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[JP] Kiso Komagatake 木曽駒ヶ岳 – Die japanische Schweiz

Der 2,956 m Berg Kiso Komagatake 木曽駒ヶ岳, oder auch Kisokoma 木曽駒, ist der höchste Berg des Kiso Gebirges. Er befindet sich in der Präfektur Nagano 長野県 der Chubu Ebene 中部 und gehört zu den 100 berühmtesten Bergen Japans. Die Komagatake Seilbahn 駒ケ岳ロープウエイ bringt Wanderer vom Fuße des Berges zu einer 2,650 m hohen kesselförmigen Eintiefung unterhalb des Gipfels. Danach führt ein steiler Weg zum Gipfel Kiso-Komagatake 木曽駒ヶ岳. Von dort kann der Wanderer die traumhaften Zentralen Alpen überblicken, die ein bisschen Schweizer Bergen ähneln. Deswegen nennen die Einheimischen die Berge auch die japanische Schweiz. Zur Seilbahn geht es zurück über große Felsbrocken und steile Wege. Zum Abschluss lockt das Onsen Komakusa-no-Yu こまくさの湯 mit einem heißen Bad.

Details:
Distanz: 5,6 km
Dauer: 2.15/4.12 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 2958 m
Ansteigend: 467 m
Absteigend: 432 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig. Empfehlenswert im Sommer
Startpunkt: Sugenodai Bus Zentrum 菅の台バスセンター
Endpunkt: Sugenodai Bus Zentrum 菅の台バスセンター
Fotos: 25. Juli 2015

Die Anfahrt

Gegen 9.50 Uhr treffen ich mit dem Auto am Bus Zentrum Sugenodai 菅の台バスセンター ein. Falls man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, kann man den Bus vom Bahnhof Komagane 駒ヶ根駅 der Iida Linie 飯田線 nehmen. Der Bus fährt am Wochenende alle 30 Minuten (8.00 Uhr, 8.30 Uhr, 9.00 Uhr,…, 15 Uhr) ab. Den Zeitplan findet ihr unten. Die Fahrt kostet 1030 Yen und dauert etwa eine Stunde.

Vom Parkwächter werde ich auf einen Parkplatz gelotst und bezahle direkt 600 Yen für den ganzen Tag. Neben dem Parkplatz entdecke ich kostenlose Toiletten. Vor der Bushaltestelle finde ich den Fahrkarten-Verkaufsstand und kaufe ein Kombi-Fahrkarte mit Hin- und Rückfahrkarte (3900 Yen/3450 Yen) für den Bus und die Seilbahn. Als Ausländerin bekomme ich sogar 450 Yen Rabatt. Dazu zeige ich nur meine Ausländerkarte oder meinen Pass vor. 🙂

An der Bushaltestelle warten schon einige Wanderer. Bereits nach wenigen Minuten trifft der Bus ein. Einige Japaner sitzen schon im Bus, da sie schon am Bahnhof Komagane 駒ヶ根駅 eingestiegen sind. Die Fahrt zur Seilbahn dauert etwa 30 Minuten und führt über eine ziemlich enge Straße den Berg hinauf. Die Strecke ist für private Fahrzeuge gesperrt, so dass man nur noch mit Taxen oder Bussen zur Seilbahn kommt. Beim Aussteigen werfe ich den unteren Abschnitt der Fahrkarte in den Kasten beim Fahrer und erhalte am Ausgang einen kleinen Zettel mit einer Nummer. Das ist die Wartenummer für die Seilbahn, erklärt das Personal. Direkt neben der Seilbahnstation spielt eine Alpenhorn-Gruppe ein kleines Ständchen vor. In einer Pause erklärt der Sprecher der Gruppe: „Kisokomagatake 木曽駒ヶ岳 ähnelt der Schweiz, und wird deswegen die japanische Schweiz genannt. Wir möchte das Gefühl der Schweiz vermitteln und schon mal auf die Sehenswürigkeit einstimmen! Unsere Gruppe wünscht euch viel Spaß beim Wandern!“ Alle klatschen, dann stimmt die Gruppe die Schweizer Nationalhymne an.

