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[JP] Spaziergang auf der Katzeninsel Enoshima 江ノ島

Wer in Tokio Katzen sehen möchte, der reist auf die kleine Halbinsel Enoshima  江ノ島, die an der Küste vor Kamakura liegt. Die nur 2 km lange Insel ist über eine 600 m Brücke mit dem Festland verbunden. Die Halbinsel ist bekannt durch seine vielen Katzen und Treppen. Die kleinen Tierchen finden wir sogar in Restaurants oder auf der Toilette. Auf der Halbinsel entdecken wir uralte Schreine, Strände, einen botanischen Garten mit Leuchtturm, Höhlen und einen rauen Küstenstreifen. Bei der Umrundung bietet sich uns herrliche Ausblicke sowohl auf die Landschaft als auch auf den Berg Fuji. Der Spaziergang  startet und endet am Bahnhof Enoshima 江ノ島駅.

Distanz: 5,2 km
Dauer: 2 Stunden (ohne Pausen)
Höhenmeter: 152 m
Anstieg: 152 m
Abstieg: 152 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✩✩✩ ✩
Jahrszeit: Ganzjährig
Startpunkt: Bahnhof Enoshima 江ノ島駅 Enoshima Electric Railway Linie 江ノ島電鉄線
Oder: Bahnhof Shonanenoshima 湘南江ノ島駅Shonan Monorail 湘南モノレール
Endpunkt: Bahnhof Enoshima 江ノ島駅 Enoshima Electric Railway Linie 江ノ島電鉄線
Oder: Bahnhof Shonanenoshima 湘南江ノ島駅Shonan Monorail 湘南モノレール
Fotos: 5. April 2014


Der Spaziergang

Von Tokio brauchen wir ungefähr eine Stunde mit dem Zug, bis mein Begleiter und ich am Bahnhof Enoshima 江ノ島駅 eintreffen. Am Ausgang 出口 wenden wir uns nach links und passieren viele kleine Geschäfte, die Souvenirs und außergewöhnliche Gerichte anbieten. An mehreren Restaurants entdecken wir Aquarien, in denen Fische oder sonstige Meerestiere sich tummeln. Hier könnten wir unser Essen quasi selbst auswählen… Nach 400 m erreichen wir eine Unterführung, die uns unter die Schnellstraße 134 hindurchführt.

Rechts von uns können wir den berühmte 40 km langen Sagami Strand 相模湾 entdecken. Der berüchtigt dafür ist, dass hier gerne junge Japanerinnen nach männlichen Ausländern Ausschau halten. Fast jedes Wochenende findet hier am Strand eine Party statt. Viele Ausländer setzen sich dann in den Sand, trinken ein Bier mit ihren Freunden und schleppen eine Japanerin in den Abendstunden ab.

Dann stehen wir vor einer 600 m langen Brücke, die uns zur Halbinsel bringt.

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Besonders sticht der Aussichtsturm auf der rechten Seite hervor, den wir nachher noch besteigen werden. Am Ende der Brücke erwarten uns einige Souvenirläden und viele Menschen. Kellner versuchen, Touristen mit lauten Rufen in ihre Läden zu locken. Wir ignorieren die Rufer und kaufen uns stattdessen nur ein paar Dangos 団子 (Reiskuchen).

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Wir folgen einer Straße den Berg hinauf, bis wir ein großes rotes Shinto-Tor erreichen.

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Dahinter halten wir uns links und stiegen eine Treppen hinauf. Dabei fällt uns auf, dass es sogar eine Rolltreppe gibt, die leider 300 Yen extra kostet.

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Wir steigen tapfer die Stufen hinauf und erreichen einen kleinen Schrein.

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Über eine weitere Treppe erreichen wir einen Platz. Auf der linken Seite entdecken wir ein Restaurant mit ziemlich überteuerten Gerichten und auf der rechten den botanischen Garten Samuel Cocking Garden 江の島サムエル・コッキング苑. Der Park wurde nach dem Kaufmann Samual Cocking benannt, da ihm das Gelände früher gehörte. Wir kaufen uns eine Eintrittskarte  für 500 Yen und spazieren durch verschiedenste Blumenfelder, alte Gebäudeumrisse und einige Denkmäler.

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Hinter einem Busch entdecken wir diesen netten Pavillon, der bunt angemalt ist.

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Dieser Pavillon ist zum Beispiel ein Geschenk der Chinesischen Regierung. Besonders die Deckenbemalung ist beeindruckend.

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Dann passieren wir einige Palmen und weiteren Blumenbeeten und steuern den 60 m hohen Aussichtsturm an.

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Im Gebäude werden wir lautstark vom Personal empfangen und in ein Fahrstuhl geführt. Er bringt uns auf die 360° Aussichtsplattform. Von hier können wir die Bucht und die Berge im Hintergrund gut überblicken.

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An klaren Tagen können wir sogar den Berg Fuji entdecken. Wir gehen zurück zum Ausgang des Gartens und halten uns rechts. Dort kommen wir an weiteren kleinen Läden vorbei. Plötzlich fallen uns einige Katzen auf, die auf Treppen oder Mauern rasten.

