Der Wanderweg vom Sagamiko See zum Berg  Takao 高川山  befindet sich nur eine Stunde Zugfahrt von Tokio entfernt und ist für zwei Dinge bekannt: eine gute Aussicht auf den See und den Fuji. Die Sagamiko-Takao-Wanderung führt dich außerdem noch an Tempel, Schreinen und Statuen vorbei.


Die Sagamiko-Takao-Wanderung

Gegen 7 Uhr stehen wir am Sagamiko Bahnhof und biegen an der Landstraße 20 nach links ab. Nach wenigen hundert Metern verlassen wir die Landstraße an dieser Abzweigung.

Schon wenige Schritte weiter stehen wir am Sagami Damm-Wegweiser und biegen dort nach links ab.

Über eine Treppe erreichen wir den Sagami Damm, den wir auch gleich überqueren.

Nach dem Damm halten wir uns links und passieren dieses Moderne Kunstwerk.

Die Gegend Sagamiko ist für Moderne Kunst bekannt. Rings um den See trifft man auf viele solcher Kunstwerke.

Vor dieser Grundschule biegen wir in Richtung Benten Brücke 弁天橋 ab.

Über eine steile Straße erreichen wir die Brücke und genießen die Ruhe. Weit und breit ist niemand zu sehen.

Auf der anderen Seite, am Ende einer schmalen Treppe, finden wir den Schrein Benten.

Der Schrein ist der Göttin Benten gewidmet, die für Glück, Reichtum, Musik und Wissen steht. Oft sind diese Schreine in der Nähe eines Sees zu finden. Einer der bekanntesten Benten Schreine findest du zum Beispiel im Ueno Park.

Wir steigen die Treppe wieder hinunter und finden im Tal diese “Bruchbude”.

Dort werden Souvenirs verkauft und gegen 8 Uhr kannst du der Fütterung lokaler Katzen beiwohnen. Wer das Füttern erleben möchte, sollte pünktlich vor Ort sein, sonst verschwinden sie ganz schnell wieder.

Schließlich steigen wir den schmalen Weg Richtung Berg Shiroyama 城山 hinauf und erhalten unseren ersten Blick auf den Fuji.

Ganz versteckt ragt er in der Ferne hervor. Auf dem Kamm angekommen, passieren wir den kleinen Ushikura Schrein, der 1755 gegründet wurde.

Wir gehen durch eine Wohngegend und biegen nach rechts ab. Nach wenigen Schritten stehen wir vor unserem ersten Männchen mit roter Kappe.

Diese Männchen (地蔵; Jizō) sind Götter, die Reisenden beschützen. Wir kommen an einer öffentliche Toilette und einem schönen Bambuswald, samt kleinem Schrein, vorbei.

Schon wenige Minuten später erblicken wir das nächstes Männlein samt Buddhakopf, der Brille trägt.

Über viele Wurzeln geht es weiter bergauf und unterwegs halten wir an diesem Schrein, der dem Gott der Berge gewidmet ist.

Dort beten wir für unsere sichere Heimkehr und stehen nach ca. 40 Minuten auf dem Shiroyama Berg. Auch von hier können wir den Fuji in der Ferne erblicken.

Auf dem Berg Shiroyama gibt es eine Hütte. Hier werden an Wochenenden Suppen, Getränke oder ähnliches verkauft. Wir gehen weiter über einen Kamm zur Itchodaira, die uns eine nette Aussicht ermöglicht.

Wir spazieren weiter auf dem “Treppen”-Kamm, bis wir links hinter dieser Toilette einen kleinen Trampelpfad finden.

Dieser Pfad ist deutlich angenehmer als die Stufen. Nach weiteren 20 Minuten erreichen wir diese Abzweigung.

Dort biegen wir nach rechts ab und halten uns an jeder Abzweigung links, um die Stufen zu vermeiden. Schließlich gehen wir einmal um den Berg Takao herum, bis wir auf seinem Gipfel stehen.

Weil es noch recht früh ist, hält sich auch der Andrang auf dem Takao in Grenzen.

Wir verabschieden uns vom fernen Fuji und folgen der breiten Straße in Richtung Tempel Yakuoin 薬王院. Ab hier kommen uns Scharen von Menschen entgegen, die mit der Seilbahn oder dem Lift gefahren sind. Über eine lange Treppe erreichen wir das erste Schreingebäude: Takaosan Fudou-do 高尾山不動堂.

