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[JP] Wandern & Boot fahren am Berg Hodosan 宝登山

Wandern, Pflaumen, traditionell Boot fahren und in ein Onsen eintauchen? Das geht in Chichibi am Berg Hodosan 宝登山! Die Wanderung startet am Bahnhof Nagatoro 長瀞駅 und führt uns durch typische japanische Zedern-Wälder, bis wir oben auf dem Berg Hodosan 宝登山 stehen. Dort erwartet uns eine schöne Aussicht und blühende Pflaumenbäume. Weiter geht es mit der Seilbahn oder zu Fuß zum Schrein Hodosan-jinja, der eine 1900-jährige Geschichte aufweist.  Hier erfahren wir einiges über die Region, bevor wir zum Bahnhof Nagatoro zurückkehren. Von dort startet eine Bootstour nach richtig alter Tradition! Über reißende Wellen und vorbei an bizarren Felsformationen erkunden wir den Fluss Awakara. Zum Abschluss fahren wir mit dem Auto zum Onsen Kousen Maruyama 丸山鉱泉 und lassen es uns gut gehen.


Details
Distanz: 12,6 km
Dauer: 3.30/5.20 Stunden (ohne/mit Pausen) (Nur die Wanderung)
Höhenmeter: 497 m
Ansteigend: 503 m
Absteigend: 508 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig (Besonders schön im Herbst)
Startpunkt: Mit dem Auto vom Parkplatz Bahnhof Nagatoro 長瀞駅  –  Mit dem Zug vom Bahnhof Nogami 野上駅 Linie Chichibu-Tetsudo 秩父鉄道
Endpunkt: Bahnhof Nagatoro 長瀞駅 Linie Chichibu-Tetsudo秩父鉄道
Fotos: 17. März 2016


Die Wanderung

Auf Grund des guten Wetters fahren mein Begleiter und ich spontan in den Norden Tokios nach Saitama/Chichibu. Wir parken unser Auto auf dem großen Parkplatz vor dem Bahnhofsgebäude Nagatoro 長瀞駅 und müssen 500 Yen Parkgebühren bezahlen. Dann packen wir auch schon unsere Wanderrucksäcke zusammen. Wenige Minuten später gehen wir auch schon los. Wir spazieren einige Meter durch ein Dorf, bis wir diese Hauptstraße erreichen.

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Das weiße Tor gehört übrigens zum Schrein Hodosan-jinja 宝登山神社, den wir am Ende unserer Wanderung besuchen werden. Doch zuerst geht es nach rechts über die Ampel. Wir folgen der Straße für ungefähr 2 km, bis wir auf der rechten Seite den Bahnhof Nogami 野上駅 und auf der linken dieses Schild am Zaun entdecken.

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Hier biegen wir nach links ab und folgen den Wegweisern Nagatoro-Alps 長瀞アルプス durch alte japanische Häuser.

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Hier entdecken wir auch die ersten Pflaumenblüten.

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Plötzlich zeigt mein Begleiter auf ein Gitter an einem Reisfeld.

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„Das wurde früher zur Bewässerung der Reisfelder genutzt. Heute sind diese Dinger nur noch Mückenbrutstätten!“, grinst er mich an. Gut, dass es jetzt diese fiesen Viecher noch nicht gibt, denke ich mir… An der Kreuzung vor dem Tempel Keiyo-ji 慶養寺 biegen wir nach links Richtung Berge ab.

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Unter dem Wanderweg-Eingangsschild 長瀞アルプス山登口 entdecken wir eine kleine Tengu-Maske, die wir schon vom berühmten Berg Takao kennen.

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Dieses Wesen vermittelt zwischen Buddha und den japanischen Göttern der Natur. Meist besitzt es einen Fächer, der das Böse damit wegwehen soll. Versteckt hinter einem Haus, sehen wir das nächste Kulturdenkmal.

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Das soll wahrscheinlich der Gott Kshitigarbha darstellen, der arme Seelen in die Unterwelt bringt. Häufig werden diese Steine auch Jizo genannt und zählt dann zu den Reisenden und Wege Gottheiten. Direkt dahinter geht endlich der Wanderweg los.

