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[JP] Die Treppenwanderung am Berg Oyama Tanzawa 丹沢大山

Das Tanzawa-Oyama 丹沢大山 Gebiet weist beeindruckende Berg- und Naturlandschaften auf, die man in kurzer Zeit von Tokio erreichen kann. Besonders bekannt ist die Gegend für ihre zahlreichen Wanderwege, die durch spektakulärere Aussichten von den Bergen, das satte Grün im Frühling und die rote Blätterfärbung der japanischen Ahornbäume im Herbst überzeugen. Von dem Bahnhof Isehara 伊勢原駅 aus kann man bei der abwechslungsreichen Tagestour (12,6 km) gleich mehrere Sehenswürdigkeiten entdecken: Den 1252 m hohen Berg Oyama 大山, eine Seilbahn, den Schrein Oyama Afuri 大山阿不利神社, mehrere Wasserfälle und das Onsen Kotakuji 広沢寺温泉. Die Abstiegsstrecke kann man in keinem Wanderführer finden und ist damit ziemlich einsam, aber gut ausgeschildert.

Distanz: 12,6 km
Dauer: 4:50 Stunden (ohne Pausen)
Höhenmeter: 1256 m
Ansteigend: 758 m
Absteigend: 1022 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✭ ✭ ✩ (Wanderschuhe sind Pflicht)
Jahreszeit: Geeignet für alle Jahreszeiten. Besonders schön im Herbst zur Blätterfärbung.
Startpunkt: Bahnhof Isehara 伊勢原駅 Odakyu Linie小田急線
Endpunkt: Bahnhof Honatsugi 本厚木駅 Odakyu Linie小田急線
Fotos: 19. April 2015

Gegen 10.04 Uhr komme ich am Bahnhof Isehara 伊勢原駅 an und wende mich nach rechts Richtung Nordausgang 北口. Auf der linken Seite laufe ich die Treppen herunter und komme am Busbahnsteig 4 an. Dort fahren alle Busse regelmäßig Richtung Oyama cable car 大山ケーベル ab. An Wochenenden kommen die Busse immer um 5, 25 und 45 an. Eine lange Schlange steht auch schon an der Bushaltestelle der Kanagawa-Busgesellschaft 神奈川バス. Ich reihe mich ein und nehme den Bus um 10.25 Uhr. Meine aufladbare Geldkarte halte ich am Hintereingang an das blaue Kontaktfeld, um meinen Einstieg zu registrieren. Die Fahrt dauert 20 Minuten. Beim Aussteigen halte ich die Karte an das blaue Kontaktfeld beim Fahrer. Es kostet mich ca. 320 Yen. An der Wand entdecke ich ein Schild „Cable car“ mit einem roten Pfeil nach links. Ich folge den anderen Gruppen und passiere mehrere Tafeln mit Karten. Ein Schild Berg Oyama 大山 leitet mich den Berg hinauf. Über 362 Stufen geht es zunächst den Berg hinauf. An beiden Seiten passiere ich zahlreiche Souvenirläden, die mir alles mögliche andrehen wollen.

Nach 15 Minuten erreiche ich einen kleinen Absatz. An der Wand hängt ein Schild, welches mich nach rechts Richtung Seilbahn Cable car 大山ケーベル leitet. Links geht der Fußweg ab, der über viele Stufen (365 Meter) den Berg hinaufführt. Die Abfahrtszeiten sind regelmäßig (0, 20 und 40). Ich kaufe mir eine Fahrkarte für 470 Yen an den Schaltern für die Hinfahrt Katamichi 片道 und stelle mich an. Meine aufladbare Karte gilt hier leider nicht. Nach 5 Minuten lassen die Schaffner die Wanderer zu dem Seilbahnsteig. Ich schieße schnell ein paar Fotos von der grünen Seilbahn. Ich stelle mich ans Fenster, damit ich die Aussicht genießen kann. Die kurze Seilbahnfahrt vom Bahnhof Oyama cable car 大山ケーベル zum Bahnhof Afurijinja 阿不利神社駅 dauert nur 21 Minuten. Zwischendrin halten wir noch an einer weiteren Station und die zweite rote Seilbahn passiert uns entgegengesetzt. An der Zwischenstation nicht aussteigen!

