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[JP] Der heilige Berg Tsukuba 筑波山 – Wanderung

Der 877 m hohe Berg Tsubukasan 筑波山 liegt neben der gleichnamigen Stadt Tsukuba 筑波 nördlich von Tokio. Er hat zwei Gipfel: den Nyotai-san 女体山 und den Nantai-san 男体山. Der Tsubukasan 筑波山 gehört zu den 100 berühmtesten Bergen Japans. Im Gegensatz zu den meisten Bergen Japans ist der Tsukubasan 筑波山 nicht vulkanischen Ursprungs, sondern setzt sich aus Granit- und Gabbrogestein zusammen. Die 6,2 km lange Wanderung startet steil und verläuft parallel zu einer Seilbahn. Oben wird man von einer malerischen Aussicht auf die Kanto-Ebene belohnt. Bergab geht es vorbei an heiligen Felsen und durch Zedern, bis man zum Ausgangspunkt zurückkommt. Abschließend lockt das Onsen Tsukuba-yu 筑波山温泉 つくば湯 mit einem heißen Bad.

Distanz: 6,2 km
Dauer: 4.55 /6.30 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 877 m
Ansteigend: 657 m
Absteigend: 657 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✭ ✭ ✭
Jahreszeit: Geeignet für Frühling, Sommer und Herbst.
Startpunkt: Tsukuba Bahnhof つくば駅 Tsukuba Express Linie つくばエクスプレス線
Endpunkt: Tsukuba Bahnhof つくば駅 Tsukuba Express Linie つくばエクスプレス線
Fotos: 11. November 2013

Am Bahnhof Tsukuba richte ich mich nach der Beschilderung Exit 1 出入口1 / Bus バス und warte an der Bushaltestelle Nummer 1 のりば1番. Der Shuttle-Bus Richtung Tsukubasan-jinja-Iriguchi・Tsutsujigaoka 筑波山神社入口・つつじヶ丘 fährt am Wochenende alle 30 Minuten (8. Uhr, 8.30 Uhr, … 15.30 Uhr). Die 36-minütigen Fahrt kostet 720 Yen. Meine aufladbare Geldkarte gilt in diesem Bus leider nicht. Beim Aussteigen werfe ich beim Fahrer den passenden Betrag in den Kasten. Zur Not kann ich auch einen 1000 Yen-Schein direkt beim Fahrer an einer Maschine wechseln. An der Bushaltestelle Tsukubasan-jinja-Iriguchi 筑波山神社入口 schieße ich ein Foto vom Rückfahrplan. Die letzte Rückfahrt ist um 17.10 Uhr. Ich folge der Beschilderung Richtung Schrein Tsukubasan-jinja-Iriguchi 筑波山神社.

Der historische Schrein Tsukubasan-jinja-Iriguchi 筑波山神社 ist dem heiligen Berg Tsukubasan 筑波山 gewidmet, der aus zwei Gipfeln besteht: den Nyotai-san 女体山 (weiblicher Körper / Gottin Izanami) und Nantai-san 男体山 (männlicher Körper / Gott Izanagi). Sie werden für ihren Schutz vor Bösen und Krankheiten, sowie Segnen von Beziehungen und Kindern verehrt. Der Legende nach wird der Berg schon seit fast 2000 Jahren verehrt. Der Schrein wurde im 7ten Jahrhundert gegründet. Während der Edo-Zeit (1603-1868) erhielt dieser mehrere große Spenden der Regierung Edos (heutige Tokio). Der Schrein sollte im Gegenzug die Stadt vor Unheil bewahren. Das Geld wurde zum Aufbau von Pavillons verwendet, die man noch heute besichtigen kann. Das Betreten des Geländes ist übrigens kostenlos.

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Am Schrein laufe ich zunächst links Richtung Seilbahn ケーベルカー. Wer möchte kann die anstregende Strecke einfach mit der Seilbahn überspringen. 😉 Vor der Bahn halte ich mich rechts. Ein großes Steintor markiert den Anfang meiner Wanderung Miyukigahara Course 御幸ヶ原コース.

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Vom Tor bis zur Spitze brauche ich ca 2 ½ Stunden. Schon wenig später steige ich über große Steintreppen und Wurzeln den Berg parallel zur Seilbahn hinauf. Der Weg wird immer steiler, bis ich nur noch über Felsbrocken klettere. Ich trinke viel Wasser.

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Unterwegs begegne ich zwei „kräftigen“ Amerikanern, die auf einer Bank sitzen. „Wir hätten doch lieber die Standseilbahn nehmen sollen!“, jammert einer der beiden und schaut dabei sehnsüchtig zur vorbeifahrenden Bahn. Ich versuche die beiden etwas aufzumuntern: „Die Hälfte habt ihr doch schon!“. Sie zeigen wenig Begeisterung und überlegen, ob sie die Strecke wieder zurücklaufen sollten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause setze ich meinen Weg fort. Ich steige den Weg weiter hinauf, bis ich an einer langen Treppe ankomme. Ich halte eine kurze Pause und gehe tapfer die Stufen hoch.

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Auf der linken Seite befindet sich ein kleiner Schrein, der versteckt hinter ein paar Büschen steht.

