Cosplay コスプレ stammt aus Japan und beinhaltet meist das Tragen von Kostümen aus Animes (animierte Filme) und Mangas (Comics). In dieser Cosplay-in-Japan-Anleitung erkläre ich euch, wo ihr Kostüme & Co. in Japan kaufen könnt, wie Cosplay in Japan funktioniert und an welchen Orten ihr in Tokyo/Kyoto oder Nagoya ‘cosplayen’ könnt. Mit dieser Anleitung wird es auch kein Problem für euch werden, an einer Cosplay-Veranstaltung in Japan teilzunehmen.

Schauen wir uns Cosplay in Japan auf Deutsch einmal genauer an:


Was ist Cosplay?

In den 1980er Jahren wurde Cosplay in Japan erfunden und bedeutet übersetzt “Kostümspiel”. Beim Cosplay stellt der Teilnehmer (Cosplayer) einen Charakter aus Manga, Anime, Comic, Film oder Videospiel möglichst originalgetreu dar. In den 90er Jahren kam dieser Trend durch den Anime- und Manga-Boom von Japan bis nach Europa.

Wo kannst du Kostüme oder Accessoires kaufen?

Meistens nähen sich Cosplayer ihre Kostüme in mühevoller Arbeit selbst. Falls du dir das ersparen möchtest, kannst du in Japan einfach fertige Kostüme, Perücken oder Zubehör kaufen. Gerade in Tokio kannst du dich wunderbar in Cosplay-Läden eindecken.

Ein paar Empfehlungen:

Akihabara

ACOS – Akiba Culture Zone Building

Das Akiba Culture Zone Gebäude beherbergt viele kleine Geschäfte, die allerlei Anime & Manga Produkte anbieten. In der 5F Etage findest du ACOS, ein großer Cosplay-Laden, der dich mit guten Kostümen und Perücken von bekannten Anime-Charakteren versorgt.

  • Adresse: 101-0021 Tōkyō-to, Chiyoda-ku, Sotokanda, 1−7−6, Akiba Zone, 5F Etage (GoogleMaps)
  • Öffnungszeiten: 11.00-21.30 Uhr

Cospatio Gee! Store Akiba コスパティオ 秋葉原本店

Cospatio Gee! ist eine der besten Adressen, wenn es darum geht, alte und neue Anime-Kostüme zu finden. Die Kostüme gibt es in jeder Preisklasse und können ggf. nachbestellt werden.

  • Adresse: 101-0021 Tōkyō-to, Chiyoda-ku, Sotokanda, 3-chōme−15−5 – Gee! Store Akiba, 3F Etage (Google Maps)
  • Öffnungszeiten:
    • 11.00-20.00 Uhr (Mo. – Sa.)
    • 11.00-19.00 Uhr (So.)

Don Quijote Akihabara

Don Quijote in Akihabara verkauft auf der 5F Etage günstige, komplette Kostüme, die aus beliebten Serien wie Naruto, Dragonball, Pokemon oder Sailor Moon stammen. Einen kompletten Satz bekommst du ab 8.000 Yen (~75 Euro).

  • Adresse: 4 Chome-3-3 Sotokanda, Chiyoda, Tokyo 101-0021, Don Quijote, 5F Etage (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 10.00-5.00 Uhr

Mitsubado Akihabara コスプレショップみつば堂

Mitsubado Akihabara ist für Sparfüchse interessant, da dieser Laden gebrauchte Kostüme günstig weiterverkauft. Die meisten Kostüme kosten unter 2.000 Yen (~18 €) und gibt es in vielen Größen. Über eine schmale Treppe erreichst du den Laden auf der ersten Etage.

  • Adresse: 〒101-0021 Tokyo, Chiyoda City, Sotokanda, 3 Chome−7−11, Erste Etage (2F) (Google Maps)
  • Öffnungszeiten:
    • 11.00-19.30 Uhr (Mo., Mi. – Fr.)
    • 10.30-19.00 Uhr (Sa. – So.)
  • Geschlossen: Dienstags

Harajuku

Body Line

Im Zentrum der Takeshita Straße liegt das Geschäft Body Line, das Kleidung, Perücken und Schuhe für Cosplay, Lolita oder Gothic Lolita (auch in europäischen Größen) anbietet. Die Preise sind günstig, aber leider gibt es keine Umkleidekabinen und das Fotografieren im Geschäft ist strengstens verboten.

