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[Ausflug] Takasaki: Der Daruma-Tempel und die große Kannon-Statue

Bestimmt hast du schon von den berühmten Glücksbringern Daruma gehört, diese Eier-förmigen Figuren, die überall in Japan an Tempeln kauft werden. Heute besuchen wir den Ursprungsort der Glückspringer: den Tempel Shorinzan in Takasaki. Neben dem Tempel statten wir auch der 41,8 m weißen Kannon-Statue einen Besuch ab, die DAS Symbol der Stadt Takasaki ist.


Der Ausflug

Vom Tokioter Bahnhof Ueno brauchen mein Begleiter und ich nur 45 Minuten, um am Bahnhof Takasaki 高崎駅 mit dem Shinkansen anzukommen. Direkt am West-Ausgang Nishi-guchi 西口  treffen wir auf unseren ersten Daruma.

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Daruma ist ein beliebter Glückbringer in Japan, der aus Pappmachè hergestellt und mit einem Gewicht beschwert wird, damit dieser nicht umfallen kann. Das soll jedem Mut bereiten, sich nach schlechten Erfahrungen wieder aufzurichten. Oft werden sie an buddhistischen Tempeln verkauft und mit den Schriftzeichen Glück oder Erfolg versehen.

Wir verlassen das Gebäude durch den West-Eingang 西口 und gehen zur Bushaltestelle Nummer 4 der Gururin Shorinzan-sen Linie.

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Hier wartet bereits der bunte Bus Nr. 1 ぐるりん 少林山線 No.1 auf uns. Dieser fährt (fast) jede Stunde einmal ab. Nach 25 Minuten Fahrt erreichen wir unser Ziel Bushaltestelle Shorinzan-Iriguchi 少林山入口, bezahlen 200 Yen mit unser Suica und steigen aus.

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Auf der anderen Straßenseite fällt uns ein Getränkeautomat auf, der ein Daruma-Design aufweist.

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Wir schauen uns das Angebot an, doch leider werden keine Daruma-Getränke verkauft…  Am Straßenrand entdecken wir ein Daruma-Schild.

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Wir folgen dem Schild zu einem beeindruckenden Tor.

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Dahinter erwarten uns viele Treppen und ein weiteres Tor mit einer großen Glocke.

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Etwas erschöpft, kommen wir oben an und stoßen wir auf eine Jizo-Figur, die Untote Seelen in die Unterwelt bringen soll.

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Häufig werden diese Figuren mit einem roten Lätzchen oder Häubchen versehen. Nebenan finden wir eine Waschstelle, an der wir uns für das Gebet reinigen.

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Als nächstes biegen wir nach links ab und stehen vor einem kleinen Häuschen.

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Daneben finden wir diesen grauen Stein, der mit den Worten „Ich liebe die japanische Kultur – Bruno Taut“ auf Deutsch steht.

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Neugierig lesen wir auf einem Schild:

„Bruno Taut war ein deutscher Architekt und Stadtplaner, der von 1934 bis 1936 hier lebte, da er in Deutschland von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Er studierte verschiedene Aspekte der japanischen Kultur und schrieb 13 Bücher über Japan, so dass er die japanische Kultur auch in Europa bekannter machte. Außerdem beeinflusste er die Moderne Architektur der damaligen Zeit.“

Irgendwie trifft man in Japan jede Menge Deutsche, die einen großen Einfluss in Japan besitzen. Auch in Kusatsu Onsen trafen wir auf den deutschen Hausarzt Erwin Bälz, der die Heilkraft der heißen Quellen schätzte.

Wir steigen eine weitere lange Treppe hinauf und halten uns links, dann stehen wir vor dem Hauptgebäude vom Tempel Shorinzan-ji.

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Schon von weitem fallen uns die roten Daruma auf, die aussehen, als wenn diese gleich von der Brüstung hüpfen würden.

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Wir fragen uns, ob diese bei Erdbeben herunterfallen werden?

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Die Glücksbringer werden zunächst ohne bemalte Augen verkauft.

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Sobald man einen Wunsch hat, bemalt man das eine Auge und wünscht sich ganz fest etwas. Wenn der Wunsch in Erfüllung gegangen ist, bekommt der Daruma das zweite Auge ausgemalt.

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Danach spenden viele den Daruma dem Tempel.

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Die Glücksbringer werden am Tempel bis zum 6. und 7. Januar aufgebahrt und auf einem großen Fest in einem Ritual verbrannt, da die Daruma-Figuren meist nur für das aktuelle Jahr „funktionieren“. Gleichzeitig kann man sich auf dem Fest mit neuen Daruma-Figuren eindecken, die von den Dorfbewohnern hergestellt werden.