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Oben angekommen erhalte ich eine wunderschöne Aussicht auf das darunterliegende Dorf. Ein Schild warnt mich vor Bären. Ich folge den mit Laternen gesäumten Weg und erreiche einen Rastplatz. Rechts führt mich eine unebene Treppe den Berg hinab zur Toilette トイレ. Links entdecke ich eine große Treppe, die mich zum Schrein Oyama Afuri 大山阿不利神社 hinaufführt.

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Der rote Schrein beeindruckt mich allein durch seine Größe. Ein großes Steintor und einige Gebetsstätten stehen um das Gebäude herum. Auf Bänken genießen einige Japaner die Aussicht.

Um die Entstehung des Schreines ranken zwei Legenden. Die eine besagt, dass ein reicher 40 jähriger Mann, namens Tadatoki Someya, und seine Frau unter Kinderlosigkeit litten. Sie beteten zu Gott und wurden kurz danach 689 mit einem Jungen gesegnet. Sie freuten sich sehr und veranlassten, dass auf seinen Körper als Schutz die Statue Kan’non Bosatsu geprägt wurde. Als der Junge zwei Jahre alt war, wurde dieser durch einen Adler entführt, nach Nara gebracht und dort von einem Mönch groß gezogen. Tadatoki und seine Frau waren verzweifelt, aber nach einigen Jahren fanden die beiden den Jungen in Nara wieder. Sie erkannten ihn an der Statue Kan’non Bosatsu auf seinem Körper. Mittlerweile war er zu einem hochrangigen Priester aufgestiegen und nannte sich Roben (689-773). Das Paar bat den Sohn zurück nach Kanagawa zu kommen. Er gründete daraufhin den Oyama Afurijinja Schrein in Kanagawa.

Eine weitere Legende besagt, dass der 48 jährige Priester Roben von Nara nach Kanagawa zurück kam, um den Berg Oyama zu besteigen. An deren Spitze fand er die Gottheit Fudo Myo-o Stein-Statue, die als Schützer der Lehre gilt. Von diesem Moment an war er überzeugt, dass er auf dem Berg eine Gedenkstätte gründen musste.

Links am Schrein vorbei weist mich ein Schild Richtung Berggipfel “頂上登山口 Mountain top“. Der Aufstieg dauert 90 Minuten. Hinter einem kleineren Schrein beginnt auch schon eine steile Treppe. Ich halte mich am Geländer fest.

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Oben angekommen erwarten mich die ersten unebenen Treppen. :/

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Je weiter ich den Berg hinaufsteige, desto unebener werden die Stufen, bis diese nur noch aus Felsbrocken bestehen.

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Der Pfad bietet mir zahlreiche Aussichten auf das Umland. Den Fuji kann man sogar an klaren Tagen sehen. Immer wieder passiere ich Bänke und Rastplätze. Der Weg wird immer steiniger. Ich lege viele kleine Pausen ein und esse ein paar Nüsse. Unterwegs stehen immer wieder Hinweisschilder, die mich auf besonders heilige Steine oder Steinformationen hinweisen. Ich richte mich nach den Schildern Richtung Gipfel Sanchou 山頂 und Berg Oyama 大山. Nach zahlreichen Stufen erreiche ich erschöpft den 1252 m hohen Gipfel des Berges Oyama 大山. Auf dem Gipfel erwarten mich einige Sitzmöglichkeiten und ein kleines Restaurant. Des Weiteren entdecke ich einen kleinen Schrein. Die Aussicht ist unglaublich schön. Man kann sogar das Meer und die kleine Halbinsel En-no-Shima entdecken. Ich setze mich auf eine Bank und verspeise mein Mittagessen.

