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[Ausflug] Ofuna: Die Taya Höhle und die große Kannon Statue

Wenn man im Sommer in Tokio ist, geht man am besten in eine Höhle, in der Temperaturen um die 10 Grad herrschen. Also machten wir uns auf den Weg nach Ofuna, um uns die relativ unbekannte Höhle Taya-no-Dokutsu 田谷の洞窟 anzusehen, die wir mit einer Kerze erkunden. Neben der Höhle statten wir auch der großen Kannon-Statue einen Besuch ab.


Ofuna Taya Höhlen

Weniger als eine Stunde brauchen mein Begleiter und ich vom Tokio Bahnhof zum Bahnhof Ofuna. Wir folgen den Schildern zum West-Ausgang 西口 und gehen über eine Brücke zur Bushaltestelle Nr. 5 のりば5番.

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An der Haltestelle nehmen wir den Bus Nr. 72, der von 6 Uhr bis 16 Uhr alle 20 Minuten abfährt. Am Hintereingang registrieren wir unseren Einstieg mit der Suica und setzen uns in den Bus. Nach nur 13 Minuten bezahlen wir 200 Yen für die kurze Fahrt und steigen an der Bushaltestelle Taya 田谷 aus.

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Auf der gegenüberliegenden Seite entdecken wir schöne Reisfelder, die sich im Wind bewegen.

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Wir überqueren die Ampel und biegen in die nächste Straße Richtung Kanai Park ein.

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Nach ungefähr 8 Minuten finden wir das Eingangsschild Taya-no-Dokutsu 田谷の洞窟 an der Straße.

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Über eine kurze Treppe erreichen wir den Tempel Josenji 定泉寺. Der Tempel gehört zur esoterischen Buddistischen Sekte Shingon, der im Jahre 1192 gegründet wurde. In der Zeit entstanden auch andere berühmte Schreine wie der Tsurugaoka-Hachiman-gu in Kamakura.

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Im Vorgarten entdecken wir eine schöne Laterne, die mit einem Tiger verziert ist.

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Außerdem eine Statue vom Gründer der Shingon Sekte dem Mönch Kobo Daishi, den wir schon vom Berg Tempel aus Sendai kennen.

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Er trägt einen großen Strohhut, einen Stab, eine Gebetskette und Strohsandalen. Häufig siehst du ihn auf den Tempelanlagen dieser Sekte.

Direkt nebenan finden wir den Eingang, dort bezahlen wir 400 Yen Eintritt und erhalten eine Kerze.

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Etwas verwundert schauen wir uns die Kerze an. Keine 10 Meter weiter stehen wir vor dem Eingang der Höhle.

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Wir nehmen uns einen Kerzenhalter, die vor der Höhle liegen.

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Dann stecken wir die Kerze auf den Stock und wagen uns in die Höhle.

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Leider ist in der Höhle das Fotografieren verboten, so dass ich keine Fotos hier präsentieren kann.

Die Höhlen wurden von 1192 bis 1720 in die Felsen gehauen, um dort Mönchen eine Meditation-Möglichkeit zu bieten. Sie suchten in der Höhle die Erleuchtung, in dem sie für mehrere Tage mit der Hand Räume aus dem Felsen hauten. Im Inneren finden sich natürliche Wasserquellen, so dass diese zumindest nicht verdursten mussten. Insgesamt schlugen so die Mönche 1000 m lange Schächte in den Stein.

Heute kann man leider nur noch 300 m der Schächte besuchen.

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Am Eingang der Höhle finden wir eine große Kerze, dort zünden wir unsere Kerze an. Schon hier spüren wir, wie es in der Höhle angenehm kühl wird.

Staunend und sprachlos fühlen wir uns wie Indiana Jones und müssen aufpassen, dass unsere Kerzen nicht ausgehen. Oft müssen wir unsere Köpfe einziehen, da die Decken niedrig sind. Einige Räume sind mit kunstvollen Tierkreiszeichen und Deckendekorationen verziert. In einem Gang gehen wir auf einem Steg, da er unter Wasser steht. An den Wänden können wir Figuren und Fabelwesen bestaunen.

Über eine schmale Treppe kommen wir ins Untergeschoss. Dort finden wir eine Quelle und kunstvoll-verzierte Schildkröten vor. Die ganze Höhle ist nur mit Kerzen beleuchtet, so dass wir ganz begeistert sind. Nach ungefähr 20 Minuten verlassen wir die Höhle und fühlen uns erleuchteter.

