Kobe (神戸) ist eine Großstadt, die sich gleich neben den größeren Städten Osaka und Kyoto befindet. Vielleicht assoziierst du Kobe vielmehr mit Industrie, Tausenden Containern am Hafen und den bekannten Kobe-Rindern. So wirst du positiv überrascht sein, dass diese Stadt dich so begeistern wird.

Unsere heutigen Ziele werden sein:


***** In Zusammenarbeit mit Corinna *****

No. 1: Der Ausflug zum Berg Maya (Mount Maya, 摩耶山 Maya-san)

Unser Ausgangspunkt ist der Kobe Bahnhof (神戸駅 Kōbe-eki). Ab hier nehmen wir einen Bus in Richtung ‚Maya Cable‘ (Bus Nr. 18 oder 102).

Die Maya Cable (vollständig Maya Cable Line, 摩耶ケーブル線 Maya Kēburu-sen) ist eine Seilbahn, die 1925 eröffnet wurde, ursprünglich erbaut, um den Besuch des einmal abgebrannten Tempels Tenjo-ji zu erleichtern. Dessen Wiederaufbau unser heutiges Ziel ist. Wir kommen an der Maya Cable Station an. Hier ist die Farbwahl der Bahn ein echter Hingucker. Entweder in knalligem Rot oder, wie in unserem Fall, in einem satten Hellgrün.

Wir kaufen ein Kombi-Ticket für 1540 Yen, also jeweils für die Maya Cable und deren Anschlussbahn. Los gehts!

Oben angekommen, erwartet uns die Gondelbahn namens Maya Ropeway (摩耶ロープウェー Maya Rōpuwē).

Tenjo-ji (eigentlich Tori Tenjo-ji 忉利天上寺) war lange Zeit ein sehr einflussreicher Tempel, der jedoch 1975 abbrannte. Den Tempel wurde kurze Zeit später wiederaufgebaut; etwas weiter nördlich und höher. Darum ist heute die zweite Fahrt mit der Maya Ropeway notwendig.

Die Maya Ropeway wurde 1955 erbaut und bringt uns bis nach ganz oben, dem Berg Maya.

Doch zuvor begrüßt uns Pepper, ein humanoider Roboter, der sicher einige Insider-Tipps auf Lager hätte, wenn da nicht die kleine Sprachbarriere gewesen wäre…

Schon aus der Gondel heraus genießen wir den wunderschönen Ausblick.

Getoppt wurde der Ausblick dann aber doch noch von der Aussichtsplattform Kikusedai auf dem Gipfel. Wir erfahren später, dass dieser Anblick auch die ‚10 Millionen-Dollar-Aussicht‘ auf knapp 700 Metern Höhe genannt wird. Im Dunkeln genießt man hier sicher ein Lichtermeer, was man niemals vergessen wird.

Wir sehen uns kurz um und folgen der Beschilderung zum Tenjo-ji Tempel; etwa 1 km und gemütlichen 12 Minuten Fußweg entfernt durch den Wald. Du kannst aber auch mit dem Bus fahren, der stündlich fährt.

Auch das bekannte Arima Onsen ist gerade einmal 20 km Luftlinie vom Berg Maya entfernt. Nach wenigen Minuten stehen wir endlich vor dem Eingang.

Jedoch trennen uns einige Stufen vom Tenjo-ji, die erst erklimmt werden müssen.

Oben angekommen, begrüßte uns eine Steinformation.

Tenjo-ji ist sogar mit einem hauseigenen Zen-Garten ausgestattet.

Außerdem befindet sich hier die Figur einer Hütergottheit für Mutterschaft und Kinder und ist bestimmt auch für den strahlend blauen Himmel verantwortlich.

Wir betreten das Hauptgebäude; kaufen O-Mamori und andere Souvenirs.

Danach umrunden wir das schöne Tempelgelände und auch hier warten viele kleine Figuren darauf, gefunden zu werden.

Und auch die hintersten Ecken werden von uns unter die Lupe genommen.

Die umliegende Aussicht ist jederzeit einen genaueren Blick wert.

Doch leider müssen wir uns an der Stelle schon wieder verabschieden. Gut gelaunt und positiv überrascht, machen wir uns auch schon wieder auf den Rückweg zum Kobe Bahnhof. Nächster Halt: Akashi-Kaikyo-Brücke!

No 2: Die Akashi-Kaikyo-Brücke (明石海峡大橋 Akashi-kaikyō ōhashi)

Kaum zurück am Kobe Bahnhof fahren wir mit der JR in Richtung Nishi-Akashi, einem Shinkansen-Bahnhof unweit von Kobe. 25 Minuten später steigen wir am Halt ‚Maiko‘ aus. Dort folgen wir der Beschilderung in Richtung ‚Maiko Marine Promenade‘ und gelangen so über diverse Straßenübergänge zum Maiko-Park mit unserem nächsten Ziel.