In Japan gibt es zwei Arten religiöser Bauten: Tempel, die Buddha dienen und Schreine, die Naturgöttern gewidmet sind. Beide Glaubensansichten koexistieren in Japan friedlich nebeneinander. Wir folgen der steilen Treppe bis wir den wunderschönen Schrein Izuna-Gongendo 本社 erreichen.

An den Wänden des Schreins entdecken wir wunderschöne Schnitzereien und Farbakzente, die uns verzaubern. Direkt vor dem Gebäude können wir das bekannte Fabelwesen mit der langen Nase entdecken: Tengu. Am Schrein lernen wir:

Tengu ist ein Fabelwesen der Kategorie Yokai (Ungeheuer). Vermutlich kommt sein Ursprung aus China. Im Jahre 720 findet man erste Hinweise in Erzählungen. Das Wort Tengu erscheint erstmals schriftlich Ende des 10. Jahrhunderts. In Tempelanlagen hält Tengu meist einen Fächer in der Hand, der Unglück wegwehen und Glück bringen soll. Er dient als Nachrichtenübermittler zwischen den Göttern (Schreinen) und Buddha (Tempeln), verfolgt das Böse und schützt das Gute.

Über eine lange Treppe erreichen wir den Yakuoin Tempel.

Ein kleines Schild erklärt uns:

„Der buddhistisch Tempel Takao-san Yakuo-in Yuki-ji, oder auch Yakuo-in, wurde 744 auf Befehl des Kaisers Shomu gegründet. Der Tempel sollte den buddhistischen Glauben im östlichen Japans festigen. Der Gründer war der Mönch Gyoki, der auch für den Bau der großen Buddha Statue in Nara verantwortlich ist. Im 14. Jahrhundert vermischte sich der Glaube mit der Shugendo Religion, so dass sowohl Tempel als auch Schreine auf dem heiligen Berg zu finden sind.“

Nach einer Treppe erreichen wir weitere Schreine und Tempel, bis wir an einem großen Tor ankommen.

Im Inneren stehen vier gruselige Wächter, die das Böse abhalten sollen. Weiter geht es über eine Straße, die mit roten Laternen gesäumt ist und durch ein Tor. An einer größeren Abzweigung haben wir die Wahl zwischen dem leichten Frauenweg 女阪 und dem schweren Männerweg 男阪, der über eine 108-stufige Treppe führt. Im Buddhismus ist die Zahl 108 heilig. Wir nehmen den Frauenweg, weil wir keine Lust haben auf den nassen Stufen auszurutschen.

Wir erreichen eine größere Kreuzung und weitere Verkaufsstände. Hier wählen wir den rechten Weg Richtung Lift リフト. Auf einer Terrasse erhalten wir einen Blick über grünen Bergkuppen und Tokio.

Direkt daneben stoßen wir auf unseren Abstiegs-Wanderweg ‘2nd Trail Biwa Waterfall Takaosanguchi Sta.  2 号路琵琶滝・高尾山口駅’.

Abstiegs-Wanderweg ‘2nd Trail Biwa Waterfall’

Hier kommen wir später wieder zurück, um zum Bahnhof Takaosanguchi zu gelangen.

Zunächst einmal erkunden wir die Seilbahnstation und die umliegenden Gebäude. Direkt neben der Station befindet sich mehrere Wirtshäuser und ein Biergarten. Von Frühling bis Herbst kann man hier alle möglichen japanischen Biersorten austesten. Vor dem Biergarten reihen sich lange Menschenschlangen, so dass wir uns schnell an den Abstieg machen.

Über rutschige Steine erreichen wir eine Kreuzung und biegen nach rechts ab. Dann stoßen wir auf einen Schrein und den Wasserfall Biwa-taki 琵琶滝.

„Mönche testen unter dem Wasserfall ihre Willenskraft, indem sie unter dem kühlen Nass meditieren“, erzählt mir mein Begleiter. Mir wird schon beim Anblick ganz kalt und ich frage mich, wie zur Hölle Mönche das für längere Zeit aushalten?

