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[JP] Pinke Moosfelder am Berg Hinatayama – Chichibu 日向山・秩父

Ende April/ Anfang Mai gibt es nur ein Ziel von Tokio, das man nicht verpassen sollte: den Berg Hinatayama  日向山 und die pinken Moosfelder in Chichibu. Der Berg ist weniger berühmt, dafür sind seine pinken Moosfelder um so bekannter. Die Wanderung startet am Bahnhof Ashigakubo 芦ヶ久保駅 und führt uns durch den Park  Nousonkouen農村公園 zum Berg Hinatayama. Hier erhalten wir schöne Aussichten auf das Tal und den Berg Bukko-san. Bergab geht es über einige Treppen und an einem Wildschwein-Gehege vorbei, bis wir auf den Pilgerweg Chichibu und einige Kulturgüter stoßen. Am Bahnhof Yokoze 横瀬駅 kehren wir im Onsen Bukko ein. Danach spazieren wir zum Park Hitsujiyama und wandern durch pinke Moosfelder. Schließlich beten wir am Schrein Chichibu-jinja, bevor wir uns zum Bahnhof Seibu Chichibu begeben.


Details:
Distanz: 12,6 km
Dauer: 5.30/7.00 Stunden (ohne/mit Pausen)
Höhenmeter: 633 m
Ansteigend: 443 m
Absteigend: 589 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✭ ✩✩✩
Jahreszeit: Ganzjährig (Besonders schön im Herbst)
Startpunkt: Bahnhof Ashigakubo 芦ヶ久保駅 Linie Chichibu 秩父線
Endpunkt: Bahnhof Yokoze 横瀬駅  Linie Chichibu秩父線  oder Seibu Chichibu 西武秩父駅 Linie Chichibu秩父線
Fotos: Ende April


Die Wanderung

Die Anfahrt ab Tokio dauerte für uns ungefähr zwei Stunden. Gegen Mittag treffen mein Begleiter und ich am Bahnhof Ashigakubo 芦ヶ久保駅 ein. Geradeaus an einer Treppe sehen wir das erste Hinweisschild Richtung Ashikubo-yama-no-hanamichi あしがくぼ山の花道.

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Hier steigen wir die Stufen hinunter und überqueren eine Brücke und eine Ampel. Wir halten uns links, bis wir nach wenigen Schritten auf diesen Schrein Shirahige-jinja 白鬚神社 treffen, der über eine steile Treppe zu erreichen ist.

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Der Schrein heißt übrigens übersetzt: „Der-weiße-Haare-Schrein“. Er ist dem Gott Sarutohiko Okami gewidmet, der ist der Anführer aller weltlichen Götter im Shinto-Glauben und steht für Stärke und Führung. Aus dem Grund wird er häufig als Symbol für Kampfsportarten wie Aikido verwendet. Der Hauptschrein ist übrigens in der Mie Präfektur und heißt Tsubaki Grand Shrine, der im Jahre 300 gegründet wurde.

Wir gehen zurück zur Straße und folgen den Wegweiser nach rechts Richtung Ashikubo-yama-no-hanamichi あしがくぼ山の花道.

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Ab hier geht es steil bergauf durch ein kleines Dorf, bis wir eine kleinen Rastplatz erreichen.

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Dort genießen wir kurz die Aussicht, bevor wir weiterziehen. An der nächsten Abzweigung geht es in einen dunklen Zedernwald.

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Nach ein paar Minuten erblicken wir eine extrem lange Rutsche, die zum Park Nousonkouen農村公園 gehört.

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Anscheinend kommen im Sommer viele Dorfkinder her und rollen dann mit Bierkisten den Berg herunter. Leider können wir weit und breit keine Kiste entdecken. In einem Teich entdecken wir ein paar Wasserblumen:

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Das sind weiße Scheinkalla, welche zu den kraut Pflanzen gehören. Häufig findet man sie in Teichen oder Sümpfen in Nord-Japan.

Wir folgen der roten Rutsche bergauf, passieren ein Toilettenhäuschen und überqueren eine kleine Brücke. Nach einem kurzen Wäldchen stehen wir vor einem Schuppen mit einem alten Mikoshi.

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Das wörtlich übersetzt heißt es „Göttersänfte“. Mikoshi ist ein tragbarer Shinto-Schrein, in denen die Götter mittels eines im Mikoshi gelagerten Reliquien(Shintai) reisen. Meist sind die Sänften reichlich verziert und besitzen ein geschwungenes Dach. Bei japanischen Volksfesten werden diese von jungen Männern und Frauen mit Hilfe zweier Tragebalken durch die Stadt getragen.

Dieses scheint aber, schon länger nicht mehr im Einsatz gewesen zu sein. An der nächsten Kreuzung geht es nach links und dann unter einem Netz aus Ästen nach rechts.

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Wir folgen den Schildern Richtung Gipfel Hinatayama-Sancho 日向山山頂 bergauf.