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Das Schild warnt die Wanderer vor Erdrutschen. Über rutschige Pfade geht es zunächst bergauf. Die Wege sind sehr gut ausgeschildert, so dass wir uns ganz sicher nicht verlaufen. Wir folgen den Berg Hodosan 宝登山-Schildern, bis wir vor einem Kasten stehen.

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Der Wanderweg wird von den Einheimischen gepflegt und dafür sollen die Wanderer 100 Yen pro Person bezahlen. Wir werfen brav zwei Münzen in den Schlitz und passieren. Normalerweise sieht man das eigentlich nicht in Japan…. Danach geht es durch Mischwälder und Zedern zu einem Forstweg.

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Hier biegen wir nach rechts ab und wandern erst einmal für einige Zeit auf dem Forstweg. An der nächsten Kreuzung geht es dann wieder bergauf.

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Hier steigen wir ziemlich steile Treppen hinauf und uns wird langsam warm. Wir ziehen unsere Jacken aus und steigen immer höher hinauf.

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Etwas außer Puste stehen wir endlich auf dem 497 m Berg Hodosan 宝登山.

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Einige andere Wanderer sitzen schon auf Bänken und genießen die Aussicht auf die Berge Bukou-san 武甲山 und Ryokami-san 両神山.

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Auch wir setzen uns hin und braten uns Reiskuchen mit Bohnenpaste auf dem Gaskocher.

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Lecker! Wir können uns kaum an der Aussicht statt sehen. Die Zeit drängt uns leider weiter und wir packen unsere Sachen zusammen.

Schrein Hodosan-jinja

Wir folgen den Schildern Richtung Robeway sancho-eki ロープウェイ山頂駅. An der nächsten Kreuzung biegen wir kurz nach links ab, um uns den Schrein Hodosan-jinja-okuja 宝登山神社奥社 anzusehen.

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Der Schrein wurde vor 1900 Jahren gebaut und ist Yamatotakeru-no-Mikoto (72-113) gewidmet. Er war der Sohn des Keiko-Kaisers und sein eigentlicher Name war Ousu-no-Mikoto. Nach den ältesten Überlieferungen unterwarf er im Jahre 97 die feindlichen Streitmächte in Süd-Kyushu und 110 die in Nordjapan. Dadurch wurde Japan unter der Yamato-Regierung geeinigt.

Die Besonderheit dieses Schreines ist die Zukunft-Vorhersage mit kleinen Fächern.

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Bisher habe ich so etwas noch nie gesehen. Mein Begleiter kauft sich gleich einen für 200 Yen und zieht ein mittelmäßige Vorhersage. Leider sind die nur auf Japanisch…

Im Paradies!

Wir gehen den Weg zurück und folgen dem Schild geradeaus Richtung Seilbahn Robeway sancho-eki ロープウェイ山頂駅. Dann stehen wir mitten im Pflaumenblüten-Meer.

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In der Luft liegt ein lieblicher Duft, den wir wohlwollend einziehen. Der ganze Hang ist ein reines Blütenmeer!

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Wahnsinn! Die verschiedenen Pflaumenarten blühen in rosa, weiß und gelb.

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Staunend betrachten wir das Naturschauspiel. Irgendwann kommen wir auch an der Seilbahn an.

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Eine Fahrt kostet 480 Yen, die wir uns schenken. Stattdessen gehen wir links an der Seilbahn vorbei und folgen den Schildern Yuhodo 遊歩道. Vor der Tierpark dobutsuen 動物園-Kreuzung geht es dann Richtung Bahnhof Nagatoro 長瀞駅 bergab.

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An einigen Stellen können wir die Straße abkürzen, in dem wir den pinken Bändern folgen, die an Zweige gebunden sind.

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Nach nur 20 Minuten erreichen wir den berühmten Schrein Hodosan-jinja 宝登山神社.

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Gleich fallen uns die wunderschönen Verzierungen des Tempels auf, der aus der Edo-Zeit (1603-1868) stammt.

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Der Schrein wurde 110 gegründet. Die Götter des Scheines sollen die Menschen vor Feuer und Katastrophen beschützen. Jedes Jahr reisen 1 Mio. Besucher zu diesem Schrein, um hier zu beten. In der Meiji-Zeit (1868-1912) wurde der Schrein komplett restauriert, deswegen erstrahlt er sogar noch heute in bunten Farben.

