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[JP] Über 1000 Stufen zum Berg Tempel Yamadera 山寺

Nachdem ich atemberaubende Fotos von dem  Berg-Tempel Yamadera 山寺 gesehen hatte, reisten mein Begleiter und ich von Sendai nach Yamagata, um diese Landschaft mit unseren eigenen Augen zu sehen. Die bizarren Felsformationen und die vielen kleinen Tempel-Gebäude inspirierten selbst den berühmten Haiku-Dichter Basho, deren Statue uns direkt am Eingang begrüßt. Danach geht es über 1000 Stufen Stück für Stück bergauf. Wir passieren Steindenkmäler, Tempel-Gebäude und Mausoleen. Oben angekommen, staunen wir nicht schlecht über die fantastische Aussicht von der Plattform Godaido 五大堂. Hier vergessen wir alle Sorgen und genießen den Anblick. Wir steigen die gleichen Stufen wieder hinab und besuchen zum Abschluss noch das berühmte Soba-Restaurant Mitoya 美登屋, das seine Buchweizennudeln noch per Hand herstellt.


Details
Distanz: 3,1 km
Dauer: 1.50/2.30 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 409 m
Ansteigend: 201 m
Absteigend: 279 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✩✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig (Besonders schön im Winter)
Startpunkt: Bahnhof Yamadera 山寺駅 Linie Senzan 仙山線
Endpunkt: Bahnhof Yamadera 山寺駅 Linie Senzan 仙山線
Fotos: 28. Februar 2016


Die Wanderung

Mit dem ersten Shinkansen fahren mein Begleiter und ich nach Sendai. Von hier nehmen wir die Senzan Linie 仙山線, bis wir den Bahnhof Yamadera 山寺駅 erreichen. Zunächst folgen den lustigen Mönch-Schildern, die uns den Weg weisen.

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Um die nächste Kurve sehen wir den Berg Tempel Yamadera, der eigentlich Ryushaku-ji heißt.

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Seine Gebäude ragen aus den bizarren Felsformationen heraus und scheinen jeden Moment herunterzufallen. Über eine rote Brücke überqueren wir den Fluss und stehen mitten in einer Souvenir-Straße. Hier biegen wir nach rechts ab und treffen nach ein paar Metern auf diese lange Treppe, die den Eingang vom Tempel markiert.

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Ganz klein neben der Treppe sehen wir das berühmte Schild „Achtung: Ab hier sind es 1000 Stufen bis zur Spitze des Tempels!“.

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Na, wenn wir schon den Fuji bestiegen haben, dann sollten 1000 Stufen doch kein Problem sein! Wenige Minuten später stehen wir vor diesem „Glücksgott“.

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Mein Begleiter drückt mir eine Yen-Münze in die Hand und wir beten kurz für den sicheren Aufstieg. Doch leider bringt der Glücksgott gar kein Glück. Wenige Minuten später stolpere ich über eine Wurzel und stürze heftig auf mein Knie! Auwa!!! Doch zum Glück ist es nur geprellt. Auf den Schreck kaufen wir uns Chikara-Konnyaku-Spieße:

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Die sollen Kraft verleihen und bestehen aus der Konjaku-Wurzel. Sie sind eine Spezialität der Region. Lecker! Auf der rechten Seite passieren wir ca. 1000 Gott Kshitigarbha-Figuren, die mit Wünschen versehen sind.

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Sie tragen rote Kappen und Lätzchen, um das Böse und Krankheit abzuhalten. Dahinter treffen wir auf die berühmte Matsuo Basho Statue.

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Matsuo Basho 芭蕉 (1644-1694) war ein japanischer Dichter, der die japanische Versform Haiku praktiziere. Basho besuchte den Tempel Yamadera und war begeistert von der Schönheit der bizarren Felsen und der verstreuten Tempel-Gebäude. Dieser Besuch floss in sein berühmtes Werk Oku no Hosomichi ein. Direkt daneben steht eine Statue seines Schülers Kawai Sora 河合 曾良 (1649-1710), der Basho bei der Veröffentlichung seiner Werke half.

Dann passieren wir einen riesigen Glockenturm, der ein beeindruckendes Dach besitzt.

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Wann die wohl geläutet wird? Ein paar Schritte weiter stehen wir vor dem Eingangstor Yamamon 山門.

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Dort bezahlen wir 300 Yen Eintritt, damit wir das Tempel-Gebäude betreten dürfen. Ab hier geht es über schöne Treppen an zahlreichen Denkmälern vorbei.

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Nach wenigen Minuten stehen wir vor dem seltsamen Tempel-Gebäude Ubado 姥堂.

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Es markiert die Grenze zwischen Himmel und Höhle. Wenn man sich in dem Waschbecken wäscht und eine neue Garderobe anzieht und die alten Sachen in dem Gebäude lässt, dann vergisst man seine Gelüste und reinigt seine Seele beim Aufstieg. Man soll sich so zu einem freundlichen und gerechten Menschen entwickeln.

Hinter der nächsten Kurve stehen wir vor einer riesigen Felswand.

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Staunend betrachten wir die gelben Vorsprünge und entdecken etwas weiter oben erneut Figuren.

