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[JP] Berg Takigoyama 滝子山 – Die Wasserfall Wanderung

Der Berg Takigoyama 滝子山 gehört zu dem südlichen Gebirgszug des Daibosatsurei 大菩薩嶺 und liegt in der Präfektur Yamanashi. Die 15,8 km Wanderung startet vom gut erreichbaren Bahnhof Sasago 笹子駅 und führt durch die farbenfrohe Schlucht Sumisawa すみ沢. Dort folgen wir einen kleinen Bach bergauf, der uns immer wieder mit schönen Wasserfällen verzaubert. Während unseres Aufstiegs überqueren wir oft das Gewässer auf kleinen Brücken, so dass uns das stetige Rauschen des Wassers stätig begleitet. Endlich auf einen Kamm ankommen, geht es steil zum Gipfel des Takigoyamas hinauf. Von 1620 m Höhe erhalten wir schöne Aussichten auf den Fuji und grüne Bergkuppen der Yamanashi Präfektur. Der lange Abstieg ist steil und führt uns durch bunte Zedern- und Birken-Wälder, bis wir den Bahnhof Hatsukari 初狩駅 erreichen.


Details
Distanz: 15,8 km
Dauer: 5.45/7.15 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 1620 m
Ansteigend: 1080 m
Absteigend: 1275 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✭ ✭ ✩
Jahreszeit: Frühling-Herbst
Startpunkt: Bahnhof Sasago 笹子駅 Chuouhon Linie中央本線
Endpunkt: Bahnhof Hatsukari 初狩駅 Chuouhon Linie中央本線
Fotos: 3. November 2015


Pünktlich um 9 Uhr treffen mein Begleiter (Ama) und ich am Bahnhof Sasago 笹子駅 ein. Ama arbeitet als Manager in einem Supermarkt. Er ist Mitte Vierzig und geht gerne werktags wandern. „Da ist weniger los“, erzählt er mir. An der Ampel überqueren wir die Straße und biegen nach rechts ab. Ungefähr 1 km spazieren wir durch ein kleines Dorf und an Reisfelder vorbei, bis wir das kleine Hinweisschild Takigoyama 滝子山 entdecken. Dem Schild folgend, unterqueren wir die Gleise. An der nächsten Kreuzung halten wir uns rechts. Nach ein paar Metern sehen wir den Shinto-Schrein Inamura (稲村神社), der 1327 gegründet wurde, vor uns.

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Wir nehmen uns etwas Zeit, um uns das alte Holzgebäude näher anzuschauen. Direkt vor dem Schrein ist eine Waschstelle, an der wir uns kurz waschen. Im Anschluss gehen wir zum Schrein, werfen eine 5 Yen Münze in die Gebetsbox und beten für einen sicheren Aufstieg. Zurück an der Straße folgen wir dem Schild Takigoyama 滝子山 nach links durch das Dorf und überqueren die Autobahn auf einer Brücke. Von hier geht es auf einer Teerstraße immer steiler bergauf. Unterwegs passieren wir mehrere Parkplätze und eine Wasserstelle. Nach gut einer Stunde erreichen wir endlich den Eingang des Wanderweges, der gut ausgeschildert ist.

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Von dort geht es über gut gepflegte Wanderwege und Brücken tief in den Wald hinein, bis wir an einem kleinen Bach ankommen. Dort entdecken wir unseren ersten kleinen Wasserfall. Das Geräusch des Wassers wird uns noch lange begleiten.

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Hinter jeder Kurve entdecken wir weitere schöne Wasserfälle. Gegen 11 Uhr legen wir eine kurze Rast vor einem besonders schönen Wasserfall ein. Danach verlassen wir kurz die Schlucht und steigen steil den Berg hinauf, bis wir an einer Kreuzung ankommen. Links geht der Anfängerweg ab, aber wir folgen dem Schild nach rechts Takigoyama Chunanro滝子山 注難路, der fortgeschrittenen Route.

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An steilen Stellen müssen wir unsere Hände zu Hilfe nehmen, um an Seilen den Weg zu meistern. „Besonders gefährlich finde ich die jetzt nicht!“, meint Ama zu mir und grinst mich an, während er hinaufklettert.

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Mir wird ganz anders. Ich kratze meinen Mut zusammen, um auch dieses Hindernis zu meistern. Mit meiner Hand greife ich nach dem Seil und ziehe mich langsam hinauf. Geschafft!

Um die nächste Kurve entdecken wir mehrere größere Wasserfälle, die von farbenfrohen Bäumen eingeschlossen sind. Vor jedem Schauspiel bleiben wir kurz stehen, um ein Foto zu schießen.

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Begeistert steigen wir immer höher hinauf und passieren die Abzweigung der Anfängerroute. Eine Wanderin in der neusten Mont-bell Mode kommt uns entgegen und grüßt uns freundlich mit: „Heute ist das Wetter schön!“ Wir nicken und werfen einen Blick zurück ins Tal. Was für ein schönes Naturschauspiel!

