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[JP] Kamakura Ten-en Wanderung 鎌倉 天園ハイキングコース

Über den uralten Kamakura Ten-en Wanderweg gehst du auf Entdeckungsreise und besuchst dabei japanische Gärten, traditionsreiche Tempel und Schreine. Die gut erhaltenen Kulturgüter stammen aus der Zeit  von 1185 bis 1333, in der Kamakura 鎌倉 Regierungssitz Japans war. Die Wanderung beginnt am Bahnhof Kamakura 鎌倉駅, etwa eine Zugstunde entfernt von Tokio, und verläuft auf Straßen und Pfaden mit leichten Steigungen und Gefällen. Neben den Shinto-Schreinen Tsurugaoka Hachimangū 鶴岡八幡宮 und Kamakura-gū 鎌倉宮 erkunden wir auch die buddhistischen Tempel Kenchoji 建長寺 und Engakuji 円覚寺. Wir werden nicht nur mit herrlichen Landschaften und Sehenswürdigkeiten belohnt, sondern erhalten auch einen tiefen Einblick in die japanische Kultur. Zwar ist der Weg in Japanisch ausgeschildert, aber wir finden auch genügend Übersetzungen, die uns weiterhelfen. Nach ca. 10,9 km erreichen wir das Ziel, den Bahnhof Kita-Kamakura 北鎌倉駅.  Wenn noch Zeit bleibt, kannst du noch die Kamakura Daibutsu Wanderung anschließen.


Details
Distanz: 10,9 km
Dauer: 3.50/5.00 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 164 m
Ansteigend: 359 m
Absteigend: 425 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig
Startpunkt: Bahnhof Kamakura 鎌倉駅 Linie Yokosuka 横須賀線
Endpunkt: Bahnhof Kita-Kamakura 北鎌倉駅 Linie Yokosuka 横須賀線
Fotos: 13. Januar 2016


Einkaufsstraße Komachi-dori 小町通り

Bei warmen 14 Grad muss ich einfach raus in die Natur! Also setzen mein Begleiter und ich uns in den Zug Richtung Bahnhof Kamakura 鎌倉駅. Im Bahnhof folgen wir den Schildern Richtung Ost Ausgang 東口. Nachdem wir die Schranken passiert haben, stehen wir vor dem Busbahnhof. Obwohl es mitten in der Woche ist, schieben sich Reisegruppen an uns vorbei. Der erste Shogun Minamoto no Yoritomo verlegte 1185 den Regierungssitz Japans nach Kamakura. Aus dieser Zeit gibt es gut erhaltene Tempel und Schreine, die  ein beliebtes Touristenziel sind. Auf der linken Seite entdecken wir ein rotes Tor.

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Wir durchschreiten das Tor und sind damit auf der berühmten Einkaufsstraße Komachi-dori 小町通り. Gleich danach stolpern wir über einen Ghibli-Laden. Vor der Tür steht unverkennbar ein Totoro. 😀

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In dem Laden gibt es alles an Ghibli Merchandising, was man sich nur vorstellen kann. Nur schwer können wir uns losreißen, aber wir wollen weiter. Am Straßenrand versucht man uns, an zahlreichen Ständen japanische Süßigkeiten, Töpferwaren, Stäbchen und vieles mehr zu verkaufen.

Der Schrein Tsurugaoka Hachimangu 鶴岡八幡宮

Am Ende der Gasse treffen wir auf eine Vorfahrtstraße. Hier biegen wir nach rechts ab und passieren die Bushaltestelle Kamakura-Hachimangu Mae 鎌倉八幡宮前. Dann stehen wir vor einem gewaltigen roten Tor.

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Dieses Tor markiert den Eingang zum berühmten Schrein Tsurugaoka Hachimangu 鶴岡八幡宮. Wir gehen geradeaus über eine Brücke und halten uns zunächst rechts. Dort erreichen wir über eine weitere Brücke eine kleine Insel und den Schrein Hataagenzaitensha 旗上弁財天社.

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Hinter dem Schrein können wir einen kleinen Felsen entdecken. An dem Stein soll der erste Shogun Minamoto no Yoritomo für eine sichere Geburt seiner Frau Hojo Masako gebetet haben. Die Geburt seines ersten Sohnes verlief tatsächlich ohne Probleme und Yoritomo pflanzte zum Dank vor dem Schrein Tsurugaoka Hachimangu Kirschbäume. Heute besuchen viele Paare, die auch Nachwuchs erwarten, den Schrein, um ebenfalls für eine sichere Geburt zu beten. Wir gehen zurück zum Hauptweg und passieren eine Waschstelle und eine kleine Bühne.

