Wenn du eine Gastfamilie oder ein Geschäftspartner in Japan besuchst, erwarten (fast) alle Japaner, dass du ihnen ein Gastgeschenk mitbringst. Oft kennst du die Menschen nur über Mails oder Telefongespräche, so dass du erraten musst, was dem Gegenüber gefallen könnte. Damit du nicht ganz alleine bei der Wahl bist, habe ich dir eine Liste mit den besten Mitbringseln aus Deutschland für Japaner erstellt.

Update: Weitere Gastgeschenke-Möglichkeiten! 

Schauen wir uns die typisch deutschen Gastgeschenke für Japan genauer an:


Welche Gastgeschenke solltest du schenken?

Als erstes solltest du dir im Klaren sein, dass es häufig deutsche Produkte auch schon in Japan gibt. Um dich vor unpassenden Geschenken zu bewahren, liste ich dir zuerst die Produkte auf, die du nicht mitbringen solltest:

Diese Geschenke kommen in Japan nicht so gut an:

  • Gummibärchen – Gibt es mittlerweile in Japan
  • Lakritze – Japaner hassen den Geschmack
  • Baumkuchen – Schmecken teilweise besser in Japan
  • Brezeln – Werden pappig nach einer 24 Stunden-Reise
  • Werthers Echte Karmellbonbons – Gibt es in Japan.
  • Kaffee-Bohnen – In Japan gibt es kaum Kaffee-Maschinen
  • Sauerkraut – Gibt es in Japan.
  • Rotkohl – Gibt es in Japan.
  • Ritter Sport – Gibt es in Japan.

Außerdem sollte die Gesamtanzahl der Geschenke nicht die Zahl 4 ergeben, die steht nämlich für den Tod. (Siehe Fettnäpfchen Artikel). Größere Geschenke solltest du auch nicht mitbringen, da Japaner in kleinen Wohnungen mit wenig Platz leben.

Diese Geschenke kommen in Japan gut an:

Nahrungsmittel:

  • Schwarzbrot – In Japan schwer zu finden oder teuer.
  • Haribo (Happy Cherries oder Happy Lemon Fresh Cola )
  • Ricola Kräuterbonbons – Alpen Salbei
  • Pullmol (Kirsche) – Kommen gut bei Kindern an.
  • Spätzle – Kochzeit übersetzen. ;)
  • Knödel von Knorr – Halb / Halb
  • Gemüsebrühe
  • Salatdressing von Knorr (Die Tüten)
  • Senf (Löwensenf)
  • Dr Oetker Vanielle Pudding oder Paradies Creme
  • Tee – Verrückte Tee-Sorten
  • Apfelmus
  • Götterspeise (mit Übersetzung!)
  • Ahoi Brausepulver

Schokolade:

  • Yogurette – Sehr beliebt.
  • Milka (Nicht die Standardsorten!) – Weiße Milka, Erdbeer-Milka,…
  • Kinderschokolade – Kommt immer gut an! ;)
  • Merci-Schokolade – Kleine Packungen!
  • Happy Hippos – Beliebt bei Kindern
  • Knoppers/Hanuta
  • Toffiffee – Beliebt bei Omis & Opis
  • Oblaten – Mit Vanielle-Geschmack oder Schokolade
  • Waffelröllchen mit Schokolade
  • Pick-up Kekse

Kekse/Kuchen:

  • Butterkeks von Leibniz oder ähnlichem
  • Stollen
  • Nürnberger Lebkuchen  – Bevorzugt zu Weihnachten
  • Spekulatius

Alkoholische Getränke: 

Sonstiges:

  • Badesalz Kneipp
  • Stofftaschen mit hübschen Motiven
  • Ansichtskarten von der Heimat
  • Sonnencreme (Teuer in Japan!)
  • Geld bei Hochzeiten – Ungerade Anzahl an Scheinen wählen!
  • Vitamin-Tabletten
  • Tempo-Taschentücher

Beachte:

  • Im Sommer ist Schokolade etwas ungünstig, da es in Japan meist über 30 Grad heiß wird.
  • Die Fleisch- und Käse-Einfuhr ist verboten (=> Zoll).
  • Flüssigkeiten müssen im Koffer transportiert werden (=> Flugbestimmungen).

