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[Ausflug] Durch 1000 Tore am Schrein Fushimi Inari Taisha

Wenn du im Internet nach Japan suchst, dann wirst du bestimmt auf Fotos von roten Toren stoßen. Diese schönen Tore gehören zum Schrein Fushimi Inari oder auch Fushimi Inari Taisha 伏見稲荷大社 genannt. Der Schrein befindet sich in Kyoto und beherbergt mehr als 1000 rote Tore, die in langen Tunneln aufgestellt sind. Abseits der üblichen Touristenwege erkunden wir das weitläufige Tor-Netzwerk vom Schrein Fushimi Inari Taisha.


Der Ausflug

Um 10 Uhr kommen mein Begleiter und  ich am Bahnhof Inari 稲荷駅 an. Am Ausgang wenden wir uns nach links und schauen uns die Geschäft an. Am Straßenrand finden wir Stände vor, die Fushimi Inari Souvenirs und lokale Köstlichkeiten verkaufen, die sehr lecker aussehen:

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Wir gönnen uns für 120 Yen ein Taiyaki-Fisch, das ist ein in Fischform gepresster Teig gefüllt mit Bohnenpaste und süßem Custard.

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Lecker!!! Den Müll geben wir am gleichen Stand wieder ab, da es in Japan kaum Mülleimer gibt. Zurück am Bahnhof gehen wir durch das großen Tor.

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Dahinter entdecken wir ein weiteres Tor und ein rotes imposantes Gebäude, das ebenfalls ein Tor darstellt.

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Das Dach und die Verzierungen sehen einfach beeindruckend aus:

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Der Schrein Fushimi Inari Schrein oder auch Fushimi Inari Taisha 伏見稲荷大社 gehört übrigens zu den schönsten Shinto Schreine ganz Japans. Er ist dem Reisgott Inari gewidmet. Hierbei ist der Fuchs der Nachrichtenübermittler vom Reis-Gott, so dass wir auf dem Gelände überall kleine Fuchs Statuen finden.

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Meist gibt es diese Fuchs in doppelter Ausführung vor den Schreinen. Auf einer Tafel lesen wir:

„Der Schrein wurde im Jahre 794 gegründet, als der damalige Kaiser die Stadt Kyoto als Hauptstadt festlegte. Außerdem ranken sich zwei Legenden um die  Entstehungsgeschichte:

#1. Die eine besagt, das der Hügel, auf dem der Schrein steht, einem Mann gehört habe, der nach seinem Tod in den Himmel aufgestiegen ist. Heute gilt eben dieser Bereich als heilig und ist abgesperrt.

#2. Eine weitere besagt, dass seit Beginn der Geschichtsschreibung das Gebiet dem mächtigen Hata-Klan gehörte. Der Legende nach fand im Jahre 711 ein Mann namens Hata-no-iroka von jenem Klan auf der Jagd einige Reiskuchen und hängte diesen an einen Baum auf. Schließlich durchbohrte er einen Kuchen mit einem Pfeil, um seine Künste zu testen. In dem Moment verwandelte sich der Reiskuchen in einen Schwan und flog davon. Seit diesem Ereignis verlor der Hata-Klan an Macht.  Voller Reue machte sich der Mann auf die Suche nach dem Schwan und fand diesen auf der Spitze des Berges Inari wieder. So begann seine Verehrung der drei Götter Uga-no-mitama (Reis-Gott), Saruda-hiko (Gott der Erde) und Ame-no-uzume (Göttin des Anbruchs, der Fröhlichkeit und der Rivalität). Schließlich errichtete er hier den Schrein Fushimi Inari Taisha.“

Was es nicht alles an Geschichten gibt! Wir durchschreiten das große rote Gebäude, in dem zwei grimmige Wächter sitzen und blicken noch einmal zurück.

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Toll! Wir steigen eine lange Treppe hinauf und erreichen den Eingang zu den Shinto Toren.

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In dem Moment schiebt sich eine Touristen-Gruppe durch das Tor…

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Pech gehabt… Wir folgen der Gruppe durch die Tore. Von dieser Seite sehen die Tore ziemlich einfach aus, aber von der anderen Seite können wir die Namen der stiftenden Person oder Firma lesen.

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Meist sind es große Firmen, die solche großen Tore spenden. An einer Stelle können wir eine Preisliste ausmachen:

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Wow, 175.000 Yen (1700 Euro) für das kleineste Tor…. Wir passen. Plötzlich werden wir vor die Wahl gestellt, ob wir lieber den linken oder rechten Pfad betreten möchten.

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Beide Wege laufen parallel und unterscheiden sich nicht. Wir wählen den rechten Pfad, da er etwas leerer wirkt. Am Ende erreichen wir den Okusha Schrein 奥社奉排所.

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Dort kaufen wir uns eine kleine Fuchs-Form-Holzplatten, versehen sie mit einem Wunsch und hängen sie auf.

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Viele malen lustige Gesichter auf die Platte, so dass diese gar nicht mehr wie Fuchse aussehen. Wenn die Wand voll ist, werden die Platten übrigens in einem Ritual verbrannt, so dass die Wünsche in den Himmel aufsteigen können.  Kurz verneigen wir uns, dann setzen wir unseren Weg auf der linken Seite durch weitere Tore fort.