  • Adresse: 150-0001 Tōkyō-to, Shibuya-ku, Jingūmae, 1 Chome−6, 2F   (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 11.00-20.00 Uhr

Ikebukuro

Animate Annex + ACOS + Lashinbang

Das Animate Annex-Gebäude an der Otome-Straße widmet sich ganz dem Cosplay: Cosplay-Geschäfte, ein Cosplay-Cafe, Fotostudios und Perücken-Laden. Kostüme gibt es in (fast) jeder Preisklasse.

  • Adresse: Animate Annex + ACOS: 170-0013 Tōkyō-to, Toshima City, Higashiikebukuro, 3-chōme−2−1 (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 11.00-20.00 Uhr

Assist Wig Japan

In der Nähe des Ikebukuro Bahnhofs liegt das Geschäft Assist Wig, das sehr viele Perücken und Kontaktlinsen verkauft. Die große Auswahl und die günstigen Preise machen den Laden zu einem beliebten Ziel!

  • Adresse: Erdgeschoss, 3 Chome-4-1 Higashiikebukuro, Toshima, Tokyo 170-0013 (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 11.30-21.00 Uhr

k-Books Cosplay-Kan Ikebukuro コスプレ館

In Ikebukuro besitzt k-Books insgesamt dreizehn Anime- und Manga-Läden, davon widmet sich ein riesiger Laden nur dem Cosplay. Dort findest du viele Kostüme, Perücken und Zubehör, um dich in deine Lieblingfigur zu verwandeln. Außerdem werden “Waffen” oder Idol-Kostüme angeboten.

  • Adresse: 〒170-0013 Tokyo, Toshima City, Higashiikebukuro, 3 Chome−12−5 , Erdgeschoss (Google Maps)
  • Öffnungszeiten:
    • 11.30-20.00 Uhr (Mo. – Fr.)
    • 11.00-20.00 Uhr (Sa. – So.)

Tokyu Hands Ikebukuro

Möchtest du vielleicht Zubehör selbst basteln oder etwas nachbessern, dann solltest du zu Tokyo Hands in Ikebukuro gehen und dich dort nach etwas Passendem umschauen.

  • Adresse: 1 Chome-28-10 Higashiikebukuro, Toshima City, Tokyo 170-0013 (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 10.00-21.00 Uhr

Nakano

Mandarake Cosplay-kan Nakano Broadway

In dem kleinen Mandarake Cosplay-Geschäft im Nakano Broadway-Komplex findest du bekannte Kostüme für Frauen und Männer. Besonders beliebt sind nach wie vor die Sailor Moon-Kostüme.

  • Adresse: 2F Etage, 5-chōme-52 Nakano, Nakano City, Tōkyō-to 164-0001 (GoogleMaps)
  • Öffnungszeiten: 12.00-20.00 Uhr

Nippori

Tomato-Honkan トマト本館

Solltest du nach hübschen Stoffen für dein Kostüm suchen, dann besuche den Laden Tomato-Honkan. Außerdem gibt es viele schöne japanische Stoffe, die sich gut für Kimonos oder Taschen eignen.

  • Adresse: 6-chōme-44-6 Higashinippori, Arakawa-ku, Tōkyō-to 116-0014 (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 10.00-18.00 Uhr
  • Geschlossen: Sonntags

Pachira / Pakira パキラ

Ein weiterer bekannter Stoffladen ist Pachira. Er existiert in Nippori insgesamt drei Mal und verkauft oft günstig Stoffe.

  • Adressen:
    • Pachira, 6-chōme-58-5 Higashinippori, Arakawa-ku, Tōkyō-to 116-0014 (Google Maps)
    • Pachira Nittokan II, 5-chōme-45-11 Higashinippori, Arakawa-ku, Tōkyō-to 116-0014 (Google Maps)
    • Pachira Nittokan, 116-0014 Tōkyō-to, Arakawa-ku, Higashinippori, 5-chōme−45-13, いかるがビル (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 10.00-18.00 Uhr

Cosplay in Japan: Schritt für Schritt

Auch beim Cosplay in Japan gibt es spezielle Regeln, die du vor deinem Besuch kennen solltest. Hier sind die wichtigsten erklärt:

Schritt 1: Koffer packen

Da das Tragen der Kostüme auf dem Weg zur Veranstaltung verboten ist, reisen die meisten Cosplayer mit einem kleinen Koffer an. Deswegen heißt es auch für dich erst einmal: Koffer oder Tasche packen!

