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[Wandern] Knorrige Wälder am Berg Nabewariyama 鍋割山

Wir hatten bereits viel Gutes über die Wanderung am Berg Nabewariyama gehört. Die 9-stündige Tour soll stark an Sequenzen aus dem Film Prinzessin Mononoke erinnern. Die 18,7 km lange Wanderung ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Außerdem ist sie für jede Saison geeignet.

Die knorrigen Wälder von Nabewariyama sollen stark an Hayao Miyazakis Film Prinzessin Mononoke erinnern. Ende April wagten wir uns an den Versuch, den Berg zu besteigen. Die Wanderung startet an der Bushaltestelle Okura und führt über Forstwege und schöne Flüsse. Immer bergauf. Oben angekommen genießen wir, neben der Aussicht, die berühmte Nabe-Yaki-Udon Suppe. Im Anschluss wandern wir noch auf einem Kamm und steigen dann ab bis wir wieder unsere Bushaltestelle erreichen.

Die Wanderung

Um 7.30 Uhr gehen mein Begleiter Sa und ich zur der Bushaltestelle Nr. 2 am Bahnhof Shibusawa (Shibusawa Station – Präfektur Kanagawa). Vor der Haltestelle fällt uns ein Briefkasten auf:

Hier werfen Wanderer ihre Bergsteiger-Routenkarte ein. Im Notfall können Rettungskräfte so die Wanderer schneller finden, weil sie ihre Wanderroute kennen.

Dann trifft auch schon der Bus Richtung Ōkura ein. Die Fahrt dauert nur 15 Minuten und kostet ~300 Yen. Zum Registrieren ziehen wir unsere Suica-Karten übers blaue Touchfeld im Bus.

An der Bushaltestelle Ookura angekommen, nutzen wir noch einmal das Toilettenhäuschen, bevor es losgeht.

Wir folgen den Schildern über die Straße (Richtung Futamata・Nabewariyama) in eine kleine Gasse. Hier wandern wir zunächst durch ein Dorf und müssen aufpassen, dass wir keine Schilder übersehen. Dann stehen wir vor einem Zaun.

Der soll nicht uns, sondern Wildtiere von den Gemüsefeldern fernhalten. Wir bezweifeln jedoch, dass der ramponierte Zaun irgendjemanden fernhält.

Wir passieren das Schild Tanzawa Oyama, das aussieht wie zwei Wildschweine. Über Forstwege dringen wir immer tiefer ins Gebirge hinein. Teilweise springen wir über Pfützen oder kleine Rinnsale, die vom gestrigen Regen übrig sind. Am Wegrand passieren wir eine Jizo-Statue, die die Seelen verstorbener Kindern in die Unterwelt bringen soll.

In dem Moment überholen uns ein paar Mountainbiker, die freundlich grüßen.

Ob die mit den Rädern auf den Berg wollen? Um die nächste Kurve, finden wir das Denkmal des Präsidenten der Berg-Vereinigung.

Leider können wir das Schild mit dessen Geschichte nicht entziffern.

Der ansteigende Weg führt uns entlang eines schönen Flusses, an vielen kleinen Wasserfällen vorbei.

Wir überqueren auf zwei ziemlich wackligen Brücken den Fluss.

An dieser Kreuzung halten wir uns geradeaus. Hier werden wir später wieder herunterkommen.

Der Forstweg wird steiler und steiler, so dass wir unsere Jacken ausziehen müssen. Plötzlich stehen wir vor einem ~20 m Wasserfall.

Das glasklares Wasser rauscht unter unseren Füßen in den Fluss. Eine gute Gelegenheit, um zu testen, wie wasserdicht unsere Schuhe sind.

Wir überqueren eine weitere Brücke und erreichen einen Parkplatz mit vielen Wasserflaschen.

Wanderer werden auf einem Schild dazu angehalten, eine Flasche mit auf den Berg zu nehmen, weil es auf der Berghütte kein Wasser gibt.

Viele Treppenstufen führen uns bergauf.

Auf dem Kamm ankommen, ruhen wir uns etwas aus.

Leider gibt es hier keine Aussicht. Teilweise sind die Wege mit Stufen und Stegen ausgebaut, die den Aufstieg erleichtern sollen.

Doch uns hindern sie mehr.

Unterwegs fallen uns diese hübschen lila Blümchen auf.

Sie nennen sich Tachitsubosumire und man findet sie nur in Asien. Mich erinnern sie an Veilchen.

Je höher wir steigen, desto nebliger wird es.

Langsam frage ich mich, ob wir oben eine Aussicht haben werden? An der Hütte angekommen, ruhen wir uns erst einmal aus.

An der Hütte entdecken wir dieses Schild an der Tür.

