Sommer in Japan: 10 Gadgets, die gegen Hitze helfen
Eine Japanreise im Sommer kann ganz schön anstrengend werden: Temperaturen von 35-40 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Hier zeige ich dir zehn praktische Sommer-Gadgets aus Japan, die dich unterwegs vor Sonne und Hitze schützen – und die sich teilweise auch als Mitbringsel eignen.
#1. Lüfterjacke
In Japan wird dir eine Jacke mit eingebauten Ventilatoren oft begegnen. Du findest sie bei Bauarbeitern, Gärtnern oder Lieferanten.
Auf der Rückseite sitzen zwei kleine Lüfter, die Luft unter die Jacke blasen und meistens über eine Powerbank betrieben werden.
Besonders elegant ist eine solche Jacke nicht. Wenn du längere Zeit draußen bist oder körperlich arbeitest, kann sie jedoch einen großen Unterschied machen.
Lüfterjacken findest du beispielsweise bei Bic Camera, Yodobashi Camera, Workman oder Don Quijote. Ein vollständiges Set kostet häufig um die 10.000 Yen.
Wichtig: Achte darauf, ob Lüfter und Akku bereits enthalten sind. Eine Powerbank mit Lithium-Akku gehört beim Rückflug grundsätzlich ins Handgepäck.
#2. Sonnen- und Regenschirm
Mein Sonnenschirm ist im japanischen Sommer fast immer dabei. Viele Modelle besitzen außen eine UV-abweisende Beschichtung und sind innen dunkel beschichtet. Dadurch fühlt es sich unter dem Schirm deutlich angenehmer an.
Besonders praktisch sind faltbare Modelle, die du auch bei Regen verwenden kannst. Achte dafür auf die Bezeichnung 晴雨兼用 (seiu ken’yō).
Gute Schirme bekommst du in größeren Kaufhäusern meist für etwa 3.000 bis 4.000 Yen. Bei Daiso und anderen günstigen Geschäften findest du einfachere Modelle teilweise schon ab etwa 770 Yen.
Meine Erfahrung: Sehr günstige Schirme gehen bei starkem Wind schneller kaputt.
Mein Tipp: Lass deinen Schirm nicht unbeaufsichtigt vor einem Konbini stehen. Am sichersten ist es, ihn zusammengefaltet in der Tasche mitzunehmen.
#3. Handventilator
Im Sommer findest du in Japan eine riesige Auswahl an kleinen elektrischen Ventilatoren: vom günstigen Minimodell bis zum leistungsstarken Handventilator mit mehreren Stufen.
Einige lassen sich um den Hals hängen, am Gürtel befestigen oder zusammenklappen. Manche Modelle dienen sogar zusätzlich als Powerbank.
Handventilatoren bekommst du unter anderem bei Daiso, 3COINS, Matsumoto Kiyoshi, Loft, Hands oder Don Quijote. Achte nicht nur auf das Design, sondern vor allem auf die Stärke des Luftstroms und die Akkulaufzeit.
Wichtig: Auch Geräte mit fest eingebautem Lithium-Akku gehören beim Flug ins Handgepäck.
#4. Kühlring für den Nacken
Ein Kühlring wird vorher in den Kühlschrank (z.B. von deinem Hotel) gelegt und anschließend um den Hals getragen. Das fühlt sich angenehm an und benötigt weder Strom noch Akku.
Die Kühlwirkung hält allerdings nicht den ganzen Tag. Nach meiner Erfahrung ist der Ring ungefähr eine Stunde lang angenehm kühl.
Für einen kurzen Spaziergang oder den Weg zum Bahnhof ist er trotzdem praktisch. Günstige Kühlringe gibt es bei Daiso; hochwertigere Modelle findest du in Drogerien, bei Loft oder Hands.
Lies weiter: Wo solltest du in Tokio übernachten?
#5. Japanische Sonnencreme
Japanische Sonnencremes sind häufig leicht, ziehen schnell ein und fühlen sich weniger klebrig an. Gerade bei der hohen Luftfeuchtigkeit ist das sehr angenehm.
Beliebt sind zum Beispiel Produkte von Biore, Anessa oder Skin Aqua. Du findest sie in Drogerien, Supermärkten und teilweise sogar im Konbini.
Achte neben dem Lichtschutzfaktor SPF auch auf die Angabe PA. Sie beschreibt den Schutz vor UVA-Strahlung; je mehr Pluszeichen angegeben sind, desto höher ist der Schutz.
Mein Tipp: Sonnencreme solltest du ausreichend auftragen und regelmäßig erneuern – besonders nach starkem Schwitzen.
#6. Sonnenhut
Wenn es zu windig für einen Sonnenschirm ist, ist ein guter Sonnenhut unverzichtbar. In Japan findest du viele leichte, faltbare Modelle mit breiter Krempe oder einem Nackenschutz.
