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[Ausflug] Geister in Japan: Sie spuken nicht nur an Halloween!

Wenn man an Japan denkt, fallen einem zuerst die Jahrhunderte alten Traditionen und die Kultur ein, dem einen oder anderen sicher auch Anime und Manga, aber das ist längst nicht alles, was das Land der aufgehenden Sonne zu bieten hat. Kaum ein anderes Land wie Japan hat eine derartige Fülle von Geistern und Monstern, auf Japanisch Yurei und Yokai genannt, und sonstigen übernatürlichen Wesen zu bieten.

Schauen wir uns diese schaurigen Geschichten aus Japan an:


Auf Toiletten…

Der Glaube an jene Wesen ist im Übrigen längst nicht tot, im Gegenteil, viele Japaner glauben auch heute noch fest an die Kreaturen der Nacht, und haben reale Angst vor ihnen, das fängt schon im Kindergarten und der Grundschule mit der Angst vor Hanako-san, die in den Toiletten auf ihre Opfer lauert und für die häufig auftretenden Blasenentleerungsstörungen bei Grundschülern verantwortlich ist.

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Aber Hanako-san ist bei weitem nicht alleine, auf öffentlichen Toiletten wartet Aka Manto, der seine Opfer fragt, ob sie ein rotes oder blaues Toiletten-Papier möchten. Wenn sie das rote nehmen, werden sie zerschnitten, bis die Kleidung Blut getränkt ist. Falls sie aber das blaue wählen, dann werden die Opfer erhängt, bis ihr Gesicht blau wird.

Auf Treppen….

Aber auch unterwegs ist der einsame Reisende nicht sicher, vielleicht hört er die Schritte von Betobeto-san hinter sich, der seine Opfer auf Treppen verfolgt und durch Schritte mit dem Geräusch „Beto Beto“ in den Wahnsinn treibt. Eine besonders gruslige Treppe ist in Chiba auf dem Berg Nokogiri zu finden.

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Hinter Masken….

Oder du begegnest der Kuchisake, deren Sichtungen zu einer regelrechten Panik geführt haben. Sie besitzt einen aufgerissen Mund von Ohr zu Ohr. Sie verdeckt ihren Mund mit einer Maske und fragt Reisende, ob sie sie schön finden. Wenn die Opfer ja sagen, dann reißt sie ihre Maske herab und fragt erneut nach. Falls der Reisende verneint, zerkratzt Kuchisake sein Gesicht, so dass er ebenfalls von Ohr zu Ohr einen Wunde hat. Sagt er aber ja, dann lässt sie ihn entkommen, um ihn später zu Hause zu töten. Wer ähnlich gruslige Gestalten hinter Masken sehen möchte, besucht ein Noh-Theater.

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In harmlosen Tieren…

Auch Tiere sind nicht immer so harmlos wie sie scheinen, so könnte sich hinter dem süßen Fuchs ein mächtiger, und vielleicht böswilliger Yokai, auf Japanisch Kitsune genannt, verbergen, überhaupt sind Füchse mit Vorsicht zu genießen, denn sie gelten auch als Boten der Reisgöttin Inari. Statuen von ihnen kannst du am Schrein Fushimi-Inari-Taisha in Kyoto finden, man sollte sich hüten sie zu verärgern.

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Vor Geschäften…

Fast harmlos wirkt dagegen der Tanuki, der meistens nur seinen Spaß, und eine ordentliche Mahlzeit mit möglichst viel Sake, oder auch nur Sake, haben will und den Menschen mithilfe seiner Macht Streiche spielt, aber auch ihn sollte man nicht verärgern. Da ein Tanuki vor dem Geschäft guten Umsatz versprecht. Eine ganze Tanuki-Familie kannst du übrigens in Tokio auf einer Fabelwesen-Wanderung am Berg Takao besuchen.

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Auf Inseln….