Wie übergibst du das Gastgeschenk?

Das Geschenk sollte hübsch verpackt (noch besser in einer Tüte) mit beiden Händen übergeben werden.  Wenn du in ein Privat-Haus eingeladen bist, reichst du das Geschenk direkt im Eingangsbereich an deinen Gastgeber. Bei einem Geschäftstreffen übergibst du es nach dem Visitenkarten-Tausch. Gleichzeitig solltest du folgenden Satz sagen:

Tsumaranai mono desu ga, uketotte kudasai! = Bitte akzeptiere mein „langweiliges“ Geschenk.

In Japan spielt man aus Respekt vor dem Beschenkten das Geschenk herunter und bezeichnet es als langweiliges Ding. Denk dir nichts dabei. Diesen Satz verwendest du auch bei absolut Fremden-Personen, die dir unterwegs geholfen haben. Wenn du jemanden etwas länger kennst, kannst du auch folgenden Satz verwenden:

Watashi no kimochi dake uketottekudasai! = Bitte akzeptiere meine (Dankbarkeits-)Gefühle.

Dieser bedeutet, das du dich bei der Person für deren Hilfe bedankst. Häufig werden die überreichten Geschenke nicht direkt vor dir geöffnet, sondern erst viel später, damit du nicht das Gesicht verlierst, falls es dem Beschenkten nicht gefällt.

Und falls du dich fragst, was du deiner Familie oder Freunden aus Japan mitbringen solltest, empfehle ich dir, den Artikel über Süßigkeiten aus Japan durchzulesen. ;)

Wie verhältst du dich, wenn du ein “Geschenk” unterwegs erhältst?

Wenn du in Japan unterwegs bist, wird es häufig vorkommen, dass dich wildfremde Japaner zum Essen einladen, dir Karten für Züge schenken oder dich für länger Zeit kostenlos durch die Gegend führen. Einen solchen Gefallen solltest du nicht ablehnen, da sonst seine/ihre Gefühle kränkst. Nimm einfach das Angebot an und bedanke dich mit folgenden Worten:

Domo arigatou gozaimasu!  = Vielen herzlichen Dank!

Aus dem Grund solltest du auch kleinere Gastgeschenke (wie Pullmoll oder kleine Butterkeks-Packungen) dabei haben, die du in solchen Situationen als Dankeschön übergeben kannst.


Fazit: In Japan kommen typisch deutsche Produkte besonders gut an. Bei Gastfamilien empfehle ich, im Winter Schokoladen-Süßigkeiten und im Sommer Schwarzbrot oder Pudding-Produkte zu kaufen. Bei Geschäftspartner können die Gastgeschenke ruhig Bier oder Schwarzbrot sein. Zur Sicherheit solltest du noch vor deiner Reise den Artikel über Fettnäpfchen in Japan lesen. ;-)

Ach ja, falls du dich fragst, was du Freunden oder deiner Familie aus Japan mitbringen solltest, dann schau doch mal hier vorbei.


Welches sind deine Erfahrungen mit Gastgeschenken? Sollte dir noch ein Geschenk einfallen, das ich vergessen habe, dann schreib es gerne in die Kommentare.

170 Thoughts on “[Tipps] Die besten Gastgeschenke aus Deutschland für Japan!

  1. Daniela on 24. September 2018 at 12:32 said:

    Hallo Tessa,
    ganz herzlichen Dank für deine super tolle Seite, die ich schon seit Wochen für meine Japan Reise studiere! Ich werde eine Stadtführung mit Tokyo Free Guide machen und frage mich, ob ich eventuell auch einen Adventskalender von Lindt als Dankeschön mitbringen kann?
    Liebe Grüße Dani

  2. Georg on 6. Oktober 2018 at 11:22 said:

    Liebe Tessa,

    ich besuche einen Freund, der in seiner Kindheit ein paar Jahre mit seinen Eltern in München lebte, das erste Mal in Japan und würde ihm und seiner Familie (seine beiden Eltern, seiner Frau und seinen beiden Kindern – Mädchen 10 und Junge 7) gerne schöne Geschenke mitbringen. Danke daher für die vielen Tipps, was Schokolade etc. angeht!