Einer Legende nach wollte Yamatotakeru-no-Mikoto mit seiner Armee einen Berg besteigen, um Naturgottheiten zu ehren. Während seine Aufstiegs, brach ein Feuer aus und er wurde zusammen mit seiner Armee vom Feuer eingeschlossen. Plötzlich erschienen weiße Hunde, die das Feuer löschten und eskortierten die Armee zum Berggipfel. Dort verschwanden die Hunde plötzlich. Yamatotakeru-no-Mikoto schlussfolgerte, dass die Tiere von den Göttern zu ihnen gesendet worden sind und dankte ihnen, indem er auf dem Berg einen Schrein errichtetet. Außerdem benannte er den Berg in „Feuer-Stop-Berg (Hodosan)“ um.

Für ein leckeres Eis ist immer Zeit!

Geschichtlich bereichert folgen wir der abfallenden Straße Richtung Bahnhof Nagatoro 長瀞駅. Wenige Minuten später passieren wir das weiße Tor und die Kreuzung. Kurz vor dem Parkplatz fallen uns die zahlreichen Kakikori かき氷 Schilder an den Häusern auf.

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„Die Gegend ist berühmt für ihr geschreddertes Eis (Kakikori かき氷), das aus natürlichen Quell-Wasser hergestellt wird. Auf das Eis werden leckere Saucen wie Erdbeer- oder Lemon-Geschmack gegossen.

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Im Sommer genau richtig! Diese Eissorte findet man oft auf größeren Veranstaltungen.

Über reißende Wellen tanzen!

Wir laden kurz unser Gepäck ins Auto, dann entdecken wir neben dem Bahnhof diesen Stand.

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„Hier werden Bootstouren Nagatoro rain-kudari 長瀞ラインくだり durch die Schlucht vom Fluss Awakara gestartet!“, erklärt mir mein Begleiter. Wir kaufen uns je eine Karte (1600 Yen) für die A-Strecke A-コース. Von der Verkäuferin werden wir rechts über die Gleise zu einer Bushaltestelle mit vielen roten Fahnen geschickt.

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Hier wartet bereits der Bus und einige Fahrgäste. Wir steigen ein und fahren ca. 10 Minuten.

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Am Ziel angekommen steigen wir wieder aus. Am Ufer liegen bereits einige Boote, wie wir sie nur aus Filmen kennen.

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Die anderen Gäste sitzen bereits in einem Boot, dann steigen wir auch ein. Vorne steht der Anstoßer, der das Boot von Steinen fernhält, und hinten der Lenker, der das Boot lenkt. Zunächst müssen wir alle Schwimmwesten anlegen, dann geht es auch schon los. Wir haben Glück und sitzen ganz vorne.

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Zunächst ist es eine gemütliche Bootstour. Doch dann wird der Fluss wilder und reißender. Wir bekommen die Anweisung, dass wir uns mit  einer Folie abdecken sollen.

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Nach zwei weiteren Stellen können wir die Plane weglegen und genießen die Fahrt. Links und rechts türmen sich hohe Felswände auf.

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Manchmal entdecken wir Wasserfälle in den Formationen. Unser Anstoßer passt gut auf, dass wir nirgends anecken.

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Nach nur 20 Minuten kommen wir an unser Ziel den Hafen von Nagatoro 長瀞 an. Hier legen wir an und steigen aus.

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Kurz klettern wir über die Felsen und erkunden die Gegend. Dann steigen wir eine lange Treppe vom Hafen hinauf und spazieren durch eine lange Souvenir-Straße. Es geht wieder über die Gleise zum Parkplatz.

Mit Blick auf den Berg Bukou-san 武甲山 in die heiße Quelle!

Schon wenige Minuten später fahren wir ca. 1 Stunde, bis wir die heiße Quelle Kousen Maruyama 丸山鉱泉 erreichen, die leider nur mit dem Taxi oder mit privaten Fahrzeugen erreichbar ist.

