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[JP] Berg Gozenyama 御前山 – Der Herbst-Berg

Der Berg Gozenyama 御前山 liegt im Wanderparadies Okutama 奥多摩 in der Präfektur Tokio. Er ist bekannt dafür, dass dort im April der japanische Hundszahn Katakuri カタクリ (Liliengewächs) und im Herbst viele Pilzarten wachsen. Die 13,2 km Wanderung startet an der Haltestelle Okutamako 奥多摩湖, läuft über den Ogouchi Damm 小河内ダム und führt hinauf zum ersten Gipfel Soudakesan 惣岳山. Von einer Lichtung erhalten wir schöne Ausblicke auf den Okutama Stausee. Während des steilen Anstieges entdecken wir knorrige alte Kerb-Buchen, Hundszähne oder Pilze. Vom 1405 m Berg Gozenyama 御前山 gibt es zwar keine Aussicht, dafür gilt er als besonders einsam und erholend. Der Abstieg führt über Waldpfade und durch ein stilles Dorf, bis wir schließlich die Bushaltestelle Sakaibashi 境橋 erreichen. Im Anschluss lockt das Onsen Moegi-no-Yu もえぎの湯 mit einem heißen Bad.


Distanz: 13,2 km
Dauer: 4.5/6.3 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 1405 m
Ansteigend: 921 m
Absteigend: 1104 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✭ ✩ ✩
Jahreszeit: Ganzjährig. Besonders zu empfehlen: Mitte bis Ende April – Hundszahn und August – Pilze.
Startpunkt: Bahnhof Okutama 奥多摩駅Oume Linie青梅線
Endpunkt: Bahnhof Okutama 奥多摩駅Oume Linie 青梅線
Fotos: 8. August 2015


Die Route

Um 8.21 Uhr treffen wir mit dem Holiday Express der Oume Linie 青梅線 am Okutama Bahnhof 奥多摩駅 ein. An der Bushaltestelle Nummer 2 stehen schon eine ganze Reihe Wanderer und warten auf den 8.35 Uhr Bus. Dieses Mal begleiten mich Paul, der ab diesen Sommer für drei Jahre in Japan lebt, und mein stetiger Wanderbegleiter Ochiai. Als erstes fallen mir Pauls Schuhe auf, da er nur ein paar Sportschuhe trägt. Die Wanderschuhe kommen erst nächsten Monat, erklärt er und grinst. Paul und Ochiai verschwinden kurz in der Toilette, während ich in der Warteschlange die Stellung halte. Keine zwei Minuten später fährt der Bus vor und ich steige schon ein, um Sitzplätze zu reservieren. Doch dann geht die Tür zu und der Bus fährt los!! Schnell schreibe ich eine Nachricht an die beiden, dass ich im Bus festsitze und sie einfach den nächsten nehmen sollen. Anscheinend ist gerade viel in Okutama los, so dass die Busgesellschaft Zusatz-Busse bereitstellt. Die Fahrt kostet 350 Yen und dauert nur 20 Minuten. An der Bushaltestelle Okutamako 奥多摩湖 steige ich aus und warte keine 5 Minuten, bevor Paul und Ochiai eintreffen. Hinter der Haltestelle entdecken wir Toiletten und den Stausee Okutamako 奥多摩湖.

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Wir machen uns startklar und gehen langsam zum Ogouchi Staudamm 小河内ダム los. Dort entdecken wir ein Schild über seine Baugeschichte. Die Konstruktion begann im Jahre 1938 und stand während des Zweiten Weltkrieges für 5 Jahre still, bis er endlich 1957 fertiggestellt wurde. Der Damm dient heute zur Trinkwassergewinnung für den Großraum Tokio. Dahinter können wir auf der linken Seite unser heutiges Ziel, den 1405 m hohen Berg Gozenyama 御前山 erkennen. Seine Spitze ist von Wolken verhüllt.

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Wir spazieren über den Damm und entdecken hinter einem kleinen Häuschen und oberhalb einer kurzen Treppe das erste Hinweisschild Mt. Gozenyama 御前山. Unter einem kaputtem Dach stehen ein paar Bänke, die alle ziemlich verdreckt aussehen. Wir gehen an der Raststätte vorbei und steigen eine kurze Betontreppe hinauf.

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Am Wegrand entdecken wir die ersten Pilze und bleiben begeistert stehen. Gerade im Herbst ist die Gegend bekannt für ihre vielfältigen Pilzarten. Kerb-Buchen und Zedern zaubern schöne Wurzel-Muster auf die steilen Wege.

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Paul muss besonders wegen seinen Sportschuhen aufpassen, dass er nicht ausrutscht.  In regelmäßigen Abständen stehen Schilder, die vor Sackgassen Tsukodome 通行止 warnen, und schöne Pilze.

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Leider haben wir keinen blassen Schimmer, wie der heißt. Kennt jemand zufällig diese Pilzart? Von einer kleinen Lichtung können wir gut den Okutama Stausee überblicken.

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Ab dieser Stelle wird der Weg immer steiniger und unwegsamer.

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Ein kühler Wind lässt Paul kurz frösteln, da er nur mit einem T-Shirt unterwegs ist. Zum Glück wird es schnell wieder wärmer, nachdem wir die Wolkendecke erreicht haben.