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Nach einer weiteren Stunde erreiche ich endlich den Bergrücken. Auf der linken Seite ist der 870 m hohe Gipfel Nantai-san 男体山 (männlicher Körper / Gott Izanagi) und rechts die Seilbahnstation. Ich gönne mir Dangos 団子, aufgespießte Reiskuchen, im angrenzenden Restaurant und setze mich. Nachdem ich mich aufgewärmt habe, verlasse ich das Restaurant und setze mich draußen auf eine Bank. Toiletten gibt es neben dem Restaurant. Die Aussicht ist an klaren Tagen sicher schön, aber während meines Aufstiegs verschlechterte sich das Wetter. Ein eisiger heftiger Wind zieht über den Platz. Hastig verspeise ich mein Mittagessen.

Auf dem Gipfel Nantai-san 男体山 steht ein weiterer Schrein. Die Aussicht wird leider durch Bäume und Büsche verdeckt. Ich laufe zurück zum Restaurant und gehe geradeaus weiter.  An einer Kreuzung steht eine Übersichtskarte der Wanderwege. Ich wende mich Richtung Nyotai-san 女体山. Auch an diesem Gipfel steht auch ein Schrein, aber die Aussicht ist deutlich besser.

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Wanderer sitzen auf riesigen Felsbrocken und genießen die Aussicht.

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Eine Gruppe von Japanern stellt sich vor dem Schild Tsukubasan 筑波山 877 m und schießt ein Gruppenfoto. Ich werde aufgefordert ein Foto von ihnen zu schießen. Nach der dritten Anfrage lehne ich höflich ab und steige wieder herab. Ich laufe zur Kreuzung zurück und folge dem steil Abstieg Shirakumobashi Course 白雲橋コース Richtung Tsukubasan-jinja-Iriguchi 筑波山神社 Tsutsujigaoka つつじヶ丘.

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Gefährliche Stellen sind mit Ketten gesichert. Ab diesem Punkt entdecke ich immer wieder große Felsbrocken, die mit kleinen Schildern gekennzeichnet sind.

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Laut einer Legende, wohnen die Götter von Tsukuba in diesen Felsbrocken.

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Nach 40 Minuten erreiche ich die Kreuzung Benkeichayaato 弁慶茶屋跡 und wende mich nach rechts Richtung Tsukubasan-jinja-Iriguchi 筑波山神社. Der schmale Pfad führt mich steil den Berg herunter, bis ich an einer weiteren Holztreppe ankomme. Die vielen Stufen fordern mich heraus.

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Ich verlangsame mein Tempo. Das Wandern geht langsam auf meine Knie. Ich laufe durch Zedern. Nach weiteren 1,2 Stunden erblicke ich endlich ein Steintor und laufe gerade aus, bis ich die Hauptstraße 47 erreiche. An dieser biege ich links ab und sehe nach 400 m auf der rechten Seite das Onsen Tsukuba-yu 筑波山温泉 つくば湯. Ich betrete das Onsen, ziehe in der Eingangshalle meine Schuhe aus und bezahle den Eintritt. Tattoos sind übrigens in diesem Onsen leider verboten. Zur Verhaltensweise im Onsen empfehle ich den Bericht über Onsen zu lesen. Vom äußeren Bad kann ich eine Gondel den Berg hinauffahren sehen. Ich hoffe, dass keiner ein Fernglas dabei hat. Nach einer Stunde laufe ich zur Bushaltestelle zurück und fahre ich mit dem Bus zum Bahnhof.

Insgesamt eine sehr anstrengender Wanderweg, den ich im Frühling mit dem saftigen Grün und Herbst mit der roten Blätterfärbung sehr empfehlen kann. Übrigens kann man die komplette Strecke im Google Street View ansehen!!

Beschilderung:
Miyukigahara Course 御幸ヶ原コース → Nyotai-san 女体山 → Tsukubasan-jinja-Iriguchi 筑波山神社

Nützliche Schriftzeichen:
Berg Tsukubasan 筑波山
Gipfel Nyotai-san 女体山
Nantai-san 男体山
Onsen Tsukuba-yu 筑波山温泉 つくば湯
Bahnhof Tsukuba つくば駅
Tsukuba Express Linie つくばエクスプレス線
Beschilderung Exit 1 出入口1
Bus バス
Bushaltestelle Nummer 1 のりば1番
Wanderweg Shirakumobashi Course 白雲橋コース
Richtung Tsukubasan-jinja-Iriguchi・Tsutsujigaoka 筑波山神社入口・つつじヶ丘
Bushaltestelle Tsukubasan-jinja-Iriguchi 筑波山神社入口
Schrein Tsukubasan-jinja-Iriguchi 筑波山神社.
Richtung Seilbahn ケーベルカー
Wanderung Miyukigahara Course 御幸ヶ原コース
Richtung Tsutsujigaoka つつじヶ丘
Reiskuchen Dangos 団子

Links:
Tsukuba: https://de.wikipedia.org/
Bus: https://www.kantetsu.co.jp/
Schrein: http://www.jnto.go.jp/
Onsen: http://www.ichibou.com
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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