Schritt 2: Anmelden

Am Veranstaltungsort angekommen, gehst du zur Rezeption (受付、Uketsuke). Manche Veranstaltungen kosten Eintritt. In der Regel sind es 1.500 Yen (~12-15 Euro) pro Cosplayer, Fotografen bezahlen oft 2,000-3,000 Yen. Deshalb verkleiden sich viele Fotografen, um Geld zu sparen. An der Rezeption erhältst du eine Karte, auf dem der erlaubte Foto-Bereich und die Umkleidekabine (更衣室, Kouishitsu) eingezeichnet sind.

Schritt 3: Umziehen

Die Umkleidekabine wird nach Geschlechtern getrennt und ist ein riesiger Raum, in dem du dich vor allen anderen umziehen musst. Das Fotografieren ist in diesem Raum verboten (写真禁止, Shashin Kinshi). Nachdem du dich umgezogen hast, stellst du einen kleinen Spiegel auf den Koffer und schminkst dich.

Unter sehr kurzen Röcken musst du ggf. eine schwarze kurze Hose anziehen, damit Fotografen keine Schlüpfer-Fotos schießen können. Leicht bekleidete Kostüme sind auch verboten. Nach dem Umziehen wird das vom Personal überprüft.

Schritt 4: Zum Cosplay-Bereich

Nach dem Umziehen begibst du dich zum Cosplay-Bereich. Das Fotografieren auf japanischen Veranstaltungen ist meist nur in diesen Bereichen möglich. Diese findest du auf der Karte, welche du an der Rezeption erhalten hast. Falls du dir unsicher bist, wo dieser Bereich ist, folge einfach den anderen Cosplayern oder schau dich etwas um.

Schritt 5: Fotografieren / Posieren

Bist du endlich im Cosplay-Bereich angekommen, kannst du auch schon loslegen. Wenn du andere Cosplayer fotografieren möchtest oder andere Fotografen dich, solltest du dir diese Sätze einprägen:

  • すみません Sumimasen – Entschuldigung!
  • 写真OK?Shashin OK? – Foto okay?
  • 写真を撮ってもいいですか?Shashin wo totte mo ii desu ka? – Darf ich ein Foto machen?
  • いいえ – Iie – Nein
  • ダメ Dame – Nein
  • はい Hai – Ja

Generell hast du zum Posen und Fotografieren als Cosplayer auf den großen Veranstaltungen wenig Platz. Es geht hier allein um die Aufmerksamkeit. Auf den kleineren gibt es deutlich mehr Freiheiten und Fläche, um bessere Fotos zu schießen.

Schritt 6: Visitenkarten verteilen

Nach dem Fotografieren solltest du dem Cosplayer oder Fotografen deine Visitenkarte überreichen. Jeder Cosplayer besitzt eine liebevoll gestaltete Visitenkarte, um sich mit anderen auszutauschen.

Schritt 7: Und zuletzt!

Wenn du neue Freunde gefunden hast, wird meist vor dem Abschluss ein Gruppenfoto geschossen. Dazu gibt es extra Personal, die mit einem Schild “集会写真を撮ります” durch die Gegend laufen.

Danach bedankst du dich freundlich und gehst dich umziehen.

  • ありがとうごさいます。Arigatou Gozaimasu – Dankeschön.
  • お疲れ様でした。Otsukareasama deshita – Dankeschön / Gute Arbeit.

Cosplay-Veranstaltungen

Jedes Jahr finden in Tokio, Kyoto oder Nagoya Veranstaltungen statt, bei denen du auch Cosplay machen darfst. Hier stelle ich dir die Besten vor:

Comiket

Comiket (oder auch Comic Market) ist eines der größten Anime und Manga-Veranstaltungen im Big Sight Gebäude in Odaiba / Tokio. Sie findet jedes Jahr zwei Mal statt: Mitte August und Ende Dezember. Comiket wird wohl von den bekanntesten und berühmtesten Cosplayern besucht.

