Du möchtest wissen, wie du in Japan steuerfrei einkaufen kannst? Oder wie Tax-Free in Japan funktioniert? Dann suche nicht weiter, sondern informiere dich in diesem Artikel, was es mit Tax Free Japan auf sich hat und welche Regeln du beachten solltest.


Tax-Free in Japan

Jeder Tourist oder Geschäftsmann, der bei Einreise nach Japan den ‚Temporary Visitor‘-Stempel erhalten hat, darf Waren mehrwertsteuerfrei aus Japan ausführen.

Der Mehrwersteuersatz erhöhte sich in Japan am 1. Oktober 2019 auf 10 Prozent (bis 30. September waren es 8 %) und wird somit noch attraktiver. Die meisten Geschäfte bieten Tax-Free jedoch erst bei einem Mindestbetrag von 5.000 Yen (ca. 42 €) an; in Ausnahmefällen sogar 10.000 Yen (ca. 85 €). Geschäfte, die an diesem Programm teilnehmen, sind entweder am Eingang oder an der Kasse mit diesem Tax-Free-Logo ausgestattet.

Tax-Free Produkte

Man unterscheidet zwei Kategorien:

  1. Verbrauchsartikel wie Essen, Snacks, Getränke, Medizin, Kosmetik, etc.
  2. Allgemeinartikel wie Elektrogeräte, Kleidung, Schmuck, Accessoires, Anime- & Manga-Handelswaren, etc.

Vorsicht beim Kauf von Elektrogeräten: Hier benötigst du zumeist einen Stromwandler!

Erstattung

In Japan gibt es zwei Erstattungsmethoden. Welche gewählt wird, hängt vom jeweiligen Geschäft ab:

  • 1. Methode – Zeige den Pass an der Kasse vor und bezahle nur den Kaufpreis ohne Mehrwertsteuer. Wird meist in kleineren Geschäften gemacht.
  • 2. Methode – Bezahle den vollen Betrag (inklusive Mehrwertsteuer) an der Kasse. Gehe mit deinem Pass, der Ware und dem Kassenbon zum “Tax Refund Counter” im gleichen Geschäft. Dort wird dir die Mehrwertsteuer zurückgezahlt.

Für die Erstattung der Mehrwertsteuer fallen in Japan übrigens keine Gebühren an! Beachte jedoch, dass folgende Voraussetzungen für Tax-Free erfüllt sein müssen:

Voraussetzungen

  • Die Mehrwertsteuer muss am gleichen Tag und im gleichen Geschäft erstattet werden.
  • Reisepass vorzeigen (Nachweis für Temporary-Visitor-Stempel).
  • Bei Kreditkarten-Zahlung muss der Name auf der Karte und im Reisepass identisch sein.
  • Versiegelte Waren werden extra verpackt und dürfen erst wieder zu Hause geöffnet werden.
  • Lebensmittel & Getränke müssen innerhalb von 30 Tagen aus Japan ausgeführt werden. Allgemeine Waren nach 6 Monaten.
  • Lege bei der Ausreise den Tax-Free-Beleg aus deinem Pass in die Box vor der Sicherheitskontrolle.

Tax-Free Geschäfte


Tax-Free Geschäfte befinden sich in ganz Japan. Meistens hängen die Tax-Free-Logos gut sichtbar an den Türen, im Schaufenster oder an der Kasse. Ebenso gibt es die Webseite JapanShopping. Hier sind alle Geschäfte, die Tax-Free anbieten, registriert. Wähle einfach die Region oder die Stadt aus, in der du dich gerade aufhältst.

Ansonsten gibt es diese Webseiten:

Alternativ gibt es natürlich auch Apps:

  • Tokio für iOS und Android
  • Kansai Region (Kyoto, Osaka, Nara, etc.) für iOS und Android
  • Hokkaido (Sapporo) für iOS und Android
  • Tohoku Region (Sendai, Aomori, etc.) für iOS und Android
  • Chubu/Hokuriku Region (Shizuoka, Nagoya, etc.) für iOS und Android
  • Chugoku/Shikoku Region (Hiroshima, Okayama, etc.) für iOS und Android
  • Kyushu (Fukuoka, Nagasaki, Kumamoto, Kagoshima, etc.) für iOS und Android

Praktisch: Diese Apps besitzen eine Navigation und führen dich von deinem Standort direkt hin.