    In diesem Zusammenhang hätte ich noch ein paar Fragen: Gibt es noch spezielle, typische Geschenke für die jeweiligen Familienmitglieder, also etwas typisch für die beiden schon betagteren Eltern, typisch für eine Ehefrau, typisch für einen kleinen Sohn oder eine kleine Tochter, oder reicht für alle Schokolade und andere Lebensmittel aus? Sollten letztere ggf. alle einzeln verpackt werden?

    Ich dachte außerdem, meinem Freund ein Trikot vom FC Bayern zu schenken und den anderen Familienmitgliedern Souvenirs aus München bzw. mit München-Motiven (Tassen, Schlüsselanhänger, T-Shirts o.ä.). Liege ich damit falsch oder mache ich ihnen eine Freude?

    Vielen herzlichen Dank im Voraus für Deine kompetente Antwort, super Informationen bietest Du auf Deinen Seiten!

    LG Georg

    • Hallo Georg,

      das kommt wirklich auf die Vorlieben der Familie an, aber ich würde eher etwas Süßes verschenken, da man in Japan in der Regel wenig Platz hat. ;)

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  3. Tamina on 17. Oktober 2018 at 19:06 said:

    Hallo Tessa !
    So ich habe Gastgeschenke besorgt … viele.
    Kann man zu viel schenken?
    Habe viele Kleinigkeiten wie:
    kleiner Berliner Bär,
    toffifee, etwas teurere Schoko, Pudding Pulver, Mini- Rittersport
    Ansichtsbuch meiner Heimatsstadt,
    Kneipp Badesalz..

    und einiges mehr (hab schon unterteilt, das was oben steht ist zur Begrüßung und dann gibt es noch diverses zum Abschied… und für andere Gelegenheiten zwischendurch)
    ist das zu viel des Guten ? Hatte wirklich Probleme mich zu entscheiden :/

  4. Verena Valerie Scharrer on 27. Dezember 2018 at 20:30 said:

    Hast du zufällig eine Ahnung welche österreichischen Produkte es in Japan zu kaufen gibt?

    Habe da vor allem an Sachen wie Manner und Mozartkugeln gedacht oder Zotter Schoko.

    • Hallo Verena,

      Manner und Mozartkugeln gibt es auch in Japan, werden aber trotzdem gerne von den Japanern genommen, weil die in Japan ziemlich teuer sind. ;)

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  5. Stephan on 6. Januar 2019 at 15:08 said:

    Hallo Tessa,

    あけましておめでとうございます!

    Ich war jetzt 4 mal in den letzten 2 Jahren in Japan und habe bei meinen Freunden folgendes festgestellt: Schwarzbrot ist wie du schon mal berichtet hast der Renner als Mitbringsel. Aber auch halbtrocken oder trockener Rotwein wird gern genommen. Der Favorit neben Toffifee und Merci und Semmelknödel in Folie zum aufkochen ist Gewürz-Spekulatius. Ich habe eine private Gastgeberin via Airbnb kennengelernt und nutze Tabata als Basis für meine Erkundungen.

    Gruß Stephan

    • Hallo Stephan,

      dir auch ein frohes neues Jahr! Das kann ich nur bestätigen. Gewürz-Spekulatius und Schwarzbrot nehme ich auch gerne. ;)

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  6. Sylvia on 7. Februar 2019 at 8:02 said:

    Hallo Tessa,

    mein Sohn (19) macht im April eine Sprachreise nach Tokio! Er wohnt zuerst im Hotel; dann bei einer Gastfamilie und dann wieder eine Woche im Hotel!
    Wir sind aus Österreich/Wien!
    Was wäre eine gute Idee für Gastgeschenke; und soll er für den Schulleiter von EF auch was mitbringen?
    Wir dachten an Mannerschnitten aber jetzt hab ich gelesen das es die in Japan gibt; was wäre sonst eine gute Idee?
    Noch eine Frage er wird im August 20 und würde gerne Sake trinken ist das möglich da er das gerne macht? Wie ist es wenn er dazu eingeladen wird; ist es dann erlaubt? Wäre es vielleicht möglich dir per mail zu schreiben?
    Danke
    LG aus dem kalten Wien
    Sylvia

