Dieses Mal erkunden wir die Insel Iriomote (Okinawa) ganz im Süden Japans. Während des Aufenthalts fahren wir per Kanu durch Mangroven, wandern durch Dschungel-Wälder, baden unter Wasserfällen und genießen die Natur!

Lass dich von den Sehenswürdigkeiten auf Iriomote / Yaeyama überraschen!


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Anreise nach Insel Iriomote:

In Tokio nehmen wir einen Nachmittagsflieger vom Flughafen Haneda zum Flughafen Ishigaki. Schon vor dem Abflug hatten meine Freundin und ich auf der Hirata-Webseite eine leichte Kanu-Trekking-Dschungel-Tour gebucht, um die Insel Iriomote mit einem Führer zu erkunden.

Auf der Insel Ishigaki nehmen wir den Bus Richtung Stadt-Zentrum (Ishigaki Bus Terminal), welches im Süden der Insel liegt und übernachten in der Nähe vom Fährhafen 石垣港離島ターミナル.

Bei 20°C  treffen meine Freundin und ich am nächsten Tag um 8:00 Uhr am Fährhafen der Insel Ishigaki 石垣港離島ターミナル ein.

Die Karten für die Fähre zur Insel Iriomote erhalten wir am Hirata Kankou 平田観光 Stand, den wir auf der linken Seite in der Halle finden:

Dort müssen wir unsere Schuhgröße angeben und erhalten die Fährkarten sowie einen Gutschein für zwei Busfahrten.

Der ursprüngliche Fährhafen Oohara 大原港 ist im Winter (Nov.-März) auf Grund von hohen Wellen geschlossen, so dass wir zum zweiten Fährhafen Shirahama fahren und von dort mit dem Bus zum anderen pendeln müssen… Wir gehen zum Fährhafen und begeben uns zur Anei Fähre, die um 8:30 Uhr anlegt.

Beim Einsteigen erhalten wir vom Personal die Bus-Fahrkarte, die uns vom Fährhafen Shirahama 白浜港  zum Fährhafen Oohara 大原港 bringt.

Keine 45 Minuten später steigen wir aufgeregt am Fährhafen Shirahama 白浜港 aus.

Auf der linken Seite vom Fährgebäude stehen einige Busse auf einem Parkplatz. Doch welchen der 10 Busse sollten wir nun nehmen? Wir fragen einen Busfahrer, der uns zu dem einzigen Anei Bus 安栄観光 schickt:

Das Busunternehmen steht auch auf unserer Fahrkarte, so dass wir beruhigt in den Bus setzen. Neben uns steigen auch viele junge Japaner ein. Wenig später erscheint der gut gelaunte Busfahrer und kontrolliert unsere Fahrkarten. Außerdem sagt er: “Wir sollen unsere Karte für die Rückfahrt aufheben!”

Gegen 10:15 Uhr erreichen wir den Fährhafen Oohara 大原港 und treffen auf unseren Führer Herr Ojima:

Herr Ojima ist für uns den ganzen Tag zuständig, begrüßt uns freundlich und lädt uns in seinen Van ein. Wir stellen erfreut fest, dass wir nur zu dritt sind. Unterwegs hält Herr Ojima an einem Baum an und zeigt uns die Okinawa Kirschblüte.

Die jetzt gerade anfangen zu blühen. Außerdem weist er auf das Schild der berühmten Iriomote Wild-Katze (Yamaneko ヤマネコ) hin:

Diese gibt es weltweit nur hier und insgesamt sollen 100 Tiere auf der Insel leben. Herr Ojima selbst habe die seltene Katze noch nie gesehen. Die beste Chance diese Wildkatze in “Echt” zu sehen, ist ausgestopft im Iriomote Museum. Ferner gibt es eine eigene Hotline (0980-85-5581), wo man eine tote oder in Not geratene Wildkatze melden kann.

Irgendwann halten wir an einem abgelegenen Parkplatz und bekommen von Herrn Ojima Schwimmwesten und wasserdichte Schuhe gereicht, die aus Neopren sind.

Außerdem demonstriert Herr Ojima uns, wie wir mit dem Paddel richtig umgehen sollen.

Dann geht es auch schon los und wir wandern auf Stegen durch den Wald.

An einer Stelle zeigt uns Herr Ojima einige Hügel mit Löchern.

Die stammen von Flusskrebsen, die aber bei Trockenheit verschwinden. Wir biegen um die nächste Ecke und stehen vor vielen Kanus.