Ein breiter Rand schützt Gesicht, Ohren und Nacken. Praktisch sind atmungsaktive Stoffe und ein Kinnband, damit der Hut bei Wind nicht davonfliegt.
Günstige Modelle bekommst du bei Daiso; eine größere Auswahl findest du beispielsweise bei Uniqlo, Muji, Workman und in Kaufhäusern.
#7. Kühlende Erfrischungstücher
Kühlende Feuchttücher passen in jede Tasche und sind unterwegs besonders angenehm. Damit kannst du Schweiß von Nacken, Armen oder Körper abwischen.
Viele Varianten enthalten Menthol und hinterlassen dadurch ein kühlendes Gefühl auf der Haut.
Lege die Packung über Nacht in den Kühlschrank deines Hotelzimmers, dann ist der Effekt am nächsten Morgen noch stärker.
Erfrischungstücher findest du günstig in fast jeder Drogerie und in vielen Konbini.
Wichtig: Für das Gesicht solltest du nur Produkte verwenden, die dafür ausdrücklich geeignet sind.
#8. UV-Armstulpen
UV-Armstulpen, auf Japanisch häufig アームカバー (āmu kabā) genannt, trage ich im Sommer fast täglich. Die Arme bleiben bedeckt, ohne dass du ein langärmliges Oberteil tragen musst.
Viele Modelle bestehen aus dünnen, atmungsaktiven Stoffen; manche fühlen sich sogar leicht kühlend an.
Du findest sie bei Daiso, in Drogerien, Kaufhäusern und bei Uniqlo. Dort kosten sie je nach Modell ungefähr 1.000 Yen oder mehr.
#9. Japanischer Fächer
Ein klassischer Fächer ist zwar kein Hightech-Gadget, gehört für mich aber trotzdem auf diese Liste. Er benötigt keinen Akku, macht keinen Lärm und passt in fast jede Tasche.
In Japan findest du Fächer mit Motiven wie Kirschblüten, Katzen, Tempeln oder dem Fuji schon für 110 Yen beim Daiso. Damit ist ein Fächer nicht nur praktisch, sondern auch ein schönes und leichtes Souvenir.
#10. Pocari Sweat und Elektrolytpulver
Pocari Sweat findest du in fast jedem Konbini, Supermarkt und Getränkeautomaten. Das Getränk enthält neben Wasser und Zucker auch Elektrolyte.
Wenn du bei großer Hitze stark schwitzt, kann es helfen, Flüssigkeit und Salze wieder aufzunehmen.
Als Mitbringsel ist die Pulverform besonders praktisch. Ein Beutel wird – je nach Packungsangabe – meistens mit einem Liter Wasser gemischt.
Halte dich genau an das angegebene Mischverhältnis, sonst wird das Getränk schnell zu süß oder zu dünn.
Wichtig: Pocari Sweat ersetzt bei einer ausgewogenen Ernährung nicht dauerhaft normales Wasser. Bei starkem Schwitzen kann ein Elektrolytgetränk jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein.
Meine Tipps für deine Japanreise im Sommer
- Plane anstrengende Aktivitäten früh morgens oder am Abend. Die heißesten Stunden zwischen Mittag und Nachmittag verbringst du besser in einem Museum, Einkaufszentrum oder Restaurant.
- Gehe zur Abkühlung in den nächsten Konbini. Die Geschäfte sind klimatisiert und fast überall zu finden.
- Plane mehr Pausen ein. Eine Reiseroute, die im Frühling problemlos funktioniert, kann im Hochsommer zu anstrengend sein.
- Trinke regelmäßig. Warte nicht erst, bis du starken Durst bekommst. In Japan findest du fast überall Getränkeautomaten und Konbini.
- Nimm eine dünne Jacke mit. Züge, Kaufhäuser und Restaurants werden teilweise sehr stark heruntergekühlt.
- Schütze dich vor Mücken. Besonders in Parks und in der Nähe von Wasser solltest du ein geeignetes Mückenspray verwenden. Weitere Hinweise findest du in meinem Artikel zum Mückenschutz in Japan.
Video: Sommer-Gadgets aus Japan
Hier gibt es auch ein Video mit anschaulichen Beispielen zu den Sommer Gadgets aus Japan auf dem WanderWeib Japan-Youtube-Kanal.
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Mehr Videos gibt es hier: Übersicht aller Japan-Videos
Hitzschlag in Japan: Warnzeichen ernst nehmen
Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfe, ungewöhnliche Erschöpfung oder Verwirrtheit können Warnzeichen einer hitzebedingten Erkrankung sein. Gehe sofort an einen kühlen Ort, lockere enge Kleidung, kühle den Körper und trinke schluckweise, sofern du bei Bewusstsein bist.
