Onsen 温泉 ist die japanische Bezeichnung für eine heiße Quelle, die besonders häufig in Bereichen mit erhöhter vulkanischer Aktivität auftreten. Generell versteht man unter Onsen einen Ort mit Hotels, die über ein von natürlichen heißen Quellen gespeistes Bad verfügen. Das Bad kann man auch besuchen, wenn man nicht in dem Hotel übernachtet. Eins der berühmtesten Onsen-Orte ist das älteste Spa Arima Onsen 有馬温泉 in Japan. Dieser Kur-Ort ist immer noch ein verstecktes Juwel der Stadt Kobe 神戸, der sich unter anderem hinter dem berühmten Berg Rokko 六甲山 versteckt. Viele Japaner reisen aus dem Großraum Osaka 大阪 an, um sich in den heißen Quellen vom Alltagsstress zu entspannen. Innerhalb von nur einer Stunde kann man den Bahnhof Arima Onsen 有馬温泉駅 von Osaka 大阪 erreichen. Die Sehenswürdigkeiten liegen alle direkt in Laufweite des Bahnhofs. Die Wanderung von Arima Onsen ウォーキング有馬温泉 führt uns vorbei an mehreren Onsens, Schreinen, Parks und kulturellen Sehenswürdigkeiten.

Distanz: ~ 6 km
Dauer: 3 Stunden
Höhenmeter: 493 m
Anstieg: 245 m
Abstieg: 238 m
Schwierigkeitsgrad: ✭ ✩✩✩ ✩ (geeignet als Spaziergang, Wanderschuhe sind keine Pflicht)
Jahrszeit: Geeignet für alle Jahrszeiten. Besonders schön im Frühling und Herbst.
Startpunkt: Bahnhof Arima Onsen 有馬温泉駅 Kobedentetsuarima Linie 神戸電鉄有馬線
Endpunkt: Bahnhof Arima Onsen 有馬温泉駅 Kobedentetsuarima Linie 神戸電鉄有馬線
Fotos: 1. April 2014

Um ca. 10 Uhr treffe ich am Ort Arima Onsen 有馬温泉駅 mit dem Auto ein. Ich parke mein Auto auf dem der zahlreichen Parkplätze. Ich folge der Straße am Fluss entlang und sehe links von mir die erste rote Brücke namens Taiko 太鼓橋. Ein Bach schlängelt sich unter der Brücke in einen tiefem Graben, der mit vielen Sitz- und Spielmöglichkeiten ausgebaut wurde. Im Hintergrund erkenne ich die zweite Brücke.

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Im Sommer finden im Flussbett Feste mit zahlreichen Essensständen statt, währenddessen wird der Bach mit LEDs bunt erleuchtet. Ein paar Meter weiter entdecke ich ein Schild: „Wenn die Sirenen ertönen, verlasse sofort das Flussbett!“. Der Bach scheint sich besonders zur Regenzeit innerhalb von Minuten in einen reißenden Fluss zu verwandeln.

An der zweiten roten Brücke namens Nene ねね橋 startet meine Wanderung. Ich laufe zu Beginn grob den violetten Geschichts-Wanderung 歴史コース der Karte. An der roten Brücken biege ich rechts ab und entdecke links das Touristenzentrum des Ortes 有馬温泉観光協会 (Auf der Karte der rote Kasten mit der Telefonnummer). Dort erhalte ich eine nützliche, kostenlose Karte in englisch und japanisch. Ich laufe mitten in eine kulturell interessante Restaurant- und Souvenirläden-Straße. Es werden viele leckere Süßigkeiten angeboten. Ein Gruppe von Japanern verspeisen Reiskuchen und gebratenen Fisch. Am Ende der Straße folge ich dem linken Weg der leicht bergauf geht.

Ich stolpere rechts von mir über ein warmes Fußbad mit Bänken. Einige Leute halten ihre Füße in das warme Bad. Das Wasser dampft und duftet angenehm. Mit mitgebrachten Handtüchern trocknen sie sich ihre Füße wieder ab.