Es ist kurz vor Sonnenuntergang und einige Menschen stehen bereits mit ihren Stativen entlang bereit, um die Brücke mitsamt dem Sonnenuntergang zu fotografieren.

Auch einige Angler versuchen hier ihr Glück, während sie Schiffe beobachten, die aus dem nicht allzu weit entfernten Hafen von Kobe in Richtung Meer schippern.

Während wir warten, lesen wir ein paar Fakten zur Akashi-Kaikyo-Brücke:

Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1986 und wurde von 1988 bis zur Eröffnung 1998 gebaut. Mit einer Gesamtlänge von 3.911 Metern und ist somit die längste Hängebrücke der Welt. Ihre Höhe beträgt 297,3 Meter. Auf ihr fahren Autos auf 6 Spuren von Tarumi-ku (Stadtteil von Kobe) nach Awaji und umgekehrt. Es befindet sich sogar ein Restaurant in den Stahlträgern des Bauwerks. Die Kosten beliefen sich auf umgerechnet 2,8 Milliarden Euro. Weiterhin wird die Brücke von 1.737 Lichtern beleuchtet.

Dann ist es endlich so weit:

Während wir den schönen Untergang der Sonne beobachten, macht unser Magen auf sich aufmerksam. Langsam verlassen wir das riesigen Bauwerk und fahren mit der JR zurück zum Kobe Bahnhof, um unser letztes Ziel des heutigen Tages zu erreichen.

No 3: Gaumenfreuden mit Kobe-Beef: Steak & Grill Meriken Hatoba

Für alle Steak-Liebhaber dieser Welt gilt eins: Kobe-Beek musst du probiert haben! Wir für unseren Teil nutzten diese Gelegenheit selbstverständlich direkt in Kobe. Nun ist es aber nicht ganz so einfach, ein passendes Restaurant zu finden. Läufst du in den Straßen von Kobe, so werben Hunderte von Restaurants mit dem berühmten Kobe-Beef. Als Tourist bist du also schnell überfordert und so nahmen wir das Internet zur Hilfe:

Unweit vom Bahnhof Motomachi befindet sich ein Restaurant namens ‚Steak & Grill Meriken Hatoba‘. Das mit 4 von 5 Sternen auf Google bewertet wurde. Keine 10 Minuten später sitzen wir auch schon an dem Tisch:

Im Restaurant wurden wir herzlich vom ‚Chef‘ (dt. Koch) Okumoto-san persönlich begrüßt, der gerade sein Restaurant öffnete.

Das familiäre Gasthaus in einer kleinen Seitengasse des Motomachi-Bezirks ist sehr nett eingerichtet und beherbergt neben ein paar köstlichen Tropfen Wein, Bier, Whiskey, Sake und Shochu auch ein wenig Golfer-Equipment.

Von Okumoto-san erfahren wir, dass er gleichzeitig nicht nur Chef, sondern auch Golf-Trainer ist und er erklärt uns:

Wagyu ist japanisch und bedeutet übersetzt: japanisches Fleisch. Kobe-Beef ist also nichts anderes als Wagyu mit geschützter Herkunfts-Bezeichnung. Der Marmorierungsgrad des Fleisches ist wiederum auf die Genetik der japanischen Rinder zurückzuführen. In Japan gibt es für Handelszwecke ein Einstufungssystem (Ertragsstufe und Qualität) für das Fleisch:

  • Ertragsstufe: A = über dem Standard, B= Standard und C = unter dem Standard.

  • Qualität: 1 = schlecht, 2= geht so, 3 = durchschnittlich, 4 = gut und 5 = ausgezeichnet.

Wir bestellen uns ein Menü a-la-Carte für ca. 110 Euro, welches aus einer Suppe, einem grünen Salat, Reis und natürlich dem saftigem Kobe-Beef (Prime A5 Kobe Beef) besteht. Bevor der Chef Hand anlegt, bekommen wir das mit Fetteinlagerungen durchzogene rohe Muskelfleisch zu sehen und wählen die Garstufe aus.

Dann ist es endlich soweit: das herrliche Fleisch wird uns mit gebratenem Gemüse in ‚stäbchengerechten Stücken‘ serviert. Wir sind begeistert und sagen Itadakimasu!

Das uns servierte Fleisch hat traumhaft geschmeckt!

Fazit: Kobe ist auf jeden Fall eine nähere Betrachtung wert. Ganz oft wird Kobe wegen seiner Nähe zu Osaka oder Kyoto ‚übersehen‘ und bietet weitaus mehr als ‚nur‘ das berühmte Kobe-Beef; welches man sich allerdings nicht entgehen lassen sollte! Außerdem kannst du in Kobe wunderbar den JR-Rail-Pass nutzen, um von A nach B zu gelangen.