  • Wann?
    • 29. – 31. Dezember 2019, 10.00-17.00 Uhr
    • 9.-12. August (Wochenende um den 12. August) 10.00-17.00 Uhr
    • Aktuelle Daten findest du hier.
  • Wo?
    • Big Sight, Odaiba, 3-11-1 Ariake, Kōtō-ku, Tokyo, 135-0063
    • (Google Maps)
  • Eintritt?
    • 1.000 Yen für Cosplay-Umkleidekabine / Personal
    • Normale Besucher: 500 Yen für die ersten beiden Tagen (passend dabei haben)

Anime Japan

“Anime Japan” ist die größte Anime-Veranstaltung Tokios und findet Ende März im gleichen Big Sight Gebäude in Odaiba statt.  Auf der Veranstaltung findest du Shows, Cosplay-Events und das neuste Anime-Souvenir. Alle berühmten Cosplayer besuchen diese Veranstaltung, deshalb ist sie auch so sehr überlaufen.

  • Wann? – 21. bis 22. März 2020, 10.00-16.30 Uhr
  • Wo? – Big Sight, Odaiba, 3-11-1 Ariake, Kōtō-ku, Tokyo, 135-0063 (Google Maps)
  • Eintritt? ~2.200 Yen

Jump Festa

Jump Festa ist eine Veranstaltung, die sich dem berühmten Manga-Magazin Shonen Jump widmet, welches berühmte Serien wie One Piece, Bleach, Hunter x Hunter oder Gin Tama veröffentlicht hat. Auf der Veranstaltung kannst du nicht nur neue Mangas kaufen, sondern auch Videospiele spielen oder Cosplay machen.

  • Wann? 21. bis 22. Dezember 2019 –  9.00-17.00 Uhr
  • Wo? Makuhari Messe Tokyo Japan (Google Maps)
  • Eintritt? 1.000 Yen

Tokyo Game Show

Die Tokyo Game Show ist die größte Videospiel-Veranstaltung in Japan und ist besonders unter Gaming-Fans für seine neuen Spiele, jede Menge neuer Technik und den Top-Cosplayern bekannt.

  • Wann? 14-15. Sept 2019 – 10.00-17.00 Uhr
  • Wo? Makuhari Messe Tokyo Japan (Google Maps)
  • Eintritt? 2.000 Yen

The World Cosplay Summit (Nagoya/Tokyo)

Auf dieser Veranstaltung World Cosplay Summit in Nagoya kannst du ebenfalls die weltbesten Cosplayer bewundern, die um den Champion-Titel kämpfen. Zeitgleich findet in Tokyo Dome City (Attractions) eine Cosplay-Veranstaltung statt, die die Teilnehmer anlockt.

  • Wann?
    • Nagoya: 27. Juli bis 4. August 2019 World Cosplay Summit
    • Tokyo: 27.-28. Juli 2019 von 10.00-20.00 Uhr
  • Wo?
  • Eintritt? 2.000-3.000 Yen

Kyoto International Manga and Anime Fair

Falls du deinen Kyoto-Besuch gleich mit einem Cosplay-Shooting verknüpfen möchtest, kannst du die Veranstaltung “Kyoto International Manga and Anime Fair” besuchen. Die Veranstaltung ist zwar etwas kleiner, aber dafür sind die Cosplayer umso freundlicher.

Sonstiges

Kleinere Cosplay-Veranstaltungen werden von acosta veranstaltet, die nur zum Fotografieren gedacht sind. Termine findest du auf dieser Webseite. Ein paar nützliche Begriffe für die Webseite sind:

  • 大阪 Osaka
  • 埼玉 Saitama
  • 京都 Kyoto
  • 神戸 Kobe
  • 池袋 Ikebukuro (Tokyo)
  • 練馬 Nerima (Tokyo)
  • 月 Monat
  • 日 Tag

Nützliche Sätze

  • コスプレ kosupure – Cosplay
  • 写真禁止 Shashin Kinshi – Fotografieren verboten.
  • 受付 Uketsuke – Rezeption
  • 更衣室 Kouishitsu – Umkleideraum
    • 男 Otoko – Mann.
    • 女 Onna – Frau.
  • すみません Sumimasen – Entschuldigung!
  • 写真OK?Shashin OK? – Foto okay?
  • 写真を撮ってもいいですか? Shashin wo totte mo ii desu ka? – Darf ich ein Foto machen?
  • いいえ Iie – Nein
  • ダメ Dame – Nein
  • はい Hai – Ja
  • ありがとうごさいます。Arigatou Gozaimasu – Dankeschön
  • お疲れ様でした。Otsukareasama deshita – Dankeschön / Gute Arbeit
  • 集会写真を撮ります Shuukai shashin wo torimasu – Versammlungsfoto schießen

Insidertipps

  • Cosplay mit Stacheln, scharfen Kanten, großen Waffen oder Spitzen sind meist verboten.
  • Wenn die Veranstaltung draußen stattfindet, creme dich mit Sonnencreme ein!
  • Nimm im Winter Heizpflaster mit.

