Die Geburtsstunde von Wanderweib

WanderstiefelDurch die Gegend gelaufen bin ich früher schon immer gerne, im Teutoburger Wald unweit meiner Heimat, oder auf abenteuerlichen Wegen mit noch abenteuerlicherer Ausrüstung auf meinen ersten Reise nach Japan. Fotografieren und unterwegs sein, gehörte auch einfach zu mir und musste gar nicht erst geweckt werden.

>>Also, wenn ich mit DIR durch den Harz laufen soll, gar über den Brocken, dann brauchst Du wirklich vernünftige Schuhe!<< bekam ich irgendwann im Mai 2013 zu hören, wohlgemerkt mitten in Goslar. Man konnte den Harz schon riechen und sehen sowieso und ich wollte gerne dahin. Also kaufte ich am Samstag Nachmittag quasi mit Ladenschluss der Geschäfte mein erstes Paar Wanderstiefel.

Abends schlug das Wetter um, es gab Gewitter, wurde kälter und auch der Regen setzte sich fest. Trotzdem fuhren wir am folgenden Tag mit der Harzer Schmalspurbahn dann tatsächlich auf den Brocken. Heute würde ich jedem raten, lieber hoch zu laufen und mit der Bahn wieder runter zu fahren! Klar, bergauf zu kraxeln ist anstrengend, aber die ganze Zeit nur bergab zu gehen, wenn man es nicht gewohnt ist, gibt einen mächtigen Muskelkater.

Aber zu dem Zeitpunkt, als der Zug oben ankam, ahnte ich von all dem noch gar nichts.

Da oben, auf dem Brocken, auf 1142m Höhe, erlebte ich zunächst einmal, was genau mit der Formulierung “Das Klima auf dem Brocken … entspricht einer alpinen Lage in 1.600–2.200 m Höhe beziehungsweise dem Klima Islands.” Ein eisiger Wind wehte mich fast aus den neuen Schuhen, der Regen peitschte ins Gesicht und es war eiskalt. Zwiebelprinzip, einfach aus der Situation heraus, alles übereinander anziehen, was greifbar war und dann erstmal schnell ins Warme und die obligatorische Erbsensuppe beim Brockenwirt essen.

Danach ging es dann wirklich los, über die Brockenstraße hinunter und dann den Glashüttenweg Richtung Schierke / Drei Annen Hohne, das Wetter wurde besser, die Landschaft wunderschön …

Im Laufe des Sommers entdeckte ich dann meine Leidenschaft für Outdoor, im Zelt übernachten, die Natur genießen und abends mit einem letzten Blick nach draußen in den Schlafsack kuscheln, aber das ist eine andere Geschichte, die ich Euch bestimmt bei einer anderen Gelegenheit mal erzählen werde.

Ich begann auch Stück für Stück meine Ausrüstung zu kaufen. Hier die Wanderhose, da eine Funktionshirt oder eine Regenjacken, fing an mich für den Unterschied zwischen Softshell und Hardshell zu interessieren. Wenn es irgendwann mal  in einer Woche keine neue Wanderung zu beschreiben gibt oder keine Bilder aus dem Archiv auftauchen, dann kann ich Euch ja mal ein wenig mein Equipment vorstellen.

Abends, todmüde im Auto, auf der Rückfahrt von dem Harzausflug hörte ich noch ein anderer Satz >>Wenn Du jetzt schon so schöne Bergstiefel hast, dann muss sich die Anschaffung doch auch lohnen, wie findest Du die Idee, wenn ich Dir irgendwann mal die richtigen Berge zeige, die Alpen, Gipfel mit Eis und Schnee?<< … ja, ja, klar, richtige Berge, … ich war müde!

Aber irgendwie schien dieser Satz doch eine Bedeutung gehabt zu haben, denn keine 3 Monate später, war ich auf dem Weg zum Gipfel des Unterberges und saß dem Groß Glockner gegenüber

  

Wanderweib war geboren!

10 Thoughts on “Die Geburtsstunde von Wanderweib

  1. Hey Tessa!
    Ja, der Brocken hat es wettertechnisch echt in sich! Wir hatten damals zum Glück einigermaßen gutes Wetter, auch wenn der Wind brutal war… 😀

    Nach Japan muss ich unbedingt mal zum Skitourengehen. Da soll es ja geniale Ecken geben. Aber noch habe ich genug Ziele in Europa… 😮
    Grüße aus der Pfalzund ein Frohes Neues! 🙂

    nico

    • Hallo Nico,

      Ja, der Brocken ist schon spannend! Wenn du es doch nach Japan schaffen solltest, melde dich!

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  2. Ich war als Kind fast jeden Winter in Schierke! Mit dem Wohnmobil auf einem kleinen Stellplatz, total eingeschneit und vor der Tuer gegrillt 🙂
    Meine ersten Wanderschuhe kaufte ich mit 11 fuer eine 3 Wochen Wanderung durch Schottland. Mit Zelt und Gaskocher.
    Was fuer herrliche Zeiten!

  3. Andreas Ihle on 29. Januar 2016 at 17:05 said:

    Hallo Tessa,
    geniale Seite. Erkunde mit meiner Familie ( 3 Studierende)
    auf eigene Faust 2 Wochen Tokyo und Umgebung. Mit deiner
    Hilfe schaffen wir’s. Danke!
    Konrad

  4. Matthias on 24. August 2016 at 23:33 said:

    Hallo Tessa,
    bei der Vorbereitung auf unsere Japanreise sind wir auf deine Seite gestoßen… sie ist mit Abstand die aufschlussreichste Sammlung an Japaninfos die ich finden konnte…
    Besten Dank… Super genial…
    Warum gibts das nicht als Reiseführer für unterwegs.. den ersten Käufer hättest du schon 😉

    Matthias

  5. Matthias on 25. August 2016 at 19:58 said:

    Hallo Tessa … wir fahren vom 26.9. bis 3.10. …ist zwar viel zu kurz, aber besser als nix…wir sind vorher noch in Peking …
    Geplant ist in jedem Fall Tokio+Kyoto,,,, Falls du noch ein paar fokussierte Tipps hast für die kurze Zeit wäre ich dir dankbar… Schöne Grüße aus München…
    matthias

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