Wer in Tokio Katzen sehen möchte, der reist zur kleinen Halbinsel Enoshima  江ノ島, die an der Küste vor Kamakura liegt. Die nur 2 km lange Insel ist über eine 600 m Brücke mit dem Festland verbunden. Auf der Halbinsel entdecken wir uralte Schreine, Strände, einen botanischen Garten mit Leuchtturm, Höhlen und rauen Küstenstreifen.

Update: Artikel aktualisiert! (04.04.2018)

Schauen wir uns die Katzeninsel Enoshima genauer an:


Der Spaziergang zur Halbinsel Enoshima

Von Tokio brauchen wir ungefähr eine Stunde mit dem Zug, bis wir am Bahnhof Enoshima 江ノ島駅 eintreffen. Am Ausgang 出口 wenden wir uns nach links und passieren viele kleine Geschäfte, die Souvenirs und außergewöhnliche Gerichte anbieten. Nach 400 m erreichen wir eine Unterführung, die uns unter die Schnellstraße 134 hindurchführt. Dann stehen wir vor einer 600 m langen Brücke, die uns zur Halbinsel führt.

Besonders sticht der Aussichtsturm auf der rechten Seite hervor, den wir nachher noch besichtigen werden. Am Ende der Brücke erwarten uns einige Souvenirläden und viele Menschen. Kellner versuchen, Touristen mit lauten Rufen in ihre Läden zu locken. Wir kaufen uns ein paar Dangos 団子 (Reiskuchen), die mit einer klebrigen Sauce umhüllt sind.

Lecker! Hier folgen wir einer Straße den Berg hinauf, bis wir ein großes rotes Shinto-Tor erreichen.

Hinter dem Tor biegen wir nach links ab und stiegen eine Treppen hinauf. An dieser stelle gibt es sogar eine Rolltreppe, die leider 300 Yen extra kostet.

Wir steigen tapfer die Stufen hinauf und erreichen einen kleinen Schrein.

Nach weiteren Stufen stehen wir vor einem Restaurant und den botanischen Garten Samuel Cocking Garden 江の島サムエル・コッキング苑. Der Park wurde nach dem Kaufmann Samual Cocking benannt, da ihm das Gelände früher gehörte. Wir kaufen uns eine Eintrittskarte  für 500 Yen und spazieren durch verschiedenste Blumenfelder, alte Gebäudeumrisse und einige Denkmäler.

Hinter einem Busch entdecken wir diesen netten Pavillon, der bunt angemalt ist.

Dieser Pavillon ist ein Geschenk der chinesischen Regierung. Besonders die Deckenbemalung beeindruckt uns sehr.

Wir passieren einige Palmen und weiteren Blumenbeeten und steuern den 60 m hohen Aussichtsturm an.

Im Gebäude werden wir lautstark vom Personal empfangen und in ein Fahrstuhl geführt. Dieser bringt uns auf die 360° Aussichtsplattform. Von hier oben können wir die weite Bucht, den Strand und die Berge im Hintergrund gut überblicken.

An klaren Tagen kannst du sogar den Berg Fuji entdecken. Wir gehen zurück zum Ausgang des Gartens und halten uns rechts. Dort kommen wir an weiteren kleinen Läden vorbei. Plötzlich fallen uns einige Katzen auf, die auf Treppen oder Mauern rasten.

Enoshima ist nämlich bekannt für seine Katzen. Viele Tokioter reisen extra an, um hier Katzen-Fotos zu schießen. Selbst in den Restaurants finden wir die süßen Tierchen.

Nach weiteren 100 Metern erreichen wir den Schrein Enoshimajinja 江ノ島神社.

Nach einer 1047 verfassten buddhistischen Schriftrolle wurde Enoshima von der Göttin der Musik und Unterhaltung Benzaiten erschaffen. Der Schrein wurde 1206 gegründet, und immer weiter erweitert. Der Legende nach soll ein Drache Paaren Glück in der Liebe versprechen. Deswegen entdecken wir viele Paare, die den Schrein besuchen. Auf der linken Seite finden wir die Drachen-Höhle.

Hier soll das Paar gemeinsam beten, um ihre Liebe zu stärken. Über eine schmale Treppe hinter dem Schrein erreichen wir die ersten Kliffe.

Außerdem passieren wir ein kleines Cafe und steigen über eine Treppe zu den Felsen hinab, die immer wieder von Wellen überspült werden.

Überall entdecken wir Schilder mit Tsunami-Warnungen: „Sobald eine Sirene ertönt, suchen Sie bitte Schutz auf höherem Gebiet“. Das hat seine Gründe: Die Halbinsel wurde durch einen Tsunami des großen Kanto Erdbebens (1923) fast vollständig zerstört.