Aber auch unsere kuschelige Hauskatze kann sich, wenn wir sie schlecht behandeln, in ein Monster verwandeln, Katzen sind dafür bekannt sich in Bakeneko oder Nekomata zu verwandeln, mächtige Monster mit einer Vorliebe für menschliches Blut und Menschenfleisch. Wenn du es richtig gruslig möchtest, stattest du der Katzeninsel Enoshima bei Nacht einen Besuch ab und lässt dich von Katzen erschrecken.

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Auf Brücken…

Der bekannteste Yokai Japans dürfte allerdings der Kappa sein, der fast eine Art inoffizielles Nationalsymbol ist, und des Statuen und Bilder an vielen Stellen präsent sind, wobei auch dieser Yokai keinesfalls harmlos ist, wie die Legenden berichten. Wer dieses Wesen treffen möchte, der sollte nach Kamikochi reisen und dort bei Nacht auf der Kappa-Brücke Ausschau halten.

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Auf Kreuzungen…

Der vollste Ort Japans dürfte allerdings die Shibuya Kreuzung, die am Tag sehr unscheinbar ausschaut, wenn man davon absieht, dass pro Ampel-Schaltung bis zu 14.000 Menschen die Kreuzung passieren.

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Am Abend des 31. Oktober verwandelt sich diese Kreuzung allerdings in eine riesige Monster- und Geister-Party. Die gefragtesten Outfit sind zweifellos die Geisterjäger aka Polizisten, die darum bemüht sind, die ungebetenen Gäste von der Kreuzung fernzuhalten. Wenn ihr also an dem Tag in Tokio seid, lasst euch dieses Schauspiel nicht entgehen!


Ihr seht das die Japaner eine andere Beziehung zum Übernatürlichen haben als wir, für die meisten Japaner ist diese Welt sehr real und lebendig, deswegen zählt man alle Anwesenden durch, nachdem man Geistergeschichten erzählt hat, denn wer weiß, ob nicht ein Gast von der anderen Seite anwesend ist…

**** Vielen herzlichen Dank für diesen Gastartikel von Yokai-Yurei-Gruseln-in-Japan.de****


Kennst du noch andere Geistergeschichten aus Japan? Lass mir doch einen Kommentar da!

8 Gedanken zu „[Ausflug] Geister in Japan: Sie spuken nicht nur an Halloween!“

  1. Super spannendes Thema. Wobei ich die japanischen Gruselgeschichten nur schwer verstehe, muss ich gestehen.

    Dieser kleine süße Wasserdemon Kappa, nach dem sogar eine Sushikette und das Make Sushi mit Gurke benannt wurde, das kenn ich noch gut aus Tono in Iwate/Tohoku (eine Hochburg für Geister). Das Maskottchen dort sieht so süß aus, die Geschichte dahinter ist dann plötzlich so grausam.

    Halloween ist in Japan ganz plötzlich ganz groß geworden. Irre, wie schnell die Marketingmühlen sich dort drehen.

    Liebe Grüße aus dem manchmal auch recht gruseligen Berlin
    Daniela

    1. Hallo Daniela,

      das stimmt. Ich glaube dahinter verbirgt sich diese These: Alles was niedlich und klein ist, kann auch böse und fies sein. 😉

      Viele Grüße aus Tokio
      Tessa

    1. Hallo,
      ja Karakasa ist schon bissel absurd, wobei das sämtliche Tsukumogami sind, aber dem liegt halt der Gedanke des Animismus zugrunde, aber ich finde Bake zori viel witziger. Aber mein persönlicher Liebling ist Bake neko.

  2. Hallo,
    naja in Japan wird halt viel verniedlicht, Kappas an und für sich sind eher unniedlich, und zeitweise recht gefährliche Zeitgenossen. Aber verniedlichen tun nicht nur die Japaner, man muss sich nur die gnazen niedlichen Feen hierzulande anschauen, die original Feen, waren , zumindest teilweise, äusserlich zwar niedlich, aber alle, selbst die eher freundlcihen, mit sehr viel vorsicht zu geniessen.

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