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[JP] Durch Tee-Felder am Berg Shidangoyama シダンゴ山

Nachdem ich mich letzte Woche intensiv mit Matcha beschäftigt hatte, wollten wir uns dieses mal richtige Tee-Felder ansehen. Also machten wir uns auf zum Berg Shidangoyama シダンゴ山, der berühmt für seine Tee-Felder ist. Die Wanderung startet an der Bushaltestelle Yadorigi 寄. Von hier geht es mitten durch Tee-Felder bergauf, bis wir auf ein Tor treffen, das Wildschweine und Hirsche von den Tee-Feldern abhält. Danach führt der Pfad auf Waldwegen durch einen Zedern-Wald. Nach gut einer Stunde stehen wir auf dem 758 m Berg Shidangoyama シダンゴ山 und genießen die tolle Aussicht. In der Ferne können wir neben dem Fuji auch die Küste Sagami, die Tanzawa Berge und die Halbinsel Shizuoka bestaunen. Weiter geht es über über einen Kamm zum Berg Miyajiyama 宮地山. Hier halten wir eine kurze Pause ab, bevor wir zurück durch Tee-Felder zur Bushaltestelle gehen. Im Anschluss fahren wir mit dem Zug zum Onsen Sazanka さざんか温泉 und erholen uns in einer heißen Quelle.


Details
Distanz: 6,7 km
Dauer: 2.45/3.30 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 758 m
Ansteigend: 585 m
Absteigend: 588 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✩✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig (Besonders im Winter schön)
Startpunkt: Bahnhof Shinmatsuda 新松田駅 Odakyu Linie小田急線 → Fujikyusagami Bus → Bushaltestelle Yadorigi 寄
Endpunkt: Bushaltestelle Yadorigi 寄 → Bahnhof Shinmatsuda 新松田駅 Odakyu Linie小田急線
Fotos: 18. Februar 2016


Die Wanderung
Mit großer Erwartung erreichen mein Begleiter und ich gegen 9 Uhr den kostenlosen Parkplatz direkt vor der Bushaltestelle Yadorigi 寄バス停 und dem Besucherzentrum Yadorigi Kyujo-Mura-Kanri Centre 寄自然休養村.

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Vom Parkplatz gehen wir nach rechts Richtung Berge und überqueren den Fluss auf der Brücke Oterabashi 大寺橋.

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Am Ufer des Flusses sehen wir einige Grill-Plätze, die im Sommer bestimmt gut besucht sind. Wir bekommen richtig Lust auf Bratwurst…

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Hinter der Brücke entdecken wir ein kleines Denkmal, das unter einem kleinen Häuschen steht.

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Das soll vermutlich den Gott Kshitigarbha darstellen, der die Seelen in die Unterwelt bringt. Sie werden oft an Stellen aufgestellt, an denen ein tragischer Unfall passierte. Kurz verneigen wir uns und steigen die steile Straße hinauf. Wir folgen den Schildern Richtung Shidangoyama シダンゴ山. Unterwegs passieren wir einen Rastplatz und ein Toilettenhäuschen.

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Um die nächste Kurve treffen wir auf die ersten Tee-Felder, die aussehen, als hätte jemand sie mit einem Kamm bearbeitet.

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An den Büschen können wir allerdings sehen, dass die frischen Blätter für den Tee schon abgeerntet worden sind. Obwohl die Teeernte in Japan fast nur maschinell erfolgt, ist die Qualität vieler japanischer Grüntees die aller Beste. Dies hängt mit den sehr alten japanischen Traditionen zusammen, in denen Tee ein wichtiger Teil der Gesellschaft ist (japanische Teezeremonie). Die neuen Triebe und zwei Blätter werden alle 6 bis 14 Tage für den Tee geerntet.

Neugirig googlen wir nach „Japan und Tee-Anbau“: Japan stellt hauptsächlich grünen, feinen Tee (Senchas) her, da das etwas kühlere Klima im Gegensatz zu den anderen asiatischen Ländern ihm seine besondere Geschmacksnote verleiht. Ebenfalls aus Japan kommen die dunkelgrünen Gyokuro-Tees oder auch Schatten- und Halbschattentees genannt, die für einige Wochen im Schatten bzw. Halbschatten herangezogen werden. Gerade diese besonderen Teearten erzielen höchste Preise auf dem Weltmarkt. Besonders wertvoll ist der Pulvertee, der Matcha, der auch für die Teezeremonie verwendet wird. Matcha ist feinster vermahlener Grüntee, der eine intensive grüne Farbe und einen lieblich-süßlichen, in späteren Pfückungen leicht herben Geschmack besitzt.

Begeistert gehen wir weiter und treffen auf eine verlassene Mikan (Orangen) Plantage, deren Äste teilweise am Boden liegen.

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Wenige Schritte weiter stehen wir vor diesem Tor, das sehr zerbrechlich wirkt.