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Ich komme nur langsam die Stufen hinauf, da mein Knie schmerzt. Hoffentlich komme ich die Stufen auch wieder herunter… Zum Glück gibt es bei dem langsamen Aufstieg, genügend zu sehen.

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In aller Stille steigen wir Stufe für Stufe bergauf, bis wir das Tor Niomon 仁王門 sehen.

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Das Tor wurde im Jahre 1848 erbaut und besteht komplett aus Holz. Hier sehen wir auch die ersten vereisten Flächen, die wir auf allen Vieren erklimmen müssen. Ich werfe einen Blick zurück und frage mich, wie wir hier wieder herunterkommen?

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Wir passieren einige geschlossene Gebäude und halten uns an der Kreuzung rechts. Hier entdecken wir erleichtert ein kleines Schild an der Treppe.

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„Ab hier sind es nur noch 160 Stufen!“ Erleichtert steigen wir die Stufen hinauf und stehen vor dem Mausoleum vom Feldherr Yoshiaki Mogami (1546-1614), der an zahlreichen Schlachten zur Einigung Japans beteiligt war.

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Dann stehen wir endlich vor der letzten Treppe und dem Hauptgebäude vom Tempel Ryushaku-ji das Gebäude Oku-no-In 奥の院 und das große Buddha Gebäude Daibutsu-den.

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Doch leider sind beide Gebäude geschlossen. Na toll! Der ganze Aufstieg umsonst! Doch dann drehen wir uns um und sind sprachlos.

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Die Aussicht ist einfach klasse! Mit offenen Mündern stehen wir auf der Treppe und blicken in die Ferne. Dann folgen wir dem Weg auf der rechten Seite zu einer kleinen Höhle, die einen drei-Stufigen Schrein beinhaltet, der zum Weltkulturerbe Japans zählt.

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Doch viel können wir durch das Gitter nicht erkennen und gehen den Weg zurück zur Kreuzung. Dieses mal biegen wir nach links ab und staunen immer noch über die schöne Aussicht.

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Ein breiter Weg führt uns zum Gebäude Heisando 閉山堂, das in den Bergen schwebt.

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Auf der rechten Seite passieren wir wieder einige Stein-Statuen.

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Direkt neben dem Gebäude steigen wir eine schmale Treppe hinauf.

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Und erreichen die Aussichtsplattform Godaido 五大堂.

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Schon einige Besucher stehen staunend vor dem Geländer und genießen die schöne Aussicht. Auch wir stehen einige Minuten an dem Geländer und können uns kaum satt sehen. Jetzt können wir auch ein bisschen verstehen, warum der Dichter Basho von diesem Tempel begeistert war.

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Ich vergesse meine Knie-Schmerzen und blicke ins Tal. Auf der linken Seite können wir die anderen Tempel-Gebäude und die bizarren Felsformationen bestaunen.

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Wahnsinn! Nach einigen Minuten reißen wir uns los und treten den Rückweg an. Vorsichtig mit meinem Knie geht es Stufe für Stufe bergab. Irgendwann stehen wir wieder vor dem Eingangstor Yamamon 山門. Hier biegen wir nach rechts ab, passieren ein weiteres Gebäude und steigen eine lange Treppe hinunter.

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Von dort folgen wir dem roten Schild nach links, bis wir vor dem Soba-Restaurant Mitoya 美登屋 stehen.

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Im Schaufenster können wir die Arbeitsfläche des Kochs sehen, der jeden Morgen seine Soba-Nudeln noch per Hand herstellt. Wir bestellen uns Ten-Zaru-Soba 天ざるそば für 1,680 Yen, das ist frittiertes Gemüse mit Soba-Nudeln.

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Das sind die besten Nudeln, die wir je gegessen haben! Von dem Restaurant gehen wir gemütlich über die rote Brücke zum Bahnhof und fahren zurück nach Sendai.

Fazit: Die Wanderung ist ideal für Anfänger,die eine einzigartige Landschaft sehen wollen! Achtung: Bei Knie-Problemen nicht zu empfehlen. 😉

Wegweiser:
Bahnhof Yamadera 山寺駅 → Sando-Iriguchi 参道入口 → Oku-no-In 奥の院 → Bahnhof Yamadera 山寺駅

Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Yamadera 山寺駅
Linie Senzan 仙山線
Matsuo Basho 松尾 芭蕉
Schüler Kawai Sora 河合 曾良
Tempel-Gebäude Ubado 姥堂
Weg Sando-Iriguchi 参道入口
Gebäude Oku-no-In奥の院
Tor Niomon 仁王門
Eingangstor Yamamon 山門
Gebäude Heisando 閉山堂
Aussichtspunkt Godaido 五大堂
Gericht Ten-Zaru-Soba 天ざるそば
Soba-Restaurant Mitoya 美登屋
Soba そば
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左

Links:
Dichter Matsuo Basho: https://de.wikipedia.org/
Gedichter Haiku: https://de.wikipedia.org/
Werk Oku-no-Hosomichi: https://de.wikipedia.org/
Gott Kshitigarbha: https://de.wikipedia.org/
Mogami Yoshiaki: https://en.wikipedia.org/
Soba Mochi Mitoya Restaurant : (Google Maps) (Homepage)
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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