    • Hallo Sylvia,

      also ich würde Hanuta oder Waffeln mitbringen.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

      • Sylvia on 8. Februar 2019 at 10:47 said:

        Für beide oder nur für die Gastfamilie! Wäre es ausnahmsweise möglich auch den Rest der Frage zu beantworten auch wenn das der falsche Blog ist? Oder darf ich dir die restlichen Fragen per Mail senden? Bitte um Mailadresse? Oder schreib mir einfach kurz selbst!
        Danke für die Hilfe!
        LG aus Wien

  7. Thomas on 8. Februar 2019 at 10:29 said:

    Hier mal eine lustige Anekdote. Meine Tochter arbeitete bis Ende 2018 in einer Farm auf Kyushu. Zur Adventszeit wurde sie von uns natürlich “artgerecht” mit Lebkuchen, Spekulatius und Stollen aus Deutschland versorgt, was vor Ort auch sehr gut ankam. Diese weihnachtlichen Leckereien standen dann zur freien Verfügung regelmäßig im Aufenthaltsraum.
    Auch ein Adventskalender (nur mit Bildern) wurde von meiner Tochter dort angebracht und wurde sehr erstaunt und interessiert aufgenommen. Anfangs öffnete meine Tochter noch die Türchen. Eines Tages war jedoch plötzlich das neue Türchen still und heimlich bereits geöffnet worden, und tatsächlich entbrannte in Folge ein Wettkampf, wer es schafft, als Erster das Türchen des neuen Tages zu öffnen.
    Nun wurde auf der Farm sehr bodenständig und regional gekocht und Tochter wurde so oft zum Quell allgemeiner Heiterkeit, wenn sie bestimmte Spezialitäten der erste Mal kostete. Ein häufiger Kommentar meiner Tochter via Skype: “ich wurde schon wieder ausgelacht…”.
    Nun sann meine Tochter auf “Rache” und erbat trotz meiner massiven Bedenken mit einer kommenden “Spekulatius-Lieferungen” auch Lakritz-Schnecken mit zusenden. Diese wurden mit dem Gebäck von ihr mitten auf den Tisch offeriert. Scheinbar war die Lackritzschnecken-Gefahr noch nicht wirklich ins ländliche Osumi vorgedrungen, denn es wurde arglos und beherzt zugegriffen. Nun war es an meiner Tochter sich an den angestrengten Gesichtern und Kaubewegungen zu ergötzen.
    Die Krönung des Ganzen war dann allerdings, dass die auf die Lakritze hereingefallenen Japaner ihrerseits mit größten Vergnügen und dem Rest der Tüte auf Jagd nach noch arglosen Kollegen gingen um der Schadenfreude zu frönen.
    Das nur als Beispiel, dass auch ungeliebte “Geschenke” bei geschicktem Einsatz “Freude” bereiten.
    Allerdings meint meine Tochter, dass die Japaner auf Kyushu in jedem Fall anders ticken, als beispielsweise die in Tokio.

    • Hallo Thomas,

      das mit den Türchen kenne ich auch. ;) Ich hab das 2008 in Nara in meiner Firma gemacht. xD

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  8. Florian on 18. Februar 2019 at 11:32 said:

    Hallo Tessa,

    eine sehr tolle und nützliche Seite hast du hier geschaffen!

    Ich werde zusammen mit meiner Freundin in zwei Wochen zum ersten Mal nach Japan reisen. Wir haben über die Seite nagomivisit.com ein Essen mit einer lokalen Familie arrangiert und sind da auch schon etwas nervös aber freuen uns auch gleichzeitig darauf.
    Wir möchten der Familie ein paar Kleinigkeiten mitbringen als Dankeschön, dass sie das so anbieten. Dafür haben wir einige Süßigkeiten, Tee und deutsche Spätzle in einer netten Box verpackt.
    Wenn ich das so richtig verstehe übergeben wir das Geschnek dann direkt wenn sie uns am Bahnhof abholen? Ich glaube auch, dass ich mir die übliche Floskel in der Nervosität nicht merken kann, aber schätze es wäre kein Weltuntergang wenn man das nicht sagt?

    Grüße
    Florian

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