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[JP] Auf den Spuren eines Generals: Berg Kintokiyama 金時山

Der Berg Kintokiyama 金時山 liegt im Norden des Fuji-Hakone-Izu National Parks auf der Grenze zwischen den Präfekturen Kanagawa und Shizuoka. Durch die Geschichte um den berühmten General Kintaro kennt in Japan jedes Kind den Berg, der nach ihm benannt wurde. Kintaro galt zu seiner Zeit als der stärkste Mann im ganzen Land und übte mit einem wilden Bär Sumo. Die 6,8 km Wanderung startet am Schrein Kintokijinja 金時神社. Dort wagen wir uns an den steilen Aufstieg zum 1213 m Kintokiyama 金時山. Oben angekommen, staunen wir über die Aussicht auf den Mount Fuji und Hakone. Im Anschluss geht es bergab auf einem Kamm, bis wir eine Straße erreichen. Von dort brauchen wir noch eine weitere halbe Stunde bis zum Ausgangspunkt. 


Details
Distanz: 6,8 km
Dauer: 3.20/4.20 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 1213 m
Ansteigend: 615 m
Absteigend: 631 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig
Startpunkt: Kintoki-Jinja-guchi 金時神社口バス停
Endpunkt: Kintoki-Jinja-guchi 金時神社口バス停
Fotos: 18. Dezember 2015


Die Wanderung

Die 6,8 km Wanderung startet am Bahnhof Shinjuku mit einer zweistündigen Busfahrt zur Haltestelle Kintoki-Jinja-guchi 金時神社口バス停 oder mit einer Autofahrt. Erst spät gegen Mittag treffen meine Begleiter und ich auf dem Parkplatz vom Schrein Kintokijinja 金時神社 ein, der direkt neben der Bushaltestelle liegt. Zum Glück ist noch ein kostenloser Parkplatz frei. Die kostenpflichtigen sind mit großen 500 Yen oder 1000 Yen Schildern ausgezeichnet. Direkt neben dem Parkplatz entdecken wir ein Toilettenhäuschen und eine Tozan-box, das ist ein Postkasten, in dem ich eine Karte mit meinem Namen, Route und Zeitplan einwerfen kann.

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Falls ich verunglücken sollte, leert die örtliche Polizeistelle diesen Kasten und weiß, wo ich lang gegangen bin. Am Anfang und am Ende jeder Wanderstrecke kannst gibt es diese Kästen in ganz Japan. Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt haben, folgen wir einer Steintreppe und stehen vor einem Holztor. Dahinter entdecken wir eine ziemlich alte Laterne, die komplett von Moos überwuchert ist.

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Wenige Schritte weiter stehen wir vor dem berühmten Schrein Kintokijinja 金時神社. Eine Tafel erzählt uns in Japanisch und Englisch die Geschichte über den General Sakata Kintoki, dem der Schrein gewidmet ist. In der Heian-Zeit (794-1185) wurde in der Gegend der berühmte General geboren. Er wurde auch oft Kintaro genannt. In Japan war Kintaro bekannt als der stärkste Mann im ganzen Land. Nach einer Legende übte er auf diesem Berg mit einem wilden Bär Sumo. Jedes Jahr am 5. Mai wird an dem Schrein das berühmte Kintaro Fest gefeiert.

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Neben dem Schrein entdecken wir eine riesige Axt, die der General Kintoki benutzt haben soll.

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Beeindruckend gehen wir am Schrein rechts vorbei und folgen dem Wanderweg durch einen Zedernwald bergauf. Wir kreuzen eine Straße und sehen erleichtert das erste Hinweisschild Kintokiyama 金時山.

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Ab dieser Stelle steigen wir zunächst viele Treppenstufen bergauf, bis wir vor dem riesigen gespaltenen Felsbrocken Kintokiyadoriishi金時宿り石 stehen.

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Der ähnelt sehr dem Felsbrocken vor dem Berg Mizugakiyama, der ebenfalls einen riesigen Spalt besitzt. Links an dem Koloss vorbei, folgen wir dem Wanderweg und passieren einige steile Stellen und beeindruckende Wurzeln.

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An der nächsten Abzweigung halten wir uns links. Dort erwartet uns eine Gruppe Wanderer, die uns von dem kalten Wind auf der Spitze warnen. Dann passiert das, womit keiner von uns gerechnet hat: Es fängt an zu schneien! Der Boden ist zum Glück noch warm, so dass der Schnee wenigstens nicht liegen bleibt. Wir ignorieren den erstmal und steigen die steile Treppe hinauf.

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Von einigen Ausgucken erhalten wir erste Ausblicke auf das Hakone Tal und Bergland. In der Ferne können wir die Berge Kamiyama und Sengenyama entdecken. Endlich oben angekommen, fällt uns eine Französin auf, die auf einem riesigen Felsbrocken steht.

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Sie steht vor dem Fuji-Hakone National Park. Leider herrscht ein ziemlich kalter Wind, so dass sie schnell wieder herabsteigt. Der Fujisan ist komplett von Wolken verhüllt. Vor dem Gipfelschild entdecken wir wieder eine Axt, die man für das Posieren verwenden darf.

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Auf dem Gipfel befinden sich außerdem noch mehrere Berghütten, Toiletten und Schreine. Meine Begleiter ziehen mich in die Berghütte Kintokimusume 金時娘. Dort erwartet uns eine ältere Dame, die gleich fragt, was wir wünschen. Wir bestellen grünen Tee und die Empfehlung des Hauses: Kintokiudon (700 Yen), die in ganz Japan berühmt sind.