Bei Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, starker Verwirrtheit oder wenn sich der Zustand nicht rasch bessert, rufe in Japan den Rettungsdienst unter 119. Lass eine betroffene Person nicht allein. Wie du einen Arzt in Japan besuchen kannst, erfährst du in diesem Artikel:
Welches Sommer-Gadget würdest du dir in Japan kaufen? Schreib es mir gerne in die Kommentare.
Fragen? Tipps? Lass uns einen Kommentar da oder ab ins Forum!










8 Kommentare
Matthias Maciossek
Alles klar!
Wieder ein wunderbarer Artikel von dir. Danke.
Matthias
Tessa
Hallo Matthias,
gerne. ;)
Viele Grüße aus Tokio
Tessa
Rolle
Danke für all Deine nützlichen Infos. Anfang Juli schwitzte ich 2 Wochen mit Familie in Tokyo, Fuji, Kyoto, Hiroshima und Shimoda. Aber mit Deinen Tipps war es auszuhalten. Ob beim Roulette am Getränkeautomaten, der Vegetarier-Fütterung im Kombini oder der exzessiven Nutzung der JR-Gleise … fast überall half Dein Blog. Was noch fehlt, ist ein Beitrag über die japanische Art ‚Nein“ zu sagen. Bei einer großen Bank in der Provinz konnte ich keine Euros wechseln. Aber statt kurz „Nein“ zu sagen, untersuchte die Frau am Bankschalter die Scheine genau, schlug ein großes Buch auf, fragte einen Kollegen, steckte die Euros hinter ein UV Licht und gab sie mir nach 10min zurück. Ob ich nicht Dollars dabei hätte und ich ob ich nicht zum Geldautomat im kleinen Supermarkt nebenan gehen wolle. Der spreche auch deutsch. Endlich verstand ich das versteckte „Nein“. Ähnliches passierte am Bahnschalter als ich einen Nicht-JR Zug reservieren wollte: Endlose Minuten vergingen mit Bücherwälzen, Chef fragen und sich eifrig bemüht zeigen, bis ich den Ratschlag erhielt, ich könne auch an der Endstation nachzahlen. In Deutschland hätte der Bahnmensch einfach „Nö, hammer nicht“ gerufen.
Dank einer Tokyo-Woche hier im Kinderkanal TV, war es leichter die Kids für die Reise zu motivieren. Hachiko besuchen, in Harajuku und Akihabara shoppen, im Kimono verkleidet durch Tempel streifen und zwischendurch ins Katzencafe … das ist es was KiKa und Teens toll finden. An Fujis Seen wandern und Hiroshimas/Kyotos Geschichte eher nicht.
Nächstes Jahr geht es wieder auf eine Insel, dann aber in der Nord/Ostsee.
Tessa
Hallo Rolle,
vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht! Darf ich fragen, wie alt deine Kinder zu dem Zeitpunkt waren? :-)
Das mit dem versteckten „Nein“ finde ich auch sehr nervig. Aber mittlerweile kann ich die Anzeichen besser deuten und kürze das ganze ab, indem ich direkt (zwar unhöflich) nachfrage.
Viele Grüße aus Tokio
Tessa
Margit
Hallo Tessa,
welch erfrischender Blog u. so toll bebildert – dein Artikel über den Supermarkt fand ich auch sehr genial!
Hier noch 2 weitere Ideen den „heißen, unerträglichen Sommer“ wie die Japaner immer so schön sagen zu überstehen:
1.) Meine Kollegen trinken immer Mugicha, der viele Mineralstoffe beinhaltet u. kein Koffeein und daher den ganzen Tag gut getrunken werden kann.
2.) Und heute morgen bin ich über einen Artikel gestolpert zur Besonderheit des Mid-Summer-Days, der in diesem Jahr am kommenden Freitag stattfinden wird: Hier wird traditionell Aal gegessen.
Beste Grüße aus Tokyo,
Margit
Tessa
Hallo Margit,
Danke für deine Tipps, das mit dem Tee werde ich mal austesten. Aal esse ich leider nicht. ;)
Viele Grüße aus Tokio
Tessa
Dat
Hi Tessa,
Vielen Dank für all deine hilfreichen Artikeln.
Die haben uns auch schon letztes Jahr im Februar sehr geholfen.
Dieses Jahr geht es wieder Japan für 3 Wochen im September (Region um Hiroshima, Kobe, Osaka, Kyoto in Tokyo). Würdest du eine Impfung gegen die Japanische Enzephalitis empfehlen?
LG
Dat
Tessa
Hallo Dat,
das musst du deinen Hausarzt fragen. Ich bin nicht geimpft, werde es aber nachholen, weil ich länger in Japan wohnen werde.
Viele Grüße aus Tokio
Tessa