Die Figuren können eine minimale Größe von 6 cm und eine maximale von 75 cm aufweisen. An einer Wand finden wir kleine Holzbrettchen, auf Japanisch Ema genannt, die ebenfalls mit Wünschen versehen werden.

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Sobald die Wand voll ist, werden die Platten in einem Ritual verbrannt, so dass die Wünsche in den Himmel aufsteigen können. Nebenan finden wir ein Daruma-Museum, in dem Fotografieren leider verboten ist. Im Museum erfahren wir die Geschichte der Glücksbringer:

„Vor langer Zeit befand sich am Ufer des Flusses Usui eine Hütte mit einer heiligen Statue Kannon. Die Legende besagt, dass Dorfbewohner nach einer Flut einen Holzklotz fanden. Diesen brachten die Bewohner in der gleichen Hütte unter. Im Jahre 1680 besuchte der Heilige Ichiryo-koji den Ort und schnitzte aus dem Holzklotz den ersten Daruma. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Daruma ebenfalls verehrt. In der Nähe der Hütte gründete schließlich der Zen-Mönch Shinetsu den Tempel Shorinzan-ji im Jahre 1697 .“

Mittlerweile ist uns etwas heiß, so dass wir uns für für 300 Yen ein Zitronen-Eis (Kakikori レモン) im angrenzenden Kiosk gönnen.

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Sehr lecker und erfrischend! An dem Tempel gehen wir rechts vorbei und stehen vor einem schönen Nebengebäude, das ein schönes Strohdach besitzt.

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Leider finden wir keine Informationstafel, die uns mehr über das Gebäude erzählt. Über eine kurze Treppe erreichen wir viele kleine Steine und einen Schrein.

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Da leider das Schild auf Japanisch ist, können wir deren Bedeutung nicht entschlüsseln. Wir gehen zurück zur Straße und zur Bushaltestelle. Wir entscheiden uns, nicht mit dem Bus zu fahren, da die Verbindungen etwas umständlich sind. Also gehen wir eben die 4,4 km zur Kannon-Statue zu Fuß. Dazu biegen wir an der Hauptstraße nach rechts ab und passieren die letzte Daruma-Figur.

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Ab hier folgen wir den Anweisungen unseres Handys durch ein Dorf auf einen Kamm mit Blick auf die Stadt.

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Nach gut einer Stunde kommen wir erschöpft an der Bushaltestelle Hakui-Kannon-Mae 白衣観音前 an, die auf einem kleinen Hügel liegt.

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Wir schießen ein Foto vom Rückfahrplan und steigen die Straße zur Kannon-Statue hinauf. Auf der rechten Seite können wir den beeindruckenden Tempel Jigenin 慈眼院 sehen.

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Außerdem finden wir hier einen schönen Schrein.

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Über eine große rote Brücke erreichen wir die 41,8 m große Kannon-Statue.

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Staunende stehen wir auf der Brücke und blicken der Statue ins Gesicht, die als Göttin der Gnade und Tiere gilt. Die Statue wiegt mehr als 6.000 Tonnen und wurde im Jahre 1936 errichtet, steht auf einer Tafel. Die Statue wird von den Bewohner Takasakis als deren Stadt-Symbol angesehen.

Beeindruckend sind auch deren großen Füße, die eine Breite von über 2 m besitzen.

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Wir bezahlen 300 Yen Eintritt und steigen die viele Treppenstufen hinauf. Während des Aufstiegs können wir Götterstatuen bestaunen, die spätestens nach der 6ten Figur alle gleich aussehen.

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In der obersten Etage angekommen, erwartet uns eine Nachbildung der Kannon-Statue mit einem Verbandszeug.

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Das soll an die Bauarbeiten nach dem großen Erdbeben im Jahre 2011 erinnern. Die Statue musste dazu komplett renoviert werden. Kleine Fenster ermöglichen uns, über die Stadt Takasaki zu blicken.

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Unter uns sehen wir das schöne Tempel-Dach.

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Nach einigen Minuten steigen wir ab und finden neben einem Toilettenhäuschen noch einen weiteren kleinen Schrein.

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Im Inneren entdecken wir eine goldene Statue. Gegen 16.30 Uhr gehen wir zurück zur Bushaltestelle und nehmen den 16:34 Uhr Bus Gururin Kannonsan-sen Nr. 13ぐるりん 観音山線 No.13. Nach 20 Minuten kommen wir am Bahnhof Takasaki an, bezahlen 200 Yen und nehmen den nächsten Zug Richtung Ueno/Tokio.