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Dahinter treffen wir auf eine lange Treppe, die uns zum roten Schrein Tsurugaoka Hachimangu 鶴岡八幡宮 führt.

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Der Tsurugaoka Hachiman-gū ist der wichtigste Shinto-Schrein in der Stadt Kamakura. Der erste Shogun Minamoto no Yoritomo errichtete den Schrein 1191 und widmete ihm dem 15. Kaiser Ōjin (Gottheit Hachiman), Ōjin’s Mutter Jingū-kōgō und Ōjin’s Frau Himegami, die seine Regierung schützen sollten. Links und rechts vom Eingang entdecken wir zwei grimmig dreinblickende Samurai. Das sind die Wächter des Schreins. Mutig gehen wir an den finsteren Gestalten vorbei und betreten das Gebäude. Direkt hinter der Gebetsbox und einem dünnen Vorhang können wir in das Heiligtum blicken. Plötzlich treten mehrere Menschen in den engen Raum. Eine Frau in einem schönen Kimono gesellt sich dazu. Es findet wohl gerade eine japanische Hochzeit statt! Der Priester, der ganz hinten steht, fängt laut an zu beten.

Wir verlassen das Gebäude und stehen vor einer Wand Holztafeln, die mit Wünschen versehen ist.

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Die Tafeln, oder auch Ema genannt, kannst du am Schrein kaufen. Sie sind versehen mit einem Affen, das Tierkreiszeichen für das Jahr 2016. Wenn kein Platz mehr ist, werden die Tafeln abgenommen und rituell verbrannt. So steigen die Wünsche mit dem Rauch zum Himmel hinauf und gehen in Erfüllung.

Der Schrein Kamakura-gū 鎌倉宮

Wir steigen die lange Treppe wieder herunter und gehen geradeaus, bis wir eine Kreuzung treffen. Dort biegen wir nach links Richtung Kamakura Museum 鎌倉国宝館 ab. Nach ein paar Metern passieren wir das Museum und ein Tor. Wir folgen der schmalen Gasse und erreichen die Hauptstraße 204. Hier biegen wir nach links ab und nach ca. 300 m treffen wir auf ein paar Steine.

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Dort biegen wir wieder nach links ab und richten uns nach der Beschilderung Richtung Kamakura-gū 鎌倉宮. Schon wenige Minuten später stehen wir vor einem großen Tor.

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Der Kamakura-gū Schrein wurde 1869 von dem Tenno Meiji errichtet und ist dem Prinz Ōtōnomiya Morinaga (1308–1336) gewidmet. Prinz Morinaga wurde von seinem Feind Ashikaga Takauji gefangen genommen und vor seiner Hinrichtung in einer Höhle eingesperrt. Diese Höhle befindet sich heute hinter dem Schrein. Besonders erwähnenswert ist das berühmte Noh-Theater im Oktober, dass nur unter Fackelschein aufgeführt wird. Am Schrein entdecken wir hinter der Geldbox einen roten hölzernen Kopf. „Was ist das??“, fragen wir uns.

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Wir sehen wohl ziemlich ratlos aus, so dass ein Wächter in einer Uniform uns anspricht: „Das ist ein Löwenkopf, der auch Shishi-Gashira genannt wird. Er gilt als Talisman gegen Unglück. Der Kopf soll mit seinen großen Zähnen das Böse auffressen. Der Legend nach trug Prinz Morinaga einen Talisman mit diesem Kopf-Abbild in den Schlachten.“

Freundlich bedanken wir uns für die nette Erklärung und gehen schräg rechts an dem Schrein vorbei. Dort sehen wir eine Samurai-Holzfigur und ein Regal mit weißen Holzfiguren, die mit Wünschen voll geschrieben sind.

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Die Holzfigur soll den Prinzen vor der Hinrichtung darstellen. Irgendwie berührt mich dieses Geschichte. Ich werfe eine 10 Yen Münze in die Geldbox und bete kurz für seine arme Seele.

Japanische Grabanlagen Yagura

Wir gehen den Weg zurück zur Straße und biegen nach links ab. Von hier folgen wir den Schildern Richtung Zuisenji Temple 瑞泉寺. Die schmalen Gassen führen uns zu dieser Kreuzung.