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Zahlreiche Karten stehen auf dem Gipfel und helfen mir mich zu orientieren. Ich benutze die saubere Toilette und lasse meine Beine baumeln. Nach 30 Minuten folge ich abwechselnd den Hinweisschildern Richtung Fudoshiri 不動尻 und Nanasawa 七沢den Berg über unendlich viele Stufen hinab. An einer Abzweigung wende ich mich nach links Richtung Fudoshiri 不動尻. Und wieder erwarten mich unglaublich viele Stufen. Nicht ohne Grund wird der Berg Oyama auch der Berg der Stufen genannt. Während meines Abstieges erhalte ich beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Berglandschaft. Ich entdecke immer abwechselnd Schilder Richtung Fudoshiri 不動尻 und Nanasawa 七沢 mit Kilometer-Angaben. Der Weg führt mich über Wurzeldecken immer weitere den Berg hinab und in einen Wald hinein.

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Ich wandere zunächst auf einem Kammrücken. Teilweise sind die gefährlichen Stellen mit Ketten gesichert worden. Die Ketten sind aber mehr oder weniger nutzlos, da diese an wackligen Stangen befestigt worden sind. Ich bekomme leicht Angst…

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Wenn es regnet kann ich diese Strecke auf keinen Fall empfehlen! Ich passiere einige Rastplätze. Die Strecke kann man in keinem Wanderführer finden und ist damit ziemlich abgelegen. Während meines Abstieges überholten mich nur zwei Wanderer. Nach zwei Stunden erreiche ich einen japanischen Zedern-Wald. Über schmale Pfade steige ich den Berg immer weiter hinab, bis ich Wasser-Geräusche hören kann. Ich erreiche eine Abzweigung und wende mich nach links Richtung Monomitoge 物見峠, um mir nach 100 Metern die kleineren Wasserfälle anzuschauen.

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Ich schieße ein paar Fotos und kehre zur Abzweigung zurück und folge der Beschilderung abwechselnd Richtung Kotakuji-Onsen 広沢寺温泉 und Nanasawa 七沢. Ich erreiche eine Teerstraße, passiere zwei DIXI-Toiletten und einen alten Campingplatz, der nicht mehr genutzt wird. Parallel zur Straße schlängelt sich der Fluss den Berg hinab. Ich überquere zwei Brücken und folge der Beschilderung. Immer wieder entdecke ich kleine Wasserfälle. Um Punkt 17 Uhr führt mich die Straße durch einen dunklen Tunnel. Ich schalte meine Stirnlampe ein und erfreue mich an der kurzen dunklen Wanderung. Nach 30 Minuten erreiche ich eine neugebaute Straße und entdecke rechts von mir eine Baustelle für einen kleinen Damm. Ich überquere eine Brücke und höre Piepslaute aus einem kleinen Lautsprecher, die Tauben von der Baustelle fernhalten sollen. Um 17.45 Uhr erreiche ich das Onsen Kotakuji 広沢寺温泉. Ich ziehe meine Schuhe aus und lasse diese im Eingang stehen. Eine Angestellte nimmt mir 1000 Yen ab, weist mir Holzsandalen zu und zeigt mir den Weg durch einen wunderschönen japanischen Garten. Ich darf nur eine Stunde bleiben, da das Onsen bereits um 18.30 Uhr schließt. Wertsachen können für 100 Yen in Schließfächer weggeschlossen werden. Zur Verhaltensweise im Onsen empfehle ich den Bericht über Onsen zu lesen. Das Frauen Bad 女湯 ist links und das Männer Bad 男湯 rechts. Das Onsen wird durch Wände abgeschirmt und befindet sich komplett draußen. In einem kleinen Raum packe ich meine Sachen in eine Regalwand. Ich hole mein Handtuch und meinen Waschlappen heraus und lege diesen bereit auf einen großen Stein. Ich wasche mich an den Duschen auf den Hockern und steige vorsichtig in das mit Holz ausgelegte Onsen. Schildern warnen mich davor, dass das Holz rutschig ist. Draußen nicht bekleidet zu baden ist schon ein komisches Gefühl. Nach 45 Minuten verlasse ich das Onsen und kehre zur Hauptstraße zurück. Ich laufe weiter den Berg hinunter, bis ich rechts am Weg einen großen Parkplatz und eine erleuchtete „Bruchbude“ entdecke. Über einen Pfad überquere ich den Parkplatz und kehre in das berühmte Ramen Restaurant ZUND-BAR ein, welches schon viele Preise gewonnen hat. Direkt nachdem ich durch den Eingang geschritten bin, bleibe ich verwundert stehen, das Restaurant innen ist modern und ansprechend eingerichtet. Mir wird vom Personal ein Tisch zugewiesen. Ich bestelle mir Yuzu-Ramen Shio Maroaji 柚子ラーメン 塩 まろ味 für 880 Yen, die Empfehlung des Hauses für die weiblichen Gäste.