Schließlich sollen wir uns etwas warm machen, während Herr Ojima unsere Kanus zu Wasser lässt.

Wenige Minuten später sitzen wir auch schon im Kanu und müssen uns erst einmal an das schwankende Gebilde gewöhnen.

Meine Freundin nimmt schon mal Fahrt auf und biegt nach links ab.

Zunächst geht es auf einem engen Bereich flussabwärts, bis wir auf die ersten Mangroven treffen.

Die Wurzeln der Mangroven ragen wie Arme aus den Boden. Das sieht am Abend sicher noch toller aus. Wir biegen auf einem größeren Fluss nach rechts ab und paddeln an einem besonders beeindruckenden Mangroven-Baum vorbei.

Wir schießen fleißig Fotos und versuchen uns, an die ungewöhnliche Bewegung unserer Arme zu gewöhnen.

Nach nur 40 Minuten treffen wir an unserem Ziel die Anlegestelle zum Wasserfall Pinaisara ピナイサーラの滝 ein.

Es scheinen auch noch weitere Besucher unterwegs zu sein, wie die anderen Kanus beweisen. Herr Ojima erzählt uns, dass pro Tag maximal 14 Gäste den Wasserfall besuchen dürfen, das sei von der Regierung so vorgeschrieben. An der Anlegestelle lassen wir unsere Schwimmwesten zurück.

Schon wandern wir durch den Dschungel mit einem wasserfesten Rucksack/Sack von Herr Ojima.

Trotz des schlammigen Bodes kommen wir mit den Neopren-Stiefeln ganz gut zu recht. Unser Führer macht uns auf einige Pflanzen und Bäume aufmerksam.

Immer wieder bleiben wir stehen und bewundern seltsame Pflanzen, die wir so noch nie gesehen haben.

In ihren großen Schwaden-ähnlichen Wurzeln speichern die Bäume Wasser für die Trockenzeit. Nachdem wir den Fluss verlassen haben, steigen wir über zahlreiche Wurzeln und Steine bergauf.

Wir kommen leicht ins Schwitzen, so dass wir etwas langsamer gehen. Gegen Mittag hören wir das typische Rauschen eines Wasserfalls und erspähen ihn endlich durch das dicke Unterholz.

Wow, wie schön! Der Wasserfall Pinaisara ist 55 m hoch und führt Dank des gestriges Regens deutlich mehr Wasser als sonst, erzählt uns Herr Ojima. Neben dem Wasserfall treffen wir auch auf eine andere Gruppe, die gerade zu Mittag isst. Herr Ojima ermutigt uns auf einen großen Felsen zu klettern, um den Wasserfall aus der Nähe zu betrachten.

Leider ist es so feucht, so dass wir von Nahem keine Fotos schießen können. Nach uns wagen sich auch weitere Wanderer auf den beeindruckenden Felsen:

Einige baden sogar am Fuße des Wasserfalls. Im Sommer erfrischen sich hier fast jeder, erzählt Herr Ojima.

Währenddessen bekommen wir eine Tasse Tee serviert.

Lecker! Außerdem erhalten wir die Okinawa Spezialität Chinsukou ちんすこう.

Die schmecken wie Butterkekse mit verschiedenen Geschmacksrichtungen. Kurze Zeit später gehen wir auch schon zur Anlegestelle zurück und folgen dem Pfad geradeaus, um auf die Spitze des Wasserfalls zu klettern. Wegschilder oder Markierungen suchen wir vergebens. Gut, dass wir einen Führer dabei haben, denken wir uns. Hinter jedem Busch entdecken wir weitere beeindruckende Bäume.

Ab dieser Stelle geht es steil bergauf. An einem Felsen gibt es sogar ein Seil, an dem wir uns festhalten können.

Mutig trauen wir uns an das Seil und stellen fest, dass es gar nicht so schwer war. Irgendwann erreichen wir den Kamm und können die Dschungel-Tour etwas mehr genießen. Um 13 Uhr treffen wir auf einen anderen Wanderer und überqueren den Wasserfall an einer seichten Stelle.

Unsere Anstrengungen sind sofort vergessen, als wir vom Wasserfall über die Insel Iriomote blicken.

Doch über die Kante nach unten blicken, trauen wir uns nicht… Nach einigen Fotos ruft uns Herr Ojima zum Mittagessen.