In der hintersten Ecke vom Gelände stoßen wir auf ein Meer an Jizo-Statuen, die mit roten Mänteln eingewickelt sind.

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Sie sollen die Seelen der Untoten in die Unterwelt bringen. An einer kleinen Raststätte legen wir eine kurze Pause ein:

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Und genießen einen angenehmen kühlen Wind. Nach 20 Minuten gehen wir langsam zur Bushaltestelle zurück und steigen in den nächsten Bus Richtung Ofuna Bahnhof ein, der alle 10 Minuten vorbeifährt.

Die große Kannon-Statue

Am Bahnhof Ofuna 大船駅 angekommen, überqueren wir die Hauptstraße an der Ampel und halten uns rechts.

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Nach wenigen Metern treffen wir auf das Eingangsschild der Kannon Statue.

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Hier biegen wir nach links ab und dann die nächste wieder links. Zwei Schritte weiter stehen wir am Aufgang zur Statue.

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Die steile Straße führt uns durch einen schönen Bambuswald, der uns etwas Schatten spendet.

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Am Eingang bezahlen wir 300 Yen Eintritt und erhalten ein Heftchen auf Englisch.

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Hinter dem Tor finden wir eine schöne Statue, die die Kannon-Göttin darstellen soll.

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Sie steht für Gerechtigkeit und Schutz der Tiere. Dahinter treffen wir auf das Hiroshima und Nagasaki Denkmal.

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Die Steine auf dem Altar stammen aus den beiden Städten und soll an die Seelen der Verstorbenen der Atombombe erinnern. Wir verneigen uns und werfen eine Münze in den Gebetskasten.

Auf der rechten Seite finden wir eine lange Treppe, die uns eine schöne Aussicht über Ofuna ermöglicht.

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An deren Ende blickt uns schon die weiße Kannon-Statue entgegen, die uns geheimnisvoll anlächelt.

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Die Statue geht zwar nur bis kurz unter die Brust, im Gegensatz zu der 41,8 m großen Kannon-Statue in Takasaki, besitzt aber auch eine erhabene Aura.

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Von der Seite strahlt sie ebenfalls eine friedliche Atmosphäre aus.

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Diese Statue ist der Göttin der Gerechtigkeit (und dem Schutz der Tiere) gewidmet. Baubeginn war 1929 und nach dem Krieg im Jahre 1960 fertiggestellt. Häufig besuchen Ausländer, die in Japan wohnen und Heimweh haben, die Statue, da sie etwas Trost spendet. Im September wird deswegen ein „Ausländer-Fest“ abgehalten, an dem Ausländer ihre landesspezifischen Gerichte und Tänze vorstellen.

Am Wegrand entdecken wir einen kleinen Stein, der Besuchern das Liebesglück verspricht.

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Über eine Treppe können wir in das Innere der Kannon-Statue blicken. Dort finden wir einen kleinen Schrein mit einer Nachbildung der Kannon-Statue.

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Außerdem sehen wir viele kleine Jizo-Statuen, die aus Holz gefertigt sind.

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Sowie 1000 Kraniche, die die Bewohner von Ofuna gefaltet haben, um die Fertigstellung der Kannon-Statue zu feiern.

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Nach einer kurzen Verbeugung verlassen wir das Innere der Statue und finden in einer Ecke hübsche Holzbretter, die man im angrenzenden Laden erstehen kann.

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Auf diese Bretter, die auf Japanisch Ema heißen, schreibst du deinen Wunsch und hängst sie an  eine der dafür vorgesehenen Wände. Wenn die Wand voll ist, werden die Holzplatten in einem Ritual verbrannt, so dass dein Wunsch in den Himmel aufsteigen kann.

Neben der Wand entdecken wir ein kleines Schild, das uns über eine schmalen Weg schickt.

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Am Ende des Weges stehen wir vor dem kleinen Nebengebäude Jikodo 慈光堂.

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Besonders fallen uns die Papierstreifen mit japanischen Namen am Gebäude auf.

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Diese werden von Leuten angebracht, die sich im Tempel engagiert hatten. Über eine weitere Treppe kommen wir zurück zum Eingang und gehen den Weg zurück zum Bahnhof.

Fazit: Der Tagesausflug ist im Sommer oder bei Regen ideal, um aus Tokio herauszukommen und etwas stille zu finden. Wer noch Zeit hat, kann im Anschluss Kamakura besuchen, das nur einen Katzensprung von Ofuna entfernt liegt.