Nützliche Links:

Deutsch:

Englisch:

Japanisch:


Fehler gefunden? Tipps? Lass mir doch einen Kommentar da!

6 Thoughts on “[Tipps] Cosplay in Japan: Die Anleitung

  1. Jessica Dr. on 15. Juli 2019 at 9:40 said:

    Hallo liebe Tessa,
    noch eine Frage zu deinem Artikel zum Cosplayen in Japan.
    Wenn man als Cosplayer auf die Convention geht und sich an der Rezeption als solcher anmeldet, zahlt man den “Cosplayer Eintritt” und kann damit nur in den Eingeschränkten Bereich? Dafür benötigt man aber auch kein extra Ticket für die Convention? Wenn man außerhalb des Cosplaybereichs die Messe besuchen will, muss man ein reguläres Ticket kaufen?
    Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich sehr freuen :)

    • Hallo Jessica,

      auf der Comicmarket zahlst du den Eintritt für die Umkleidekabine. Fotografen und normale Besucher bezahlen nichts für die Veranstaltung als auch im Fotobereich.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  2. Tessler on 12. August 2019 at 0:20 said:

    Hallo Tessa,

    Nachdem ich mir 3 Tage jetzt den Comicmarkt 96 angeschaut habe, kann ich sagen das:

    a) das man Menschenmassen mögen muss,

    b) Japaner eine unglaubliche Ausdauer haben was warten angeht (4 Stunden vor Eröffnung und man steht sehr weit hinten in der Schlange in der Nähe des Bahnhofs, 1 Stunde vor Beginn und die Schlange reicht bis zum Bahnhof Tokio Big Sight, macht dort eine lange Schleife über eine Nebenstraße zurück bis zum Veranstaltungsort dicht gedrängt mit Menschen – Entfernung zum Bahnhof ca. 400 Meter, Gesamtlänge der Schlange beim Start schätze ich auf 1,5 bis 2 km vielleicht auch länger, sofern man erst zu 11 / 12 Uhr ankommt ist die Schlange kürzen und ständig in Bewegung),

    c) beim warten steht man in der prallen Sonne, unbedingt Sonnenschutz nehmen,
    und eine Kopfbedeckung im Sommer tragen, im Winter warme Sachen tragen, wenn man wegen der Cosplayer kommt gilt dies ebenfalls da die Terrasse permanent im der Sonne steht,

    d) zumindest am 3 Tag war freier Eintritt, das heißt aber auch mehr Menschen! Ob der Eintritt heute auch frei sein wird kann ich nicht sagen – 3 Tage waren für mich mehr als ausreichend ;) Kosten für die ersten beiden Tage je 500 Yen für normale Besucher (sinnvoll es jeweils passend bereit zu halten),

    e) Comic sind schnell vergriffen – wer sich vorher informiert wo was zu finden ist das für einen interessant ist hat vielleicht die Chance es zu bekommen, denn Japaner planen Ihren Besuch Generalstabs-mäßig(!),

    f) die sonst so extrem höflichen und rücksichtsvollen Japaner erlebe ich nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln und bei der Comicmarket etwas aggressiver, aber das ist nur mein persönliches Empfinden,

    g) nicht alle Ordnungskräfte sprechen deutsch oder englisch, mir wurde aber immer geholfen und sei es das jemand gesucht / über Lautsprecher ausgerufen wird der englisch kann – notfalls geht’s einmal quer über das Gelände – geholfen wird immer! Zu erwähnen sei auch, das es ein internationales Desk im linken Eingangsbereich gibt, das ist mehrsprachig aufgestellt (englisch, koreanisch, chinesisch, mit viel gutem Willen deutsch – das sind die Sprachen die ich mitbekommen habe),

    h) apropos Ordnungskräfte – die haben wirklich eine Engelsgeduld, so habe ich gesehen das sie rund 45(!) Minuten auf eine entweder verwirrten oder betrunkenen Mann einredeten und ihn beruhigten – bewundernswert,

