Der Tempel Nanzoin 南蔵院 ist berühmt für seinen liegenden Buddha, der sich ganz in der Nähe von Fukuoka/Japan befindet. In diesem Artikel beschreibe ich dir, wie du zum liegenden Buddha kommst, was es kostet zum Tempel Nanzoin zu kommen und was du sonst noch so entdecken kannst.

Schauen wir uns die Fukuoka Sehenswürdigkeit Nanzoin mit dem liegenden Buddha in Japan einmal genauer an:


****Vielen Dank für diesen Gastartikel von Corinna ****

Corinna erzählt: Wusstet ihr, dass die wohl größte liegende Buddha-Statue aus Bronze in Japan zu sehen ist? Bereits auf meiner Thailand-Reise im Jahr 2014 konnte ich einen liegenden Buddha (Wat Pho in Bangkok) bestaunen. Und es gibt offensichtlich noch einen größeren Buddha direkt in der Nähe von Fukuoka auf der Insel Kyushu.

Der Ausflug zum Nanzoin

Vom Bahnhof Hakata (Fukuoka) fahren wir ca. 20 Minuten mit der JR Fukuhoku Yutaka Line bis zur Haltestelle „Kidonanzoinmae“ 城戸南蔵院前駅. Am Bahnhofsausgang schauen wir über den Parkplatz auf ein grünes Gebirge, dort soll die Statue liegen. Und wir sehen sogar ein paar Leute, die ganz klein zwischen dem Grün hervorlugen.

Wir gehen nun nach links an einem kleinen Souvenir-Laden vorbei, weiter über eine Brücke und an der T-Kreuzung nach rechts. Hinter dem nächsten Zebrastreifen fallen uns am Wegesrand ganz viele Steinlaternen auf, die wir, so hoffen wir jedenfalls, den Weg zur Buddha-Statue zeigen.

Am Ende der Reihe begrüßen uns zwei Statuen, mit abgeriebenen Bäuchen.

Nach einer Legende soll es Glück bringen, wenn du den Bauch des Glücksgottes reibst. Natürlich probieren wir es auch!  Schaden kann es nicht… Wir gehen an der Treppe vorbei, da wir wissen möchten, wohin der linke Weg uns führt. Ein Uhu, eine Maneki-Neko (Glückskatze), ganz viele Jizos mit roten Mützchen und viele andere Statuen begegnen uns auf dem Weg nach oben.

Sogar ein kleiner Wasserfall mit einer Brücke gibt es hier zu sehen. Der Wald ist übersät mit Hunderten von kleinen bemoosten Statuen. Ein Bild, was Japanischer nicht sein könnte.

Wir sichten auch eine große, zornig dreinblickende Statue einer buddhistischen Gottheit mit Flammen im Hintergrund.

Meines Wissens nach soll das wohl Acala (Fudou Myoo) darstellen, den wir schon in Kusatsu Onsen kennen gelernt haben.  Er ist ein Gott (Vidyaraja) des Buddhismus und gilt als “Schützer der Lehre”. Vor Tempeln soll er Feinde abwehren und besitzt drei Augen. Oft ist Acala mit einem Schwert und einer Schlinge ausgestattet.

Wir entdecken auch einen kleinen Teich mit kleinen Schildkröten, die sich gemütlich in der Sonne aalen. Auch von hier können wir einige Treppen nach oben steigen zu einem Gebäude, indem wir Talismane usw. kaufen können. Doch dann fällt uns ein Tunnel mit Wegweiser auf, der uns zum liegenden Buddha weist. An den Wänden sind ganz viele kleine Wappen mit Jizos angebracht.

Am Ende des Tunnels erwartet uns auf der linken Seite ein sehr schön angelegter Teich mit Kois drin.

Daneben ein Torii, hier führt auch ein Weg nach oben; den lassen wir aber aus, da wir endlich den Buddha sehen möchten. Wir gehen den Pfad weiter und genießen die schöne Aussicht auf die umliegende Landschaft und immer wieder lächeln uns kleine Statuen an.

Und dann ist es endlich soweit: An der Kopfseite des Buddhas kommen wir den Weg herauf und wunderen uns doch etwas, dass hier nicht mehr Touristen sind?