Ausreise

Hier solltest du beachten, dass du den Tax-Free-Beleg in eine Box vor der Sicherheitskontrolle legst. Manchen Geschäften heften dir den Beleg direkt in den Pass. Reiße ihn einfach heraus (und lege ihn in die Box). Beachte: Du solltest die Ware bei Bedarf vorzeigen können. Das bedeutet, dass du sie auf deiner Rückreise besser im Handgepäck transportieren solltest.

Einreise nach DE/AUT/CH

Wenn du in Japan sehr viel eingekauft hast, müssen die Waren bei deiner Ankunft zu Hause verzollt werden, wenn…

  • der Gesamtbetrag deiner Einkäufe den Wert von 430 Euro übersteigt (Deutschland & Österreich)
  • der Gesamtbetrag deiner Einkäufe den Wert von 300 CHF übersteigt (Schweiz)

Lege dazu die Einkäufe, die Kassenbelege, die Erstattungsbelege und deinen Pass den Zollbeamten vor.


Fehler gefunden? Tipps? Lass mir doch einen Kommentar da! 

251 Thoughts on “[Tipps] Tax-Free in Japan: Günstig einkaufen!

  1. Thomas on 12. Oktober 2021 at 16:19 said:

    Was die Einreise von Japan nach Deutschland betrifft (Flug/See), sollte man sich schlicht die „betonierte“ EUR 430,00 Wertgrenze pro Person fest merken (ab vollendeten 15. Lebensjahr, wie beim Zoll-Link von Corinna), egal ob Tax Free oder nicht. Gilt für alle nicht-EU-Länder.

    Es wäre immer gut, die Kaufbelege und Quittungen aufzubewahren, um im Falle einer Stichprobe vom Zoll im Flughafen die Werte der eingeführten Waren nachweisen zu können.
    Dazu ist man nach deutschen Zollrecht sogar als Mitwirkender verpflichtet. Man spart sich schlicht Zeit und Aufwand, wenn es gilt, einen unabhängig gebuchten Inlandsflug und Bahnfahrt erreichen zu müssen. Wenn der Zoll erst anfängt zu googeln, kann es dauern.

    Liegt man wissentlich über den EUR 430,00 an „Mitbringseln“ pro Person, muss man mündlich anmelden, also den berühmten roten Ausgang wählen. Japan gehört zur Zeit noch zu den Zoll-Präferenz-Ländern. In einem bestimmten Rahmen werden dann 15% Pauschalabgaben auf den übersteigenden Wert fällig. Das beinhaltet den möglichen Zollwert, mögliche Verbrauchssteuern und die Einfuhrumsatzsteuer. Man fährt damit in den allermeisten Fällen günstiger, als bei einer konservativen Verzollung. Es kostet auch erheblich weniger Zeit, da sonst für jedes Objekt erst die Zollnummer ermittelt werden muss.

    Ausnahmen gibt es auch hier: hat man außer etwas Krimskrams das lange zusammengesparte, bei Mondschein geklöppelte jap. Kochmesser für umgerechnet EUR 600,00 dabei, greift die 430 Euro-Wertgrenze nicht, da das gute Stück zollrechtlich als Ware „unteilbar“ ist. Es werden dann Einfuhrabgaben auf den kompletten Messerwert fällig, auch wenn man sonst nichts weiter einführt.

    Fall 2: das 600 Euro Messerchen gehörte dem Leibkoch des 5. Tokugawa-Shogun. Da es damit deutlich älter als 100 Jahre ist (Antiquität) und auf Grund der Herkunft von kulturhistorischen Wert, würden „nur“ 7% Einfuhrumsatzsteuer fällig werden – also günstiger als die 15% Pauschale. Nur hat man hier die Schwierigkeit, das Alter und die kulturhistorische Wertigkeit mit Gutachten dem Zoll schlüssig nachzuweisen.

    Genug gesponnen. Ich kann nur empfehlen, dass jeder, der neben dem „normalen“ Urlaub nebst üblichen Shopping in Japan sich mit dem Gedanken trägt, was Besonderes und Kostspieliges zu leisten und vor Ort persönlich auszusuchen, im Vorfeld immer direkt beim deutschen Zoll (und bei besonderen Fällen auch beim jap. Zoll und der Fluggesellschaft) zu informieren.
    Nein, ich arbeite nicht beim Zoll, habe aber in Zusammenhang mit meinem Hobby und Japan seit über 25 Jahren genug Erfahrungen mit dem Zoll.

    • Corinna on 13. Oktober 2021 at 7:30 said:

      Hallo Thomas,

      schöner hätte man es nicht ausdrücken können. Vielen Dank :)

      Viele Grüße aus der Wanderweib-Redaktion
      Corinna

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