Wolltest du schon mal eine echte Samurai-Burg erkunden? Die Burg Matsumoto 松本城 ist eine Original erhaltene Samurai-Burg aus dem 16. Jahrhundert. Sie ist bekannt unter dem Namen Krähenburg, da sie eine schöne Schwarz-Weiße Bemalung besitzt. In der Burg lernst du aktiv die Geschichte Japans kennen, indem du durch schmale Treppen und Schächte kletterst. Auch für das leibliche Wohl ist in dem Restaurant Kobayashi 小ばやし gesorgt, in dem seine Buchenweizen-Nudeln (Soba) noch per Hand herstellt werden.

Update: Artikel überarbeitet (20.09.2017).

Schauen wir uns die Burg Matsumoto, welches ein Tagesausflug ab Tokio ist, genauer an:


Der Ausflug

Gegen 10.15 Uhr treffen wir mit dem Mietwagen am Parkplatz Shiekaichi 市営開智駐車場 ein, der gut ausgeschildert ist! Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du die Burg vom Bahnhof Matsumoto 松本駅 innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichen. An der Fußgängerampel auf der linken Seite überqueren wir die breite Straße und halten uns rechts. Nach wenigen Schritten stehen wir auch schon vor der majestätischen Burg.

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Vor der Burg spannt sich anmutig eine rote Brücke über einen Wassergraben. In diesem finden wir viele bunte Koi Fische, die gerade von ein paar Chinesen gefüttert werden. Wir gehen rechts an der Burg vorbei und bleiben in der Ecke des Wassergrabens stehen.

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Jetzt verstehen wir auch, warum die Leute diese die Krähenburg nennen. Die Form und Farbe erinnert uns ein bisschen an eine Krähe. Beeindruckt gehen wir weiter, bis wir den Eingang der Burg erreichen.

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Dort zahlen wir 610 Yen Eintritt und lesen etwas über die Geschichte der Burg:

Die Geschichte der Burg beginnt im Jahre 1504, als Shimadachi Sadanaga an dieser Stelle die Burg Fukashi-jo baute. 1550 wurde sie von Takeda Shingen angegriffen und eingenommen. Danach gelangte das Grundstück in die Hände des Tokugawa Klans. Hideyoshi, der ein hoher General des Tokugawa Klan war, setzte 1590 Ishikawa Kazumasa als Burgherr der verfallenen Fukashi-jo Burg ein.

Er sollte von hier aus die östlichen Tokugawa-Provinzen kontrollieren. Das war direkt nach der Einnahme der Burg Odawara. Ishikawa und sein Sohn Yasunaga bauten daraufhin die Burg Matsumoto. Besonders trieben sie den Bau des fünfstöckigen Burgfried voran, der in ganz Japan der älteste ist.

Neben dem Schild entdecken wir ein reinlich verziertes Tor aus Holz:

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Nachdem wir das Tor durchschritten haben, stehen im Garten der Burg, der sehr gepflegt wirkt.

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Sprachlos betrachten wir den makellosen Garten. Wie viel Stunden hier wohl Gärtner arbeiten müssen? Auf der rechten Seite sehen wir einen Souvenirladen und einige Toiletten. Auf der linken Seite entdecken wir eine Mauer mit einer Bildergalerie aller Burgen Japans.

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Interessiert schauen wir uns jedes Foto an. Stellen aber nach ein paar Minuten fest, dass wir kaum eine Burg kennen. Direkt vor der Burg bleiben wir stehen und betrachten noch einmal jedes Detail.

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Am Eingang der Burg werden wir gebeten, unsere Schuhe auszuziehen und in eine Plastiktüte zu stecken, um den kostbaren Boden nicht zu beschädigen. Dann klettern wir über steile Treppen und durch dunkle Etagen den Burgfried hinauf.

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Zwischenzeitlich erhalten wir aus den geöffneten Fenstern/Luken schöne Ausblicke auf den Garten.

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Diese sind so geschnitten, dass Bogenschützen von Innen auf potenzielle Angreifer schießen können. In einer Etage blicken wir in Vitrinen, in denen alte Waffen…

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…und Rüstungen ausgestellt sind.

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Vor einer Treppe müssen wir uns sogar in eine Warteschlange anstellen, da diese besonders steil ist und nur eine Person gleichzeitig passieren kann. Als wir an der Reihe sind, klettern wir vorsichtig Stufe für Stufe hinauf. Irgendwann sind wir endlich ganz oben angekommen und genießen den Ausblick in alle Himmelsrichtungen.

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Was für ein Anblick – die Stadt Matsumoto und die Nordalpen! Hier lesen wir noch etwas über die Geschichte der Burg:

In den Jahren 1593 bis 1594 erweiterte der Burgherr Ishikawa die Burg Matsumoto um drei Gräben mit jeweils drei Ringen. Im Inneren befand sich die Hauptburg die Honmaru, danach folgte der zweite Ring (Ninomaru) mit den Palastanlagen und Lagerräumen und schließlich der dritte Ring (Sannomaru) mit den Wohnhäusern der hochrangigen Gefolgsmännern. Außerhalb der Gräben siedelte sich das einfache Volk an.

Im Jahre 1872 sollte die Burg abgerissen werden, doch auf Grund einer Initiative der Einwohnern Matsumotos wurde das Gebäude verschont und zählt heute zu den wenigen original erhaltenen Burgen Japans.

