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[JP] Die Höhle der Prinzessin Fushime am Berg Tomisan 富山

Dieses mal erkunden wir die Höhle der Prinzessin Fushime am Berg Tomisan 富山. Die Prinzessin ist berühmt, weil sie einen Hund geheiratet hat, der ihr den Kopf ihres Feindes brachte. Die Wanderung startet am Bahnhof Iwai 岩井駅 und führt uns direkt zu den Statuen der Prinzessin und dem Hund, die wir uns etwas genauer anschauen. Dann geht es  vorbei an zwei schönen Tempeln und über Treppen zu einem verlassenen Schrein. Hier stolpern wir über moosbewachsene Statuen und Denkmäler, die uns tief in die japanische Kultur eintauchen lassen. Über einen Kamm geht es weiter zum Berg Tomisan. Von hier erhalten wir eine 360 Grad Aussicht auf die Halbinsel Chiba. In der Ferne können wir sowohl den Fuji als auch die Megastadt Tokio erblicken. Dann geht es hinab zur geheimnisvollen Höhle Fusehime-Rouketsu 伏姫籠穴 und klettern durch die kleine Höhle, deren Bedeutung unbekannt ist. Dann gehen wir zurück zum Bahnhof  Iwai 岩井駅.


Details
Distanz: 9,7 km
Dauer: 3.30/4.30 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 350 m
Ansteigend: 476 m
Absteigend: 479 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✩✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig
Startpunkt: Bahnhof Iwai 岩井駅 Uchibo Linie内房線
Endpunkt: Bahnhof Iwai 岩井駅 Uchibo Linie内房線
Fotos: 3. Februar 2016


Die Wanderung

Vom Bahnhof Iwai 岩井駅 gehen mein Begleiter und ich zunächst nach links und stehen wenige Meter weiter vor den berühmten Statuen aus dem Büchern „Nanso Satomi Hakkenden“ 南總里見八犬傳 (1814-1842), die genau in dieser Gegend spielt hat.

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Die Prinzessin Fusehime 伏姫 soll den Hund Hachibo 八房 geheiratet haben, nachdem er ihr den Kopf ihres Feindes brachte. Der Hund gehört zu den acht Samurai-Halbbrüdern, die alle „Hund“ als Zeichen in ihrem Namen tragen. In den Geschichten verwandeln sich die Brüder in Hunde und erleben zahlreiche Abenteuer. Es gab sogar eine Anime-Serie Hakkenden, die die Geschichte anschaulich erzählt. Wir verbeugen uns kurz und ziehen weiter. An dem Bahnübergang überqueren wir die Schienen.

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Ab hier folgen wir der Straße für eine Weile, bis wir auf der linken Seite den Tempel Fujiyuin 福聚院 sehen.

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Das rote Tor mit dem Strohdach weckt unser Interesse. Wir treten ein und finden einige Gott Kshitigarbha-Statuen und Grabsteine auf dem Gelände. In das Hauptgebäude werfen wir einen kurzen Blick. Doch so besonders ist es nicht. Wir gehen zur Straße zurück und unterqueren die Autobahn-Brücke. Ein paar Minuten später erreichen wir auf der linken Seite diesen Eingang.

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Kleine Pfosten weisen den Weg als Wanderweg Tomisan-Yuuho-Michi-Iriguchi 富山遊歩道入口 aus. Hier biegen wir nach links ab und treffen auf das braue Eingangstor vom Tempel Fukuman-ji 福満時. Auf der linken Seite entdecken wir diese grimmige Gestalt.

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Sie soll das Böse vom Tempel abhalten. Dahinter entdecken wir ein Toilettenhäuschen und ein Kasten mit vielen Stöckern, die man sich für die Wanderung ausleihen kann.

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Belustigt ziehen wir einen Stock heraus und drehen ihn zwischen den Fingern. Ziemlich schwer! Wir stecken ihn wieder zurück und verzichten lieber. Hinter dem Häuschen führt eine schmale Straße an Grabsteinen vorbei. Ab hier steigen wir eine ganze Weile bergauf, bis wir auf einen Kamm treffen.

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Am Wegrand wachsen beeindruckend alte Bäume, die wir andächtig betrachten. Unterwegs fallen uns diese kleinen Wegmarkierungen auf.

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Sie zählen langsam von 1 bis 10. Vielleicht sollen sie den Wanderer motivieren? Diese Stationsnamen kennen wir bereits von dem Fuji und sollen die Pilger auf ihrem Weg begleiten. Dann entdecken wir auf der rechten Seite ein Feld mit Osterglocken. Die scheinen schon früh zu blühen.

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Um die nächste Kurve steigen wir sehr unebene Treppen bergauf und kommen etwas außer Atem.

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Unterwegs entdecken wir eine kleine Buddha-Statue, deren Kopf nicht zum Körper passen zu scheint.

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Vermutlich fiel diese auch der Anti-Buddhisten Bewegung im Jahre 1868 zum Opfer. Wir verneigen uns kurz, dann erreichen wir diese große Steintreppe.

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Neugierig klettern wir auch diese hinauf und stehen auf einer Lichtung mit einem baufälligen Gebäude.

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Daneben steht eine moosbewachsene Kannon-Statue, die uns geheimnisvoll anzieht.

