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[Wandern] Die Schlucht-Tour am Berg Bonomine 棒ノ嶺

Die Tour am Berg Bonomine ist eine aufregende und mittelschwere Wanderung. Den Gipfel besteigt man über die Schlucht Shiratanisawa, welche berühmt für seine Steinformationen und Wasserfälle ist. Man folgt einem Bachverlauf, klettert über Felsen und springt von Stein zu Stein. Auf der Bergspitze erhält man eine schöne Aussicht auf Bergketten. Besonders zur Herbstlauffärbung lohnt sich der Aufstieg. Der Abstieg erfolgt über viele Wurzeln bis man das Onsen Sawarabi-no-Yu erreicht. Wenn es regnet, ist die Strecke gesperrt.

Die Wanderung

Am Nord-Ausgang des Bahnhofs Hanno laufe ich zur Bushaltestelle Nummer 2. Der Kokusaikyogyo Bus Richtung Sawarabi-no-Yu wartet schon auf mich. Ich steige hinten ein, halte meine aufladbare Suica an das blaue Touchfeld und setze mich in die hinteren Reihen. Pünktlich um 9.20 Uhr fährt der Bus los. Die Fahrt kostet mich ~618 Yen.

Ich fahre an japanischen Dörfern und idyllischen Wäldern vorbei. Nur drei weitere Wanderer sitzen mit mir im Bus, der nach rund 45 Minuten die Bushaltestelle Sawarabi-no-Yu erreicht. Direkt an der Station gibt es kostenlose Toiletten, eine Übersichtskarte und zwei Souvenirläden. Ich benutze die Toilette, schieße ein Foto vom Rückfahrplan und folge der Straße nach links.

Die Straße führt mich einen Hügel hinauf. Auf der linken Seite kann ich durch ein paar Büsche einen Staudamm erkennen, der teilweise schon zugewuchert ist. Oben liegt ein Felsbrocken mit dem Namen des Dammes: Arima-Damm. Er wurde 1986 erbaut.

Bonomine (1)

Ein Hinweisschild Richtung „Bonomine 4.2 km“ leitet mich über den Damm. Ich schieße ein paar Fotos von dem See Naguri samt Bergketten. Auf dem Damm erwartet mich eine Gruppe Motorradfahrer, die sich dort trifft.

Ich spaziere durch zwei geöffnete Tore und folge der Straße am See. Sportwagen fahren dröhnend an mir vorbei. Dann überholt mich eine Gruppe Fahrradfahrer. Die Gegend ist wohl bekannter als ich dachte, denke ich mir und erreiche nach 25 Minuten den Wanderweg, der mit einem Hinweisschild Richtung „Bonomine 3.3 km“ gekennzeichnet ist. Eine Tafel mit einem QR-Code bietet mir die Möglichkeit, mich in einem Netzwerk zu registrieren.

Dann wird im Falle eines Unfalls mein Verschwinden bemerkt. Am Ende der Tour muss ich mich wieder abmelden. Vor einer Karte stehen zwei Japanerinnen, die versuchen, ihre Position auf der Karte zu finden. Ich grüße freundlich und laufe an ihnen vorbei. Der Weg führt mich zunächst über viele Wurzeln und Steinen den Berg hinauf.

Bonomine (2)

Ein Hinweisschild informiert mich über den lokalen Froschbestand. Saftiges Grün erwartet mich in einem Zedernwald. Schon nach ein paar Minuten vernehme ich ein Wasserrauschen. Ich entdecke auf der linken Seite zwei kleine Wasserfälle. Langsam nähere ich mich einem Bachlauf und überquere diesen auf Steinen. Immer wieder kann ich Wasserfälle bestaunen. Nach einer Viertelstunde erreiche ich ein besonders enge Stelle. Ich klettere über Baumstämme und springe von Stein zu Stein.

Bonomine (3)

Felsen engen den Bach immer weiter ein. An einer kritischen Stelle klettere ich mit Hilfe eines Seils etwa 1,5 Meter hinauf. Die beiden Japanerinnen überholen mich. Ich grüße sie freundlich mit Osaki ni (Gehen sie vor). Um 11.20 Uhr erreiche ich eine besonders schöne Steinformationen und schieße viele Fotos.

Bonomine (4)

Eine Familie mit drei Kindern und Hund überholt mich. Ich packe meine Stöcke ein und binde sie an meinem Rucksack fest, um eine weitere steile Stelle an einer Kette hinaufzusteigen.

Bonomine (5)

Felsen, Wasserfälle und Moos prägen den Wanderweg. Nach einer halben Stunde entdecke ich ein Warnschild vor Giftschlangen. In Japan Mamushi genannt.

Der Weg wird etwas flacher. Eine kaputte Holztreppe führt mich zu einer Feldstraße. Auf der linken Seite entdecke ich einen Rastplatz. Dort warten bereits die beiden Japanerinnen auf mich. Sie grüßen mich und fangen mit Smalltalk an. Währenddessen setze ich mich dazu und packe meine Erdnüsse aus. So erfahre ich, dass beide zum ersten Mal wandern und von der Schwierigkeit der Strecke überrascht sind. Außerdem würden sie die Tour nur machen, um schlanker werden zu wollen. Ich sage dazu lieber nichts.

Nach der Pause setze ich meinen Weg hinter dem Rastplatz fort und lasse die Japanerinnen vorgehen. Der rutschige Weg wird immer steiler. Ein weiteres Seil hängt an einem Baum. Dank meiner Bergstiefel und Stöcker brauche ich das Seil nicht zu benutzen. Ab hier wird der Weg wieder flacher. Ich erreiche Iwatakeishi, einen Felsbrocken samt Bank.