    i) wer Cosplay sehen will ist auf der Terrasse in der Nähe der Hallen 1/2 und ggf. auf einem der umliegenden Parkplätze an der richtigen Adresse und es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, so habe ich einige Cosplay-Darsteller nicht gesehen weil ich grade in den Hallen mich versuchte abzukühlen,
    Zu erwähnen wäre auch, das es wohl eine Diskussion gibt, das Cosplay-Darsteller demnächst (bei der nächsten Veranstaltung dieser Art?) Gebühren zahlen müssen, was die Anzahl der Darsteller wohl reduzieren wird,

    j) die Hallen sind nicht klimatischen runter gekühlt, zentrale Bereiche haben eine Kühlung und so kann man sich dort etwas abkühlen,

    k) es empfiehlt sich am Cosplay-Darsteller Interesse zu zeigen, kann man den Charakter sagen der versucht wird – teils mit sehr aufwendigen Kostümen – darzustellen ist für ein Gespräch notfalls mit Händen und Füßen das Eis gebrochen und es werden alle technischen und nonverbalen Möglichkeiten der Kommunikation ausgeschöpft, eine mir sehr sympathische Art der Unterhaltung mit allen dazugehörigen Missverständnisse,

    l) es gibt ein kleines Restaurant (Ramen und Suppen im Menü für ca. 900 Yen) in der zweiten Etage wenn man von der Terrasse in Richtung Ausgang geht,
    auf dem zentralen Platz ein Café Shop (Sandwiches, Kuchen aller Art) – wichtig hier gibt es ein Zeitlimit und man wird platziert, im aussenbereich gilt diese Einschränkung nicht,
    gegenüber vom Café gibt es einen seven/eleven Shop dot gibts keine Möglichkeit zu sitzen oder so weiter, alle bieten kalte Getränke an,
    witzig ist der Döner-Shop auf der Terrasse, dort gibt es auch eine Raspel-Eis laden,
    in der zentralen Halle gibt es Getränke Automaten welche ständig aufgefüllt werden und überall stehen fliegende Händler welche kalte Getränke anbieten
    Auf Vollständigkeit kann ich keine Garantie geben – es sind die Läden die ich gesehen habe und bei den ich gespeist habe,

    Was gibt es noch zu sagen? Es waren 3 – im wahrsten Sinne – tolle Tage die mir Spaß gemacht haben auch weil ich mich eben vielen unterhalten konnte. Wenn man ein wenig Interesse an dem Hobby der jungen Leute zeigt und die Kostüme bewundert kommt man schnell ins Gespräch. Da ich keine Visitenkarten vorrätig hatte werd ich wohl nicht wirklich mit den meisten Kontakt halten können. Schade.
    Achja das wäre noch wichtig, nicht hinter allen weiblichen Charakter verbirgt sich auch das weibliche Geschlecht. Den Unterschied kann man im Zweifel erst an der Stimme erkennen. Das zeigt aber auch mit was für einem Aufwand und liebe zum Detail da gearbeitet wurde und das verdiene schon Respekt. BTW die Darsteller Reise von relativ weit an, Nagoya, Fukuoka und Wakkanai welche mir genannt worden waren. Das ist aber jeweils nicht um die Ecke um es mal umgangssprachlich zu sagen.
    Viele der Aussteller haben ihre werde auch in den großen Anime Shops, aber eben auch nicht alle. Auch wenn man nichts kauft ist ein freundliches Gespräch immer drin. Auch das ein oder andere Foto darf gemacht werden, sofern gefragt wird. Das Publikum ist von Schülern bis zum Rentner aus allen Geschlechtern vertreten. Etwas was in Europa eher undenkbar wäre.

    Ich hoffe das ein paar nützliche Informationen für alle welche die größte mir bekannte Messe dieser Art besuchen wollen dabei waren.

    In diesem Sinne VG
    Tessler

    • Hallo Tessler,

      vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Generell würde ich erst gegen 11 Uhr kommen, um nicht lange anzustehen. ;-)
      Wie es scheint, kostet die Veranstaltung ab diesem Jahr 500 Yen Eintritt. Vorher war sie kostenlos.

      Viele Grüße aus tokio
      Tessa

      • Tessler on 13. August 2019 at 3:38 said:

        Hallo Tessa,

        Wie gesagt nur die ersten beiden Tage habe ich was bezahlt und es wurde auch überprüft ob man das Bändel am Arm hat. Diese waren jeweils farblich anders gekennzeichnet. Da ich mehrfach die sogenannte Touristen-Karte zog bin ich etwas zügiger voran gekommen. Das sollte man aber nicht übertreiben.

        Gruß Tessler

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