf und wache bei jedem Geräusch auf…

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  3. TheWashingtonP on 11. November 2017 at 20:31 said:

    Hallo Tessa, wie immer: Ganz toll! Wusstest Du, dass die JapanerInnen “Boshi-Techou” eingefuehrt haben? und Es gibt ihn bereits seit 1941. In Dtl. gibt es, so weit ich weiss, den Mutterschutzpass erst seit 1961!
    Herzliche Gruesse aus Giessen/Marburg

  4. Hallo Tessa,

    dein Beitrag ist super hilfreich für werdende Mütter.
    Alles Notwendige kompakt zusammengefasst.

    Ich hoffe, es kommen mit der Zeit noch mehr Erfahrungsberichte, denn jeder macht andere Erfahrungen, jeder benötigt unterschiedliche Sachen, jeder zahlt andere Preise etc etc!

    Ich war mit meinem 6 Bett Zimmer im normalen Krankenhaus auch absolut zufrieden!
    Obwohl mein Geburtsmonat der vollste des ganzen Jahres war (August), habe ich das Zimmer nur mit einer anderen Mutter geteilt.
    Das war, im Vergleich zum Aufpreis zu einem Privatzimmer, absolut gar kein Problem 🙂
    Ich habe ein dickes, fettes Festagsessen bekommen, ein großes Geschenkpaket, zwei Packungen Premium-Windeln… Total super 🙂

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