Wir beobachten das Wellenspiel und lassen unsere Füße im kühlen Nass baumeln. Nach einiger Zeit folgen wir einer kleinen Brücke zu einer Höhle.

Die Iwaya Höhlen beherbergen einige Buddha Statuen und ist dem legendären Drachen gewidmet. Leider ist das Tor verschlossen… Über eine kleine Straße steigen wir abseits des Trubels zu dem roten, großen Tor hinab. In die nächste kleine Gasse biegen wir ein und finden einen kleinen Strand vor.

Von hier beobachten wir den Sonnenuntergang und den Fuji. Schweren Herzens reißen wir uns los und gehen zurück. Bevor wir den Bahnhof erreichen, entdecken wir an der Straße rechts das Restaurant Ramen Tamaya ラーメンたまや und essen dort eine leckere Gemüse-Nudelsuppe (Yasai-Ramen 野菜ラーメン).

Fazit: Insgesamt war dies eine sehr schöner Spaziergang, die uns an alten Schreinen, einem botanischen Garten samt Turm, einer Höhle und rauen Küstenlandschaften vorbeiführt. Sehr zu empfehlen, wenn du die japanische Kultur und Landschaft kennen lernen möchtest.


Insidertipps

  • Besuche die Insel vormittags bis mittags und unter der Woche, dann ist weniger los.
  • Packe gute Schuhe ein, da es über viele Treppen geht.
  • Kauf dir am Bahnhof eine Lunchbox und verspeise diese auf dem Strand.

Anfahrt

  • Adressen: Fujisawa, Präfektur Kanagawa 251-0036 (Google Maps)

Am einfachsten kommst du zur Halbinsel Enoshima, indem du zum Bahnhof Enoshima fährst und 15 Minuten zu Fuß gehst.

Per Zug: 

  • Bahnhof Tokyo -> JR Tokaidohon Linie 東海道本線 (47 Min, 972 Yen) -> Bahnhof Fujisawa 藤沢駅 -> Enoshima Electric Railway Linie 江ノ島電鉄線 (11 Min, 220 Yen)  -> Bahnhof Enoshima 江ノ島駅 -> 10 Minuten Fußweg
  • Bahnhof Tokyo -> JR Tokaidohon Linie 東海道本線 (42 Min, 799 Yen) -> Bahnhof Oofune 大船駅 -> Shonan Monorail 湘南モノレール (15 Min, 310 Yen) -> Bahnhof Shonanenoshima 湘南江ノ島駅 -> 10 Minuten Fußweg
  • Nur die JR Züge werden vom JR Pass abgedeckt.

Öffnungszeiten & Preise

  • Öffnungszeiten:
    • Botanischer Garten:  9.00-20.00 Uhr
    • Halbinsel: 24 Stunden offen
  • Geschlossen: —
  • Eintritt:
    • Botanischer Garten:
      • Erwachsene: 500 Yen
      • Kinder: 250 Yen
      • Gruppen ab 20 Personen:
        • Erwachsene: 450 Yen
        • Kinder: 230 Yen
    • Halbinsel: Kostenlos

Nützliche Schriftzeichen:

  • Enoshima 江ノ島
  • Enoshima Electric Railway Linie 江ノ島電鉄線
  • Bahnhof Shonanenoshima 湘南江ノ島駅
  • Shonan Monorail 湘南モノレール
  • Reiskuchen Dangos 団子
  • Garten Samuel Cocking Garden 江の島サムエル・コッキング苑
  • Schrein Enoshimajinja 江ノ島神社

Nützliche Links:


Fotos: 5. April 2014


Übersicht:



Warst du schon einmal auf Enoshima? Lass mir doch mal einen Kommentar da!


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22 Thoughts on “[Ausflug] Halbinsel Enoshima: Spaziergang auf der Katzeninsel!

  1. Hallo,
    schöne Beschreibung. Ich war vor wenigen Wochen zwei Mal auf Enoshima. Ich wollte von dort den Sonnenuntergang am Fuji beobachten, doch leider hielt er sich zwei Mal bedeckt.
    Lg
    Thomas

    • Hallo Thomas,

      das mit dem Sonnenuntergang ist meist reine Glücksache. Die beste Zeit, um den Sonnenuntergang garantiert zu sehen, ist übrigens im Januar oder Februar. ;)

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  2. Kathy on 8. Juni 2016 at 7:29 said:

    Echt toller Artikel wie eigentlich alle auf deinem Blog/Seite :) Einfach die beste Seite um viele Informationen zu bekommen und freue ich mich jedesmal wenn es es einen neuen Eintrag gibt :) Vielen Dank dafür :)