Schweren Herzens begeben wir uns auf dem Rückweg und passieren weitere Vitrinen, den Mond-Schau-Pavillon und schöne Fenster, die aber erst viel später erbaut worden sind.

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Am Ausgang ziehen wir unsere Schuhe wieder an und geben die Plastiktüte ab. Danach können wir uns die aktuelle Ausstellung im Museum nebenan ansehen. Der Eintrittspreis ist ebenfalls in der Karte der Burg enthalten. Leider ist das Fotografieren verboten.

Nach dem Besuch im Museum gehen wir zum Restaurant Kobayashi 小ばやし, welches seine Buchweizennudeln (Soba) noch mit der Hand herstellt. Als wir das Restaurant eintreten, stellen wir fest, dass es brechend voll ist.

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Zum Glück bekommen wir noch einen Sitzplatz. Wir bestellen Soba mit frittiertem Gemüse (Tempura) そば 天ぷら.

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Lecker! Die Nudeln tauchen wir in eine kleine Schale mit Sauce, die wir noch mit Frühlingszwiebeln, Rettich und Wasabi nachschärfen. Die Menge Wasabi bestimmen wir selbst, da wir eine Wasabi-Wurzel und eine Reibe erhalten.

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Mit 2200 Yen sehr teuer, aber lecker! Danach geht es zum Parkplatz zurück. Wir bezahlen ca. 400 Yen für zwei Stunden parken.

Fazit: Ein Besuch an der Matsumoto Burg lohnt sich! In der Nähe bietet sich ein Besuch des Wandergebietes Kamikochi an.


Insidertipps

  • Die Matsumoto Burg auch gegen Abend besuchen, dann wird die Burg angestrahlt.
  • In der Burg muss man barfuß laufen, also lieber ein paar dicke Socken mitbringen, sonst ist es im Winter recht kalt.
  • Ferien, Wochenende oder Feiertage meiden, da oft lange Wartezeiten vor der letzten Treppe in der Burg.
  • Der Parkplatz ist schnell voll. Am besten früh morgens ankommen.

Anfahrt

  • Adressen:
    • Matsumoto Castle: Japan, 390-0873 Nagano Prefecture, Matsumoto, Marunouchi, 4-1(Google Maps)
    • Parkplatz Shiekaichi: Japan, 390-0876, Nagano-ken, Matsumoto-shi, Kaichi, 1 −1-10  (Google Maps)
    • Restaurant Kobayashi: 4 Chome-8-6 Ote, Matsumoto, Nagano Prefecture 390-0874, Tel. 0263-32-1298 (Google Maps)

Per Zug: 

  • Ab Tokio: Bahnhof Tokyo 東京駅 -> Shinkansen 新幹線-> Bahnhof Nagano 長野駅 -> LTD. EXP (Wide View) -> Bahnhof Matsumoto 松本駅 (157 Min, 9830 Yen)
  • Ab Kyoto:  Bahnhof Kyoto 京都駅 -> Shinkansen 新幹線 -> Bahnhof Nagoya 名古屋駅 -> LTD. EXP (Wide View) -> Bahnhof Matsumoto 松本駅(166 Min, 9870 Yen)
  • Weitere Verbindungen: http://www.hyperdia.com/
  • Die Kosten werden vom Japan Rail Pass abgedeckt!

Öffnungszeiten & Preise

  • Öffnungszeiten
    • Burg Matsumoto: 8.30-17.00 Uhr
    • Restaurant Kobayashi: 11.-20. Uhr (Mo.-So.)
  • Eintritt/Preise:
    • Burg Matsumoto: 610 Yen (Erwachsene), 300 Yen (Kinder)
    • Restaurant Kobayashi: Gerichte ab 1500 Yen~

Nützliche Schriftzeichen:
Burg Matsumoto 松本城
Bahnhof Matsumoto 松本駅
Krähenburg Karasu-jo 烏城
Chuouhon Linie中央本線
Parkplatz Shiekaichi 市営開智駐車場
Restaurant Kobayashi 小ばやし


Nützliche Links:


  • Fotos: 20. August 2015

Download

Wie findet ihr die Burg? Hättet ihr nicht auch Lust, die Burg zu entdecken? 

4 Thoughts on “[Ausflug] Burg Matsumoto: Die Krähenburg

  1. Florian on 1. Oktober 2017 at 14:17 said:

    Hallo Tessa,
    der Ausflug nach Matsumoto ist wirklich empfehlenswert. Ich hab es noch mit einem kurzen Stopp in Nagano verbunden, um mir den Zenko-ji anzuschauen. Unterwgs hat man vom Zug nach Matsumoto einen großartigen Blick auf Nagano.
    Bei Dunkelheit ist die Burg Klasse und ein super Fotomotiv. Das am Abend auf dem Burggelände noch ein kleines Kulturprogramm war, hat den Tag sehr schön abgerundet.

    Beste Grüße

  2. wanderkerl on 16. Oktober 2017 at 6:40 said:

    Die ganz kleinen Fester und Schlitze der Burg wurden so gebaut, dass Bogenschützen von Innen auf potenzielle Angreifer schießen können. Bei unserem Besuch liefen ein “Samurai und eine Geisha” auf dem Gelände umher, welche für Fotos/Selfies zu haben waren. In der Burg ist es verdammt kalt, vor allem weil man Barfuß laufen muss – also schön warm anziehen!

    • Hallo Wanderkerl,

      vielen Dank für deine Hinweise. Ich habe diese gleich in meinen Artikel mit aufgenommen.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

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