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Hier wählen wir die Straße geradeaus und passieren ein altes Tor. Direkt dahinter entdecken wir ganz klein das erste Hinweisschild Ten-en Hiking course 天園ハイキングコース, das uns nach rechts zu einem winzigen Eingang führt. Dort steht auch schon eine Übersichtskarte vom Wanderweg bereit. Ab hier richten wir uns nach den Schildern Richtung Ten-en 天園. Während wir die steile Treppe hinaufsteigen, erklärt mir mein Begleiter: „Die Stadt Kamakura 鎌倉 wird im Norden, Osten und Westen von fünf Bergen eingekesselt. Die Einheimischen nennen diese Berge auch liebevoll die Kamakura Alpen. Obwohl sie nur eine Höhe von 100-200 m aufweisen, boten sie in der Shogun-Zeit (ca. 1185) einen natürlichen Schutz vor Angriffen. Heute werden wir die östlichen Berge erkunden!“

Wenige Schritte weiter verwandelt sich der Pfad in einen schönen Waldweg und wir steigen über Wurzeln und Felsen bergauf. Nach ein paar Minuten fällt uns eine Höhle auf der rechten Seite auf.

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Das sind Yagura, alte Gräber aus der Kamakura-Zeit (1185 bis 1333). Hauptsächlich fanden hier Menschen aus der Samurai-Klasse ihre letzte Ruhe. Insgesamt gibt es um die 1500 bis 5000 Gräber in den Bergen von Kamakura. Der genaue Grund für diese Gräber ist nicht bekannt, aber vermutlich wurden sie aus Platzmangel in die Berge verlegt. Hinter jeder Kurve und hinter jedem Felsen entdecken wir weitere Höhlen. Wir fühlen uns ein bisschen wie Indiana Jones. Dann stehen wir vor einer kleinen Steinstatue Kaifukijizou 貝吹地蔵, die den Gott Kshitigarbha darstellt.

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Der Gott bringt arme Seelen in die Unterwelt und ist der Schutzgott der Armen und Kranken. Das Denkmal soll an den Feldherrn Nitta Yoshisada erinnern. Ein kleines Schild erklärt uns: „Nitta Yoshisada war ein großer Feldheer von der kaiserlichen Armee. 1338 durchbohrte ein Pfeil sein Auge und lag im Sterben, um den gegnerischen Feinden nicht in die Hände zu fallen, schlug er sich selbst den Kopf ab. Seine Diener flüchteten mit seinem Kopf und vergruben diesen an dieser Stelle.“

Was mussten das früher für grausame Zeiten gewesen sein?

Himmelsgarten Ten-en 天園

Nachdenklich setzen wir unseren Weg fort und erreichen eine Bank mit zwei Schildern Richtung Zuisenji 瑞泉寺 und Kamakuragu 鎌倉宮 . Hier folgen wir keinem der Schilder und gehen stattdessen geradeaus durch einen Bambuswald.

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Wenige Schritte weiter stehen wir vor dem ersten Rastplatz Ten-en-Kyukesho 天園休憩所.

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Dort ist schon einiges los und ein unwiderstehlicher Duft liegt in der Luft. Viele Wanderer essen hier eine leckere Suppe, aber leider gibt es keine Aussicht. Wir entschließen uns, weiter zu gehen und folgen dem Schild Richtung Kencho-ji 建長寺 an dem Rastplatz vorbei. An der nächsten Kreuzung halten wir uns rechts und treffen auf den Rastplatz Tenentoge-no-Chaya 天園峠の茶屋.

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Von den Bänken erhalten wir eine wunderschöne Aussicht auf die Bucht Sagami.

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Wir setzen uns und bestellen die Empfehlung des Hauses: Uden うでん.

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In der Suppe finden wir ein hartgekochtes Ei, Rettich, Seetang und Fischkuchen, sowie Konnyaku, das aus der Konjakwurzel hergestellt wird. Bevor man die einzelnen Teile isst, werden diese in Senf getunkt. Lecker! Die warme Suppe wärmt uns von Innen. Nach dem Essen räumen wir das Geschirr ab und folgen dem abfallenden Weg geradeaus.

Der Berg Oohirayama 大平山 

Vor einem Toilettenhäuschen treffen wir auf eine große Wandergruppe, die wir freundlich grüßen. Dann erreichen wir einen großen leeren Platz. Einige Wanderer sitzen auf Decken und verspeisen ihr Mittagessen. Von dort erhalten wir wieder schöne Aussichten auf die Bucht.