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Kurze Zeit später stehen wir auf dem 633 m Berg Hinatayama 日向山. In der Ferne fällt uns besonders der markante Berg Bukko-san auf.

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Wenn wir etwas genauer hinsehen, können wir die Stufen an dem Berg erkennen. An der Nord-Flanke werden seit Jahren in mehreren Stufen Kies abgebaut. Wir legen eine kurze Rast ein, dann geht es aber auch schon weiter Richtung Wanderweg No. 6-Toge-Kaze-no-Michi- Haikingu-Kosu 6番峠・風の道ハイキングコース. Über viele Treppen wandern wir ins Tal.

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Wir passieren einen Zaun, der Wildschweine von den Feldern abhalten soll, da die Tiere regelmäßig ganze Ernten zerstören.

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Zur Sicherheit kontrollieren wir zwei mal, ob der Zaun auch wirklich wieder zu ist. Nach einem kurzen Wäldchen stehen wir vor dem Schrein Kotohira-taijin 琴平大神.

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Der Schrein gehört zur Shugendo Sekte, die in der Kagawa Präfektur auf dem Berg Kotohira wohnt. Er ist dem Gott Kompira gewidmet, der die Händler auf Schiffen beschützte. Wir folgen der Straße nach rechts Richtung Bahnhof Yokoze 横瀬駅. An der nächsten Kreuzung müssen wir etwas aufpassen.

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Hier halten wir uns links Richtung Bahnhof Yokoze (No. 6 Toge Kosu) 横瀬駅(6番峠コース). Ab dieser Stelle geht es durch einen Zedern- und Mischwald, bis wir auf eine Straße treffen. Wir biegen links ab und stolpern über ein Wildschwein-Gehege.

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Vermutlich werden die Tiere gezüchtet, um sie später zu schlachten. Danach geht es durch einen Mischwald und durch ein Dorf. Wir richten uns nach den Schildern Bahnhof Yokoze 横瀬駅. Kurz vor einer großen Kreuzung stoßen wir auf eine Kannon-Statue, die der „Verkehrssicherheit“ gewidmet ist.

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Wir gehen zur Ampel und überqueren die Straße. Dann halten wir uns rechts und überqueren den Fluss über eine große Brücke.

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Direkt dahinter führt uns ein weiteres Schild nach links durch das Dorf. Nach 5 Minuten stehen wir vor dem Tempel Myojozanakechi-dera 明星山明智寺.

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Der Tempel wurde 1881 errichtet und zählt zu der berühmten Chichibu Pilgerstraße, die insgesamt 34 bedeutende Kulturgüter aufweist. Danach erreichen wir den Bahnhof Yokoze 横瀬駅.

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Wir halten uns rechts, bis wir eine große Kreuzung samt Ampel erreichen. Dort überqueren wir die Straße und biegen nach rechts ab. Dann geht es durch eine Fußgängerbrücke zu dieser Kreuzung.

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Hier biegen wir nach links ab und entdecken das Onsen Bukou-Onsen 武甲温泉 auf der linken Seite nach ein paar Metern.

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Der Eintritt kostet werktags 700 Yen und am Wochenende 800 Yen. Am Eingang ziehen wir unsere Schuhe aus und legen diese ins Regal. In den Automaten werfen wir 700 Yen und drücken auf den Knopf Erwachsener Otona 大人 700 円. Die Karte, die der Automat ausspuckt drücken wir der Frau an der Rezeption in die Hand. Dann folgen wir den Zeichen Nyuyoku 入浴 Zeichen und  betreten das Bad. Mehr zu den Regeln: hier.

Nach dem Bad gehen wir zurück zum Bahnhof Yokoze 横瀬駅. Dort folgen wir den zahlreichen Schildern Richtung Hitsujiyama-koen Shibazakura-no-Oka 羊山公園 芝桜の丘 durch einen kleinen Tunnel und ein kleines Dorf.

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An einem kleinen Stand kaufen wir uns für 300 Yen eine Eintrittskarte und betreten das Gelände. Sogleich sind wir von den Farben überwältigt!

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Wir sind sprachlos und stehen einfach nur staunend vor dem riesigen Blütenmeer, das aus 8 verschiedenen Arten von pinkem Moos (Polster Phlox) besteht.

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Insgesamt gibt es im Park über 400.000 Moose, die ab Mitte April bis Mitte Mai blühen. Im Hintergrund sehen wir noch einmal den markanten Berg Bukko-san.

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Irgendwie fühlen wir uns als, wenn wir in einem Disney-Film reinspaziert wären… Alles ist nur pink….

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Wir setzen uns auf eine Bank und genießen den Anblick, während wir unsere Butterbrote auspacken. Dann spazieren wir noch einmal durch den Park und entdecken in einer Ecke ein großes Tulpenfeld.