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Im dichten Nebel sehen die Bäume noch geheimnisvoller aus.

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Paul und Ochiai sind begeistert von der traumhaften Natur, die uns an den Anime Mononoke Hime erinnert.

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Eine Stunde später kommen wir am ersten Gipfel des Berges Soudakesan 惣岳山 an, der eine Höhe von 1340 m aufweist. Eine Aussicht gibt es leider nicht, doch stehen zwei Bänke und eine unübersichtliche Karte bereit. Nach einer kurzen Pause setzen wir unseren Weg fort und  gehen auf eingezäunte Pfade Richtung Gozenyama 御前山 weiter.

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Nach einer halben Stunde erreichen wir endlich den 1405 m Gipfel des Gozenyama 御前山. Hier stehen ebenfalls Bänke und Karten.

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Wir setzen uns auf eine Bank und packen unser Mittagessen aus. Während wir essen, werden wir von zahlreichen Kriebelmücken, die auf Japanisch auch “Buyu”, “Buyo” oder ”Buto” genannt werden, attackiert. Die sehen zwar aus wie kleine schwarze Fliegen, doch deren Stiche jucken unglaublich. Achtung! Nach der Pause setzen wir den Weg auf der anderen Seite fort. Es geht eine steile Treppe herunter.

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An der nächsten Kreuzung folgen wir dem Schild Richtung Taiken-no-Mori & Hinan-koya 体験の森・ 避難小屋. Schon wenige Minuten später erreichen wir die Not-Berghütte Hinan-koya 避難小屋.

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Im Notfall dient die Hütte als Sammel- und Schlafplatz. Dort kann man auch kostenlos übernachten. Eine Wandergruppe grüßt uns freundlich, die gerade dort ihr Mittagessen verspeist. Wir grüßen kurz und gehen weiter über schmale Wanderwege Richtung Bahnhof Okutama 奥多摩駅, bis wir an einem Feldweg ankommen. An einer Stelle versperrt uns ein gelbes Band den Wanderweg, der vom Feldweg abführt. Der scheint wegen eines Erdrutsches gesperrt zu sein. Wir folgen stattdessen dem Schild Tozanmichi 登山道 nach links über die Feldstraße und erreichen eine rote Laufbahn???

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Vermutlich dient diese der lokalen Schule als Übungsplatz. Ein paar Minuten später kommen wir am großen Rastplatz Taiken-no-Mori 体験の森 an. Neben einer kostenlosen Toilette und Sitzbänken gibt es zahlreiche Hinweisschilder. Der ultimative Tipp: Schließt auf keinen Fall eure Toilettentür ab! Vom Rastplatz gehen wir über langweilige Straßen den Abhang hinunter. Paul geht zeitweise rückwärts, um sein Knie zu entlasten. Das sieht nur selten dämlich aus. Nach 60 Minuten erreichen wir endlich ein kleines Dorf. Die Zivilisation hat uns wieder! An der Landstraße 411 biegen wir nach links ab und überqueren den Fluss über die Brücke.  An der Haltestelle Sakaibashi 境橋 warten wir nur 5 Minuten, dann fährt der Bus vor. Wir fahren nur 10 Minuten bis zum Bahnhof Okutama 奥多摩駅 und steigen aus. Die Fahrt kostet 240 Yen.

Wir passieren den Bahnhof Okutama 奥多摩駅 und biegen an der Ampel links ab. Nach 200 Metern biege ich rechts vor dem Tunnel ab, passiere einen anderen Tunnel und komme nach weiteren 15 Minuten am Onsen Moegi-no-Yu もえぎの湯 an. Wir stellen am Eingang unsere Schuhe in die kostenlosen Schließfächer, bezahle 780 Yen, bekommen ein Schlüssel für unsere Schließfächer im Onsen und betreten das Bad.

Insgesamt war dies eine tolle Wanderung, die ich Pilz-begeisterten nur empfehlen kann. Übrigens kann man auf dieser Strecke von Mitte bis Ende April das Liliengewächs Hundszahn Katakuri カタクリ entdecken.

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Wegweiser:
Gozenyama 御前山 → Taiken-no-Mori 体験の森 → Hinan-koya 避難小屋 → Okutama 奥多摩駅

Nützliche Schriftzeichen:
Berg Gozenyama 御前山
Liliengewächs Hundszahn Katakuri カタクリ
Wanderparadies Okutama 奥多摩
Bahnhof Okutama 奥多摩駅
Ogouchi Damm 小河内ダム
Gipfel Soudakesan 惣岳山
Bushaltestelle Sakaibashi 境橋
Oume Linie 青梅線
Bushaltestelle Okutamako 奥多摩湖
Sackgassen Tsukodome 通行止
Hundszahn Katakuri カタクリ bekannt.
Berg Soudakesan 惣岳山
Richtung Taiken-no-Mori 体験の森
Hütte Hinan-koya 避難小屋
Schild Tozanmichi 登山道

Links:
Hundezahn: https://de.wikipedia.org/
Kerb-Buche: https://de.wikipedia.org
Okutama Busplan: http://transfer.navitime.biz/
Sakaibashi Busplan: http://transfer.navitime.biz
Kriebelmücken: https://de.wikipedia.org/
Onsen Moegi-no-Yu: http://www.okutamas.co.jp/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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