Aufgrund einiger Recherche haben wir folgendes herausgefunden:

Der Nanzoin ist der Hauptort einer Pilgerroute mit insgesamt 88 Tempeln und einer der sogenannten „3 Pilgerwege Japans“, wie zum Beispiel auch den Pilgerweg auf Shikoku. Den liegenden Buddha besichten im Jahr ca. 1 Million Besucher, darunter nun auch wir.

Die Buddha-Statue ist 41 m lang, 11 m hoch und wiegt über 300 Tonnen. Viele denken, der liegende Buddha ist der schlafende Buddha, aber er repräsentiert den sterbenden Buddha. Der nach einer Lebensmittelvergiftung eine Weile im sterben lag.

Seinen Anhängern gab er sinngemäß auf den Weg, dass sie kein Heiligtum aus ihm machen sollten und ihn auch nicht blind verehren sollten. Sondern seine Lehren nutzen sollen, ihren eigenen Weg und Frieden zu finden und dadurch sich selbst und alle Lebewesen von Leid zu befreien.

In der Statue wird außerdem der Sand der umliegenden 88 Tempel aufbewahrt. Der Buddha hat ferner, wie auch der liegende Buddha im Wat Pho, sehr schön verzierte Fußsohlen.

In der Mitte der Fußsohlen befindet sich der Energiepunkt Chakra, der früher als einfaches Rad eines Streitwagens, aber später als Diskus dargestellt wurde.  Diese stellen eine Verbindung zwischen Körper und Geist dar.

An einer Hand des Buddhas fallen uns bunte Bänder auf, deren Ende man selbst in die Hand nehmen kann, um einen kurzen Moment mit Buddha verbunden zu sein.

Vor der Buddha-Statue finden wir einen kleinen Laden, der u. a. auch Eis verkauft. Natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen, uns ein Matcha-Eis zu gönnen.

Lecker! Nach einigen Minuten machen wir uns wieder auf den Rückweg…

Fazit: Ein beeindruckender Ort und was uns persönlich sehr nett fanden: Unter der Woche ist nicht viel los und das ist ein schöner Kontrast zu den sonst sehr überlaufenen japanischen Sightseeing-Spots, bei denen wir sonst so waren. Der Tempel ist also für alle geeignet, die nicht so viel Trubel mögen und in Ruhe die Gegend erkunden möchten.


Im Detail

  • Dauer: Ausflug ab Hakata (Fukuoka)
  • Verweildauer: 3 Stunden
  • Streckenlänge: 2 km
  • Anfahrtsroute ab Hakata (Fukuoka) mit der JR:
    • Bahnhof Hakata-eki 博多駅 -> JR Fukuhoku Yutaka Line / Sasaguri Linie  福北ゆたか線 / 篠栗線 -> Bahnhof Kidonanzoinmae 城戸南蔵院前駅 (20-25 Min, 370 Yen)
    • Die Zugkosten werden durch den JR Rail Pass abgedeckt!

Tempel Nanzoin

  • Adresse: 811-2405, 1035 Sasaguri, Sasaguri-machi, Kasuya-gun, Fukuoka (GoogleMaps)
  • Öffnungszeiten: Immer offen
  • Eintritt: Kostenlos, es gibt allerdings einen Gebetsraum für Buddhisten: 500 Yen Eintritt
  • Fotos: Oktober 2017

Nützliche Schriftzeichen: 

  • 城戸南蔵院前駅 Kidonanzoinmae Eki – Kidonanzoinmae Bahnhof
  • 南蔵院 Nanzoin – Tempel Nanzoin
  • 福北ゆたか線  Fukuhoku Yutaka Sen – Fukuhoku Yutaka Linie
  • 篠栗線 Sasaguri Sen – Sasaguri Linie

Warst du schon einmal am Tempel Nanzoin? Lass mir doch einen Kommentar da! 

8 Thoughts on “[Fukuoka Reise] Tempel Nanzoin: Der liegende Buddha Japans!

  1. Henning on 8. Januar 2018 at 9:17 said:

    Hallo Tessa, hallo Corinna,
    Vielen Dank für den Bericht und die wunderschönen Fotos. Ich würde denken, dass es sich bei der Statue auf dem sechsten Foto um Fudo Myoo (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Acala) handelt, den “Beschützer der Lehre”.