Wir spazieren weiter den Weg hinab bis wir auf eine Straße treffen. Dort biegen wir nach rechts ab und erblicken kurze Zeit später kleine Steinmännchen, die alle rote Mützen und Lätzchen tragen. Dann biegen wir um die nächste Kurve und stehen wieder vor der Seilbahnstation. Dahinter entdecken wir Soba-Nudel-Restaurants.

Im Bahnhof Takaosanguchi 高尾山口駅 gibt es übrigens das neue Onsen Keio-Takaosan 京王高尾山温泉.

Im Onsen entspannen wir uns bis wir wieder nach Hause fahren.


Insidertipps

  • Diese Wanderung ist einfach und gut ausgeschildert. Selbst im Juli kann man noch viele Blumen entdecken.
  • Mit Internet-Verbindung findest du dich besser zurecht. ;-)

Anfahrt

Vom Tokio Shinjuku Bahnhof reist du ca. 1 Stunde bis zum Bahnhof Sagamiko.

Per Zug: 

  • Ab Shinjuku über Takao nach (Linie Chuohon 中央本線) Bahnhof Sagamiko 相模湖駅
  • Endpunkt: (Keio Linie 京王線) Takaosanguchi 高尾山口駅

Wanderung im Detail

  • Dauer: 5:00 /6:00 Stunden (ohne/mit Pausen)
  • Strecke: 12,7 km
  • Anstieg: 738 m
  • Abstieg: 772 m
  • Schwierigkeitsgrad: Mittel
  • Max Höhe: 674 m
  • Wegweiser:
    Sagamiko 相模湖駅 -> Sagami Damm 相模ダム -> Bentenbashi 弁天橋 -> Shiroyama 城山 ->  Itchodaira 一丁平 -> Mt. Takao 高尾山 / Gipfel Takaosancho 高尾山頂 → Yakuoin 薬王院 → Lift リフト →  Takaosanguchi-eki 高尾山口駅 → 2nd Trail Biwa Waterfall Takaosanguchi Sta. 2号路琵琶滝・高尾山口駅 → Biwa-taki 琵琶滝.→ Takaosanguchi-eki 高尾山口駅

Strecke


  • Fotos: 26. April 2020

Nützliche Schriftzeichen

  • See Sagamiko 相模湖駅
  • Sagami Damm 相模ダム
  • Bentenbashi 弁天橋
  • Shiroyama 城山
  • Itchodaira 一丁平
  • Mt. Takao 高尾山
  • Gipfel Takaosancho 高尾山頂
  • Yakuoin 薬王院
  • Lift リフト
  • Takaosanguchi-eki 高尾山口駅
  • 2nd Trail Biwa Waterfall Takaosanguchi Sta. 2号路琵琶滝・高尾山口駅
  • Biwa-taki 琵琶滝
  • Takaosanguchi-eki 高尾山口駅

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4 Thoughts on “[Wandern] Vom Sagamiko See zum Berg Takao

  1. Yui on 22. Juni 2020 at 8:25 said:

    Hallo Tessa,

    ich weiß schon gar nicht mehr was ich alles in die Reiseplanung für nächstes Jahr mit reinnehmen soll :o
    Es klingt von dir einfach alles so toll und interessant.

    Letztes Jahr waren wir schon auf vielen deiner Routen unterwegs und deine Beschreibungen sind richtig gut.

    Leider wurden unsere Flüge für nächsten Monat storniert. Ist wahrscheinlich aktuell auch besser so.

    Aber dadurch können es nächstes Jahr ganze 3 Wochen werden :)

    Liebe Grüße
    Yui

    • Corinna on 22. Juni 2020 at 17:50 said:

      Hallo Yui,

      mache es wie ich und komm jedes Jahr wieder ;)
      Dann hat die Stornierung ja doch etwas ‘Gutes’.

      Viele Grüße aus der WanderWeib-Redaktion
      Corinna

  2. Oh! Also auf dem Takao war ich zwar schon, aber nicht über diese Route.
    Der Blick auf die Brücke und den Fluß ist ja wirklich fantastisch!
    Sieht so aus als müsste ich in der Gegen nochmal wandern gehen. ;)

    • Corinna on 22. Juni 2020 at 17:49 said:

      Hallo Jasmine,

      da bist du nicht die Einzige. Ich muss da auch nochmal hin ;)

      Viele Grüße aus der WanderWeib-Redaktion
      Corinna

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