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Das soll die Wildschweine und die Hirsche von den Teefeldern abhalten. Gerade die Hirsche fressen gerne die frischen Knospen der Tee-Büsche und zerstören so ganze Ernten. Wir durchschreiten das Tor und kontrollieren noch einmal, ob das Tor auch wirklich geschlossen ist. Ab hier geht es über Waldwege bergauf. Orientierungshilfe leisten zahlreiche Schilder und die pinken Bänder, die um die Bäume gewickelt sind.

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Einige Minuten später stehen wir vor einer Wasserstelle, aus der glasklares Wasser fließt.

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Wir halten unsere Hände ins kühle Nass und trinken einen kleinen Schluck! Lecker! Wir füllen gleich unsere Wasserflaschen auf. Danach steigen wir über zahlreiche Wurzeln und Treppen bergauf.

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Nach diesem steilen Stück erreichen wir den Gipfel des 758 m Berg Shidangoyama シダンゴ山.

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Auf der einen Seite sehen wir die Berge To-no-Take, Ooyama, Tanzawa und Nabewariyama. Auf der anderen die Sagami-Küste und die Halbinsel Shizuoka. Wir schauen uns etwas um:

Vor uns steht ein kleiner Schrein und eine Steintafel, die uns die Namensgebung des Berges erklärt.

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In der Asuka-Zeit (550-710) lebte ein Einsiedler auf diesem Berg, der hier in seinem Haus die Buddha-Lehren studierte. Sein Name war Shidagon. Über die Zeit wurde aus dem Berg Shidagon der Berg Shidango. Warum, der Berg umbenannt wurde, weiß niemand.

Wir kramen zwei Münzen heraus, legen diese vor dem Schrein und beten für einen sicheren Abstieg. Ab hier folgen wir den Schildern Richtung Rinto-Hadano-Toge 林道秦野峠 eine lange Treppe herunter, bis wir eine Kreuzung erreichen.

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Hier biegen wir nach links Richtung Miyajiyama 宮地山 ab. Schon wenige Schritte weiter passieren wir eine Brücke, die eine „gefährliche“ Stelle sichert.

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Nach einigen Minuten geht es kurz bergauf und wir stehen auf dem Berg Takochibayama タコチバ山, der nur mit einem Plastik-Band gekennzeichnet ist.

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Wieder geht es bergab, passieren eine Kreuzung und bergauf, bis wir auf dem 512 m Berg Miyajiyama 宮地山 stehen.

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Leider ist die Aussicht mäßig, so dass wir hier nur eine kurze Pause einlegen. Dann wandern wir den gleichen Weg zurück zur Kreuzung. Dieses mal biegen wir Richtung Kyujo-Mura-Kanri Centre 休養村管理センター ab. Über schmale Pfade geht es im Zickzack bergab. Wir passieren wieder ein kleines Tor…

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… und einige Tee-Felder, die sich weit erstrecken.

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Wir sind begeistert und erfreuen uns an den weiten Feldern. Nach einigen Minuten setzen wir unseren Weg fort und treffen auf den Anfangsweg. Hier biegen wir rechts ab, überqueren die Brücke und erreichen den Parkplatz. Schließlich  steigen wir ins Auto und fahren zum Onsen Sazanka さざんか温泉.

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Die Fahrt dauert 30 Minuten. Hier entspannen wir uns im riesigen Außenbad. Nach dem Baden gönnen wir uns ein paar Misodengaku みそ田楽 Spieße, die aus Tofu und der Konjakwurzel hergestellt werden.

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Lecker! Glücklich und zufrieden fahren wir heim.

Fazit: Die Wanderung ist ideal für Anfänger, die japanische Tee-Felder erkunden wollen! Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst du das Onsen vom Bahnhof Todaigakumae 東海大学前駅, der nur wenige Stationen vom Bahnhof Shinmatsuda 新松田駅 entfernt liegt.

Wegweiser:
Yadorigi Shizen-Kyujo-Mura 寄自然休養村 / Kyujo-Mura-Kanri Centre 休養村管理センター → Shidangoyama シダンゴ山 → (Rinto-Hadano-Toge 林道秦野峠) → Miyajiyama 宮地山 → Kyujo-Mura-Kanri Centre 休養村管理センター

Nützliche Schriftzeichen:
Berg Shidangoyama シダンゴ山
Bushaltestelle Yadorigi basutei 寄バス停
Bahnhof Shinmatsuda-eki 新松田駅
Linie Odakyu小田急線
Besucherzentrum Yadorigi Shizen-Kyujo-Mura 寄自然休養村
Gleiches Besucherzentrum Kyujo-Mura-Kanri Centre 休養村管理センター
Pass Rinto-Hadano-Toge 林道秦野峠
Berg Miyajiyama 宮地山
Bushaltestelle Basutei バス停
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左

Links:
Busplan: http://www.fujikyu.co.jp
Gott Kshitigarbha: https://de.wikipedia.org/
Tee: https://de.wikipedia.org/
Teezeremonie: http://wanderweib.de
Onsen Sazanka: http://www.onsen-sazanka.com/
Verhaltensweise Onsen: http://wanderweib.de/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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