„Keine Rucksäcke oder Stöcke mitnehmen“, lesen wir. Wir lassen also unser Gepäck zurück und betreten die Hütte. Am Tresen schreiben wir unseren Namen und die Anzahl der Suppen auf eine Liste, um unsere Bestellung aufzugeben. Etwa 5 Minuten später halten wir leckere Nabe-Yaki-Udon in den Händen.

Die Suppe kostet ~1.000 Yen und beinhaltet neben Pilzen, Kürbis, Nudeln und Ei auch Spinat. Echt lecker!

Tatsächlich reißt die Wolkendecke doch noch auf und offenbart uns einen tollen Blick ins Tal.

Schnell kramen wir unsere Handys aus, schießen Fotos und genießen den Ausblick. Dann brechen wir auf und folgen den Schildern in Richtung Berg Tonodake. Durch knorrige Wälder geht es auf den Kamm bergauf und bergab.

Manchmal können wir den Berg Oyama und die umliegenden Bergketten durch die dichten Wolken erkennen. Auffällig sind die in Windrichtung wachsenden Bäume, die unseren Weg säumen.

Und eben diese erinnern uns wirklich sehr an Miyazakis Film Prinzessin Mononoke.

An der Kreuzung “Tonodake 1.5 km – Komaruone-Bunki“ biegen wir nach rechts ab.

Leider ist dort das Richtungsschild abhanden gekommen. Wir müssen also sehr aufpassen. Im Zickzack geht es bergab, bis wir einen Zedernwald erreichen. Dort steigen wir über Wurzeln und folgen pinken Bändern an den Bäumen.

Unterwegs entdecken wir ein kleines Tor, das wohl von einem Wanderer aufgestellt wurde.

Nach gut einer Stunde erreichen wir die Kreuzung, die wir schon kennen. Nach etwa 90 Minuten kommen wir an unserer Bushaltestelle an und fahren glücklich zurück.

Tipp: Schieße auf jeden Fall ein Foto vom Rückfahrplan, um den letzten Bus um 21 Uhr (werktags) und 20 Uhr (Wochenende) nicht zu verpassen.


Wegweiser:
Bushaltestelle Okura 大倉 バス停 → Futamata・Nabewariyama 二俣・鍋割山 → Futamata 二俣 → Berg Nabewariyama 鍋割山 → Mt. Tonodake 塔の岳 2.8 km → Mt. Tonodake 塔の岳 1.9 km → Kreuzung “Tonodake 1.5 km – Komaruone-Bunki“ 塔の岳 小丸尾根分岐 (hier rechts abbiegen) → Okura 大倉 → Bushaltestelle Okura 大倉 バス停


Details:
Distanz: 18,7 km
Dauer: 7.00/9.15 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 1.338 m
Ansteigend: 1.159 m
Absteigend: 1.168 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✭ ✭ ✩
Jahreszeit: Ganzjährig
Startpunkt: Bahnhof Shibusawa 渋沢駅 Linie Odakyu 小田急線 → Bus → Bushaltestelle Ookura 大倉 バス停
Endpunkt: Bushaltestelle Ookura 大倉 バス停 → Bus → Bahnhof Shibusawa 渋沢駅 Linie Odakyu 小田急線
Fotos: 29. April 2016


Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Shibusawa 渋沢駅
Bushaltestelle Okura 大倉 バス停
Richtung Futamata・Nabewariyama 二俣・鍋割山
Wegpunkt Futamata 二俣
Berg Nabewariyama 鍋割山
Berg Tonodake 塔の岳
Kreuzung Komaruone-Bunki 小丸尾根分岐
Bushaltestelle Basutei バス停
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左

Berg Nabewariyama 鍋割山
山登者カード (Foto mit Briefkasten)
Okura 大倉
Futamata・Nabewariyama 二俣・鍋割山
Lila Blümchen (nur in Asien) – Tachitsubosumire タチツボスミレ
Nabeyaki-Udon 鍋焼きうどん
Mt. Tonodake 塔の岳
Kreuzung “Tonodake 1.5 km – Komaruone-Bunki“  塔の岳 小丸尾根分岐


Links:
Busverbindungen Kanagawa Chuo Bus => 平日 (Werktag) 土曜 (Samstag) 休日 (Sonn- & Feiertag)

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2 Kommentare

  • Ronny

    Das mit den Wasserflaschen ist ja witzig. So etwas ähnliches habe ich auch mal in Österreich gesehen. Da war es aber Feuerholz :)

    Besonders gut finde ich aber die Idee mit den Briefkasten. Ich habe mir hierzulande schon öfters mal die Fragen gestellt, wie man jemanden vorab informieren kann wo man hingeht, damit im Notfall die Suche einfacher wird.

    • Tessa

      Hallo Ronny,
      diese Briefkästen gibt es mittlerweile an allen wichtigen Wanderrouten. Meist direkt am Eingang. Ich finde die Karten auch sehr sinnvoll.

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

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