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Hinter einem Strauch stolpern wir auf Grabsteine und Denkmäler, deren Bedeutung wir nicht erahnen können.

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Hinter dem Holz-Gebäude entdecken wir einen schmalen Pfad, der uns zu einer zugewachsenen Aussichtsplattform führt. Direkt daneben steht eine Antenne, die von hohen Zäunen umgeben ist. Wir gehen zurück zur Treppe und gehen weiter Richtung Aussichtsplattform Kitamine tenbodai 北峰展望台. An einer Kreuzung stoßen wir auf einen großen Stein, davor liegen kleine Buddha-Köpfe.

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Vielleicht gehört einer von denen zu der Statue von eben? Zu dieser Kreuzung werden wir später zurückkehren, doch zunächst halten wir uns rechts.

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Schon wenige Schritte später treffen wir auf die Liebesglocke Ai-no-kane 愛の鐘 und die riesige Zeder Botansuki-no-kyoboku ボタンスィの巨木.

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Die Glocke wurde um 1999 aufgestellt, als der Sohn des Kaisers zusammen mit seiner Frau diesen Berg bestieg. Mit dem Glockenschlag soll die Liebe zwischen, Familien, Freunden und Paaren durch das Land getragen werden. Heute besuchen viele Paare diesen Berg, um sich ewige Liebe zu schwören.

Der Baum Botansuki-no-kyoboku ボタンスィの巨木 ist über 300 Jahre alt und ist besonders, weil er runde Blätter besitzt. Von den Dorfbewohnern wird er liebevoll Botansuki ボタンスィ genannt und soll ein langes Leben versprechen, wenn man dort betet.

Wir verneigen uns kurz vor diesem eindrucksvollem Baum und gehen nachdenklich zu einem größeren Rastplatz.

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Hier stehen eine weitere Kiste mit Wanderstöcken und zwei Dixi-Klos. Hinter den Toiletten steigen wir eine Treppe hinauf und stehen endlich auf dem Gipfel des Berges Tomisan 富山.

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Nur vier Leute sind ebenfalls auf dem Rastplatz und grüßen uns freundlich. Von der Aussichtsplattform können wir sogar den Fuji und den Skytree erspähen.

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Von hier erhalten wir eine 360 Grad Panorama Aussicht auf die Halbinsel Chiba. In der Ferne machen wir den Berg Nokogiri aus, den ich im letzten Jahr bestiegen habe.

Schön! Der kühle Wind treibt uns zurück zur Kreuzung und wir biegen dieses mal Richtung Höhle Fusehimerouketsu 伏姫籠穴 ab. Ab hier geht es über Treppen bergab.

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Nach einer Stunde stehen wir vor dem Eingang des Höhlen-Geländes, der mit einem großen Tor markiert worden ist.

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Über Treppen erreichen wir einen Rastplatz und eine große Bühne, die für Veranstaltungen von der Stadt genutzt wird.

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Dahinter stoßen wir über eine schmale Treppe auf die Höhle Fusehimerouketsu 伏姫籠穴.

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Niemand weiß warum diese große Höhle errichtet worden ist, aber sie wurde nach der Prinzessin benannt. Ich packe meine Lampe aus und leuchte ins Innere der 6 m x 2 m Höhle.

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Im Inneren liegen eine Marmor-Kugel und große Bowling-Kugeln mit Schriftzeichen. Was die wohl bedeuten? Still betrachten wir dieses Bild und fühlen uns der Geschichte sehr nahe. Wir lassen eine Münze dort und steigen still die Treppen hinab. Ab hier folgen wir der Hauptstraße weiter bergab.

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Schließlich treffen wir wieder auf die Hauptstraße, biegen nach rechts ab und gehen den gleichen Weg zum Bahnhof zurück.

Fazit: Die Wanderung bietet viel Abwechselung und ist ideal für Familien. Besonders schön ist die Strecke im Frühling, da dort viele bunte Blumen wachsen.

Wegweiser:
Bahnhof Iwai 岩井駅 → Tomisan-Yuuho-Michi-Iriguchi 富山遊歩道入口 → Tomisan 富山 → Aussichtsplattform Kitamine tenbodai 北峰展望台 → Tomisan-tozan-Michi 富山登山道 → Tomisan 富山 → Fusehimerouketsu 伏姫籠穴 → Bahnhof Iwai 岩井駅

Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Iwai 岩井駅
Wanderweg-Start Tomisan-Yuuho-Michi-Iriguchi 富山遊歩道入口
Berg Tomisan 富山
Aussichtsplattform Kitamine tenbodai 北峰展望台
Aufstiegsweg Tomisan-tozan-Michi 富山登山道
Höhle Fusehimerouketsu 伏姫籠穴
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左

Links:
Gott Kshitigarbha: https://de.wikipedia.org
Hakkenden: https://en.wikipedia.org/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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2 Gedanken zu „[JP] Die Höhle der Prinzessin Fushime am Berg Tomisan 富山“

  1. Bei deinen Wander-Artikeln fühle ich mich am Ende immer so, als wäre ich selbst mitgelaufen. Auch Danke der vielen Bilder. Das macht richtig Lust.
    Lieben Dank,
    Daniela

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