    Ich wünsche euch alles Gute für das neue Jahr und freue mich auf weiter spannende Berichte, die für den kommenden Japantrip inspirieren :)

  2. Kathleen on 24. Januar 2018 at 23:46 said:

    Oh wenn ich Zeit finde dann mache ich das an einem Tag in Fukuoka. Toller Tip! Danke!

  3. Sophie on 5. September 2018 at 10:13 said:

    Dank diesem Artikel sind wir heute von Fukuoka aus zum liegenden Buddha geradelt. Ein toller Ort. Ich bin völlig begeistert und kann nur empfehlen jedem der in der Nähe ist einen Abstecher dort hin zu machen.

    Danke für diesen Bericht! Ohne wäre ich auf diese wunderbare Sehenswürdigkeit nie gekommen!

    • Hallo Sophie,

      danke für deinen Kommentar! Wie lange habt ihr denn für die Strecke gebraucht? Und wo habt ihr die Räder ausgeliehen?

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  4. Daniela on 8. Oktober 2018 at 16:47 said:

    Hallo Tessa,

    auch wenn wir schon lange wieder zurück in Deutschland sind, sind wir in Gedanken noch oft in Japan. Heute möchte ich von unseren Highlights in Fukuoka berichten.

    Auch wenn es im August sehr warm war, waren wir beim liegenden Buddha Japans. Ein beeindruckender Ort mit wenigen bis fast keinen Touristen, so konnten wir den Buddha in seiner ganzen Größe im Schatten auf uns wirken lassen. Da hab ich gleich noch eine Frage. Auf dem Weg zum Buddha haben wir in einem Halbkreis 12 kleine Statuen vorgefunden. Interessant an ihnen waren die verschiedenen Bedeckungen wie Mützen, Tücher und eine Art T-Shirt. Bei jeder Figur befand sich auch ein anderes Tier wie z.B. ein Hahn oder ein Affe. Warum wurden die Staturen verschieden bedeckt? Bei anderen Figuren waren es weiße und hellblaue Lätzchen. Was bedeutet das?
    Auf dem Rückweg zur Bahnstation waren wir noch ganz lecker Essen. Außen stand ein Schild nur auf japanisch 南蔵院檀信徒会館 Nanzō-in Dan shinto kaikan. Ein religiöser Saal. Wir wurden freundlich empfangen und man erklärte uns die Speisen auf englisch.

    Auf dem Fukuoka Tower mit 234m, der höchste Küstenturm Japans hat man auf einer von 123m Höhe einen tollen Blick über das Genkai-Meer und die Skyline der Stadt. Auch hier waren wir die einzigen Touristen, jedenfalls nach unserem Gefühl. Hier genossen wir den Ausblick und warteten ein Regenschauer ab. Interessant einen solchen zu beobachten …

    Im Ōhori-Park machten wir viele tolle Familienbilder, auch hier keine Touristen, sehr angenehm.

    Mal ganz ehrlich: Bahnhöfe haben doch bei uns eher ein schmuddeliges Umfeld. Nicht so in Japan. Hier ist das Bahnhofsviertel mehr ein Vorzeigeviertel und das ist auch die Hakata Station. Hier besuchten wir wohl den bestbestücktesten 100-Yen-Laden DAISO, den es gibt. Unglaublich was dort alles für 100 Yen angeboten wird…
    Ein absolutes MUSS ist der Besuch des Rooftop Garden. Wer, so wie wir in der Nähe des Bahnhofs seine Unterkunft hat(te), sollte unbedingt zu verschiedenen Tageszeiten diesen Besuchen. Und auch hier kaum Touristen und einen tollen Blick über die Stadt.

    Lohnen tut sich auch ein Besuch der Canal City, besonders zu jeder vollen und halben Stunde wenn das Wasserspiel mit jeweils unterschiedlicher musikalischen Untermalung stattfindet. Wir empfehlen auch den Besuch der 5ten Etage. Dort hat man eine größere Auswahl an verschiedenen Ramen- Restaurants, da ist sicher für jeden Geschmack was dabei.

    Also Tessa, wenn du Zeit hast, solltest du Fukuoka besuchen…

    Viele Grüße
    Daniela

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