Fazit: Wenn du die Ursprungsgeschichte der Daruma-Figuren hautnah erleben möchtest, dann lohnt sich Takasaki als Tagesausflug ab Tokio. Die Busse fahren leider nur sehr spärlich, so dass du etwas Zeit mitbringen solltest, um vom Tempel zur Statue zu kommen. Alternativ kannst du auch mit einem Mietwagen anreisen. Im Anschluss oder davor empfehle ich dir, auch das Dorf Kusatsu Onsen zu besuchen, das nur einen Katzensprung entfernt liegt!


Details

  • Takasaki 高崎
  • Adresse: 370-0849 Gunma-ken, Takasaki-shi, Yashimachō, (Google Maps)
  • Anreise: Mit Mietwagen oder Zug: Bahnhof Ueno  上野駅 -> Linie Takasaki 高崎線 oder Shinkansen 新幹線 → Bahnhof Takasaki 高崎駅
  • Anfahrtsdauer: (Regional-Zug: 2 Stunden oder Shinkansen: 55 Minuten) + 25 Minuten Busfahrt.
  • Kosten:  (Regional-Zug:  3888 Yen  oder Shinkansen: 9040 Yen) + 400 Yen Bus = 4288 Yen / 9440 Yen  (38 Euro / 85 Euro)
  • Verweildauer: 4.10 / 5.50 Stunden (ohne/mit Pausen)

Tempel Shorinzan Daruma-ji
Adresse: 296 Hanadaka-machi Takasaki-shi Gunma Zipcode 370-0868, Tel. TEL.027-322-8800
Google Maps: https://www.google.co.jp/
Anfahrt: Bahnhof Ueno  上野駅 -> Linie Takasaki 高崎線 oder Shinkansen 新幹線 → Bahnhof Takasaki 高崎駅  → Bushaltestelle Nummer 4 (West-Eingang) のりば4番西口→ Bus Gururin Shorinzan-sen Nr. 1 ぐるりん 少林山線 No.1 → Bushaltestelle Shorinzan-Iriguchi 少林山入口
Öffnungszeiten: —
Geschlossen: —
Eintritt: Kostenlos
Verweildauer: 1-2 Stunden

Takasaki Kannon
Adresse: 2710-1 Ishihara-machi, Takasaki-shi, Gunma (Jigen-In), Tel. +81-27-322-2269
Google Maps: https://www.google.co.jp
Anfahrt: Bahnhof Ueno  上野駅 -> Linie Takasaki 高崎線 oder Shinkansen 新幹線 → Bahnhof Takasaki 高崎駅 → Bushaltestelle Nummer 8 (West-Eingang) のりば8番西口→ Bus Gururin Kannonsan-sen Nr. 14ぐるりん 観音山線 No.14 → Bushaltestelle Hakui-Kannon-Mae 白衣観音前
Öffnungszeiten: 9:00 – 17.00 Uhr (Apr.-Okt.) 9:00 – 16.30 Uhr (Nov.-März)
Geschlossen: —
Eintritt: 300 Yen Erwachsene und 100 Yen für Grundschüler oder jünger
Verweildauer: 1-2 Stunden

Fotos: 10.5.2014

Nützliche Schriftzeichen:
Bahnhof Takasaki 高崎駅
Linie Takasaki 高崎線
Shinkansen 新幹線
Bus Gururin Shorinzan-sen Nr. 1 ぐるりん 少林山線 No.1 (Bahnhof Takasaki → Tempel Daruma)
Bus Gururin Shorinzan-sen Nr. 2 ぐるりん 少林山線 No.2 (Tempel Daruma → Bahnhof Takasaki)
Bushaltestelle Nummer 4 (West-Eingang) のりば4番西口
Bushaltestelle Shorinzan-Iriguchi 少林山入口
Bus Gururin Kannonsan-sen Nr. 14ぐるりん 観音山線 No.14 (Bahnhof Takasaki → Kannon)
Bus Gururin Kannonsan-sen Nr. 13ぐるりん 観音山線 No.13 (Kannon → Bahnhof Takasaki)
Bushaltestelle Nummer 8 (West-Eingang) のりば8番西口
Bushaltestelle Hakui-Kannon-Mae 白衣観音前
Bahnhof Eki 駅
Rechts Migi 右
Links Hidari 左

Links:
Tempel Shorinzan Daruma: http://www.daruma.or.jp/
Takasaki Kannon: http://takasakikannon.or.jp/
Zugverbindungen: http://www.hyperdia.com/


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