Nach 10 Minuten wird meinen Nummernblock auf Japanisch ausgerufen und ich darf mich in die Schlange an der Seilbahn einreihen. Das Personal kontrolliert die Nummer und sammelt den Zettel ein. Vor der Seilbahn werde ich gebeten, meinen Rucksack vor mir zu halten. In Deutschland würde man knapp 20 Leute in die Seilbahn bekommen… Doch in Japan passen locker 60 Personen in die Bahn. :/
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Die japanische Schweiz

Eingequetscht fahren wir den Berg hinauf, während das Personal die Sehenswürdigkeiten erklärt. „Sie können das ganze Jahr die Region um den Komagatake besuchen! Im Winter kann man Ski fahren. Im Frühling die Blumen bewundern. Im Sommer wandern gehen und im Herbst die Blattfärbung betrachten…“, brabbelt eine Stimme. Oben erwartet uns an der 2,650 m hohen Kar, das ist eine kesselförmigen Eintiefung unterhalb des Gipfels, ein Souvenirladen und ein kleines Restaurant. Dort kann man frische Brötchen kaufen. Vor dem Restaurant entdecke ich eine wunderschöne Aussicht auf das Tal und auf der anderen Seite fängt der Wanderweg an. Ich halte mich zunächst nach links und passiere einen kleinen Schrein.

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Davor biege ich nach rechts Richtung Wanderweg Yuhodo 遊歩道 ab. Der Weg führt mich durch saftige Wiesen zu einem steinigen Weg. An der Kreuzung bleibe ich staunend vor dem schönen kesselförmigen Gipfel stehen. Was für ein Anblick!

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Ich biege nach links Richtung Tozando 登山道 ab. Ab dieser Stelle klettere ich über große Felsenbrocken steil den Berg hinauf.

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Von der Mitte des Weges blicke ich kurz zur Seilbahn zurück. Was für eine Aussicht! Ich kann sogar den Fuji hinter einer Bergkette erkennen. „Auf dem war ich auf meiner letzten Wanderung!“, denke ich. Den Bericht findet ihr hier.

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Eine Wandergruppen steigt den Berg herunter und blockiert den schmalen Weg. Für den Aufstieg brauche ich deswegen 20 Minuten länger als geplant.

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Langsam wird mir heiß, da die Sonne erbarmungslos auf mich herunter scheint. Ich greife öfters zu meiner Wasserflasche. Nach einer Stunde erreiche ich endlich den Sattel der Bergkette Nokkoshijijodo 乗越浄土.

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Dort stehen viele Hinweisschilder, die leider nur auf Japanisch sind. Auf der linken Seite entdecke ich einige Berghütten.

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Das Wetter ist klasse – Grüne Bergkuppen soweit das Auge reicht! Ich freue mich über die frische Luft und die angenehmen 17 Grad. Das steht im starken Kontrast zu dem 35 Grad heißen Tokio. Kleine Wolke zaubern schöne Muster in den Himmel. Ich folge dem Schild Richtung Komagatake 駒ヶ岳 nach links.

Vor den Berghütten rastet eine Gruppe Wanderer. Kinder spielen mit ein paar Kieselsteinen. Hinter den Hütten biege ich nach rechts ab und  erreiche eine Abzweigung.  Für beide Richtungen wird der Berg Komagatake 駒ヶ岳 ausgeschildert. Ich entscheide mich für den rechten Weg, der über die Bergkuppe Nakadake 中岳 führt. Auf der Kuppe steht ein kleiner Schrein, der in zwei Hälften gebrochen ist. Ein Blitzeinschlag?

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Dort bete ich kurz für einen sichern Auf- und Abstieg und lege eine Yen Münze davor. Neben dem Schrein liegen viele große Felsbrocken, auf denen ich mich setze und mein Mittagessen auspacke. Es geht ein starker Wind, so dass mir sogar die Reiskörner von den Stäbchen davon fliegen. Ich setze mich in den Windschatten eines großen Felsens, um in Ruhe essen zu können. Vom Felsen kann ich die Bergspitze des Komagatake 駒ヶ岳 sehen. Davor stehen viele bunte Zelte.

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Die meisten Wanderer übernachten eine Nacht auf diesem Zeltplatz und erkunden  von dort die umliegenden Gipfel. Pro Nacht kostet der Zeltplatz ca. 800 Yen (inkl. Wasser und Toilette).

Die 360 Grad Aussicht

Ich verlasse die Kuppe und setze meinen Weg Richtung Komagatake 駒ヶ岳 fort. Ab und zu muss ich meine Hände zu Hilfe nehmen. Ich steige vorsichtig den Weg hinab und erreiche den Zeltplatz. Einige Wanderer packen gerade ihr Zelt zusammen, andere dagegen sitzen vor ihren Zelten und grillen.

Etwas neidisch laufe ich am Zeltplatz vorbei. Ein unlesbares Schild Komagatake 駒ヶ岳 führt mich über weitere Felsen den Berg hinauf. Nach 20 Minuten erreiche ich den 2958 m hohen Gipfel und werde von der schönen Aussicht auf die Zentralen Alpen Japans überwältigt.