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Nach einer Stunde verlassen wir den Park durch den Nordausgang und folgen den Menschen vor uns. Am Bahnhof überqueren wir die Gleise und biegen rechts ab. Schon wenige Schritte weiter stehen wir vor dem Schrein Chichibu-jinja 秩父神社. Dort waschen wir uns zunächst die Hände an der Waschstelle.

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Dann gehen wir zum Hauptschrein und beten kurz. Der Schrein wurde angeblich 40 vor Christus gegründet und hat deswegen eine über 2000 Jahre alte Geschichte.

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Die heutigen Gebäude sind allerdings erst viel später (vermutlich 18. Jahrhundert) dazu gekommen. Besonders gefallen uns die Schnitzereien an den Seiten.

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Nachdem wir uns noch etwas umgesehen haben, gehen wir zurück zum Bahnhof Seibu Chichibu 西武秩父駅 und wir fahren heim.

Fazit: Eine relativ leichte Wanderung, die du auch gut mit Kindern machbar ist. Wer möchte, kann auch nur den Park von dem Bahnhof Yokoze erreichen. Die Wanderung kann zum Schluss mit dem Zug abgekürzt werden. Nimm auf jeden Fall ein Handy und Karte zur Orientierung mit! 


Wegweiser:
Bahnhof Ashigakubo 芦ヶ久保駅 → WanderwegAshikubo-yama-no-hanamichi あしがくぼ山の花道 → Nousonkouen農村公園 → Wanderweg Ashikubo-yama-no-hanamichi あしがくぼ山の花道 → Park Kouhara Paaku-Yokuzu 高原パーク横瀬 → Berg Hinatayama 日向山 → Wanderweg Ashikubo-yama-no-hanamichi あしがくぼ山の花道 → Gipfel Hinatayama-Sancho 日向山山頂 → Berg Hinatayama 日向山 → Wanderweg No. 6-Toge-Kaze-no-Michi- Haikingu-Kosu 6番峠・風の道ハイキングコース → Bahnhof Yokoze 横瀬駅 → Bahnhof Yokoze (No. 6 Toge Kosu) 横瀬駅(6番峠コース)
→ Wanderweg No. 6-Toge-Haikingu-Kosu 6番峠ハイキングコース → Bahnhof Yokoze 横瀬駅 → Bukou-Onsen 武甲温泉 → Bahnhof Yokoze 横瀬駅 → Shibazakura-no-oka 芝桜の丘 → Chichibu-jinja 秩父神社 → Seibu Chichibu-Eki 西武秩父駅

Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Ashigakubo 芦ヶ久保駅
Wanderweg Ashikubo-yama-no-hanamichi あしがくぼ山の花道
Park Nousonkouen農村公園
Park Kouhara Paaku-Yokuzu 高原パーク横瀬
Berg Hinatayama 日向山
Gipfel Hinatayama-Sancho 日向山山頂
Wanderweg No. 6-Toge-Kaze-no-Michi- Haikingu-Kosu 6番峠・風の道ハイキングコース
Bahnhof Yokoze 横瀬駅
Bahnhof Yokoze (No. 6 Toge Kosu) 横瀬駅(6番峠コース)
Wanderweg No. 6-Toge-Haikingu-Kosu 6番峠ハイキングコース
Erwachsener Otona 大人 700 円
Bukou-Onsen 武甲温泉
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左

Links:
Gott Sarutahiko-Okami https://en.wikipedia.org/
Weiße Scheinkalla: https://de.wikipedia.org/
Mikoshi: https://de.wikipedia.org/
Pilderpfad: http://www.chichibufudasho.com/ (auf Japanisch)
Bukou-Onsen 武甲温泉 : http://www.buko-onsen.co.jp/ (auf Japanisch) (Öffnungszeiten: 10.00 -22.00 Uhr)
Onsen-Regeln: http://wanderweib.de
Moos: https://de.wikipedia.org/
Park Hitsuji-no-Oka: http://navi.city.chichibu.lg.jp/ (Öffnungszeiten: 8.00-17.00 Uhr)
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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6 Gedanken zu „[JP] Pinke Moosfelder am Berg Hinatayama – Chichibu 日向山・秩父“

  1. Das ist ja der WAHNSINN!!! Das sieht so schön aus. Und haben die Blumen auch geduftet? Auf Hokkaido gibt es im Sommer Lavendelfelder. Da kann man sich gar nicht satt dran sehen.
    LG aus Berlin,
    Daniela

    1. Hallo Daniela,

      dankeschön. Die Moose hatten einen leicht lieblichen Duft. 😀 Stimmt, die Lavendelfelder in Hokkaido sind auch sehr schön, da wollte ich auch schon mal hin… 🙂

      Viele Grüße aus Tokio,
      Tessa

  2. Wow. Ein toller Bericht. Tolle Fotos. Ist es nur fuer April/Mai empfehlenswert oder sind die Felder auch noch in Juli/August pink? Sind in ein paar Wochen in Japan und ich wuerde das super gern sehen <3

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