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Enoshima ist nämlich für seine Katzen bekannt, so dass viele Tokioter gerne nur für das Schießen von Fotos auf die Halbinsel kommen. Selbst in den Restaurants finden wir die süßen Tierchen.

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Nach weiteren 100 Metern erreichen wir den Schrein Enoshimajinja 江ノ島神社.

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Nach einer 1047 verfassten buddhistischen Schriftrolle wurde Enoshima von der Göttin der Musik und Unterhaltung Benzaiten erschaffen. Der Schrein wurde übrigens 1206 gegründet, und immer weiter erweitert. Der Legende nach soll ein Drache Paaren Glück in der Liebe versprechen, so dass viele Paare den Schrein besuchen. Auf der linken Seite finden wir die Drachen-Höhle.

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Hier soll das Paar gemeinsam beten, um ihre Liebe zu stärken.  Links hinter dem Schrein führt uns eine schmale Treppe den Berg herunter. Dort treffen wir auf die ersten Kliffe.

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Wir passieren ein kleines Cafe und erreichen die Felsen, die immer wieder von Wellen überspült werden.

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Überall entdecken wir Schilder mit Tsunami-Warnungen: „Sobald eine Sirene ertönt, suchen Sie bitte Schutz auf höherem Gebiet“. Das hat seine Gründe: Die Halbinsel wurde durch einen Tsunami des großen Kanto Erdbebens (1923) fast vollständig zerstört.

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Wir beobachten das Wellenspiel und lassen unsere Füße im kühlen Nass baumeln. Dann folgen wir einer kleinen Brücke zu einer Höhle.

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Die Iwaya Höhlen beherbergen einige Buddha Statuen und ist dem legendären Drachen vom Schrein gewidmet. Leider ist das Tor verschlossen, so dass wir wieder zurück gehen. Nach 200 m entdecken wir auf der linken Seite eine kleine Straße, die uns abseits des Trubels langsam den Berg herunterführt. Nach ein paar Minuten kommen wir wieder an dem großen, roten Shinto-Tor an. Hier biegen wir nach links in die nächste kleine Gasse ein und finden einen kleinen Strand vor. Von hier können wir den Sonnenuntergang und den Fuji Berg gut erkennen:

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Danach gehen wir den Weg zum Bahnhof über die 600 m lange Brücke zurück. Bevor wir den Bahnhof erreichen, entdecken wir an der Straße rechts das Restaurant Ramen Tamaya ラーメンたまや und essen dort eine leckere Gemüse-Nudelsuppe (Yasai-Ramen 野菜ラーメン).

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Fazit: Insgesamt war dies eine sehr schöner Spaziergang, die uns an alten Schreinen, einem botanischen Garten samt Turm, einer Höhle und rauen Küstenlandschaften vorbeiführt. Sehr zu empfehlen, wenn man die japanische Kultur und Landschaft kennen lernen möchte.

Nützliche Schriftzeichen:
Enoshima 江ノ島
Enoshima Electric Railway Linie 江ノ島電鉄線
Bahnhof Shonanenoshima 湘南江ノ島駅
Shonan Monorail 湘南モノレール
Reiskuchen Dangos 団子
Garten Samuel Cocking Garden 江の島サムエル・コッキング苑
Strand Sagami 相模湾
Schrein Enoshimajinja 江ノ島神社

Links:
Enoshima:http://de.wikipedia.org/
Informationen & Karte:http://www.japan-guide.com/
Samuel Cocking Garden: http://enoshima-seacandle.jp/  (Öffnungszeiten: 9.-17.00 Uhr)
Zugverbindungen:http://www.hyperdia.com/


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10 Gedanken zu „[JP] Spaziergang auf der Katzeninsel Enoshima 江ノ島“

  1. Hallo,
    schöne Beschreibung. Ich war vor wenigen Wochen zwei Mal auf Enoshima. Ich wollte von dort den Sonnenuntergang am Fuji beobachten, doch leider hielt er sich zwei Mal bedeckt.
    Lg
    Thomas

    1. Hallo Thomas,

      das mit dem Sonnenuntergang ist meist reine Glücksache. Die beste Zeit, um den Sonnenuntergang garantiert zu sehen, ist übrigens im Januar oder Februar. 😉

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  2. Echt toller Artikel wie eigentlich alle auf deinem Blog/Seite 🙂 Einfach die beste Seite um viele Informationen zu bekommen und freue ich mich jedesmal wenn es es einen neuen Eintrag gibt 🙂 Vielen Dank dafür 🙂

    1. Hallo Kathy,

      vielen Dank für dein Lob. 🙂 Wenn du noch Artikel-Wünsche hast, lass es mich wissen. 😉

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  3. War heute selbst dort 😉 Danke für den Hinweis
    Völlig entspannt und ideal für ein Pärchenausflug.

    Grüße
    chris

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