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Auf dem Gipfel befinden sich mehrere Schreine. Eine Gruppe Wanderer stellt sich vor dem Holzpfosten Komagatake 駒ヶ岳 auf und schießt ein Gruppenfoto. Die 360 Grad Aussicht ist fantastisch. Unter mir entdecke ich eine Berghütte.

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Dicke Wolken ziehen auf. Vielleicht zieht ein Gewitter auf? Ich klettere den Weg zurück zum Zeltplatz und biege an der Kreuzung vor dem Nakadake 中岳 nach rechts ab. Der Weg wird schmaler und schmaler.

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Ich bekomme Angst und versuche nicht nach unten zu schauen. Der Weg ist wirklich nur etwas für schwindelfreie Wanderer.

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Ein kühler Wind lässt mich frösteln. Nach 20 Minuten habe ich diese Strecke überlebt und erreiche die Berghütten. Kurz ruhe ich mich dort aus.

Der Rückweg

Dann setze ich meinen Weg Richtung Seilbahnstation fort und steige den gleichen Weg herunter. An der Kreuzung wähle ich den linken Weg Yuhodo 遊歩道 am See Kengaike 剣ヶ池 vorbei.

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Am Wegrand wachsen schöne gelbe Blumen.

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Die Wegränder sind mit Seilen abgesteckt, damit kein Wanderer den Pfad verlassen kann. Ein paar Fliegen fangen an mich zu nerven, indem sie um meinen Kopf herumschwirren. Ich laufe schneller und erreiche die Seilbahnstation um ca. 15.30 Uhr. Dort erhalte ich wieder eine Wartenummer. Dieses Mal muss ich sogar eine Stunde warten, bevor ich endlich mit der Seilbahn hinabfahren darf.

Das Onsen Komakusa-no-Yu

An der Bushaltestelle Sugenodai Bus Zentrum 菅の台バスセンター steige ich aus und laufe ein Stück zurück. Auf der rechten Seite erblicke ich das Onsen Komakusa-no-Yu こまくさの湯. Im Vorraum ziehe ich meine Schuhe aus und stelle diese rechts ins Regal. Am Schalter kaufe ich eine Bad-Abendessen-Kombi-Karte für 1020 Yen (Oshokuji-Nyurkuryoお食事+入浴料). „Nur bis 18.30 Uhr können sie im Speisesaal das Abendessen ordern!“, informiert mich das Personal. Ich nicke kurz und gehe ins Bad. Zur Verhaltensweise im Onsen empfehle ich den Bericht über Onsen zu lesen. Dort entspanne ich mich für eine halbe Stunde, dann begebe ich mich in den Speisesaal und bestelle die Empfehlung des Hauses Mini-Sauce-Katsu-Don ミニソースかつ丼. Schnitzel auf Reis, Salat mit leckerer Sauce und Miso-Suppe. Lecker! Aber bestimmt nicht Mini! Um 19.15 Uhr verlasse ich das Onsen und fahre nach Hause.

Insgesamt war dies eine schöne Wanderung, die mich an grünen Bergketten und bahnbrechende Aussichten vorbeiführt. Sehr zu empfehlen, wenn man eine kühle Wanderung im Sommer machen möchte.

Nützliche Schriftzeichen:
Berg Kisokomagatake 木曽駒ヶ岳
Berg Misokoma 木曽駒
Präfektur Nagano 長野県
Chubu Gebiet 中部
Seilbahn Komagatake駒ケ岳ロープウエイ
Onsen Komakusa-no-Yu こまくさの湯
Sugenodai Bus Zentrum 菅の台バスセンター
Bahnhof Komagane 駒ヶ根駅
Iida Linie 飯田線
Wanderweg Yuhodo 遊歩道
Richtung Tozando 登山道
Bergkette Nokkoshijijodo 乗越浄土
Richtung Komagatake 駒ヶ岳
Bergkuppe Nakadake 中岳
Komagatake 駒ヶ岳
Bad-Abendessen-Kombi-Karte Oshokuji-Nyurkuryoお食事+入浴料
Mini-Sauce-Katsu-Don ミニソースかつ丼

Links:
Übersicht: https://www.chuo-alps.com/fare/
Preisliste Bus: https://www.chuo-alps.com/wp-content/uploads/2015/06/fare_2014.pdf
Bus & Seilbahn Zeitplan: https://www.chuo-alps.com/wp-content/uploads/2015/06/timetable_2015.pdf
Komakusanoyu Onsen: http://www.komakusanoyu.com/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


Download

Wie fandet ihr den Bericht? Wart ihr auch schon in den zentralen Alpen?

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