Auf einem Hügel, nahe der Stadt Fukuoka, befindet sich eine einzigartige Statue: Der liegende Buddha des Nanzoin Tempels (南蔵院). Jedes Jahr ziehen Tempel und Statue tausende Pilger und Besucher in ihren Bann.

Artikel komplett überarbeitet (03.02.2021)


Heute ist nichts mehr von den Unruhen zu spüren, die den Tempel einst überschatteten. Anti-Buddhisten wollten den Tempel Nanzoin nämlich zerstören. Und so wurde er 1899 von Koyasan nach Sasaguri verlegt.

Eingang zum Tempel

Den Aufgang zum Tempel markiert eine Straße mit Steinlaternen. Nanzoin ist umgeben von fließendem Wasser und sattem Grün. Hunderte Steinstatuen sitzen am Wegesrand und heißen Besucher willkommen.

Bemooste Statuen

Eine Statue sticht besonders heraus: Die zornige Darstellung des Schutzgottes Fudo Myoo, der am Waldesrand auf einem Platz hinter dem Tempel steht, ist vor allem in Japan verbreitet. Wer Schutz sucht, betet zu ihm und den wachsamen Augen der 500 umliegenden Statuen, die Schüler Buddhas darstellen.

Fudo Myoo Schutzgott

Hinter einem Tunnel, der den 7 Glücksgöttern (Shichifukujin) gewidmet ist, geht es zu einem Inari-Schrein.

Weg zum Inari Schrein

Vorbei an halbkreisförmig angeordneten Jizo-Statuen, kommt der große Kopf des liegenden Buddha zum Vorschein. Die Figur aus Bronze liegt auf einer Lichtung und wird Nehanzo genannt. 1995 errichtet, ist sie 41 Meter lang, 11 Meter hoch und wiegt rund 300 Tonnen.

In Japan wird Buddha überwiegend meditierend (also sitzend) dargestellt, wie die berühmten Buddhas in Nara oder Kamakura. Nehanzo aber wird sterbend, also kurz vor Eintritt ins Nirvana, dargestellt. Viele gläubige Buddhisten pilgern zu ihm.

Kopfseite des liegenden Buddhas

Sie ergreifen ein farbiges Seil, das an Buddha angebracht ist, um zu ihm zu beten. Danach gehen sie zu seinen Füßen und legen eine Münze oder ihre Hände auf die verzierten Fußsohlen. Das soll Glück bringen. Zudem besteht die kostenpflichtige Möglichkeit, in einen Gebetsraum – im Innern der Statue – zu gelangen.

Verzierte Fußsohlen

Gegenüber der Statue gibt es überdachte Sitzgelegenheiten, um sich den liegenden Buddha in Ruhe anzusehen.

Essen & Trinken

An den überdachten Bänken gibt es einen kleinen Laden, der leckeres Softeis verkauft.

  • Öffnungszeiten: 11.00-16:00 Uhr (saisonal)
  • Karte: Englisch/Japanisch
  • Preise: ab 300 Yen
  • Empfehlung: Matcha Aisu für 300 Yen
    • Grüntee Softeis in einer Waffel


Insidertipps

  • Der Tempel Nanzoin ist der 1. Tempel des Sasaguri-Pilgerwegs.
  • An einigen Stellen ist Fotografieren nicht mehr erlaubt.
  • Nanzoin ist kein Sightseeing-Spot, sondern ein spiritueller Ort für Buddhisten.

Anfahrt

  • Adresse: 811-2405, 1035 Sasaguri, Kasuyagun Sasagurimachi, Fukuoka (GoogleMaps).

Am einfachsten erreichst du den Nanzoin Tempel zu Fuß ab dem Bahnhof Kidonanzoin.

Per Zug:

  • JR Hakata Bahnhof (Fukuoka) -> JR Fukuhoku Yutaka Line (Sasaguri Linie) -> Bahnhof Kidonanzoinmae (20-25 Min, 380 Yen) -> 3 Minuten zu Fuß (200 m)

Öffnungszeiten & Preise

  • Öffnungszeiten: 08:00 bis 17:00 Uhr
  • Eintritt: Kostenfrei (500 Yen für den Gebetsraum in Inneren der Buddha-Statue)
  • Verweildauer: ~60 Minuten
  • Fotos: Oktober 2017 / Gastartikel von Corinna

Barrierefreiheit

  • Barrierefrei = BF, nicht barrierefrei = NBF, Stillraum = SR, Wickelflächen = WF, Rollstuhltoilette = RT
  • Der Bahnhof Kidonanzoinmae ist BF
  • Tempel Nanzoin: BF / höher gelegene Stellen (Höhle, Wasserfälle etc.) sind NBF

Nützliche Links

Englisch:

Japanisch:


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10 Thoughts on “[Fukuoka Reise] Der liegende Buddha des Nanzoin Tempels

  1. Henning on 8. Januar 2018 at 9:17 said:

    Hallo Tessa, hallo Corinna,
    Vielen Dank für den Bericht und die wunderschönen Fotos. Ich würde denken, dass es sich bei der Statue auf dem sechsten Foto um Fudo Myoo (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Acala) handelt, den “Beschützer der Lehre”.

