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[JP] Durch rote Tore wandern: Berg Gozenyama 御前山

Der Berg Gozenyama 御前山, der gut von Tokio mit der Chuouhon Linie zu erreichen ist, liegt im östlichen Teil der Präfektur Yamanashi. Die 7,2 km Wanderung startet am Bahnhof Otsuki 大月駅. Von dort geht es zunächst durch ein Dorf, bis wir den Anfang vom Wanderweg erreichen. Dort entdecken wir die ersten roten Tore und Schreine. Der steile Weg, der mit Seilen und Ketten gesichert ist, führt uns hinauf zum Berg Kikukasan 菊花山. Hier erhalten wir einen schönen Blick auf das nördliche Tal und einige markante Bergketten. Wir wandern weiter über einen Kamm zum 720 m Berg Gozenyama 御前山, der uns einen schönen Ausblick in Richtung Süden bietet. Auf den Felsen halten wir eine kurze Rast ab, bevor es durch weitere rote Tore, zurück zum Bahnhof geht. Abschließend besuchen wir noch eine heiße Quelle, das Fuji-no-Onsen ふじの温泉.


Details
Distanz: 7,2 km
Dauer: 3.30/4.30 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 720 m
Ansteigend: 588 m
Absteigend: 579 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✭ ✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig
Startpunkt: Bahnhof Otsuki 大月駅 Chuouhon Linie中央本線
Endpunkt: Bahnhof Otsuki 大月駅 Chuouhon Linie中央本線
Fotos: 22. November 2015


Früh morgens treffen meine Begleiter (Uesugi und Uesawa) und ich am Bahnhof Otsuki ein. Vor dem Bahnhof herrscht ein reges Treiben. Schüler hetzen zu ihren Bussen und Business-Männer laufen an uns vorbei. Wir gehen direkt geradeaus eine kleine Steigung hinauf und überqueren zwei größere Kreuzungen, bis wir vor einer großen Betonmauer stehen. Auf der rechten Seite nehmen wir die Treppe.

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Oben angekommen, stehen wir auch schon vor dem ersten Shinto-Tor vom Schrein Akiba-jinja 秋葉神社, der wörtlich übersetzt Herbstblatt-Schrein heißt. Und tatsächlich wirkt der Schrein recht herbstlich.

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Insgesamt gibt es in Japan 400 gleichnamige Shinto-Schreine, die im 16. Jahrhundert erbaut worden sind. Die bunten Blätter auf dem Boden laden uns dazu ein, das ein oder andere Blatt aufzuheben. Wir sind begeistert, müssen aber weiter. Vor einem Friedhof steht, versteckt auf einer Anhöhe, das Hinweisschild Richtung Berg Kikukasan 菊花山.

Dem Schild folgend, steigen wir die Treppe hinauf, bis wir das Tor vom Schrein Kotohira-jinja 金刀比羅神社 sehen.

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Im Prinzip steht fast vor allen Schreinen solch ein Tor. Sie sind das Eingangstor zum Heiligtum. An der nächsten Abzweigung halten wir uns rechts und stehen vor dem roten Kotohira-jinja Schrein 金刀比羅神社.

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Im Häuschen liegen einige Sake-Flaschen und Kerzen. Der Schrein gehört zum gleichnamigen Hauptschrein Kotohira-gu der Stadt Kotohira in der Präfektur Kanagawa. Zurück an der Abzweigung halten wir uns dieses Mal links und stehen nach ein paar Metern vor dem nächsten Schrein.

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Im Inneren befindet sich absolut nichts. Vielleicht war dies früher der Platz für den Schrein unten? Uesawa vermutet: „Vielleicht wollten die Leute nicht mehr so weit den Berg hinaufsteigen?!“ Von dieser Stelle an müssen wir besonders aufpassen: Es geht steil an Ketten und Seilen bergauf.

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Uesugi und Uesawa klettern unbekümmert hinauf, während ich jedes Mal meinen Mut zusammenkratzen muss. Dann beschleunigt sich mein Herzschlag und meine Hände werden feucht. Endlich oben angekommen, muss ich dann meist erstmal eine Runde verschnaufen, bevor wir weiter ziehen.

An einer kahlen Stelle erhalten wir schöne Ausblicke ins Tal und hinüber zum Berg Takigoyama.

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Dann erreichen wir endlich das erste Zeil, den Berg Kikukasan 菊花山.

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Hinter dem Gipfelschild links befindet sich der markante Berg Iwadonoyama. Dort auf den Felsen thronte früher eine stattliche Burg, die eine traurige Geschichte von Krieg und Verrat erzählt. Wir halten nur kurz, um einen Schokoriegel zu essen, dann ziehen wir weiter Richtung Berg Gozenyama 御前山. Zunächst geht es leicht bergab, bevor wir einen Kamm, der bunt eingefärbt ist, erreichen.