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Falls die Portion nicht reicht, kann man noch Reis zusätzlich bestellen. Die Zitronen-Geschmack Ramen waren wirklich lecker und kann ich nur empfehlen!!!
Nachdem ich mich gesättigt hatte, bezahle ich am Eingang mit der Rechnung und kehre zur Hauptstraße zurück. Ich folge dem Weg weiter bis zu einem Seven-Eleven Laden und wende mich nach rechts an der Landstraße 64. Auf der linken Seite entdecke ich die Bushaltestelle und nehme den Bus um 19.42 Uhr Richtung Bahnhof Honatsugi 本厚木駅. Die Fahrt kostet mich 360 Yen und dauert 38 Minuten(!). Am Bahnhof Honatsugi 本厚木駅 steige ich aus und begebe mich auf den Heimweg Richtung Tokio.

Insgesamt war dies eine schöne Wanderung, die mich an wunderschönen Aussichten und eine Vielzahl von interessanten Schreinen, Wasserfällen und Landschaften vorbeiführt. Sehr zu empfehlen, wenn man eine anspruchsvolle und reizvolle Wanderung machen möchte. Wer Probleme mit seinen Knien hat, sollte diese Strecke auf keinen Fall ohne Trekkingstöcker gehen.

Beschilderung:
Sanchou 山頂 → Oyama 大山 → Fudoshiri 不動尻 → Nanasawa Onsen 七沢温泉 → Fudoshiri 不動尻 → Kotakuji-Onsen 広沢寺温泉 → Nanasawa 七沢 → Kotakuji-Onsen 広沢寺温泉

Nützliche Schriftzeichen:
Gebiet Tanzawa-Oyama 丹沢大山
Bahnhof Isehara 伊勢原駅
Berg Oyama 大山
Schrein Oyama Afuri 大山阿不利神社
Bad Onsen Kotakuji 広沢寺温泉
Odakyu Linie小田急線
Bahnhof Honatsugi 本厚木駅
Richtung Oyama cable car 大山ケーベル
Kanagawa-Busgesellschaft 神奈川バス
Hinfahrt Katamichi 片道
Bahnhof Afurijinja 阿不利神社駅
Toilette トイレ
Schrein Oyama Afuri 大山阿不利神社
Richtung Berggipfel “頂上登山口 Mountain top“
Richtung Gipfel Sanchou 山頂
Richtung Fudoshiri 不動尻
Nanasawa 七沢
Richtung Kotakuji-Onsen 広沢寺温泉
Frauen Bad 女湯
Männer Bad 男湯
Ramen Restaurant ZUND-BAR
Yuzu-Ramen Shio Maroaji 柚子ラーメン 塩 まろ味

Links:
Kotakuji Onsen Bad: http://www.geocities.jp/
Zund-BAR Ramen: https://www.facebook.com/zund01
Busverbindungen:http://www.kanachu.co.jp/
Zugverbindungen:http://www.hyperdia.com/


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2 Gedanken zu „[JP] Die Treppenwanderung am Berg Oyama Tanzawa 丹沢大山“

  1. Hallo!
    Kann die Wanderung nur weiter empfehlen. Habe sie vor zwei Wochen gemacht und es war einfach genial. Das Onsen ist einfach nur der Hammer und in meinem Fall war ich sogar ganz alleine drin und die Ramen Suppe am Schluss war sehr lecker. Nur wenn man etwas kaputte Knie hat sollte man aufpassen, der Abstieg macht den Gelenken ganz schön zu schaffen!
    Grüße

    1. Hallo Wladick,

      danke für dein Feedback. Ich finde die Tour auch sehr schön.

      Mir taten auch am Ende die Knie etwas weh. Man sollte sich wirklich viel Zeit für den Abstieg einplanen.;)

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

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