Es gibt die typische Okinawa Spezialität Sooki Soba ソーキそば, das sind Buchweizennudeln mit Rindfleisch-Stücken. Nach dem Aufstieg schmeckt die Suppe gleich doppelt so lecker, so dass wir diese gierig verschlingen. Leider müssen wir auch schon weiter und steigen den selben Weg hinab. Unterwegs zeigt uns Herr Ojima Baumpilze, aus denen Medizin hergestellt wird,…

… oder einen besonders beeindruckenden Baum, deren Wurzel 2 m hoch ragen.

Beeindruckend! Dahinter können Kinder bestimmt gut Verstecken spielen. 🙂 Wenig später sitzen wir wieder in unseren Kanus und fahren die gleiche Strecke zurück.

Zurück an der Anlegestelle freuen wir uns, endlich festen Boden unter den Füßen zu haben.

Noch kurz durch den Wald und schon ziehen wir unsere Neoprenstiefel am Parkplatz aus, steigen in den Van und fahren zum Fährhafen Oohara 大原港 zurück. Um 16:00 Uhr holt uns der gleiche Anei Bus ab und bringt uns zum Fährhafen Shirahama 白浜港. Dort nehmen wir die nächste Fähre nach Ishigaki.

Fazit: Die Iriomote-Tour ist sehr leicht und hat uns sehr gut gefallen. Besonders für Kinder ab Grundschulalter oder nicht Sportler zu empfehlen. Toll war die Mischung aus Wandern, Kanu und Dschungel. Ich empfehle, einen kleinen Rucksack mitzunehmen, da der Packsack/Rucksack von Herr Ojima am Rucken leicht drückt.


>>Hier geht es zum ersten Teil “Insel Taketomi/Okinawa“! 

         >> Weiter geht es im dritten Teil “Insel Ishigaki/Okinawa“! 


Details:

  • Insel Iriomote Ausflugstour
    • Dauer 1 Tag
    • Kosten: 14000 Yen (130 Euro) inkl. Fähre, Bus, Kanu, Ausrüstung, etc..
  • Anreise: Osaka, Fukuoka, Haneda oder Narita Flughafen -> Ishigaki Flughafen -> Bus (Dauer: 45 Min, 520 Yen, Abfahrt im 15 Minuten-Takt) -> Ishigaki Bus Terminal -> Fähre (7:30-17:30 Uhr) -> Iriomote

Nützliche Links:

Fotos: 27.02.2017

Hinweise: 

  • Auch ohne Japanisch-Kenntnisse schaffbar, da Herr Ojima sehr gutes Englisch spricht und antwortet auch gerne auf Emails.
  • Internet-Empfang gibt es begrenzt auf der Insel.
  • Buche diese Tour am besten direkt bei Herr Ojima, da das Reisebüro Hirata sehr langsam arbeitet….

Wasserfall Pinaisara ピナイサーラの滝

Iriomote Museum 西表野生生物保護センター

  • Adresse: 〒907-1432 Okinawa-ken, Yaeyama-gun, Komi, Tel. 0980-85-5581 (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: Mo.-So 10.-16:00 Uhr (Am Wochenende von 12.-13.00 Uhr geschlossen)
  • Homepage: http://iwcc.a.la9.jp/ (Japanisch)

Die Tour im Überblick:

Download

Nützliche Schriftzeichen: 
西表島 Iriomote-shima – Insel Iriomote
石垣港離島ターミナル Ishigaki Minato Fährhafen Ishigaki
平田観光 Hirata Kankou
白浜港 Shirahama Minato –  Fährhafen Shirahama
大原港 OOhara Minato – Fährhafen Oohara
安栄観光バス Anei kankou Basu – Anei Bus
ヤマネコ Yamaneko – Iriomote Wild-Katze
ピナイサーラの滝 Pinaisaara-no-Taki – Wasserfall Pinaisara
ソーキそば Sooki – Sooki Soba (Rindfleisch-Suppe mit Buchweizennudeln)
西表野生生物保護センター Iriomote Museum


Warst du schon einmal auf der Insel Iriomote? Lass mir doch einen Kommentar da!

8 Thoughts on “[Ausflug] Insel Iriomote (Okinawa): Mit Kanu in den Dschungel!

  1. Ist ein bißchen schade, dass ich nicht gehen konnte, obwohl ich das alles schon mal gemacht und gesehen habe.
    Aber von Okinawa kann man nie genug bekommen! ^__^

    Mir hat Iriomote damals sehr gut gefallen.
    Ich hab auch eine Kanu-Tour gemacht.
    Wir sind dann zu einem Wasserfall, wo man unten im “Becken” dann baden konnte. Muss natürlich zugeben, dass das im August war. 😉
    Das dürfte der gleiche gewesen sein wie auf deinen Fotos.