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Das kostenlose Fußbad gehört zum Onsen Gold Kin-no-Yu 金の湯. Statt meine Füsse ins warme Fußbad einzutauchen, betrete ich das Onsen. An der Eingangstür ziehe ich meine Schuhe aus und packe diese in eins der kostenlosen Schließfächer. Zahlreiche Schilder weisen darauf hin, dass Tattoos und Fotografieren verboten ist. An einem Automaten kaufe ich mir ein Kombi-Karte für 1000 Yen, damit ich nachher auch noch in das Onsen Silber Gin-no-yu 銀の湯 kann. An dem Schalter erhalte ich ein Schlüssel für mein Schließfach. Das Onsen ist übrigens immer von 8-20 Uhr geöffnet. Die Eingangstüren zu den Bädern sind farbig markiert: blau für Männer 男 und rot für Frauen 女. Die Geschlechter werden in diesem Onsen strickt getrennt. In kleineren Onsens kann es auch mixed Onsen geben, d. h. Männer und Frauen benutzen das gleiche Bad. Ich komme in einen großen Umkleideraum mit vielen Schließfächern. Ich finde mein Schließfach in der Nähe des Eingangs. Die Haare stecke ich hoch. Dann ziehe ich mich erst verlegen ganz aus, lege die Sachen in mein Schließfach und nehme den Schlüssel, ein kleines Handtuch und einen Lappen mit. Wenn man kein eigenes Handtuch mitbringt, kann man ein Handtuch kostenpflichtig erwerben. An dem Schlüssel ist ein Armband befestigt, so dass ich es auch während des Badens tragen kann. Ich empfehle es nie abzulegen, da in diesem Bad schon Diebstähle vorgekommen sind. Die zahlreichen Schilder warnen mich ausdrücklich davor. Ich betrete das Badezimmer und stehe in einer warmen Wolke. Rechts von mir befinden sich die Duschen mit Plastik-Hockern. Ich wasche meinen ganzen Körper mit meinem Lappen an den Duschen, abgesehen von meinem Kopf. Danach lege ich mein Handtuch und Lappen auf eine Ablage und steige in das nächste Bad. Das dampfende Wasser lässt mich entspannen. Dieses Onsen soll bei Grippe, Rückenschmerzen, Muskelbeschwerden, Blutkrankheiten, Allergien, Hautentzündungen und trockener Haut helfen. Tatsächlich fühlte sich die Haut nach dem Baden deutlich weicher an.

Ich genieße die wohltuende Wärme. Übrigens eine Liste von Verhaltensregeln findest du hier. Nach ein paar Minuten traue ich mich in das noch heißere Becken zu gehen. Doch schon nach 2 Minuten steige ich aus diesem wieder aus und dusche mich kalt ab, das soll den Kreislauf stärken. Einige Frauen unterhalten sich über den neusten Klatsch und Tratsch. Nach einer halben Stunde verlasse ich das Bad und trockne mich auf dem Teppich an der Tür mit meinem Handtuch ab und gehe wieder in den Umkleideraum. Ich ziehe mich an. Anschließend gebe ich meinen Schlüssel am Schalter ab und setze meinen Weg fort. Nach ein paar Metern biege ich in die nächste Straße rechts ein und laufe eine steile Treppe zum Schrein Arima 有馬神社 hinauf.

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Ich bete kurz am Schrein und gehe danach den gleichen Weg zurück. Ich halte mich dieses Mal rechts und komme an dem Wunsch-Garten Negai no niwa 願いの庭 vor dem Tempel Nenbutsu-dera 念仏寺 vorbei. In dem Garten stehen mehrere Statuen davor kleine Geldkästchen. Eine stellt den Gyoki dar, der ein ehemaliger Wohltäter des Arima Onsens war. Wiederum andere Schutzgötter:

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Ich biege rechts ab und erreiche auf der rechten Seite das Onsen Silber Gin-no-yu 銀の湯. Ich betrete das Bad und ziehe meine Schuhe aus.

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Ich folge den gleichen Regeln – wie oben beschrieben – und entspanne mich im deutlich kleineren heißen Dampfbad. Das Mineralreiche Onsen besitzt heilende Effekte bei Bluthochdruck, Arterien- und Kreislaufproblemen. Ferner soll das Wasser den Appetit anregen, wenn man es trinkt. Die wohltuenden Dämpfe helfen bei der Heilung von Atemwegserkrankungen.

Nachdem ich aus dem Onsen-Gebäude trete, halte ich mich rechts. Ich sehe auf einer Ecke den Süßigkeitenladen Tansan Meisan 三ッ森炭酸泉店. In dem Laden kann ich die noch recht ursprüngliche Herstellung der berühmten hellbraunen gerösteten Reiscracker Senbei 煎餅 verfolgen. Hinter einer Glaswand stehen die Bäcker und bereiten die Röstung vor. Davor stehen kleine Glasbehälter mit zerbrochene Cracker als kostenlose Probe, damit Gäste auch die vielen verschiedenen verfügbaren Geschmackssorten der Cracker kennen lernen können. Ich probiere zwei Sorten und bekomme plötzlich frisch aus der Röstung einen Reiscracker angeboten, der einfach köstlich schmeckt. Natürlich kaufe ich mir eine Packung in dem angrenzenden Laden, um diese auch noch später zu genießen. Die Cracker werden in Japan besonders an beliebten Touristenzielen hergestellt und verkauft. Sie sind oft mit einem Bild oder einem Symbol für den Ort der Herstellung versehen und deswegen ein beliebtes Mitbringsel von Reisen.

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Ich folge einen steilen Weg rechts vom Geschäft und komme nach einer Minute an einer weiteren Straße an. Ich entdecke auf der anderen Seite ein rotes Tor zu einer steile Treppe zum Arimainari Schrein 有馬稲荷神社, der auf dem Berg Iba 射場山 gebaut wurde.