Bonomine (6)

Direkt davor befindet sich eine Kreuzung mit einem Hinweisschild auf das Onsen Sawarabi-no-Yu mit Preisangabe 800 Yen und Öffnungszeiten von 10 bis 18 Uhr.

Ich folge der Beschilderung Bonomine nach rechts den Berg hinauf. Zahlreiche kaputte Holzstufen behindern mich eher, als dass sie mir den Aufstieg erleichtern. Der Boden ist rutschig. Ich muss aufpassen, wo ich hintrete. Nach 25 Minuten erreiche ich die Spitze Gonjiritouge. Wieder grüßen mich die Japanerinnen. Von dort erhalte ich einen schöne Aussicht auf ein paar Bergketten.

Bonomine (7)

Ich setze mich auf eine Bank, trinke Wasser und esse ein paar Nüsse. Anschließend setze ich meinen Weg Richtung Bonomine weiter fort. Schon nach wenigen Minuten durchbreche ich ein dichtes Gebüsch und betrete den wunderschönen Gipfel-Rastplatz des 969 m hohen Bonomine.

Bonomine (8)

Begeistert schieße ich Fotos. Dann setze ich mich auf eine Bank und verschlinge meine Bentobox. Die Japanerinnen, die Familie mit Hund und einige andere Wanderer unterhalten sich angeregt. Die Aussicht ist sehr schön und ich verweile noch etwas auf der Spitze.

Bonomine (9)

Dann geht es für mich auch schon weiter. Ich laufe den Weg zum Felsbrocken Iwatakeishi zurück. Ab dieser Stelle richte ich mich nach den Schildern Richtung Kawamatanaguriko. Links an dem Felsbrocken führt der Weg den Berg herab. An einer Lichtung erreiche ich die Aussichtsplattform Shikijidaira, die leider gesperrt ist. Wieder warnt mich ein Schild vor der Giftschlange Mamushi.

Auf einer Bank ruhe ich mich kurz aus. Dann klettere ich über zahlreiche Wurzeln den Berg immer weiter herunter.

Bonomine (10)

Ich überquere den Feldweg drei Mal. An einer besonders steilen Stelle liegt wieder ein Seil bereit. Dieses Mal muss ich mich gut daran festhalten, weil ich sonst einfach abrutschen würde.

Bonomine (22)

Der Weg wird ab dieser Stelle immer monotoner und langweiliger. Gut, dass ich nach einer weiteren halben Stunde endlich den Ausgang erreiche. Ein Hinweisschild erinnert mich, dass ich mich aus dem Wandernetzwerk abmelden soll. Ich überquere eine rote Brücke, halte mich an der Kreuzung geradeaus und laufe einen steilen Hang hinauf. Oben angekommen, sehe ich rechts die Bushaltestelle Sawarabi-no-Yu.

Ich wende mich nach links und erblicke das Onsen Sawarabi-no-Yu am Ende der Straße. Ich ziehe meine Schuhe im Eingangsbereich aus, bezahle 800 Yen für 3 Stunden am Automaten und stecke 100 Yen in das Schließfach für meine Wanderstiefel. Zur Verhaltensweise im japanischen Onsen empfehle ich unseren Artikel zum Thema Onsen zu lesen. Den Zettel vom Automaten muss ich erst beim Verlassen vorzeigen. Als Nachweis, dass ich die Zeit nicht überzogen habe.

Zu den Bädern laufe ich zwei Treppen herunter und gehe in das Bad für Frauen (女). Davor hängt ein roter Vorhang. Im Onsen werfe ich das zweite 100 Yen Münzen in ein Schließfach für meine Sachen. Die Fächer sind sehr klein, so dass meine Stöcke nicht hineinpassen. Ich entscheide mich dafür, sie einfach auf das Schließfach zu legen. Bevor ich mich in das angenehme Bad begebe, wasche ich mich an den Duschen.

Nach einer Stunde verlasse ich das Onsen wieder und laufe zurück zur Bushaltestelle. Der Bus holt mich pünktlich um 16.53 Uhr wieder ab.


Details:
Distanz: 8,5 km
Dauer: 4.2 / 5.3 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 969 m
Ansteigend: 806 m
Absteigend: 800 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✭ ✭ ✩
Jahreszeit: Frühling bis Herbst
Startpunkt: Bahnhof Hanno 飯能駅 Seibu-Ikebukuro Linie 西武池袋線
Endpunkt: Bahnhof Hanno 飯能駅 Seibu-Ikebukuro Linie 西武池袋線
Fotos: 24. Mai 2015


Nützliche Schriftzeichen:
Berg Bonomine 棒ノ嶺
Berg Bonooreyama 棒ノ折山
Schlucht Shiratanisawa 白谷沢
Nord-Ausgang 北口
Bahnhofs Hanno 飯能駅
Bushaltestelle Nummer 2 のりば2番
Kokusaikyogyo Bus 国際興業バス
Richtung Sawarabi-no-Yu さわらびの湯経由 湯の沢ゆき
Haltestelle Sawarabi-no-Yu さわらびの湯
Arima-Damm 有間ダム
Hinweisschild Richtung Bonomine 棒ノ嶺
See Naguri 名栗湖
Osaki ni お先に (Gehen sie vor)
giftigen Schlangen Mamushi マムシ
Iwatakeishi 岩茸石
Onsen Sawarabi-no-Yu さわらびの湯
Spitze Gonjiritouge 権次入峠
Felsbrocken Iwatakeishi 岩茸石
Richtung Kawamatanaguriko 河又名栗湖
Aussichtsplattform Shikijidaira 白地平
Frauen女

Links:
Bus fahren in Japan: Die Anleitung
Bus-Plan: Navitime (Japanisch)
Onsen Sawarabi-no-Yu (Japanisch)
Zugverbindungen: Hyperdia oder Jorudan (Englisch)


Übersicht:


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