P.S.: Dieses Jahr lassen wir uns den 10-Millionen-Dollar-Blick bei Dunkelheit nicht entgehen ;)

Insidertipps

  • Zwar hat Kobe einen “neuen” Shinkansen Bahnhof Shin-Kobe, der aber schlechte Verbindungen zum “alten” Bahnhof Kobe besitzt.
  • Mittags ist das Kobe Steak im Restaurant billiger!

Anfahrt

  • Adresse: Kobe Station, 3 Chome-1-1 Aioichō, Chūō-ku, Kōbe-shi, Hyōgo-ken 650-0025 (Google Maps)

Am einfachsten nimmst du den Shinkansen bis zum Shin-Osaka Bahnhof und fährst 30 Minuten weiter mit der JR Tokaido-Sanyo-Linie zum Kobe Bahnhof (Station).

Per Zug (nach Kobe):

  • Ab Tokio: Tokyo Bahnhof 東京駅 -> JR Shinkansen (2 Std. 30 Min, 14650 Yen)  -> Shin-Osaka Bahnhof 新大阪駅-> JR Tokaido-Sanyo-Linie 東海道山陽線  (31 Min, 640 Yen) -> Kobe Bahnhof 神戸駅
  • Ab Kyoto: Kyoto Bahnhof 京都駅-> JR Shinkansen (13 Min, 3220 Yen) -> Shin-Osaka Bahnhof 新大阪駅 -> JR Tokaido-Sanjo-Linie 東海道山陽線 (31 Min, 640 Yen) -> Kobe Bahnhof 神戸駅
  • Ab Osaka: Shin-Osaka Bahnhof  新大阪駅 -> JR Tokaido-Sanjo-Linie 東海道山陽線 (31 Min, 640 Yen) -> Kobe Bahnhof 神戸駅

Weiter mit Bus/Seilbahn (zum Maya Berg):

  • Kobe Station / Bahnhof 神戸駅 -> Bus Nr. 18 oder 102 (25 Min, 210 Yen, 2 x pro Stunde Abfahrt) -> Maya Cable Station 摩耶ケーブル駅 -> Seilbahn Hin-Rück-Kombi-Ticket (1540 Yen) -> Maya Cable (Seilbahn) -> Maya Ropeway (Seilbahn) -> Berg Maya

Weiter mit Zug (zur Akashi-Kaikyo-Brücke):

  • Kobe Station /Bahnhof 神戸駅 ->  JR Kobe Linie Express  神戸線快速 (17 Min, 300 Yen) -> Maiko Station 舞子駅

Weiter mit Zug (zum Restaurant Meriken Hatoba):

  • Ab Maiko Bahnhof: Maiko Station 舞子駅 -> JR Kobe Linie 神戸線 (18 Min, 300 Yen) -> Bahnhof Motomachi 元町駅 -> 4 Minuten Fußweg (350 Meter)
  • Ab Kobe Bahnhof: Kobe Station 神戸駅-> JR Kobe Linie 神戸線 (2 Min, 120 Yen) -> Bahnhof Motomachi 元町駅 -> 4 Minuten Fußweg (350 Meter)

Öffnungszeiten & Preise

Maya Cable & Maya Ropeway

  • Öffnungszeiten: 10:00 bis 21:00 Uhr  (Bitte auch die saisonalen Öffnungszeiten beachten)
  • Geschlossen: Dienstags
  • Bitte auch die saisonalen Öffnungszeiten beachten!
  • Preise:
    • One-Way-Ticket: 440 Yen pro Erwachsener / 220 Yen pro Kind
    • Round-Way-Ticket: 770 Yen pro Erwachsener / 390 Yen pro Kind
    • Kombi-Ticket One-Way (für beide Bahnen): 880 Yen pro Erwachsenen / 440 Yen pro Kind
    • Kombi-Ticket Round-Way (für beide Bahnen): 1540 Yen pro Erwachsenen / 770 Yen pro Kind

Tenjo-ji Tempel

  • Adresse: Tenjo-ji temple, 〒657-0105 2-12 Mayasan-cho Nada-ku Kobe, Telefon: 078-861-2684, (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 09:00 bis 17:00 Uhr
  • Eintritt: frei

Grill & Steak Meriken Hatoba

  • Adresse: Grill & Steak Meriken Hatoba〒650-0022 1 Chome-3-14 Motomachidori, Chuo, Kobe, Telefon: 078-392-1369, (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 12.-15.00 Uhr und 17:30 Uhr bis 22:00 Uhr (Di,.-So.)
  • Geschlossen: Montags (falls Montag ein Feiertag ist, dann Dienstag) und jeden dritten Dienstag im Monat
  • Preise: ca 15-25 Euro (2.000-3.000 Yen, mittags) und 45-55 Euro (5.000-6.000 Yen, abends)

  • Fotos: November 2017

Nützliche Websiten:

Deutsch:

Englisch:

Japanisch:


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