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Je höher wir steigen, desto klarer wird das Wasser. Ama füllt seine Wasserflasche und trinkt einen Schluck. „Lecker!“ Ich halte dagegen nur meine Finger in das kalte Wasser. Gegen 12 Uhr verlassen wir endgültig den Bach und steigen einen schmalen Pfad hinauf, bis wir einen Kamm erreichen.


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Auf dem breiten Weg rastet gerade eine Wandergruppe, die gerade ihr Mittagessen verspeist. Die Gruppe grüßt uns freundlich und fragt mich: „Wo kommen Sie denn her?“ Ama antwortet ihnen, bevor ich etwas sagen konnte. Schnell ziehen wir weiter, um nicht noch weitere Fragen beantworten zu müssen. Wenige Minuten später erreichen wir einen Lärchenwald und einen kleinen Schrein, den Shiranui-jinja (白縫神社).

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Vor dem Schrein entdecken wir eine Geldbox und etwas abseits eine kleine Waschstelle. Von hier geht es noch steiler den Berg hinauf, bis wir an einer weiteren Kreuzung ankommen. Hier biegen wir nach rechts Richtung Gipfel Sancho 山頂 ab. Keine 5 Minuten später erreichen wir den 1610 m hohen Gipfel des Takigoyama 滝子山.

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Dort gibt es nicht besonders viel Platz, aber der Ausblick auf den Fuji und die grünen Berge der Yamanashi Präfektur ist einfach fantastisch.

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In dem Moment erreicht eine Wandergruppe den Gipfel. Ama wird natürlich sofort nach mir ausgefragt. Der Platz wirkt auf einem ziemlich beengt, so dass wir schnell unsere Sachen zusammenpacken und losziehen. Wir gehen den gleichen Weg zur Kreuzung zurück und folgen ab jetzt den Schildern Richtung Hatsukari 初狩駅. Der steile Weg ist durch die herabfallenden Blättern ziemlich rutschig, so dass wir nur langsam vorwärts kommen. An einigen Stellen sind Seile angebracht, die uns den Abstieg erleichtern.

An der nächsten Kreuzung wählen wir den Frauen-Abstiegsweg Onnazaka 女坂, der weniger steil, aber länger ist. Gegen 14 Uhr erreichen wir das Schild Sasago Hatsukari 笹子・初狩駅, das wir ignorieren. Es geht weiter geradeaus auf den Platz Hinohira 檜平. Hier treten wir auf eine Lichtung, die uns eine schöne Aussicht auf den Fuji ermöglicht. Hinter dem Platz entdecken wir das Schild Hatsukari Fujizawa 初狩駅 (藤沢), dem wir folgen werden. Ab hier gibt es bergab, bis wir eine Wasserstelle mit zwei Bänken erreichen. Dort halten wir eine kurze Rast ab und füllen unser leeren Wasserflaschen auf. Schließlich geht es durch eine weitere Schlucht. Zahlreiche interessante Brücken helfen uns, den kleinen Bach immer wieder zu überqueren.

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Um 16 Uhr gehen wir auf einem breiten Feldweg durch einen Zedern-Wald.

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Hier folgen wir den Schildern Richtung Hatsukari 初狩駅 auf der abfallenden Straße. Auf der linken Seite entdecken wir den Schrein Ne 子神社.

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Seine Wasserstelle gefällt uns besonders, weil dort viele bunte Blätter drin liegen.

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Das Schild mit der Geschichte zum Schrein können wir leider nicht lesen, so dass wir sogleich aufbrechen. Am Wegrand sehen wir eine kleine Kannon-Statue, die dort einsam herumsteht.

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Von Weitem hören wir schon die Autobahn, die auf einer Brücke das Tal durchquert. Hinter der Brücke halten wir uns an der nächsten Kreuzung links. An der Ampel biegen wir auf der Landstraße 20 nach links und vor dem Lawson (Kombini) nach rechts ab. 100 Meter weiter erreichen wir den Bahnhof Hatsukari 初狩駅. Zufrieden setzen wir uns auf eine Bank und warten auf den Zug, der uns zurück nach Tokio bringt.

Fazit:

Insgesamt war dies eine spannende Wanderung, den ich Wasserfall-Liebhabern nur empfehlen kann. An die Autofahrer: Es gibt zahlreiche kostenlose Parkplätze am Anfang des Wanderwegs.

Wegweiser:
Takigoyama 滝子山 → Takigoyama Chunanro滝子山 注難路 → Takigoyama 滝子山 → Sancho 山頂 → Hatsukari 初狩駅 → Onnazaka 女坂 → Hatsukari 初狩駅 → (Hinohira 檜平) → Hatsukari Fujizawa初狩駅 (藤沢)-> Hatsukari 初狩駅

Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Sasago 笹子駅
Chuouhon Linie中央本線
Takigoyama 滝子山
Fortgeschrittene Route Takigoyama Chunanro滝子山 注難路
Gipfel Sancho 山頂
Bahnhof Hatsukari 初狩駅
Frauenweg Onnazaka 女坂
Zypressenplatz Hinohira 檜平
Richtung Bahnhof Hatsukari über das Tal Fujizawa初狩駅 (藤沢)

Links:
Schrein Inamura: http://www.yamanashi-jinjacho.or.jp
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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