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Vor der Treppe stehen mehrere Fuchs Statuen mit einem roten Halsband. Nachdem ich die sehr vielen Stufen hinauf stiegen bin, erreiche ich den Schrein. Dieser wurde im 7ten Jahrhundert zu ehren der Kaiser Jomei und Kotoku errichtet, die gerne die Arima Onsen besuchten. Gerade zu jener Zeit war der Berg Iba 射場山 samt Schrein ein beliebter Platz, um sich an den Blütenfeldern der Magnolien zu erfreuen. Ich erhalte vom Schrein einen wunderschöne Aussicht auf den Kur-Ort.

Danach spaziere ich den Weg zur Straße zurück. Dort biege ich nach rechts ab und folge den Berg herunter, bis ich rechts über eine Brücke den Bach überqueren kann. Von dieser Stelle halte ich mich rechts und laufe den Berg hinauf, bis ich am Park Zuihoji 瑞宝寺公園 über eine sehr unebenen Steintreppe ankomme.

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Der Park lohnt sich besonders im Herbst zur roten Färbung des japanischen Ahorns. Kostenlose Toiletten und einige kulturelle Statuen stehen im Park. Ich setze mich auf eine Bank und genieße die Natur samt Vogelgezwitscher. Nach ein paar Minuten mache ich mich auf den Rückweg zur Brücke und überqueren den Fluss. Ich halte mich rechts und biege links in die Straße mit dem Touristenzentrum ein. In einem kleinen Restaurant Tomida 味処とみ田 am linken Straßenrand esse ich eine wärmende bezahlbare Nudelsuppe Ramen ラーメン. Die anderen Läden besitzen überteuerte Preise…

Nach dem Mittagessen gehe ich am Ende der Straße links den Berg hinauf und folgte einer kleinen Gasse. Ich komme vorbei an unzähligen Souvenirläden und kleinen verschlafenen Restaurants vorbei. Groß und Klein zwängt sich durch die enge Gasse und bestaunt die Köstlichkeiten, welche in den Schaufenstern angepriesen werden. An einem Stand kaufe ich mir ein paar Reiskuchen aufgespießt auf einem Stäbchen, setze mich auf eine Bank und beobachte das bunte Treiben.

Langsam wird mir kalt und ich mache mich auf den Rückweg zum Parkplatz. Ich passiere wieder die beiden roten Brücken. Die wurden übrigens 1590 fertiggestellt und sind nach einem feudalen Herrscher Taiko Hideyoshi und seiner Frau Nene genannt worden. Beide besuchten oft den Ort zur Erholung und Entspannung. Neben den Brücken entdecke ich eine beeindruckende Statue von Nene im schicken Kimono. Nach ein paar Metern erreiche ich endlich den Parkplatz und bezahle ungefähr 1000 Yen an Parkgebühren.

Insgesamt war dies eine sehr entspannter, schöner Spaziergang, die mich an vielen verschiedenen Schreinen, einem Berg, einem japanischen Park, zwei Onsen und unvergleichbaren japanische Kulturgütern vorbeiführt. Sehr zu empfehlen, wenn man die japanische Onsen-Kultur kennen lernen möchte.

PS: Angaben ohne Gewähr! 😉

Nützliche Schriftzeichen:
Onsen 温泉
Arima Onsen 有馬温泉
Stadt Kobe神戸
Stadt Osaka大阪
Berg Rokko六甲山
Bahnhof Arimaonseneki 有馬温泉駅
Wanderung von Arima Onsen ウォーキング有馬温泉
Brücke Taiko 太鼓橋
Brücke Nene ねね橋
Touristenzentrum des Ortes 有馬温泉観光協会
Schrein Arima 有馬神社
Wunsch-Garten Negai no niwa 願いの庭
Tempel Nenbutsu-dera 念仏寺
Onsen Silber Gin-no-yu 銀の湯
Onsen Gold Kin-no-Yu 金の湯
Blau Mann 男
Rot Frau 女
Süßigkeitenladen Tansan Meisan 三ッ森炭酸泉店
Reiscracker Senbei 煎餅
Schrein Arimainari 有馬稲荷神社
Berg Ibayama 射場山
Park Zuihoji 瑞宝寺公園
Restaurant Tomida 味処とみ田
Nudelsuppe Ramen ラーメン

Links:
Onsen Gin-no-Yu / Kin-no-Yu: http://arimaspa-kingin.jp/
Arima Onsen Info:http://www.arima-onsen.com/
Süßigkeitenladen Tansan Adresse:
三ッ森炭酸泉店,
〒651-1401 Hyōgo-ken,
Kōbe-shi, Kita-ku,
Arimachō, 335−2
http://www.tansan.co.jp/
Zugverbindungen:http://www.hyperdia.com/


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