    • Hallo Kathy,

      vielen Dank für dein Lob. :) Wenn du noch Artikel-Wünsche hast, lass es mich wissen. ;)

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  3. Stephan on 12. Juni 2016 at 18:43 said:

    Nach Enoshima soll es nächstes Jahr wohl auch gehen.
    Vielen Dank für den Artikel :D

  4. Sehr schöner Artikel, der richtig Lust auf diesen Ausflug macht.
    Liebe Grüße!
    Hannah

  5. Chris on 2. Juli 2016 at 11:40 said:

    War heute selbst dort ;-) Danke für den Hinweis
    Völlig entspannt und ideal für ein Pärchenausflug.

    Grüße
    chris

  6. Mike on 19. Oktober 2017 at 9:29 said:

    Hallo,
    ich war während meiner 2 Wochen Tokyo auch auf Enoshima, und die ist wirklich schon, anstrengend auch, aber vor allem schön, mal von einigen kulinarischen Seltsamkeiten abgesehen, aber die muss man ja nicht essen :-).
    Was mich allerdings etwas gewundert hat, es gab zwar Katzensouveniers in jeder denkbaren Form, allerdings von den Minnitiegern selbst war kaum was zu sehen, ich bin einmal um die komplette Insel gelaufen und hab lediglich eine Katze gesehen, ist da vielleicht irgendwas passiert?

    • Hallo Mike,

      die Katzen verstecken sich gerne auf den abgelegen Pfaden oder sie wurden vielleicht gerade gefüttert. Abends hast du die besten Chancen.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  7. Linda P. on 20. Oktober 2017 at 7:25 said:

    Hallo Tessa!
    Denkst du würde es sich ausgehen, an einem Tag Kamakura und Enoshima zu besuchen?

    Liebe Grüße aus Salzburg,
    Linda

  8. Valentina K. on 4. April 2018 at 5:05 said:

    Guten Morgen Tessa
    Mein Sohn und ich haben die Insel im Oktober 2017 besucht. Die Höhle mit den Statuen war geöffnet. Ganz toll. Wenn du möchtest sende ich dir ein paar Fotos ( kannst du es benutzen). Leider haben wir kaum Katzen gesehen.
    Was uns gewundert hat ist die Tatsache, das wir niemand, aber absolut niemand gesehen haben der im Meer badet. Weder auf der Insel noch vor dem Insel wo die Brücke anfängt. Ist das verboten? Mein Sohn wollte es gerne, vor allem weil am Tag sehr sehr schwül war und sooooo viele Treppen:-). Hat sich aber nicht getraut.
    Liebe Grüße Valentina

    • Hallo Valentina,

      auf das Angebot komme ich gerne zurück. Schickst du mir die Fotos an meine Email Adresse (siehe Impressum). Danke!

      Die Höhle wird gerade wegen Taifun Schäden renoviert…

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

  9. Mike on 5. April 2018 at 5:21 said:

    Hallo,
    bei meinem Besuch auf Enoshima war ich natürlich auch an den Felsen am Meer, da waren auch etliche Angler, und mir ist leider unangenehm aufgefallen das die scheinbar, oder zumindest einige von ihnen, nicht unbedingt mit Rücksicht gesegnet waren.
    Es lagen nämlich überall Fischköpfe und ähnlicher herum, was für die vielen Familien, die da mit Kindern waren, die in den kleineren Wasserlöchern nach kleineren Wasserbewohnern gefischt haben, bestimmt nicht so toll war, ich zumindest fand es eklig.
    Halle ich da einfach Pech oder passiert das immer?

  10. Wir haben Enochima mit Kamakura verbunden. Nach Enochima fährt eine kleine Bimmelbahn. Schon die Fahrt zur Insel macht also Spaß. Auf der langen Brücke stehen überall Warnschilder. Vorsicht vor den Falken, ist dort zu lesen. Leider bemerkten wir die Schilder erst, als uns ein Softeis von einem riesigen Falken aus der Hand gerissen wurde. Zum Glück bekam nur die Eiswaffel seine Kralle zu spüren und wir sind heil davon gekommen. Mein Tipp: Auf der Brücke nichts essen und alles festhalten was einem lieb ist :) Auf einer Rast in Kamakura ist uns am selben Tag eine Packung FinnCrisp von einer räuberischen Rabenfamilie geklaut worden. Die japanischen Vögel sind schlau und verfressen.

    • Hallo Constanze,

      vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. :) Nicht nur auf der Brücke auch auf der Insel sollte man sehr gut auf die Vögel achten…
      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

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