Details

  • Ofuna Tagesausflug
  • Komplette Route: Bahnhof Tokio 東京駅 → Linie Tokaidohon 東海道本線 / Yokosuka Linie 横須賀線 → Bahnhof Ofuna 大船駅 → West-Ausgang 西口→ Bushaltestelle Nr. 5 のりば5番 → Kanagawachu Bus Nr. 72 神奈川中バス72 → Bushaltestelle Taya 田谷 バス停 → Höhle Taya-no-Dokutsu 田谷の洞窟 → Bushaltestelle Taya 田谷 バス停 → Kanagawachu Bus Nr. 72 神奈川中バス72 → Bushaltestelle Bahnhof Ofuna 大船駅 → Große Kannon Statue Ofuna 大船観音寺 → Bahnhof Ofuna 大船駅 → Linie Tokaidohon 東海道本線 / Yokosuka Linie 横須賀線 → Bahnhof Tokio 東京駅
  • Anfahrtsdauer: ~ 42 Min
  • Tour-Dauer: 4-5 Stunden
  • Kosten: 2 x 800 Yen (Zug) + 2 x 200 Yen (Bus) + 700 Yen (Eintritt) = 2700 Yen / 25 Euro

# Sehenswürdigkeiten im Detail:

  • Taya Höhle (Taya-no-Dokutsu 田谷の洞窟)
  • Adresse: 〒244-0244 Kanagawa Prefecture, Yokohama, Sakae Ward, Tayacho, 1501 (GoogleMaps)
  • Homepage: http://odekake.info/
  • Anfahrt: Bahnhof Tokio 東京駅 → Linie Tokaidohon 東海道本線 / Yokosuka Linie 横須賀線 → Bahnhof Ofuna 大船駅 → West-Ausgang 西口→ Bushaltestelle Nr. 5 のりば5番 → Kanagawachu Bus 72 神奈川中バス72 → Bushaltestelle Taya 田谷 バス停
  • Anfahrtsdauer: 42 Min (Zug) + 13 Min (Bus) + 8 Minuten (Fußweg) = 63 Minuten
  • Öffnungszeiten: 9:00-16.30 Uhr
  • Geschlossen: —
  • Gebühren: 400 Yen, Mittelschüler 200 Yen und Grundschüler 100 Yen.
  • Verweildauer: 1-2 Stunden

  • Große Kannon Statue Ofuna (大船観音寺) 

  • Adresse: 1 Chome-5-3 Okamoto, Kamakura, Kanagawa Prefecture 247-00728 ( GoogleMaps)
  • Homepage: http://oofuna-kannon.or.jp/
  • Anfahrt: Bahnhof Tokio 東京駅 → Linie Tokaidohon 東海道本線 / Linie Yokosuka 横須賀線 → Bahnhof Ofuna 大船駅
  • Anfahrtsdauer: 42 Min (Zug) + 5 Min (Fußweg) = 47 Minuten
  • Öffnungszeiten: 9:00-17:00 Uhr (Nov.-Jan. bis 16.30 Uhr)
  • Geschlossen: —
  • Gebühren: 300 Yen (Erwachsene), 100 Yen (Kinder) und 200 Yen für Gruppen ab 20 Personen
  • Verweildauer: 1-2 Stunden

Fotos: 19. August 2015

Nützliche Schriftzeichen:
Ofuna Kannon Statue 大船観音寺
Höhle Taya-no-Dokutsu 田谷の洞窟
Bahnhof Tokio 東京駅
Linie Tokaidohon 東海道本線 /
Linie Yokosuka 横須賀線
Bahnhof Ofuna 大船駅
West-Ausgang 西口
Bushaltestelle Nr. 5 のりば5番
Kanagawachu Bus 72 神奈川中バス72
Bushaltestelle Taya 田谷 バス停
Bus バス
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左

Links:
Busverbindungen (Ofuna → Höhle): https://www.navitime.co.jp/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/

Bushaltestelle → Ofuna Taya Höhle:

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Ofuna Kannon Statue

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Was machst du im Sommer oder wenn es regnet? Lass mir doch einfach einen Kommentar da!

4 Gedanken zu „[Ausflug] Ofuna: Die Taya Höhle und die große Kannon Statue“

    1. Hallo Christina,

      da brauchst du absolut keine Angst zu haben. Japan ist so gut ausgeschildert und mit GoogleMaps findet man sich gut zurecht. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  1. Toller Beitrag! Ich hab die Statue schon oft vom Zug aus gesehen, bin aber nie auf die Idee gekommen, sie mir anzusehen…. beim nächsten Mal steht die Tour mit auf dem Plan! Danke!

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