Auf der rechten Seite entdecken wir einen felsigen Hügel, den wir besteigen müssen.

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Unsicher klettern wir den Felsen hinauf und finden oben das Gipfelschild 159,2 m Berg Oohirayama 大平山.

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In dem Moment schießt ein großer Habicht über unsere Köpfe. Überrascht springen wir zur Seite und beobachten seinen Flug.  Toll, wie der fliegen kann! Hinter dem Schild folgen wir einen schmalen Pfad. Sind wir hier richtig? Wenige Schritte weiter beruhigt uns ein Hinweisschild Richtung Tempel Kencho-ji 建長寺. Dann treffen wir auf die nächsten Grabanlagen.

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In der Höhle können wir einige Buddha-Statuen entdecken, deren Köpfe abgeschlagen sind. Vermutlich fielen diese der Anti-Buddha-Revolution im Jahre 1868 zum Opfer. Wie auch die Statuen auf dem Berg Nokogiri in Chiba. Oberhalb dieser Grabanlage entdecken wir einen Mönch auf einem Hügel.

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Diese Statue ist nur über den steilen Pfad zu erreichen. Wir schenken uns den Aufstieg und wandern weiter.

Der Tempel Kencho-ji 建長寺

An einer Kreuzung mit einem großen Stein nehmen wir den rechten Weg Richtung Migi-Kencho-ji 右建長寺. Wenige Minuten später erreichen wir die Aussichtsplattform Shojoken-Tenbodai 勝上献展望台 und blicken ins Tal hinab.

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Wir werfen noch einen letzten Blick zur Küste, bevor wir eine lange Treppe hinabsteigen. Am Holzhäuschen bezahlen wir 300 Yen Eintritt, damit wir das Gelände des Tempels betreten dürfen. Achtung: Öffnungszeiten nur von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr!

Direkt dahinter befindet sich der Schrein Hansobo 半僧坊, der 1890 auf Wunsch des Abtes Ozora Kandō vom Hōkō-ji hierher gebracht wurde. Er fungiert als Beschützer des Tempels Hansobo Gongen. Wir steigen eine lange Treppe hinab und bemerken links und rechts Figuren des Fabelwesens Tengu.

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Tengu ist ein Yokai (Ungeheuer). Vermutlich kommt sein Ursprung aus China. Er hält meist einen Fächer in der Hand, der Unglück wegwehen und Glück bringen soll. Tengu dient als Nachrichtenübermittler zwischen den Göttern (Schreine) und Buddha (Tempel), verfolgt das Böse und schützt das Gute. Besonders verehrt wird dieses Fabelwesen auf dem Berg Takao.

Vor den Figuren finden wir eine schöne Waschstelle, die mit einem Drachen verziert ist.

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Dann treffen wir auf ein lange Treppe, die wir hinabsteigen. Es geht durch einige Tore bis zu einer unbeschilderten Kreuzung. Hier folgen wir der abfallenden Straße, bis wir auf der linken Seite das Abtsquartier 方丈 …

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… und davor das stattliche Tor Karamon 唐門 sehen.

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Das Tor wurde im sog. Chinesischen Stil erbaut und stammt aus dem Tempelgelände des Zōjō-ji (Tokio). Es wird auch das „Tor für den Kaiserlichen Boten“ genannt. Wir betreten das Abtsquartier Hojo 方丈 und ziehen unsere Schuhe aus. Auf Terrassen geht um das Gebäude herum. Hinter dem Gebäude blicken wir auf einen schönen japanischen Garten und Teich.

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Wir sind begeistert und können uns kaum satt sehen.  Nach ein paar Minuten verlassen wir das Abtsquartier und betreten ein großes Holzgebäude. Das Gebäude entpuppt sich als große Lehrhalle, die Hatto 法堂 genannt wird. Sie stammt aus dem Jahre 1814 und beinhaltet die Gottheit Kannon und eine gruslige Mönch Statue.

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Die Halle ist das größte hölzerne Gebäude in Ostjapan. Wir betreten das nächste Holzgebäude und stehen dieses Mal vor einer großen Buddha Statue.

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Diese Halle wurde im Jahre 1647 vom berühmten Tempel Zōjō-ji hier her überführt. Die Decke ist wunderschön verziert. Begeistert schauen wir uns um. Die ganze Einrichtung wirkt unglaublich alt und kostbar. Schließlich verlassen wir das dunkle Holzgebäude.