    Tauchen und Schnorcheln dank einer kurzen Boottour war auch genial.

    Hachja …. na toll, jetzt hab ich Fernweh! 😉

    Freut mich, dass du diese Möglichkeit hattest.
    Du kennst ja meine Schwärmereien von Okinawa. Ich liebe es dort einfach. 😀

    • Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Tatsächlich war ich sehr angetan von Okinawa. Ich möchte unbedingt auch wieder hin. 😀

      Siehe es mal von der positiven Seite: Jetzt kannst du den Japan Rail Pass oder günstige Flüge für Touristen nutzen. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

      • Warst du schon auf den Kerama Inseln?
        Wenn dir die Yaeyama Inseln gefallen haben, dann magst du es dort sicher auch. 🙂

        Mir gehen in Okinawa langsam die Inseln aus! XD ….
        Aber ich schau immer nach billigen Flügen im Juni und Juli und ich würd auch mal spontan rüberfliegen. 🙂
        War seit Ende 2014 nicht mehr dort. Bin langsam echt auf Entzug. *g*

        Ja, das stimmt.
        Muss jetzt endlich mal eine Reise planen, wo ich den Railpass VOLL ausnutzen kann. Oh, wie lange ich mir das gewünscht hab. 😉

        • Leider nein, aber da möchte ich auch gerne mal hin. 😉

          Genieße den Pass in vollen Zügen. Du hast meinen Neid. 😀

          Viele Grüße aus Tokio
          Tessa

  2. Danny on 9. Mai 2017 at 16:06 said:

    Neben Yakushima war Iriomote bisher eines der schönsten Orte die ich in Japan besuchen konnte. Ich hatte im Aug. 2016 auch eine solche Tour gebucht.
    Als ich auf Iriomote ankam standen auch schon etliche Guid’s mit Schildern, allerdings nur auf japanisch. Einen hatte ich dann gefragt wo meine Tour ist und die Gruppe von ca. 8 Leuten war schon fast im kleinen Transporter gewesen. Ich also den Fahrer gefragt ob dies die Richtige Tour ist und mit eingestiegen. Auf dem weg zählte er immer wieder die Leute durch, da hatte ich es mir schon gedacht das die mich, wenn ich nicht sofort rausgefunden hätte wohin ich muss, stehen gelassen hätten. Dort angekommen wurde ich gefragt ob ich denn überhaupt eine Anmeldung gemacht hätte. Nach vorzeigen der Bestätigungsmail konnte ich dann auch mit. Tour war bei http://kazaguruma-iriomote.jp/en/tour/ die soweit auch sehr gut war wenn man mich nicht fast vergessen hätte… Mann sollte vielleicht doch nicht schon 4 Monate vorher die Tour buchen. Die Leute sprachen aber gut englisch und man bekam Schuhe und Rucksack gestellt. Außer mir waren nur Japaner dabei gewesen.
    Zum Text mit den maximal 14 Leuten die zum Wasserfall dürfen kann ich mir nicht vorstellen das die Zahl stimmt, da die Gruppe in der ich war schon aus 8 Leuten bestand.

    Übrigens konnte ich auf der Insel eine Schlange sehen und die bisher größte Spinne die ich in freier Wildbahn gesehen habe hat mich beim Duschen überrascht…

    Die Tour kostete übrigens 11.000 Yen. Also nicht ganz billig dafür war man aber auch fast den ganzen Tag beschäftigt und es gab eine warme Suppe zum Mittag. Wenn man mal Ishigaki besucht ist eine solche Tour ein echtes muss.

    • Hallo Danny,

      danke für deinen Erfahrungsbericht. Tatsächlich ist diese billiger als die von meiner Tour. War im Preis auch die Fähre enthalten?

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

      • Danny on 10. Mai 2017 at 7:54 said:

        Nein, nur Tour mit Transport vom Hafen auf Iriomote, Kanufahrt, Wanderung und Mittagessen. Ablauf war also der gleiche nur das wir damals zuerst nach oben gelaufen sind und dann erst nach unten zum Baden im Wasserfall.

        • Hallo Danny,

          Ahh, okay. Dann kostet die genauso viel. In der Hirata Tour ist die Fähre nämlich enthalten, die ca. 3000 Yen kostet.

          Viele Grüße aus Tokio
          Tessa

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