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Das Onsen wurde uns von einer Einheimischen empfohlen und ist ein absoluter Geheimtipp! Im Eingang stellen wir unsere Schuhe in den Schuhschrank, dann bezahlen wir 700 Yen (werktags). Ich verschwinde hinter dem roten Vorhang für Frauen. Im Bad gibt es drei kleine Becken und außen ein schönes Holz-Bad. Vom Außenbad erhalte ich einen schönen Blick auf das Tal und den Berg Bukou-san 武甲山, den wir schon vom Gipfel kennen. Nach einer Stunde verlassen wir das Onsen und fahren heim.

Fazit: Die Wanderung ist ideal für Familien, die viel Abwechslung brauchen! Wer möchte, kann direkt zum Bahnhof Nogami reisen und spart sich so die langweilige Straße, die wir nur auf Grund des Parkplatzes gegangen sind. Falls die Kinder noch klein sind, kann man auch mit der Seilbahn auf den Berg und so die Pflaumen genießen!

Wegweiser:
Bahnhof Nagatoro 長瀞駅 → Bahnhof Nogami 野上駅 → Nagatoro-Alps 長瀞アルプス → Berg Hodosan 宝登山 → Seilbahn Robeway sancho-eki ロープウェイ山頂駅 → Hodosan-jinja-okuja 宝登山神社奥社 → Seilbahn Robeway sancho-eki ロープウェイ山頂駅 → Yuhodo 遊歩道 → Bahnhof Nagatoro 長瀞駅 → Schrein Hodosan-jinja 宝登山神社 → Bahnhof Nagatoro 長瀞駅

Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Nagatoro 長瀞駅
Bahnhof Nogami 野上駅
Wanderweg Nagatoro-Alps 長瀞アルプス
Berg Hodosan 宝登山
Seilbahn Robeway sancho-eki ロープウェイ山頂駅
Schrein Hodosan-jinja-okuja 宝登山神社奥社
Bootstouren Nagatoro rain-kudari 長瀞ラインくだり
Wanderweg Yuhodo 遊歩道
Schrein Hodosan-jinja 宝登山神社
Onsen Kousen Maruyama 丸山鉱泉
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左

Links:
Maruyama Kousen: http://www.maruyama-kousen.co.jp
Yamatotakeru-no-mikoto: https://de.wikipedia.org
Gott Kshitigarbha: https://de.wikipedia.org/
Bootstouren: http://www.chichibu-railway.co.jp/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/
Zugfahren mit der Suica Karte:http://wanderweib.de/


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4 Gedanken zu „[JP] Wandern & Boot fahren am Berg Hodosan 宝登山“

  1. hallo,
    ich verfolge jetzt seit ein paar wochen sehr glücklich deinen blog.
    ich möchte 2017 im frühjahr für 2 monate nach japan (wwoofen und wandern) und habe das gefühl, für´s wandern ist dein blog eine super vorbereitung. es gibt in deutschland ja tatsächlich kein buch, das als wanderführer für japan durchgeht. deine beiträge haben jetzt schon einige von meinen „ängsten“ weggepustet..
    also danke erstmal!!!
    schöne frühlingsgrüße aus berlin,
    ulrike

    1. Hallo Ulrike,

      vielen Dank für das dicke Lob! Freue mich immer sehr, wenn ich andere zum Wandern in Japan animieren kann! Wenn du Hilfe brauchst, schreib mir eine Email. 😉

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  2. Hi, heute mit meiner Tochter diese Runde gelaufen! Hat uns super gefallen. Vielen vielen Dank für den tollen Blog und diesen Tip. Wir werden jetzt mehr deiner Wanderungen „abwandern“. Allerdings sind wir nicht Boot gefahren, da derzeit sehr wenig Wasser im Fluss war. Dafür aber zum Onsen. Sicher ein Geheimtip dahingehend, dass er sehr versteckt ist (das Foto vom Blog braucht man, um den Eingang zu finden). Er ist gut, aber halt nicht der „Megabrüller“. Zumal dann Nachmittags die Fahrt zurück nach Tokio von da aus sehr lange dauert.

    1. Hallo Ludger,
      vielen Dank für dein Feedback. 😀 Stimmt, die Rückfahrt ist etwas lang, aber kommt auch darauf an, wo du in Tokio wohnst. „wink“-Emoticon Als nächstes kann ich euch Onoyama ans Herz legen: http://wanderweib.de/berg-onoyama/ Allerdings lohnt sich die Wanderung nur bei gutem Wetter. 😉

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

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