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Auf der linken Seite sehen wir ein Glockenhaus, dass ein gewaltiges Strohdach besitzt.

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Diese Glocke wurde im Jahre 1255 gegossen und enthält die Inschrift des Tempelgründers. Ob diese Glocke auch zum Neuen Jahr 108 mal geschlagen wird? Wir durchschreiten das Haupttor Sammon 山門.

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Vorbei an den Kassen erreichen wir einen Parkplatz und eine Straße. Dort biegen wir nach rechts Richtung Kita-Kamakura-eki 北鎌倉駅 ab, bis wir auf Gleise treffen. Vor den Gleisen biegen wir rechts in eine schmale Gasse Richtung Tempel Engakuji 円覚寺 ab.

Der Zen-Tempel Engakuji 円覚寺

Kurz vor dem Bahnhof sehen wir auf der rechten Seite den Eingang zum Tempel Engakuji 円覚寺, der zu den fünf großen Zen Tempel Kamakuras zählt (Öffnungszeiten 8.-16.00 Uhr).

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Der Tempel wurde im Jahr 1282 unter der Bauherrschaft des Regenten Hojo Tokimune errichtet und ist den Opfern der Mongoleninvasionen gewidmet. Viele der damaligen Gebäude wurde durch Erdbeben und Feuer zerstört. Unter dem Zen Meister Seisetsu Shucho (1745-1820) wurden diese wieder aufgebaut und prägen bis heute die Gestalt des Tempels. Besucher können jeden Samstag an Zen-Zeremonien teilnehmen. Besonders lohnt sich ein Besuch  im Herbst, wenn der japanische Ahorn sich rot färbt.

Da wir noch etwas Zeit haben, steigen wir die Treppe hinauf und zahlen an der Kasse 300 Yen Eintritt. Oberhalb einer langen Treppe finden wir das Tor Sanmon 山門, das 1785 vom großen Zen Meister Seisetsu Shucho wieder aufgebaut wurde.
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Dahinter steht das Hauptgebäude Butsuden 仏殿, das  wurde vom großen Kanto-Erdbeben 1923 zerstört und 1964 wieder aufgebaut.
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Wir betreten das Gebäude und stehen vor der großen Buddha-Statue Hokan Shaka Nyorai, die bedeutendste Sehenswürdigkeit im ganzen Tempel.
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Das Gesicht der Figur sieht etwas komisch aus. Neugierig lesen wir den Text zur Figur durch: „Die Figur wurde 1282 fertiggestellt, aber durch ein großes Feuer 1563 zerstört. Nach dem Feuer blieb nur noch einige Gesichtsteile übrig, so dass der Rest des Körpers 1625 ersetzt wurde. In dieser Zeit wurden auch links und rechts die Gottheiten Boten und Taishakuten hinzugefügt. Im Jahre 1378 stiftete Kaiser Gokogon der Goldrahmen der Buddha-Statue.“ Ach so, das erklärt die unterschiedlichen Gesichtsfarben! Nachdenklich verlassen wir die Halle. Auf der linken Seite passieren wir das Gebäude Kojirin 居士林, dort kann man jeden Samstag (außer im August) von 13.20 Uhr bis 14.20 Uhr an öffentlichen Zen-Zeremonien teilnehmen.
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Wir gehen etwas bergauf und treffen auf das Abtsquartier Hōjō 方丈 und diesen Hundert Kannon Statuen 百観音 Garten.  Viele Pilger beten vor den Statuen, um den Verstand zu reinigen und Frieden zu erlangen.
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Weiter oben am Berg erreichen wir das Mausoleum Kaikibyo 開墓廟 von Hōjō Tokimune 北条 時宗, das im Jahre 1811 errichtet worden ist.
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Hōjō Tokimune ( 1251 – 1284) war der achte Regent des Kamakura-Shogunates und regierte von 1268 bis 1284. Er war der Verteidiger und Anführer der japanischen Streitkräfte bei der Abwehr der beiden Mongoleninvasionen. Ihm ist es zu verdanken, dass sich der Zen-Buddhismus zuerst in Kamakura, später auch in Kyoto und in ganz Japan, besonders unter den Samurai, fest etablierte.

Am Eingang des Mausoleums hängen große Schilder, die den Besucher dazu einladen, eine Tasse grünen Tee für 500 Yen zu trinken. Wir wollen aber erst noch den Rest des Tempels erkunden und steigen eine lange Treppe hinauf. Oben erwartet uns das Grabmal Oubaiin 黄梅院, das dem fünften Abt Muso Kokushi gewidmet ist.