    Ich wünsche euch alles Gute für das neue Jahr und freue mich auf weiter spannende Berichte, die für den kommenden Japantrip inspirieren :)

  2. Kathleen on 24. Januar 2018 at 23:46 said:

    Oh wenn ich Zeit finde dann mache ich das an einem Tag in Fukuoka. Toller Tip! Danke!

  3. Sophie on 5. September 2018 at 10:13 said:

    Dank diesem Artikel sind wir heute von Fukuoka aus zum liegenden Buddha geradelt. Ein toller Ort. Ich bin völlig begeistert und kann nur empfehlen jedem der in der Nähe ist einen Abstecher dort hin zu machen.

    Danke für diesen Bericht! Ohne wäre ich auf diese wunderbare Sehenswürdigkeit nie gekommen!

    • Hallo Sophie,

      danke für deinen Kommentar! Wie lange habt ihr denn für die Strecke gebraucht? Und wo habt ihr die Räder ausgeliehen?

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  4. Daniela on 8. Oktober 2018 at 16:47 said:

    Hallo Tessa,

    auch wenn wir schon lange wieder zurück in Deutschland sind, sind wir in Gedanken noch oft in Japan. Heute möchte ich von unseren Highlights in Fukuoka berichten.

    Auch wenn es im August sehr warm war, waren wir beim liegenden Buddha Japans. Ein beeindruckender Ort mit wenigen bis fast keinen Touristen, so konnten wir den Buddha in seiner ganzen Größe im Schatten auf uns wirken lassen. Da hab ich gleich noch eine Frage. Auf dem Weg zum Buddha haben wir in einem Halbkreis 12 kleine Statuen vorgefunden. Interessant an ihnen waren die verschiedenen Bedeckungen wie Mützen, Tücher und eine Art T-Shirt. Bei jeder Figur befand sich auch ein anderes Tier wie z.B. ein Hahn oder ein Affe. Warum wurden die Staturen verschieden bedeckt? Bei anderen Figuren waren es weiße und hellblaue Lätzchen. Was bedeutet das?
    Auf dem Rückweg zur Bahnstation waren wir noch ganz lecker Essen. Außen stand ein Schild nur auf japanisch 南蔵院檀信徒会館 Nanzō-in Dan shinto kaikan. Ein religiöser Saal. Wir wurden freundlich empfangen und man erklärte uns die Speisen auf englisch.

    Auf dem Fukuoka Tower mit 234m, der höchste Küstenturm Japans hat man auf einer von 123m Höhe einen tollen Blick über das Genkai-Meer und die Skyline der Stadt. Auch hier waren wir die einzigen Touristen, jedenfalls nach unserem Gefühl. Hier genossen wir den Ausblick und warteten ein Regenschauer ab. Interessant einen solchen zu beobachten …

    Im Ōhori-Park machten wir viele tolle Familienbilder, auch hier keine Touristen, sehr angenehm.

    Mal ganz ehrlich: Bahnhöfe haben doch bei uns eher ein schmuddeliges Umfeld. Nicht so in Japan. Hier ist das Bahnhofsviertel mehr ein Vorzeigeviertel und das ist auch die Hakata Station. Hier besuchten wir wohl den bestbestücktesten 100-Yen-Laden DAISO, den es gibt. Unglaublich was dort alles für 100 Yen angeboten wird…
    Ein absolutes MUSS ist der Besuch des Rooftop Garden. Wer, so wie wir in der Nähe des Bahnhofs seine Unterkunft hat(te), sollte unbedingt zu verschiedenen Tageszeiten diesen Besuchen. Und auch hier kaum Touristen und einen tollen Blick über die Stadt.

    Lohnen tut sich auch ein Besuch der Canal City, besonders zu jeder vollen und halben Stunde wenn das Wasserspiel mit jeweils unterschiedlicher musikalischen Untermalung stattfindet. Wir empfehlen auch den Besuch der 5ten Etage. Dort hat man eine größere Auswahl an verschiedenen Ramen- Restaurants, da ist sicher für jeden Geschmack was dabei.

    Also Tessa, wenn du Zeit hast, solltest du Fukuoka besuchen…

    Viele Grüße
    Daniela

  5. Steffen on 11. Juli 2019 at 10:50 said:

    Hallo Tessa,
    kennst du die Bedeutung der roten Tücher und Mützen, welche viele Statuen tragen?
    Wir waren zwei Wochen in der Mitte und Süden, bis Hiroshima unterwegs.
    Deine Seite hatte viele Tips.
    Grüße Steffen

    • Corinna on 11. Juli 2019 at 12:07 said:

      Hallo Steffen,

      danke dir. Diese Statuen werden kurz ‘Jizō’ genannt.
      Jizos sind nach buddhistischem Glauben zumeist Retter verstorbener Seelen.
      Damit die Seelen ihre Retter besser erkennen können, tragen sie zumeist rote Käppchen oder Mäntelchen.

      Viele Grüße aus der WanderWeib-Redaktion
      Corinna

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