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Immer wieder bleiben wir stehen und schießen lustige Fotos in den Tunneln.

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Leider möchten das auch die anderen Leute, so dass wir irgendwann die Lust verlieren. An der nächsten Abzweigung wenden wir uns nach rechts, passieren ein Toilettenhäuschen und steigen durch weitere Tore zum 233 m Inari Berg 稲荷山 hinauf.

Ab dieser Kreuzung verlassen wir den typischen Touristen-Pfad, so dass wir unterwegs nur noch auf einige Japaner treffen, die uns freundlich grüßen. Nach ein paar Metern passieren wir auf der rechten Seite den Kumatakasha Schrein 熊鷹社 und halten uns an einer Kreuzung rechts Richtung San-no-mine 三ノ峰. Nach gut einer Stunde  erreichen wir die Spitze des Berges Inari – Ichi-no-mine 一ノ峰. Dort stehen viele kleine Tore, die Besucher mit ihren Wünschen versehen haben:

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Von hier kann man schön auf Kyoto hinabblicken. Leider ist die Aussicht an dem Tag nicht besonders gut. Nach wenigen Minuten machen wir uns an den Abstieg, in dem wir geradeaus gehen. Wir passieren die Schreine Mitsurugisha 御劔社 und Yakuryokusha 楽力社, die ebenfalls mit Toren vollgehängt sind.

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Schließlich erreichen wir die Kreuzung, an der wir abgebogen sind. Hier gehen wir geradeaus und kommen nach wenigen Minuten zurück zum Eingang vom Schrein.

Fazit: Der Schrein Fushimi Inari sollte auf keiner Japan-Reise fehlen. Obwohl der Aufstieg zum Berg Inari beschwerlich ist, lohnt sich der Weg auf jeden Fall. Wenn man nur wenig Zeit hat, reichen auch 3 Stunden für den kleinen Rundweg bis zur Kreuzung.


Details

Dauer: 3-5 Stunden
Öffnungszeiten: —
Jahreszeit: Ganzjährig. Besonders schön im Frühling und Herbst.
Anfahrt: Bahnhof Kyoto -> Bahnhof Fushimiinari 伏見稲荷駅 Keihan Main Linie 京阪本線 oder Bahnhof Inari 稲荷駅 Nara Linie 奈良線
Anfahrtsdauer: 14 Min
Kosten: 230 Yen / 2 Euro (Zug)
Fotos: 27. März 2014

Nützliche Schriftzeichen:
Fushimi Inari Schrein/Taisha 伏見稲荷大社
Scharlachroten Tore Torii鳥居
Berg Inariyama 稲荷山
Bahnhof Fushimiinari 伏見稲荷駅
Keihan Main Linie 京阪本線
Bahnhof Kyoto 京都駅
Linie Narasen 奈良線
Shinto Ritual Tore 祭場
Tausend Tore 千本鳥居
Okusha Schrein 奥社奉排所
See Shin-Ike 新池
Kumatakasha Schrein 熊鷹社
Spitze San-no-mine 三ノ峰
Spitze Ka-no-mine 間ノ峰
Spitze Ni-no-mine二ノ峰
Spitze des Berges Ichi-no-mine 一ノ峰
Schrein Mitsurugisha 御劔社
Schrein Yakuryokusha 楽力社
Traditionelle Musik Gagaku雅楽

Links:
Karte: http://www.yamareco.com/modules/yama…il-574351.html
Schrein Fushimi Inari: http://de.wikipedia.org/wiki/Fushimi_Inari-Taisha
Weitere Fotos: http://gigazine.net/news/20080412_inari_taisya/
Zugverbindungen:http://www.hyperdia.com/


Download

7 Gedanken zu „[Ausflug] Durch 1000 Tore am Schrein Fushimi Inari Taisha“

      1. Leider nicht bis ganz oben – kaputte Knie. Aber beim Abstieg habe ich die „falsche Ausfahrt“ genommen und bin quer durch einen Bambuswald an einer ganz anderen Stelle als der Bahnstation wieder zurück gekommen.
        Mit Wetter hatte ich auch etwas Pech, erster Tag war verregnet, aber am zweiten habe ich dann bei Sonne alles nachgeholt, musste mich aber beeilen um so viel wie möglich mitzunehmen. Deswegen steht Kyoto definitv noch mal auf der Liste, dann mit Ruhe.

        https://twitter.com/YabanJim/status/527037839415214080
        https://twitter.com/YabanJim/status/530284838214193152

  1. Hallo,

    Zufälle gibts!
    Gestern vor einem Jahr waren wir auch dort.
    Leider nicht beim bestem Wetter, so dass die eh schon dolle Luftfeuchtigkeit noch unerträglicher wurde.
    Das Gekletter war anstrangend, aber wir waren froh als wir endlich _wirklich_ oben waren und „Top of the Mountain“ auf einem Schild lesen konnten. 😀
    Unser Abenteuer ist in diesem Blogeintrag, wenn du mal lesen willst:
    http://ritti.someserver.de/wordpress/?p=481

    1. Hallo Stephan,

      vielen Dank für deinen Link! Leider ist das Wetter in Kyoto immer ziemlich unberechenbar, so dass man einen großes Glück braucht, um am Schrein gutes Wetter zu erwischen.

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

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