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Im Inneren gibt es Bronze- und Holz-Statuen aus der Muromachi-Zeit (1336-1573) zu bestaunen, die wir nur schwer erkennen können. Ab hier geht es nicht mehr weiter und haben damit das Ende des weitläufigen Geländes erreicht.  Wir gehen den gleichen Weg zurück zum Eingang und hinüber zum Bahnhof Kita-Kamakura 北鎌倉駅. Müde, aber glücklich, fahren wir heim.

Fazit: Die Wanderung ist ideal für Anfänger, die die japanische Kultur entdecken wollen. So viele schöne japanische Gärten, traditionsreiche Tempel und Schreine wirst du selten gesehen! Falls du noch Zeit hast, kannst du die Kamakura Daibutsu Wanderung anschließen. Dort gibt es, eine große Buddha Statue und weitere Tempel und Schreine zu entdecken. 😀

Wegweiser:
Bahnhof Kamakura-eki 鎌倉駅 → East Exit Higashi-guchi 東口 → Komachi-dori 小町通り → Schrein Tsurugaoka-Hachiman-gū 鶴岡八幡宮 → Richtung Kamakura Museum 鎌倉国宝館 → Schrein Kamakura-gū 鎌倉宮 → Zuisenji Temple 瑞泉寺 → Ten-en Hiking course 天園ハイキングコース → Ten-en 天園 → Tempel Kencho-ji 建長寺 → Bahnhof Kita-Kamakura-eki 北鎌倉駅 → Engakuji Temple 円覚寺 → Kita-Kamakura 北鎌倉駅

Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Kamakura-eki 鎌倉駅
Ost Ausgang Higashi-guchi 東口
Straße Komachi-dori 小町通り
Bushaltestelle Kamakura-Hachimangū Mae 鎌倉八幡宮前
Schrein Tsurugaoka Hachimangū 鶴岡八幡宮
Schrein Kamakura-gū 鎌倉宮
Tempel Zuisenji 瑞泉寺
Wanderung Ten-en hiking course天園ハイキングコース
Denkmal Kaifukijizou 貝吹地蔵
Rastplatz Ten-en-Kyukesho 天園休憩所
Rastplatz Himmelsgarten Ten-en 天園
Berg Oohirayama 大平山
Richtung Rechts Migi-Kencho-ji 右建長寺
Tempel Kencho-ji 建長寺
Bahnhof Kita-Kamakura-eki 北鎌倉駅
Tempel Engakuji Temple 円覚寺
Bushaltestelle Basutei バス停
Bahnhof Eki 駅
Eintopf Uden うでん
Konnyaku 蒟蒻
Rechts Migi 右
Aussichtsplattform Shojoken-Tenbodai 勝上献展望台
Schrein Hansobo 半僧坊
Tor Mon 門
Tor Karamon 唐門
Abtsquartier Houjou 方丈
Tor Sanmon 山門
Lehrhalle Hatto 法堂
Hauptgebäude Butsuden 仏殿
Hundert Kannon Statuen 百観音
Mausoleum Kaikibyo 開墓廟
Hojo Tokimune 北条 時宗

Quellen:
Shogun Minamoto no Yoritomo : https://de.wikipedia.org/
Kamakura: https://de.wikipedia.org/
Schrein Hachimangū: https://de.wikipedia.org/
Schrein Kamakura-gū: https://de.wikipedia.org
Gräber Yagura: https://en.wikipedia.org/
Gott Kshitigarbha: https://de.wikipedia.org
Nitta Yoshisada: https://de.wikipedia.org/
Tempel Kencho-ji: https://de.wikipedia.org/
Tempel Engaku-ji: https://de.wikipedia.org (Deutsch)
Tempel Engaku-ji: http://www.engakuji.or.jp/ (Japanisch)
Bonten Brahma: https://en.wikipedia.org/
Hōjō Tokimune: https://de.wikipedia.org/
Taishakuten: https://de.wikipedia.org
Udon-Konnyaku: https://de.wikipedia.org/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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2 Gedanken zu „[JP] Kamakura Ten-en Wanderung 鎌倉 天園ハイキングコース“

  1. Hach, wenn ich deine Wanderberichte lese, kriege ich richtig Fernweh. Im Herbst muss ich unbedingt wieder in Japan Urlaub machen. 🙂

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