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Und tatsächlich ist die Nudelsuppe unglaublich lecker und wärmt schön von ihnen. Während wir essen, bekommen wir Gästebücher gereicht, in der wir einen Gruß, wie oft wir hier waren, unseren Namen und Adresse/Ursprungsland eintragen.

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Die ältere Dame verabschiedet sich von uns und ruft noch einen letzten Gruß in die Küche. Aus der erscheint eine noch ältere Dame. „Das ist die Kintokimusume 金時娘, die Tochter des Kintoki! Sie ist in ganz Japan berühmt. Viele wichtige Persönlichkeiten waren bei ihr zu Gast.“, sagen mir meine Begleiter. Aufgeregt fragen sie die Dame nach einem Foto. Sie erlaubt ein kurzes Foto und setzt sich auf einen Hocker für uns.

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„Ich bin schooonn 87 Jahre alt!“, murmelt sie vor sich hin, „87! Können Sie das glauben? Wie bist du eigentlich so groß geworden?“ fragt sie mich. „Mein Rücken ist ganz Krum, weil ich jeden Tag Lebensmittel den Berg hinaufgeschleppt habe!“, plaudert sie weiter. Wir unterhalten uns angeregt mit ihr, dabei betrachte ich die vielen Fotos von japanischen Stars, die ich nicht kenne. An einer Wand hängen Unterschriften von weiteren Stars, die die Hütte besucht haben. Freundlich verabschieden wir uns von ihr und nehmen ganz fest vor, dass wir wieder kommen.

Ein Schild draußen klärt uns über die alte Dame näher auf: „Sie lebt und arbeitet in dieser Berghütte, schon seit sie klein war. Ihr Vater hat die Hütte vor langer Zeit errichtet und seitdem wohnt sie auf dem Berg und schwingt in der Hütte den Kochlöffel. Ihre Verwandten bringen ihr jeden Tag Lebensmittel hinauf. Wenn sie einmal den Berg verlassen sollte, weiß sie gar nicht, wie sie wieder hinauf kommen sollte.“

Wir blicken kurz Richtung Fujisan und können ihn dieses Mal sehen!

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Freudig schießen wir schnell ein Foto. Dann verhüllt er sich wieder in einer dichten Wolkendecke. Es schneit immer noch. Wir folgen ab hier den Schildern Richtung Otometoge basutei 乙女峠バス停. Über den Kamm geht es langsam bergab.

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Nach wenigen Minuten stehen wir auf dem Berg Nagaoyama 長尾山. Leider gibt es keine Aussicht.

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Wir ziehen weiter und steigen eine lange Treppe zum Pass Otometoge 乙女峠 herunter.

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Auf dem Pass stehen Tische, eine alte heruntergekommene Berghütte und zwei Aussichtsplattformen. Von denen erhalten wir noch einmal einen Blick auf das Hakone Bergland und den Fujisan.

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Der kalte Wind und der Schnee zwingt uns, weiter Richtung Sengokuhara 仙石原 zu wandern. Wieder geht es über zahlreiche Treppen bergab. Unterwegs passieren wir diese kleine Buddha-Statue und legen eine Yen Münze davor ab.

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Kurz halten wir inne und beten für einen sicheren Abstieg. Dann wandern wir schon parallel zu einer Straße, bis wir sie kreuzen. Hier folgen wir der Straße nach links Richtung Koushu-Benjo公衆便所. Am Wegrand entdecken wir diesen 3 m hohen Buddha.

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An einer Stelle müssen wir auf die Autos gut acht geben, weil es keinen richtigen Bürgersteig gibt. Nach 15 Minuten stehen wir endlich am Parkplatz und setzen uns ins Auto. Keine Sekunde später befindet sich erst ein Tropfen, dann zwei und schließlich drei auf der Windschutzscheibe. Zufrieden und froh fahren wir heim.

Fazit: Die Wanderung ist auf jeden Fall zu empfehlen! Bei gutem Wetter lohnt sich diese Wanderung, um die Ausblicke auf den Fujisan und das Hakone-Bergland zu genießen.

Hinweis: Wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchtest: dann nimmst du am besten den Odakyu-Hakone-Kosoku Fernbus von Shinjuku West Eingang 新宿駅西口 (ca. 2000 Yen), steigt an der Haltestelle Kintoki-Tozan-guchi 金時登山口バス停 aus und gehst 800 m die Straße entlang, bis du die Haltestelle Kintoki-Jinja-guchi 金時神社口バス停 erreichst.

Wegweiser:
Kintoki-Jinja-guchi 金時神社口バス停 → Kintokijinja 金時神社 → Kintokiyama 金時山 → Otometoge basutei 乙女峠バス停 → Sengokuhara 仙石原 → Koushu-Benjo公衆便所 → Koushu-Toire公衆トイレ → Kintoki-Jinja-guchi 金時神社口バス停

Nützliche Schriftzeichen:
Bushaltestelle Kintoki-Tozan-guchi 金時登山口バス停
Bushaltestelle Kintoki-Jinja-guchi 金時神社口バス停
Schrein Kintokijinja 金時神社
Berg Kintokiyama 金時山
Bushaltestelle Pass Otometoge basutei 乙女峠バス停
Pass Otometoge 乙女峠
Berg Nagaoyama 長尾山
Feld Sengokuhara 仙石原
Öffentliche Toilette Koushu-Benjo公衆便所
Öffentliche Toilette Koushu-Toire公衆トイレ
West Eingang Nishi-guchi 西口
Bushaltestelle Basuteiバス停
Bahnhof Eki 駅

Links:
Bus: http://www.hakonenavi.jp/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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