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Die schmalen Wege sind wegen des Laubs schlecht erkennbar, aber Dank der pinken und roten Bändchen kommen wir ganz gut zurecht. Unterhalb riesiger Felsbrocken klettern wir, gut gelaunt, weiter bergauf.

Wir passieren mehrere Kreuzungen, bis wir endlich den 720 m hohen Berg Gozenyama 御前山 erreichen. Dort rastet gerade eine größere Wandergruppe. Kurz grüßen wir die Gruppe, bevor sie auch schon aufbricht. Uesugi stellt sich mutig an den Abgrund und blickt ins Tal hinab.

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Die Aussicht ist klasse! Leider weht ein ziemlich kalter Wind, so dass wir nicht ganz so lange verweilen. Zurück an der letzten Kreuzung wählen wir dieses Mal den Weg Richtung Otsuki 大月駅. Über einen schmalen Pfad erreichen wir den Schrein Yakuosan-jinja 厄王山神社.

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Der Schrein besteht aus Beton und ist nicht besonders ansehnlich. Sein Namensschild ist interessanterweise in umgekehrter Reihenfolge geschrieben. An der Tür hängt ein Briefkasten. Okay??? Götter bekommen also auch Post. Dann geht es auch schon weiter. In einer kleinen Schlucht müssen wir besonders aufpassen, da der Wanderweg wegen der Blätter nur schwer erkennbar ist. Wir folgen wieder den roten und pinken Bändern. Plötzlich stehen wir vor dem nächsten roten Tor, das einen schönen Kontrast zum bunten Laub darstellt.

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Das Tor markiert den Eingang zum Beton Schrein. Danach wandern wir durch Nadel- und Laubwälder ins Tal hinab.

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Uesawa und Uesugi verliere ich kurz aus den Augen, bevor ich sie hinter dem nächsten roten Tor entdecke.

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Dieses Tor gehört auch zu dem aus Beton bestehenden Schrein. Ab hier gehen wir auf einer abfallenden Straße zum Dorf zurück. An der Hauptstraße biegen wir nach links Richtung Bahnhof Otsuki-eki 大月駅 ab. Unterwegs entdecken wir einige schöne alte Häuser.

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Nach nur 15 Minuten stehen wir vor dem Bahnhof Otsuki 大月駅 und nehmen den Zug Richtung Tokio.

Am Bahnhof Fujino 藤野駅 steigen wir aus und setzen uns in den kostenlosen Shuttlebus zur heißen Quelle im Fuji-no-Onsen ふじの温泉. Die Fahrt dauert ungefähr 30 Minuten.

Im Eingangsbereich vom Onsen schließen wir unsere Schuhe in ein Schließfach ein und kaufen am Automaten eine Tageskarte für 880 Yen, da ist auch gleich ein Handtuch mit dabei. Werktags kostet das Onsen 560 Yen (ohne Handtuch). Zur Verhaltensweise im Onsen empfehle ich den Bericht über Onsen zu lesen. Wir geben unseren Schuh-Schlüssel an der Rezeption ab und erhalten ein Schließfach-Schlüssel und zwei Handtücher. Meine Begleiter gehen ins Männerbad, während ich durch den roten Vorhang zum Frauenbad gehe.

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Zugleich schlägt mir eine heiße Luft entgegen. Die Umkleidekabine ist im Verhältnis zu anderen Onsen recht geräumig. Die Schließfächer sind auch groß genug für meinen 30 L Rucksack. Im Onsen gibt es mehrere Innenbäder, eine Sauna und ein großes Außenbad.

Schon nach 30 Minuten kann ich es nicht mehr aushalten und ziehe mich an. Draußen warten meine Begleiter, die sich gerade ein Bier gönnen: „AAAHH, lecker.“ Nachdem das letzte Bier geleert wurde, begeben wir uns auf den Heimweg.

Insgesamt war dies eine spannende Wanderung, die ich nur erfahrenen Wanderern empfehlen kann. Die Wege sind schmal und schlecht markiert.

Hinweis: Kostenpflichtige Parkplätze gibt es direkt neben dem Bahnhof.

Wegweiser:
Kikukasan 菊花山 → Gozenyama 御前山 → Otsuki 大月駅

Nützliche Schriftzeichen:
Berg Kikukasan 菊花山
Berg Gozenyama 御前山
Bahnhof Otsuki-eki 大月駅
Linie Chuouhon 中央本線
Schrein Akiba-jinja 秋葉神社
Schrein Kotohira-jinja 金刀比羅神社
Schrein Yakuosan-jinja 厄王山神社
Onsen Fuji-no-Onsen ふじの温泉

Links:
Fuji-no-Onsen http://www.higashiotarunoyu.jp/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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